Aus die Maus: Neues aus dem GRIPS-Theater

Während der großen Zaubershow rumpelt und klirrt es im Backstage. Dann schiebt eine kleine, heruntergekommene Frau einen Wagen beladen mit all ihren Habseligkeiten über die Bühne und ist auf einmal Teil der Vorführung. Wie ist sie dort hingekommen? Und ist das alles Teil des Theaterstücks oder bringt sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen tatsächlich das Konzept durcheinander?

„Aus die Maus“ heißt das neue Theaterstück des GRIPS-Theaters Berlin, das am kommenden Donnerstag seine Premiere feiert. Es handelt von der obdachlosen Kippe, die bis dahin unbemerkt im Theater wohnte und eines Morgens nur versehentlich auf die Bühne stolpert – und das ausgerechnet während einer Vorstellung des Zauberkünstlers Magic Maus.
Dabei ist das Szenario gar nicht so unwahrscheinlich, denn im Theater Podewil, in dem auch die Vorführung stattfindet, lebte tatsächlich mehrere Wochen lang eine Frau, ohne dass jemand etwas davon mitbekam. Georg Piller sah sofort die tolle Geschichte hinter diesem Umstand und holte sich mit Nadja Sieger, die selbst eigentlich als Clown auf der Bühne zu sehen ist, eine würdige Regisseurin an seine Seite. Mit nur zwei Schauspielern, einem einzigen Spielort und dafür unendlich vielen Komplikationen, Missverständnissen und lustigen Zufällen inszenierte sie das ganze Stück.

Regine Seidler (links) als Kippe und Frederic Phung als Maus auf der Bühne

Regine Seidler (links) als Kippe und Frederic Phung als Maus auf der Bühne

Spannend ist, dass die Kinder im Publikum nicht nur zuschauen, sondern in die Vorstellung mit eingebunden werden. Das wird spätestens klar, als die obdachlose Dame Kippe, gespielt von Regine Seidler, mitten im Publikum Platz nimmt und das Gespräch mit den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern sucht.
Das Fehlen der imaginären „vierten Wand“ macht die Vorstellung sehr lebhaft und realistisch, andererseits auch wirklich schwer zu planen. „Kippe wird darauf reagieren. Alles, was in diesem Raum passiert, wird automatisch Teil der Vorstellung“, weiß auch Nadja Sieger, die sehr gespannt auf den Verlauf der Generalprobe und die Reaktionen der Kinder war.

Kippe lebt als Obdachlose im Theater

Kippe lebt als Obdachlose im Theater

Permanent gestört durch die Frau, die unvermittelt auf der Bühne stand und so ganz andere  Ansichten hat, hat Schauspieler Frederic Phung die Mauseschnauze voll. Er zieht seine Maske ab, ist mehr er selbst als Schauspieler oder Maus, verlässt sogar den Saal, weil er nicht weiß, wie er seine nun ruinierte Vorstellung fortführen soll. „Ist das jetzt echt?“, hört man die Kinder einander zuflüstern.
So viel Komik um dieses ernste Thema, passt das denn zusammen?
Ja, und das sogar sehr gut. Wenn es zu traurig und schwer ist, dann hält man das nicht aus, dann schaltet der Zuschauer ab und sieht nicht weiter hin. Außerdem verliert man nicht unbedingt seinen Humor, bloß weil man sich vorübergehend in einer schwierigen Lage befindet. „Du hast immer noch alle Gefühle der Welt“, meint Nadja Sieger dazu.
Sie und ihr Team haben sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht, mit Obdachlosen geredet und sie beobachtet. Die Figur der Kippe ist aus dieser intensiven Recherche entstanden und echten wohnungslosen Menschen nachempfunden. Man weiß nie, wie sie auf etwas reagiert. Mal schreit sie herum, dann ist sie niedergeschlagen und traurig, prustet im nächsten Moment los vor Glück. Das steht ganz im Gegensatz zu dem in der Regel ruhigen, gefassten Maus, der ein Träumer ist und an seiner Vorstellung festhält, dass niemand obdachlos werden muss.

Maus ist ein Träumer

Maus ist ein Träumer

Durch diese Leichtigkeit, mit der das Thema Obdachlosigkeit bearbeitet wird, ist das Theaterstück auch für junge Menschen ab acht Jahren geeignet. Laut Statistik wird eines von 200 Berliner Kindern später einmal die Erfahrung machen, auf der Straße zu leben. Deshalb geht Obdachlosigkeit jeden etwas an und auch dieses Theaterstück ist nicht ausschließlich zur Unterhaltung gemacht, sondern lädt ebenfalls zur Auseinandersetzung und Diskussion ein.
Alle kleinen und großen Leute, die jetzt neugierig geworden sind und dieses spannende, tragisch-komische Kinder-Theaterstück auf keinen Fall verpassen wollen, sind herzlich dazu eingeladen, es sich selbst anzusehen. Die Premiere findet am Donnerstag, 22. September 2016 statt, weitere Termine können Sie dem Spielplan entnehmen.

Autorin: Ronja
Video: Linus und Luis



Berlin ist Berlin

Carolina kommt aus Panamá und verbrachte ein paar Wochen in Berlin. Die Eindrücke ihres ersten Tages hat sie hier festgehalten. Den spanischen Originaltext könnt ihr hier nachlesen. 

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Wenn wir in Lateinamerika an Berlin denken, kommt uns als erstes die  Geschichte in den Sinn, aber wir haben keine Ahnung von den Menschen und deren Alltag dort. Als ich meine Reise nach Berlin vorbereitete, hatte ich also keine Vorstellung davon, wie es hier sein könnte. Ich vermutete, dass Berlin ähnlich wie Hamburg sei, schließlich sind beide die größten Städte Deutschlands. Aber ich irrte mich.

Ich begann meinen Stadtrundgang um 11.30 Uhr mit einer Stadtkarte und meinem Handy in der Hand. Mein erster Halt war natürlich der “Alexanderplatz”. Als ich aus der U-Bahn stieg, fühlte ich, dass die Stimmung anders war – ich sah sehr beschäftigte Leute, die von einem Ort zum anderen eilten.

Brunnen am Alexanderplatz

Brunnen am Alexanderplatz

Ich verließ den Bahnhof und befand mich auf einmal unter vielen Verkäufern, die Essen oder Souveniers auf der Straße verkauften. Es war ein sonniger Tag, ich lief ein bisschen weiter, bis zu einem großen Brunnen. Um ihn herum saßen viele Menschen: Ein paar von ihnen ruhten sich mit ihren großen Tüten vom Einkauf aus, andere aßen mit ihren Freunden zusammen und lachten.

Weltzeituhr

Die Weltzeituhr zeigt auch die Uhrzeit in Panamá an

 

Ich überquerte die Straßenbahnschienen und stand vor der großen Weltzeituhr. Ich freute mich sehr, als ich Panamá dort entdeckte und im Hintergrund erhob sich der beeindruckende Fernsehturm.

 

Später fuhr ich mit der Sbahn zum Brandenburger Tor, wo ich mich wieder zwischen vielen Touristen mit ihren Kameras befand, die ein Foto nach dem anderen knipsten.

Brandenbruger Tor

Die Spitze des Brandenburger Tors

Ich fühlte mich sehr sicher. Es war ein beeindruckendes Bauwerk, jedes Mal, wenn ich mich näherte, konnte ich mehr Details erkennnen.

Der Platz war voller Menschen, die Stadtrundgänge zu Fuß, mit dem Bus, dem Fahrrad und sogar Pferdekutschen anboten.

pferdekutsche

Pferdekutschen für Berlin – Touristen

 

 

Ich beschloss weiter zu gehen und zu sehen, was es hinter diesem großen Tor gab. Also folgte ich anderen Touristen und sah nur eine große Straße, die von vielen Bäumen umgeben war.

ich bemerkte die vielen Menschen, die zu einem kleinen Park strömten. Neugierig folgte ich ihnen und Überraschung: Ohne es geplant zu haben, befand ich mich vor dem deutschen Parlament (Reichstag), mit der gigantischen Deutschlandfahne, daneben die der Europäischen Union. Die Touristenströme nahmen nicht ab, sie hörten nicht auf, Fotos zu machen.

Haus der Kulturen der Welt

Das Haus der Kulturen der Welt

Das Haus der Kulturen der Welt war nicht weit und so beschloss ich, es auch zu besichtigen. Die Statue in dem See vor dem Gebäude war wundervoll.

 

 

 

 

Ich wollte den Tag nicht beenden, ohne ein Stück der Berliner Mauer gesehen zu haben, also suchte ich auf meinem Handy die nächste S-Bahn oder U-Bahnstation, um mein Stück Mauer zu finden. Die Suchmaschine schlug mir die Station “Nordbahnhof” vor, wo ich nach einer kurzen Weile die Berliner Mauer Gedenkstätte fand. Dort fanden gerade einige Exkursionen für Studenten statt.

Holocaustdenkmal

Holocaustdenkmal

Nach sechs Stunden laufen beschloss ich, meinen ersten Tag in Berlin mit der Holocaust Gedenkstätte zu beenden. Ich verlief mich ein paar Mal und fand es schließlich in der Nähe des Brandenburger Tores. Viele Menschen, vor allem Jugendliche, saßen auf den Steinen verteilt und Touristen schossen Fotos, während sie um die Steine liefen.

 

Latinos in Berlin.

Ein spannender Tag geht zu Ende, Berlin hat viel zu bieten: Bauwerke, Menschen, vor allem Touristen. Auf meinem Rundgang traf ich auch ein paar andere Menschen aus Lateinamerika und Spanien, die mir von der Stadt vorschwärmten.

Yolanda, Katya und Daniela aus Peru

Yolanda, Katya und Daniela aus Peru

Yolanda, Katya und Daniela.

Perú

Yolanda kommt aus Perú und lebt seit vielen Jahren mit ihrem Mann in Berlin. Für sie ist Berlin eine multikulturelle und historische Stadt und hat viele Dinge zu bieten. Gerade hat sie zwei Freundinnen aus Perú zu Besuch. Ihre Freundinnen sind von der schönen Stadt begeistert, ihnen gefallen besonders die spannenden Museen.

Bella und Beatriz, Architekturstudentinnen aus Spanien

Bella und Beatriz, Architekturstudentinnen aus Spanien.

Bella und Beatriz

Spanien

Die beiden sind für zwei Tage iin der Stadt. Sie studieren Architektur in Spanien und wollen die Berliner Architektur kennenlernen. Ihnen gefallen besonders die Museumsinsel und die goldene Statue.

 

Fauren aus Kuba  wohnt nun seit 34 Jahren in Berlin und ihm gefällt die Stadt sehr. Für ihn ist Berlin eine sehr touristische Stadt, die Sprache sehr schwierig aber das hindere ihn nicht daran, hier zu arbeiten.

Jerry aus Costa Rica

Jerry, Berlin-Stadtführer aus Costa Rica

Jerry

Costa Rica

Jerry lebt seit 15 Jahren in Berlin. Seine Frau ist Deutsche und er mag die Stadt. Er arbeitet als Stadtführer. Jerry hat den Eindruck, dass die Geschichte der Mauer für die Touristen am spannendsten sei und seit der Fußball-Weltmeisterschaft noch mehr Touristen in de Stadt kämen.. Allerdings findet er, dass die Menschen hier manchmal ein wenig hart seien und auch die Pünktlichkeit kann für Ausländer schwierig sein.

Alan aus Mexiko wohnt seit drei Jahren in Deutschland. Hier könne er bequem leben. “Berlin ist eine multikulturelle Stadt”, sagt er, aber “Berlin ist nicht Deutschland, Berlin ist Berlin.”

 



SMART SMARTER IFA

Die IFA Berlin öffnet vom 02.09.2016 – 07.09.2016 wieder die Tore für interessierte Besucher, Geschäftsleute und die Presse. Das diesjährige Motto: Smart, Smarter IFA. Denn in diesem Jahr liegt der Fokus auf dem “Smart Home”. Ziel ist es, alles im Eigenheim mit dem Smartphone steuern und kontrollieren zu können.

Die “Internationale Funkausstellung” ist jedoch nicht nur für Technik – Begeisterte aus aller Welt, es gibt auch im “Sommergarten” des Messegeländes eine Kulturmeile und mehrere Open-Air-Festivals mit Megastars, zum Beispiel Rea Garvey, Sido und vielen anderen Bands. Berlin wurde wieder zur Technikhauptstadt – mit Stars und Innovationen zum Anfassen.

Dieses Jahr reisten 1823 Aussteller zur Messe Berlin, um ihre Neuheiten und Produkterweiterung der Welt zu zeigen. 

 



Meine Entscheidungen

Ich treffe oft Entscheidungen, aber immer unterschiedlich. Entweder spontan, wenn mich etwas ziemlich reizt, oder aber im Kopf, wenn ich länger darüber nachdenke. Das heißt, wenn es schnell gehen muss, treffe ich Bauchentscheidungen.

Mein Name ist Janusch, ich bin 15 Jahre alt. Ich gehe in die 9. Klasse der Rudolf-Steiner Schule in Berlin-Zehlendorf.

Ich möchte gerne Jura studieren und/oder eine Ausbildung zum Fotografen machen. Jura interessiert mich sehr, da ich eventuell Anwalt werden möchte. Mich interessieren die Hintergrundgeschichten der Mandanten. Fotografie ist ein Hobby von mir ist und macht sehr viel Spaß, weil man besondere Momente gut festhalten kann.

Außerdem denke ich, dass ich in 15 Jahren eines dieser beiden Sachen zu meinem Job gemacht haben werde. Ich werde mir außerdem mit meinem Kumpel eine Wohnung teilen. Ich würde auch gerne eine Familie haben, aber noch nicht in diesem Zeitraum.

Eine lebensverändernde Entscheidung und – meiner Meinung nach – eine meiner besten Entscheidungen habe ich getroffen, als ich entschied, ein halbes Jahr nach Russland zu gehen. Dieses Halbjahr hat mich erwachsener, nachdenklicher und selbstständiger gemacht, als es hier in Deutschland geht, da ich hier meine Familie habe und dort alles selbst organisieren musste.

Außerdem war eine meiner besten Entscheidungen mir von meinem Geld ein Longboard zu kaufen, denn seitdem bewege ich mich eigentlich nur noch mit meinen Boards und so mache ich gleichzeitig noch viel mehr Sport.

Ich werde noch viele verschiedene Entscheidungen treffen wie z.B. ob ich studieren werde oder eine Ausbildung mache, ob ich weiter Fußball spiele, weiter Cello spiele oder sonst etwas.

Bei euren Entscheidungen solltet ihr in euch gehen und gucken, was ihr wirklich wollt. Denn auch wenn eure Freunde euch etwas anderes sagen, ist das wichtigste, dass die Entscheidung euch gefällt. Und wenn es das nicht tut, war es keine gute Entscheidung. Also ist mein Tipp: Hört noch einmal in euch rein und nehmt euch Zeit zum Nachdenken. Wenn die Entscheidung von Herzen kommt, ist sie auch gut.



Entscheidungen des Lebens – Schwierigkeiten im Leben eines Jugendlichen

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Jeder Mensch  ist anders.

Die Berufswahl, die Studienwahl. Was esse ich zum Mittag oder zu welcher Party gehe ich. All das sind Entscheidungen und vor solchen stehen wir alltäglich. Ob auf der Arbeit, in der Schule oder zu Hause, Situationen bei welchen wir uns zwischen verschiedenen Dingen entscheiden müssen gibt es unendlich viele.

In verschiedensten Medien, wie z.B. Filmen, wird diese Thematik präsentiert.

Eines meiner Lieblings-Beispiele ist der Film „Matrix“  bei welchem die Menschheit in einer Computersimulation lebt. Die erste Matrix war ein Utopia, doch die Menschen bemerkte die irreale Umgebung. Warum? Weil die Menschen keine Entscheidungen treffen durften. Deswegen ist die Matrix in der der Film spielt auch der realen Welt nachempfunden bei der wir es ja gewohnt, dass uns eine Wahl gestellt wird.

Wie geht es uns Jugendlichen dabei? Wie entscheiden wir uns? Warum so?

Das möchte ich herausfinden.

Was weiß ich über mich?

Ich bin 15 Jahre alt und gehe in Berlin zur Schule. Um genau zu sein auf ein Gymnasium.

Mein Interessenfeld ist vielfältig: Zeichnen, Filme, Fotografie, die Psyche des Menschen, Geschichte, Naturwissenschaften, Artikel wie diesen schreiben.

Doch was ich später für einen Beruf ausüben möchte? Keine Ahnung.

Das gleiche Phänomen beobachte ich bei meinem Bruder. Abitur mit 1,4 bestanden, Interessenfeld Naturwissenschaften, doch was er studieren will, weiß er auch nicht.

Ist es denn wirklich so schwer nach 12 Jahren Schule und 18 Jahren Lebenserfahrung einfach zu sagen: „Das studiere ich und den Beruf möchte ich ausüben!“ ?

Anscheinend schon.

Auch mein Kollege Janusch hat große Schwierigkeiten, sich zu entscheiden. In seinem Artikel “Meine Entscheidungen” erinnert er sich an die besten Entscheidungen, die er zuletzt getroffen hat – die hatten zwar nicht wirklich was mit seiner Karriere zu tun, haben ihn aber in seinem persönlichen Leben weiter gebracht.

Aber wie kommt es zu einer “lebensverändernden” Entscheidung?

Entscheiden wir nur rational oder nur nach Gefühl?[1]

Weder noch. Wir denken natürlich schon über verschiedene Möglichkeiten nach, vor allem wenn es um teure Anschaffungen geht, aber häufig entscheidet dann doch das Gefühl.
Bei einem neuen Auto entscheiden sich viele für die Marke welche Verwandte haben. Warum sollte ich eine andere Marke nutzen wenn mein Vater seit vielen Jahren ohne Probleme mit dieser Marke fährt?!

Sind unsere Entscheidungen beeinflussbar?[2][3]

Natürlich. Habt ihr euch schon einmal gefragt warum ein Supermarkt genau so eingerichtet ist wie er es ist? Auf Augenhöhe ist der teuerste Preis, dieser fällt uns sofort ins Auge und wir greifen zu.
Auch bei der Berufswahl kann das passieren. Elterliche Betriebe bzw. der Beruf eines Elternteils können übernommen werden.

Auswirkungen von Entscheidungen

Im Buch „Die 6 wichtigsten Entscheidungen für Jugendliche“ (von Sean Covey) sind eben diese sechs Entscheidungen: Schule, Freunde, Eltern, Liebe, Süchte und Selbstachtung. Verglichen werden diese mit Weichen, eine Entscheidung welche an sich nichts Großes ist, kann dennoch viel bewirken und dich auf verschiedene Wege lenken. Ich stimme dieser Aussage im Buch voll und ganz zu. Jede Entscheidung ist wichtig im Leben, wenn auch manche mehr und manche weniger.

Was sollte ich bedenken?

Im Buch „Entscheidungstheoretische Aspekte der Ausbildung- und Berufswahl von Jugendlichen“ von Marc Schreiber, werden verschiedene Punkte beschrieben welche Komponenten von Entscheidungsproblemen sind.

 

  1. Möglichkeiten/Optionen/Alternativen.
    Das sind die Dinge zwischen denen man sich entscheiden kann. Bei Berufen wäre das die Wahl zwischen Lehrstelle und Studium oder einem sozialem Jahr.
  2. Ereignisse
    Das sind Vorkommisse die die Wahl zwischen den Möglichkeiten beeinflussen, ist eine Lehrstelle vorhanden? Reicht meine Note für das Studium meiner Wahl aus? Etc.
  3. Konsequenzen
    Das sind die Folgen welche man zu bedenken hat wenn man sich für eine Sache entscheidet. Z.B. dass ich für ein Studium keinen Lohn bekomme..
  4. Ziele
    Das ist der wichtigste Punkt. Was möchte ich selbst durch meine Wahl erreichen. Durch abstrakte (Erfolg) und konkrete (hohes Einkommen) Ziele wird die Wahl eingeschränkt.

 

Dieses Schema kann man auch auf z.B. Kaufentscheidungen übertragen. Ich selbst finde es jedoch nur sinnvoll sich über Produkte welche man sich kaufen möchte Gedanken zu machen, wenn es hierbei um hohe Summen geht. Bei mir wäre das eine Spiegelreflexkamera.

Vermutlich ist auch deswegen die Zeit der Pubertät schwierig. Für Jugendliche und für die Eltern, weil die Jugendlichen einfach merken, sie müssen sich entscheiden. Entscheiden für einen Beruf, was sie machen wollen, wie sie sein werden. Und das sind Entscheidungen für das ganze Leben.
Ivo Opitz

[1] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen (besucht am 14.07.2016, 14:19 Uhr)

[2] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen/seite-4 (besucht am 14.07.2016, 14:20 Uhr)

[3] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen/seite-5 (besucht am 14.07.2016, 14:22 Uhr)



Rape Culture und Slut Shaming – was bedeutet die Reform des Sexualstrafegesetzes?

Die Verschärfung des Sexualstrafgesetzes – „Nein heißt Nein!“ – aber woher die Erkenntnis?

“Fick dich, du Schlampe!“ – Alltäglich in der U-Bahn, auf dem Schulhof, überall. Das Wort „Bitch“ kommt uns heute viel schneller über die Lippen, in den verschiedensten Zusammenhängen. In unserer Rape Culture ist es fast normal, dass Frauen aufgrund ihres Auftretens bei sexuellen Übergriffen erst einmal verdächtigt werden, den Angriff selbst provoziert zu haben. Diesem gesellschaftlichen Phänomen möchte die Bundesregierung mit der Verabschiedung einer Gesetzesreform entgegenwirken: Ein neues Sexualstrafrecht ist am 7.Juli im Bundestag verabschiedet worden. Aber was soll sich in Zukunft verbessern und warum ist sexuelle Selbstbestimmung im Jahr 2016 überhaupt noch ein Thema?

„Abgegebene Stimmen: 601 – Mit „Ja“ haben gestimmt: 601.“ Als Claudia Roth, Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, das Ergebnis der Gesetzesabstimmung im Bundestag verliest, schlägt ihr lauter Jubel entgegen. Die Abgeordneten klatschen, mansche stehen von ihren Sitzen auf.                                                                                 Es ist mittlerweile fast zwanzig Jahre her, dass im Jahr 1997 die Vergewaltigung in der Ehe strafbar gemacht wurde. Es scheint so, als habe man erst nach den Ereignissen in der Silvesternacht, in der es in mehreren Städten Deutschlands zu massenhaft sexuellen Übergriffen an Frauen gekommen ist, in der Bundesrepublik erneut Handlungsbedarf festgestellt.

Grapschen das Handwerk legen

Nur ganz kurz mal an die Oberweite fassen, einen kleinen Klaps auf den Po, die Hand langsam unterm Rock am Oberschenkel entlang gleiten lassen – vorher hatte Frau (das Opfer in den meisten Fällen) keinen gesetzlichen Rahmen, der solche Übergriffe unter Strafe stellt. Paragraph 177 (StGB) sah bisher für sexuelle Nötigung und Vergewaltigung folgendes vor: Nur wer eine andere Person mit Gewalt, Androhung von Gewalt und/ oder Ausnutzen von Schutzlosigkeit dazu nötigt, sexuelle Handlungen zu vollziehen, besonders wenn diese erniedrigend und ein mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind, kann bestraft werden.

Aber warum muss es überhaupt zu Gewalt bei sexuellen Übergriffen kommen, damit ein Täter belangt werden kann – warum ist mit einem einfachen „Nein!“ von Seiten des Opfers genug um sein Recht auf körperliche Unversehrtheit geltend zu machen? „Nein heißt Nein!“ – das hat der Bundestag jetzt in seiner Gesetzesreform festgesetzt.

"Nein heißt Nein!", jetzt auch im Strafgesetzbuch.

“Nein heißt Nein!”, jetzt auch im Strafgesetzbuch.

Der Fall Lohfink – medienwirksamer Anstoß einer lägst überfälligen Debatte

Man mag von dem Reality-TV-Sternchen, das durch Germanys Next Topmodel bekannt geworden ist und jetzt durch die Trash-Formate der privaten Fernsehlandschaft tingelt, halten was man möchte – sie ist ein Paradebeispiel dafür, was viele Frauen erleben müssen wenn sie eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff anzeigen. Sie werden von Opfern zu Tätern gemacht. Erst einmal steht der Verdacht einer falschen Beschuldigung im Raum – eine Vergewaltigung findet meist zwischen zwei Menschen und ohne Zeugen statt. Bei einer Anzeige steht Aussage gegen Aussage. Im Fall Lohfink existiert ein Vergewaltigungsvideo, das zeigt, wie zwei Männer Geschlechtsverkehr mit Gina-Lisa haben – die wirkt dabei teilweise wie betäubt, viel Alkohol war an diesem Abend im Spiel. Mehrmals sagt sie „Hör auf!“, doch die Männer, die sie im VIP-bereich eines Berliner Clubs kennengelernt hatte, machen weiter. Das Video verbreiten sie im Internet und bieten es Redaktionen an. Das war im Jahr 2012 – vier Jahre später ist der Fall immer noch nicht eindeutig aufgeklärt. Denn die Richter glauben Gina-Lisa nicht – die Täter wurden zwar für die Aufnahme und Verbreitung des Sex-Videos bestraft, aber auch sie muss 24000 Euro für ihre vermeintlich falschen Vergewaltigungsanschuldigungen zahlen.

Durch den Fall von Gina-Lisa Lohfink hat sich eine Bewegung gebildet: Das „Team Gina-Lisa“, wie sich ihre feministischen Anhänger nennen, kämpft für die Anerkennung ihrer Vergewaltigung stellvertretend für die Schicksale vieler missbrauchter Frauen. “Slut Shaming” greift Frauen für ihr sexuelles Verhalten an und redet ihnen Schuldgefühle für eine ausgeprägtes Ausleben ihrer Sexualität ein. Genau das, so lautet der Vorwurf, geschieht auch im Fall Gina-Lisa: eine Vorverurteilung ihrer Person auf Grund ihres Images als freizügiges Sexsymbol, die ihre Glaubwürdigkeit in Frage stellt. Kommentare wie „die wollte es doch nicht anders, der hat es doch gefallen“ oder „selbst schuld wenn sie so rumläuft!“ muss sich Gina-Lisa gefallen lassen. „Nein heißt Nein!“, das fordern auch sie und ihre Unterstützer – denn wenn Frau oder Mann ganz einfach nicht angefasst werden möchte, egal wie aufreizend und einladend er oder sie sich kleidet, habe ein Täter das zu akzeptieren! Slut Shaming, meist auf Frauen bezogen, ist ein gesellschaftliches Phänomen das eng mit der Feminismus- und Sexismusdebatte verbunden ist. Nur weil sich eine Frau gern in einem knappen Rock präsentiert ist das noch lange keine Aufforderung zum Angrapschen. Aber woran liegt es dass sie gleich als „Schlampe“ bezeichnet wird? Sind wir wirklich so unreif?

Natürlich gehören auch Männer zu den Opfer sexueller Gewalt, in 99% der Fälle sind sie aber die Täter. Nur 5% der Sexualstraftaten werden angezeigt, und in 100 angezeigten Vergewaltigungen enden bloß 13 mit einer Verurteilung. (Quelle: Sexuelle-Gewalt-in-Deutschland.pdf)

Frauen gehören weitaus häufiger zu den Opfern als Männer.

Frauen gehören weitaus häufiger zu den Opfern als Männer.

Besonders die sexuellen Übergriffe in der letzten Silvesternacht haben hohe Wellen geschlagen: massenhaft sexuelle Angriffe auf Frauen und eine prekäre Sicherheitslage haben noch lange danach die Nachrichten bestimmt. Besonders brisant und medienwirksam: die meisten Täter kamen aus Nordafrika und waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Der Grundsatz „Nein heißt Nein“ soll nun auch in das Aufenthaltsgesetz übernommen werden; im März war das Ausweisungsrecht bereits verschärft worden, sodass straffällig gewordene Ausländer ohne Asylrecht schneller ausgewiesen werden konnten.  Dies schloss auch damals schon sexuelle Straftaten mit ein, allerdings nur gemäß des alten Paragrafen 177, der bei einer sexuelle Straftat mit “Gewalt, Drohung, Gefahr für Leib und Leben oder List” (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1017631.sexualstrafrecht-linke-wirft-koalition-perfide-taktik-vor.html) voraussetzte, um sie als Ausweisungsgrund anzuerkennen. Die Bundesregierung weißt in der aktuellen Gesetzesänderung darauf hin, dass in Zukunft Sexualstraftaten „auch mit den Mitteln des Ausländerrechts zu ahnden“ seien – davon war in früheren Debatten allerdings nie die Rede.

Nutzt die Bundesregierung den aktuellen Medienrummel um Gina-Lisa und die Silvesternacht in Köln, um die Aufenthaltsrechte unter dem Deckmantel des Sexualstrafgesetzes zu verschärfen? Der Bedarf an einer Verschärfung des Strafrechts besteht schon lange, dass die Änderung gerade jetzt beschlossen wird, könnte die Kritiker bestätigen und das populistische Bild von Ausländern als Gruppe potentieller Sexualstraftäter unterstützen. Im Interview mit Frau Dr. Eva Högl, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, erklärt die Politikerin die Reform aus ihrer Sicht und geht dabei auch auf Kritikerstimmen ein.

 

Gina-Lisa Lohfink jedenfalls kämpft weiter. Sie will und kann sich ihr Urteil nicht gefallen lassen. Fest steht schon jetzt: sie wird in ihrem Kampf gegen die Justiz nicht alleine sein. Sie hat mit ihrer Geschichte eine wertvolle gesellschaftliche Debatte angestoßen und das öffentliche Bewusstsein auf ein Thema gelenkt über das besonders im deutschen Bundestag lange geschwiegen wurde. „Nein heißt Nein!“ ist mehr als eine feministische Forderung – es ist ein Schlachtruf im Kampf gegen Übergriffe und Alltagssexismus geworden.



Meine Radiosendung “DunkelFunk”

Seit etwa eineinhalb Monaten habe ich meine eigene Radiosendung DunkelFunkIn diesem Artikel erzähle ich euch, wie es zu dieser Sendung kam und was sie behandelt.

DunkelFunk - Logo

Das Logo meiner Radiosendung.

Willkommen in der Dunkelheit! In DunkelFunk dreht sich alles rund um die Schwarze Szene: markante Stimmen, düstere Gitarren und Synthesizer. Jede Woche gibt euch unser Bent-Erik einen Einblick in die Welt der Gothics. Holt den schwarzen Nagellack, die Korsagen, das Kunstblut und die Kutten: Zeit für schlagende Rhythmen und alternative Klänge.

Wie entstand die Sendung? Nachdem ich ein paar Mal bei Hörsturz im Studio war, hatte ich Lust, das mal auszuprobieren mit einer eigenen Radiosendung. Gott sei Dank war ich nicht der Einzige, der darauf Lust hatte, und so hieß es, nachdem wir eine Sendezeit gefunden hatten (Sonntag, 21 bis 22 Uhr), dass ich mir ein Konzept überlegen sollte.

Das Konzept. Ursprünglich wollte ich zwei Stunden pro Woche machen, wofür ich mich heute regelrecht ohrfeigen könnte. Schon eine Stunde jede Woche zu füllen ist nicht immer einfach. Meine erste Idee war eine völlig themenlose Sendung mit dem Titel Wer hört denn so was?! – Spartenradio im Endstadium. Dies wäre eine Sendung geworden, in der ich wahrscheinlich die interessanteste musikalische Genrewanderung der Welt gehabt hätte: Von Rammstein über Eminem bis hin zu alten, deutschen Schlagern – und Depeche Mode.

Ganz konzeptlos sollte es jedoch nicht sein. Ich lief durch meine Wohnung und ließ mein Blick über mein CD-Regal streifen. Mit dem Blick auf meine CD-Sammlung (und das meiner Eltern, die mich mit regelmäßigen Musikspenden freundlich beim Fortführen dieser Sendung unterstützen) war die Idee für die Sendung geboren: Lieder, die man sonst nicht im Radio hört, Gruppen, die nicht jeder kennt. Alternative Musik, gehüllt in schwarze Kleidung. Das riesige Spektrum der Gothic-Szene verknüpft mit Heavy/Alternative, gerade so, dass es nicht zu metalhaft wird, Hauptsache, das Ding hat noch ordentliche Synthesizer.

Ich notierte also Konzept und Kurzbeschreibung und schickte es an ALEX, füllte die Produzentenanmeldung aus und fing an, zu produzieren. Aufgenommen wird die Sendung meist unter der Woche, damit sie am Sonntag ausgestrahlt werden kann. (Ein einziges Mal haben wir sie bisher an einem Samstag aufgenommen, das war der knappste Termin aller Zeiten, was daran lag, dass ich durch das Abenteuer “Öffentlicher Berliner Nahverkehr” nicht rechtzeitig im Studio war.)

Aber was hört man denn jetzt bei DunkelFunk so für Musik? Mach mal ‘nen Sonic Seducer auf: Das ist meine Welt. Gruppen wie Camouflage, VNV Nation, Depeche Mode, Lord of the Lost bis zu Rammstein – das ist mein Thema. Dabei sind immer etwas weniger als drei Viertel der Sendung Musik und der Rest Moderation zwischen den einzelnen Liedern.

Falls ihr jetzt interessiert an DunkelFunk sein solltet: Bei Mixcloud gibt es alle Folgen von DunkelFunk zum Nachhören in einer Playlist. Ausgestrahlt wird die Sendung jeden Sonntag um 21 Uhr im ALEX Radio (klickt hier für den Livestream). Die Setlists der einzelnen Folgen und Informationen über die Sendung gibt es auf Facebook.

Hier – als Eindruck – die fünfte Folge von DunkelFunk:



Cloud Rap – Das Phantom aus dem Netz

Cloud Rap. Ein Genre, das vielen noch als ein großes Fragezeichen erscheint und doch trotzdem wird das vernebelte Phantom im Netz immer größer und weiter verbreitet. Ist es eine freie Interpretation von Hip-Hop? Verschiedene Künstlercharaktere wie LGoony, Yung Hurn und Crack Ignaz zeigen an großer Bedeutung für das (Un)-Genre und entwickeln dies’ alle auf ihrer eigenen Art und Weise weiter.

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Lil B.

Bei dem kalifornischen Rapper Lil B fing sozusagen alles an. Mit seinem 2009 veröffentlichten Album „6 Kiss“ schaffte er die Grundlage für alles, was wir heute dem Cloud Rap unterordnen: Synthesizer und Hi-Hat Klänge, sowie Auto-Tune und leicht überdrehte Texte, in denen es nicht wenig um Drogen geht. Hinzu kommen noch die undefinierbaren, für sich individuellen Laute und Ad-Libs wie „Scurr“ oder „Shesh“. Eine Bewegung zwischen Trap, Hip Hop und Swag Rap ist nicht auszuschließen.

Den Namen Yung Lean hat man bestimmt schon einmal gehört, denn so unbekannt ist der 19-Jährige Schwede auch nicht. Er und sein Sad Boys Kollektiv überzeugen nicht nur mit Auto-Tune-Effekt, sondern auch mit schlichtem Future-Look, der von vielen nachgeahmt wird.

Auf den Wiener Rapper Yung Hurn, welcher zur der Live From Earth Family gehört, sind sogar Dada-Einflüsse zurückzuführen. Mit seinen Auto-Tune-Hymnen wie „Nein“ oder „Opernsänger“ gewann er viele Anhänger. Erfolg feiert ebenso der Kölner LGoony mit einer fast komplett ausverkauften Tour durch Deutschland, nachdem er sich Anfang des Jahres mit Crack Ignaz zusammentat und mit ihm „Aurora“ releaste.

Auch die Rapper der Glo Up Dinero Gang wie Money Boy, Hustensaft Jüngling oder Juicy Gay widmen sich dem Sound. Die deutschen Künstler haben es aus den geschlossenen Facebook-Gruppen ziemlich weit hoch geschafft. Dieses Jahr sind sie wieder auf dem großen Hip-Hop Festival Splash! dabei und Live From Earth neu mit einer eigenen Stage. Cloud Rap ist, wie man sieht, nicht nur Musik, sondern auch ein Lifestyle!  

Hier gibts das Ganze auch zum Hören: