Meine Entscheidungen

Ich treffe oft Entscheidungen, aber immer unterschiedlich. Entweder spontan, wenn mich etwas ziemlich reizt, oder aber im Kopf, wenn ich länger darüber nachdenke. Das heißt, wenn es schnell gehen muss, treffe ich Bauchentscheidungen.

Mein Name ist Janusch, ich bin 15 Jahre alt. Ich gehe in die 9. Klasse der Rudolf-Steiner Schule in Berlin-Zehlendorf.

Ich möchte gerne Jura studieren und/oder eine Ausbildung zum Fotografen machen. Jura interessiert mich sehr, da ich eventuell Anwalt werden möchte. Mich interessieren die Hintergrundgeschichten der Mandanten. Fotografie ist ein Hobby von mir ist und macht sehr viel Spaß, weil man besondere Momente gut festhalten kann.

Außerdem denke ich, dass ich in 15 Jahren eines dieser beiden Sachen zu meinem Job gemacht haben werde. Ich werde mir außerdem mit meinem Kumpel eine Wohnung teilen. Ich würde auch gerne eine Familie haben, aber noch nicht in diesem Zeitraum.

Eine lebensverändernde Entscheidung und – meiner Meinung nach – eine meiner besten Entscheidungen habe ich getroffen, als ich entschied, ein halbes Jahr nach Russland zu gehen. Dieses Halbjahr hat mich erwachsener, nachdenklicher und selbstständiger gemacht, als es hier in Deutschland geht, da ich hier meine Familie habe und dort alles selbst organisieren musste.

Außerdem war eine meiner besten Entscheidungen mir von meinem Geld ein Longboard zu kaufen, denn seitdem bewege ich mich eigentlich nur noch mit meinen Boards und so mache ich gleichzeitig noch viel mehr Sport.

Ich werde noch viele verschiedene Entscheidungen treffen wie z.B. ob ich studieren werde oder eine Ausbildung mache, ob ich weiter Fußball spiele, weiter Cello spiele oder sonst etwas.

Bei euren Entscheidungen solltet ihr in euch gehen und gucken, was ihr wirklich wollt. Denn auch wenn eure Freunde euch etwas anderes sagen, ist das wichtigste, dass die Entscheidung euch gefällt. Und wenn es das nicht tut, war es keine gute Entscheidung. Also ist mein Tipp: Hört noch einmal in euch rein und nehmt euch Zeit zum Nachdenken. Wenn die Entscheidung von Herzen kommt, ist sie auch gut.



Entscheidungen des Lebens – Schwierigkeiten im Leben eines Jugendlichen

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Jeder Mensch  ist anders.

Die Berufswahl, die Studienwahl. Was esse ich zum Mittag oder zu welcher Party gehe ich. All das sind Entscheidungen und vor solchen stehen wir alltäglich. Ob auf der Arbeit, in der Schule oder zu Hause, Situationen bei welchen wir uns zwischen verschiedenen Dingen entscheiden müssen gibt es unendlich viele.

In verschiedensten Medien, wie z.B. Filmen, wird diese Thematik präsentiert.

Eines meiner Lieblings-Beispiele ist der Film „Matrix“  bei welchem die Menschheit in einer Computersimulation lebt. Die erste Matrix war ein Utopia, doch die Menschen bemerkte die irreale Umgebung. Warum? Weil die Menschen keine Entscheidungen treffen durften. Deswegen ist die Matrix in der der Film spielt auch der realen Welt nachempfunden bei der wir es ja gewohnt, dass uns eine Wahl gestellt wird.

Wie geht es uns Jugendlichen dabei? Wie entscheiden wir uns? Warum so?

Das möchte ich herausfinden.

Was weiß ich über mich?

Ich bin 15 Jahre alt und gehe in Berlin zur Schule. Um genau zu sein auf ein Gymnasium.

Mein Interessenfeld ist vielfältig: Zeichnen, Filme, Fotografie, die Psyche des Menschen, Geschichte, Naturwissenschaften, Artikel wie diesen schreiben.

Doch was ich später für einen Beruf ausüben möchte? Keine Ahnung.

Das gleiche Phänomen beobachte ich bei meinem Bruder. Abitur mit 1,4 bestanden, Interessenfeld Naturwissenschaften, doch was er studieren will, weiß er auch nicht.

Ist es denn wirklich so schwer nach 12 Jahren Schule und 18 Jahren Lebenserfahrung einfach zu sagen: „Das studiere ich und den Beruf möchte ich ausüben!“ ?

Anscheinend schon.

Auch mein Kollege Janusch hat große Schwierigkeiten, sich zu entscheiden. In seinem Artikel “Meine Entscheidungen” erinnert er sich an die besten Entscheidungen, die er zuletzt getroffen hat – die hatten zwar nicht wirklich was mit seiner Karriere zu tun, haben ihn aber in seinem persönlichen Leben weiter gebracht.

Aber wie kommt es zu einer “lebensverändernden” Entscheidung?

Entscheiden wir nur rational oder nur nach Gefühl?[1]

Weder noch. Wir denken natürlich schon über verschiedene Möglichkeiten nach, vor allem wenn es um teure Anschaffungen geht, aber häufig entscheidet dann doch das Gefühl.
Bei einem neuen Auto entscheiden sich viele für die Marke welche Verwandte haben. Warum sollte ich eine andere Marke nutzen wenn mein Vater seit vielen Jahren ohne Probleme mit dieser Marke fährt?!

Sind unsere Entscheidungen beeinflussbar?[2][3]

Natürlich. Habt ihr euch schon einmal gefragt warum ein Supermarkt genau so eingerichtet ist wie er es ist? Auf Augenhöhe ist der teuerste Preis, dieser fällt uns sofort ins Auge und wir greifen zu.
Auch bei der Berufswahl kann das passieren. Elterliche Betriebe bzw. der Beruf eines Elternteils können übernommen werden.

Auswirkungen von Entscheidungen

Im Buch „Die 6 wichtigsten Entscheidungen für Jugendliche“ (von Sean Covey) sind eben diese sechs Entscheidungen: Schule, Freunde, Eltern, Liebe, Süchte und Selbstachtung. Verglichen werden diese mit Weichen, eine Entscheidung welche an sich nichts Großes ist, kann dennoch viel bewirken und dich auf verschiedene Wege lenken. Ich stimme dieser Aussage im Buch voll und ganz zu. Jede Entscheidung ist wichtig im Leben, wenn auch manche mehr und manche weniger.

Was sollte ich bedenken?

Im Buch „Entscheidungstheoretische Aspekte der Ausbildung- und Berufswahl von Jugendlichen“ von Marc Schreiber, werden verschiedene Punkte beschrieben welche Komponenten von Entscheidungsproblemen sind.

 

  1. Möglichkeiten/Optionen/Alternativen.
    Das sind die Dinge zwischen denen man sich entscheiden kann. Bei Berufen wäre das die Wahl zwischen Lehrstelle und Studium oder einem sozialem Jahr.
  2. Ereignisse
    Das sind Vorkommisse die die Wahl zwischen den Möglichkeiten beeinflussen, ist eine Lehrstelle vorhanden? Reicht meine Note für das Studium meiner Wahl aus? Etc.
  3. Konsequenzen
    Das sind die Folgen welche man zu bedenken hat wenn man sich für eine Sache entscheidet. Z.B. dass ich für ein Studium keinen Lohn bekomme..
  4. Ziele
    Das ist der wichtigste Punkt. Was möchte ich selbst durch meine Wahl erreichen. Durch abstrakte (Erfolg) und konkrete (hohes Einkommen) Ziele wird die Wahl eingeschränkt.

 

Dieses Schema kann man auch auf z.B. Kaufentscheidungen übertragen. Ich selbst finde es jedoch nur sinnvoll sich über Produkte welche man sich kaufen möchte Gedanken zu machen, wenn es hierbei um hohe Summen geht. Bei mir wäre das eine Spiegelreflexkamera.

Vermutlich ist auch deswegen die Zeit der Pubertät schwierig. Für Jugendliche und für die Eltern, weil die Jugendlichen einfach merken, sie müssen sich entscheiden. Entscheiden für einen Beruf, was sie machen wollen, wie sie sein werden. Und das sind Entscheidungen für das ganze Leben.
Ivo Opitz

[1] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen (besucht am 14.07.2016, 14:19 Uhr)

[2] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen/seite-4 (besucht am 14.07.2016, 14:20 Uhr)

[3] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen/seite-5 (besucht am 14.07.2016, 14:22 Uhr)



Rape Culture und Slut Shaming – was bedeutet die Reform des Sexualstrafegesetzes?

Die Verschärfung des Sexualstrafgesetzes – „Nein heißt Nein!“ – aber woher die Erkenntnis?

“Fick dich, du Schlampe!“ – Alltäglich in der U-Bahn, auf dem Schulhof, überall. Das Wort „Bitch“ kommt uns heute viel schneller über die Lippen, in den verschiedensten Zusammenhängen. In unserer Rape Culture ist es fast normal, dass Frauen aufgrund ihres Auftretens bei sexuellen Übergriffen erst einmal verdächtigt werden, den Angriff selbst provoziert zu haben. Diesem gesellschaftlichen Phänomen möchte die Bundesregierung mit der Verabschiedung einer Gesetzesreform entgegenwirken: Ein neues Sexualstrafrecht ist am 7.Juli im Bundestag verabschiedet worden. Aber was soll sich in Zukunft verbessern und warum ist sexuelle Selbstbestimmung im Jahr 2016 überhaupt noch ein Thema?

„Abgegebene Stimmen: 601 – Mit „Ja“ haben gestimmt: 601.“ Als Claudia Roth, Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, das Ergebnis der Gesetzesabstimmung im Bundestag verliest, schlägt ihr lauter Jubel entgegen. Die Abgeordneten klatschen, mansche stehen von ihren Sitzen auf.                                                                                 Es ist mittlerweile fast zwanzig Jahre her, dass im Jahr 1997 die Vergewaltigung in der Ehe strafbar gemacht wurde. Es scheint so, als habe man erst nach den Ereignissen in der Silvesternacht, in der es in mehreren Städten Deutschlands zu massenhaft sexuellen Übergriffen an Frauen gekommen ist, in der Bundesrepublik erneut Handlungsbedarf festgestellt.

Grapschen das Handwerk legen

Nur ganz kurz mal an die Oberweite fassen, einen kleinen Klaps auf den Po, die Hand langsam unterm Rock am Oberschenkel entlang gleiten lassen – vorher hatte Frau (das Opfer in den meisten Fällen) keinen gesetzlichen Rahmen, der solche Übergriffe unter Strafe stellt. Paragraph 177 (StGB) sah bisher für sexuelle Nötigung und Vergewaltigung folgendes vor: Nur wer eine andere Person mit Gewalt, Androhung von Gewalt und/ oder Ausnutzen von Schutzlosigkeit dazu nötigt, sexuelle Handlungen zu vollziehen, besonders wenn diese erniedrigend und ein mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind, kann bestraft werden.

Aber warum muss es überhaupt zu Gewalt bei sexuellen Übergriffen kommen, damit ein Täter belangt werden kann – warum ist mit einem einfachen „Nein!“ von Seiten des Opfers genug um sein Recht auf körperliche Unversehrtheit geltend zu machen? „Nein heißt Nein!“ – das hat der Bundestag jetzt in seiner Gesetzesreform festgesetzt.

"Nein heißt Nein!", jetzt auch im Strafgesetzbuch.

“Nein heißt Nein!”, jetzt auch im Strafgesetzbuch.

Der Fall Lohfink – medienwirksamer Anstoß einer lägst überfälligen Debatte

Man mag von dem Reality-TV-Sternchen, das durch Germanys Next Topmodel bekannt geworden ist und jetzt durch die Trash-Formate der privaten Fernsehlandschaft tingelt, halten was man möchte – sie ist ein Paradebeispiel dafür, was viele Frauen erleben müssen wenn sie eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff anzeigen. Sie werden von Opfern zu Tätern gemacht. Erst einmal steht der Verdacht einer falschen Beschuldigung im Raum – eine Vergewaltigung findet meist zwischen zwei Menschen und ohne Zeugen statt. Bei einer Anzeige steht Aussage gegen Aussage. Im Fall Lohfink existiert ein Vergewaltigungsvideo, das zeigt, wie zwei Männer Geschlechtsverkehr mit Gina-Lisa haben – die wirkt dabei teilweise wie betäubt, viel Alkohol war an diesem Abend im Spiel. Mehrmals sagt sie „Hör auf!“, doch die Männer, die sie im VIP-bereich eines Berliner Clubs kennengelernt hatte, machen weiter. Das Video verbreiten sie im Internet und bieten es Redaktionen an. Das war im Jahr 2012 – vier Jahre später ist der Fall immer noch nicht eindeutig aufgeklärt. Denn die Richter glauben Gina-Lisa nicht – die Täter wurden zwar für die Aufnahme und Verbreitung des Sex-Videos bestraft, aber auch sie muss 24000 Euro für ihre vermeintlich falschen Vergewaltigungsanschuldigungen zahlen.

Durch den Fall von Gina-Lisa Lohfink hat sich eine Bewegung gebildet: Das „Team Gina-Lisa“, wie sich ihre feministischen Anhänger nennen, kämpft für die Anerkennung ihrer Vergewaltigung stellvertretend für die Schicksale vieler missbrauchter Frauen. “Slut Shaming” greift Frauen für ihr sexuelles Verhalten an und redet ihnen Schuldgefühle für eine ausgeprägtes Ausleben ihrer Sexualität ein. Genau das, so lautet der Vorwurf, geschieht auch im Fall Gina-Lisa: eine Vorverurteilung ihrer Person auf Grund ihres Images als freizügiges Sexsymbol, die ihre Glaubwürdigkeit in Frage stellt. Kommentare wie „die wollte es doch nicht anders, der hat es doch gefallen“ oder „selbst schuld wenn sie so rumläuft!“ muss sich Gina-Lisa gefallen lassen. „Nein heißt Nein!“, das fordern auch sie und ihre Unterstützer – denn wenn Frau oder Mann ganz einfach nicht angefasst werden möchte, egal wie aufreizend und einladend er oder sie sich kleidet, habe ein Täter das zu akzeptieren! Slut Shaming, meist auf Frauen bezogen, ist ein gesellschaftliches Phänomen das eng mit der Feminismus- und Sexismusdebatte verbunden ist. Nur weil sich eine Frau gern in einem knappen Rock präsentiert ist das noch lange keine Aufforderung zum Angrapschen. Aber woran liegt es dass sie gleich als „Schlampe“ bezeichnet wird? Sind wir wirklich so unreif?

Natürlich gehören auch Männer zu den Opfer sexueller Gewalt, in 99% der Fälle sind sie aber die Täter. Nur 5% der Sexualstraftaten werden angezeigt, und in 100 angezeigten Vergewaltigungen enden bloß 13 mit einer Verurteilung. (Quelle: Sexuelle-Gewalt-in-Deutschland.pdf)

Frauen gehören weitaus häufiger zu den Opfern als Männer.

Frauen gehören weitaus häufiger zu den Opfern als Männer.

Besonders die sexuellen Übergriffe in der letzten Silvesternacht haben hohe Wellen geschlagen: massenhaft sexuelle Angriffe auf Frauen und eine prekäre Sicherheitslage haben noch lange danach die Nachrichten bestimmt. Besonders brisant und medienwirksam: die meisten Täter kamen aus Nordafrika und waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Der Grundsatz „Nein heißt Nein“ soll nun auch in das Aufenthaltsgesetz übernommen werden; im März war das Ausweisungsrecht bereits verschärft worden, sodass straffällig gewordene Ausländer ohne Asylrecht schneller ausgewiesen werden konnten.  Dies schloss auch damals schon sexuelle Straftaten mit ein, allerdings nur gemäß des alten Paragrafen 177, der bei einer sexuelle Straftat mit “Gewalt, Drohung, Gefahr für Leib und Leben oder List” (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1017631.sexualstrafrecht-linke-wirft-koalition-perfide-taktik-vor.html) voraussetzte, um sie als Ausweisungsgrund anzuerkennen. Die Bundesregierung weißt in der aktuellen Gesetzesänderung darauf hin, dass in Zukunft Sexualstraftaten „auch mit den Mitteln des Ausländerrechts zu ahnden“ seien – davon war in früheren Debatten allerdings nie die Rede.

Nutzt die Bundesregierung den aktuellen Medienrummel um Gina-Lisa und die Silvesternacht in Köln, um die Aufenthaltsrechte unter dem Deckmantel des Sexualstrafgesetzes zu verschärfen? Der Bedarf an einer Verschärfung des Strafrechts besteht schon lange, dass die Änderung gerade jetzt beschlossen wird, könnte die Kritiker bestätigen und das populistische Bild von Ausländern als Gruppe potentieller Sexualstraftäter unterstützen. Im Interview mit Frau Dr. Eva Högl, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, erklärt die Politikerin die Reform aus ihrer Sicht und geht dabei auch auf Kritikerstimmen ein.

 

Gina-Lisa Lohfink jedenfalls kämpft weiter. Sie will und kann sich ihr Urteil nicht gefallen lassen. Fest steht schon jetzt: sie wird in ihrem Kampf gegen die Justiz nicht alleine sein. Sie hat mit ihrer Geschichte eine wertvolle gesellschaftliche Debatte angestoßen und das öffentliche Bewusstsein auf ein Thema gelenkt über das besonders im deutschen Bundestag lange geschwiegen wurde. „Nein heißt Nein!“ ist mehr als eine feministische Forderung – es ist ein Schlachtruf im Kampf gegen Übergriffe und Alltagssexismus geworden.



Meine Radiosendung “DunkelFunk”

Seit etwa eineinhalb Monaten habe ich meine eigene Radiosendung DunkelFunkIn diesem Artikel erzähle ich euch, wie es zu dieser Sendung kam und was sie behandelt.

DunkelFunk - Logo

Das Logo meiner Radiosendung.

Willkommen in der Dunkelheit! In DunkelFunk dreht sich alles rund um die Schwarze Szene: markante Stimmen, düstere Gitarren und Synthesizer. Jede Woche gibt euch unser Bent-Erik einen Einblick in die Welt der Gothics. Holt den schwarzen Nagellack, die Korsagen, das Kunstblut und die Kutten: Zeit für schlagende Rhythmen und alternative Klänge.

Wie entstand die Sendung? Nachdem ich ein paar Mal bei Hörsturz im Studio war, hatte ich Lust, das mal auszuprobieren mit einer eigenen Radiosendung. Gott sei Dank war ich nicht der Einzige, der darauf Lust hatte, und so hieß es, nachdem wir eine Sendezeit gefunden hatten (Sonntag, 21 bis 22 Uhr), dass ich mir ein Konzept überlegen sollte.

Das Konzept. Ursprünglich wollte ich zwei Stunden pro Woche machen, wofür ich mich heute regelrecht ohrfeigen könnte. Schon eine Stunde jede Woche zu füllen ist nicht immer einfach. Meine erste Idee war eine völlig themenlose Sendung mit dem Titel Wer hört denn so was?! – Spartenradio im Endstadium. Dies wäre eine Sendung geworden, in der ich wahrscheinlich die interessanteste musikalische Genrewanderung der Welt gehabt hätte: Von Rammstein über Eminem bis hin zu alten, deutschen Schlagern – und Depeche Mode.

Ganz konzeptlos sollte es jedoch nicht sein. Ich lief durch meine Wohnung und ließ mein Blick über mein CD-Regal streifen. Mit dem Blick auf meine CD-Sammlung (und das meiner Eltern, die mich mit regelmäßigen Musikspenden freundlich beim Fortführen dieser Sendung unterstützen) war die Idee für die Sendung geboren: Lieder, die man sonst nicht im Radio hört, Gruppen, die nicht jeder kennt. Alternative Musik, gehüllt in schwarze Kleidung. Das riesige Spektrum der Gothic-Szene verknüpft mit Heavy/Alternative, gerade so, dass es nicht zu metalhaft wird, Hauptsache, das Ding hat noch ordentliche Synthesizer.

Ich notierte also Konzept und Kurzbeschreibung und schickte es an ALEX, füllte die Produzentenanmeldung aus und fing an, zu produzieren. Aufgenommen wird die Sendung meist unter der Woche, damit sie am Sonntag ausgestrahlt werden kann. (Ein einziges Mal haben wir sie bisher an einem Samstag aufgenommen, das war der knappste Termin aller Zeiten, was daran lag, dass ich durch das Abenteuer “Öffentlicher Berliner Nahverkehr” nicht rechtzeitig im Studio war.)

Aber was hört man denn jetzt bei DunkelFunk so für Musik? Mach mal ‘nen Sonic Seducer auf: Das ist meine Welt. Gruppen wie Camouflage, VNV Nation, Depeche Mode, Lord of the Lost bis zu Rammstein – das ist mein Thema. Dabei sind immer etwas weniger als drei Viertel der Sendung Musik und der Rest Moderation zwischen den einzelnen Liedern.

Falls ihr jetzt interessiert an DunkelFunk sein solltet: Bei Mixcloud gibt es alle Folgen von DunkelFunk zum Nachhören in einer Playlist. Ausgestrahlt wird die Sendung jeden Sonntag um 21 Uhr im ALEX Radio (klickt hier für den Livestream). Die Setlists der einzelnen Folgen und Informationen über die Sendung gibt es auf Facebook.

Hier – als Eindruck – die fünfte Folge von DunkelFunk:



Cloud Rap – Das Phantom aus dem Netz

Cloud Rap. Ein Genre, das vielen noch als ein großes Fragezeichen erscheint und doch trotzdem wird das vernebelte Phantom im Netz immer größer und weiter verbreitet. Ist es eine freie Interpretation von Hip-Hop? Verschiedene Künstlercharaktere wie LGoony, Yung Hurn und Crack Ignaz zeigen an großer Bedeutung für das (Un)-Genre und entwickeln dies’ alle auf ihrer eigenen Art und Weise weiter.

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Lil B.

Bei dem kalifornischen Rapper Lil B fing sozusagen alles an. Mit seinem 2009 veröffentlichten Album „6 Kiss“ schaffte er die Grundlage für alles, was wir heute dem Cloud Rap unterordnen: Synthesizer und Hi-Hat Klänge, sowie Auto-Tune und leicht überdrehte Texte, in denen es nicht wenig um Drogen geht. Hinzu kommen noch die undefinierbaren, für sich individuellen Laute und Ad-Libs wie „Scurr“ oder „Shesh“. Eine Bewegung zwischen Trap, Hip Hop und Swag Rap ist nicht auszuschließen.

Den Namen Yung Lean hat man bestimmt schon einmal gehört, denn so unbekannt ist der 19-Jährige Schwede auch nicht. Er und sein Sad Boys Kollektiv überzeugen nicht nur mit Auto-Tune-Effekt, sondern auch mit schlichtem Future-Look, der von vielen nachgeahmt wird.

Auf den Wiener Rapper Yung Hurn, welcher zur der Live From Earth Family gehört, sind sogar Dada-Einflüsse zurückzuführen. Mit seinen Auto-Tune-Hymnen wie „Nein“ oder „Opernsänger“ gewann er viele Anhänger. Erfolg feiert ebenso der Kölner LGoony mit einer fast komplett ausverkauften Tour durch Deutschland, nachdem er sich Anfang des Jahres mit Crack Ignaz zusammentat und mit ihm „Aurora“ releaste.

Auch die Rapper der Glo Up Dinero Gang wie Money Boy, Hustensaft Jüngling oder Juicy Gay widmen sich dem Sound. Die deutschen Künstler haben es aus den geschlossenen Facebook-Gruppen ziemlich weit hoch geschafft. Dieses Jahr sind sie wieder auf dem großen Hip-Hop Festival Splash! dabei und Live From Earth neu mit einer eigenen Stage. Cloud Rap ist, wie man sieht, nicht nur Musik, sondern auch ein Lifestyle!  

Hier gibts das Ganze auch zum Hören:



Radio HÖRSTURZ – Das Mitmachradio bei ALEX Berlin

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Beim Hörsturz denkt man an eine schlimme Beeinträchtigung seitens des Ohres, woran man sich immer erinnern wird. Radio HÖRSTURZ ist im Grunde genommen nichts anderes. Du hörst es und wirst immer daran denken. Im Positiven wie im Negativen.

Wir von Radio HÖRSTURZ sind ein paar Jugendliche, die jeden Freitag um 18 Uhr die Radiostudios von ALEX rocken. Sei es um über Esoterik, Tabuthemen, um ernste Themen, wie das Leben auf der Straße, oder einfach nur über Aktuelles zu reden. Was uns interessiert, darüber reden wir auch. Nicht durch eine Brille, welche die Erwachsenen uns aufsetzen, sondern durch eigene Augen. Da kann es schon mal vorkommen, dass wir Ärger wegen eines nicht gesellschaftstauglichen Witzes bekommen. Aber dazu sind wir bei HÖRSTURZ. Um uns auszuprobieren und zu lernen auch mit heiklen Themen in der Öffentlichkeit richtig umzugehen.

Eine Sendung bei uns läuft folgendermaßen ab: Alle zwei Wochen treffen wir uns zu einer Redaktionssitzung und besprechen wie die kommenden Sendetermine belegt werden. Bis zum entschiedenen Sendetag werden Sendeplan und Beiträge erstellt, Interviewpartner herangezogen und Musik gesammelt. Am jeweiligen Freitag der Livesendung treffen wir uns gegen 17 Uhr um dem Ganzen noch  den Feinschliff zu verpassen und ungeklärte Fragen zu besprechen. Die restliche halbe Stunde berufen wir eine Musikredaktion in die Welt, die im Plenum entscheidet, welche Lieder gespielt werden sollen. Einer der Redakteure meinte mal: „Wenn du weißt, dass Adele nach Rammstein kommt, weißt du wer die Musik ausgewählt hat!“ Da jeder seine mitgebrachte Musik auch durchsetzen will, kommen dabei manchmal die abstrusesten Playlists zustande. Im Studio gehen wir aber letzten Endes alle zur Musik ab und haben viel Spaß während der Sendung. Gehen die Mikrofone auf, werden wir aber natürlich wieder ernst.

Wenn Ihr auch Lust habt einem verrückten und bunt gemischten Haufen, der Spaß am Radiomachen hat, beizutreten, seid willkommen! Schreibt eine Mail an hoersturz@alex-berlin.de und werdet Teil der besten Redaktion der Welt.

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Ischwör, das is escht! – Scripted Reality

Kennt ihr das? Ihr habt des Nachmittags nichts mehr oder weniger Sinnvolles zu tun und schaltet aus diesem Grund die heimische Flimmerkiste ein. Die Programme, die euch dort entgegenwehen, tragen Titel wie „Mitten im Leben“, „Mein dunkles Geheimnis“, „Berlin – Tag und Nacht“ oder „Richterin Barbara Salesch“. Alle diese Formate haben etwas gemeinsam: Sie sind zwar realistisch inszeniert, ihre Inhalte jedoch entspringen den Köpfen von Autoren. („Ist diese Geschichte wahr oder haben sich unsere Autoren nur einen Scherz erlaubt?“ – Jonathan Frakes)

Dies nennt sich Scripted Reality und ist ein verbreitetes Phänomen im deutschen Privatprogramm. Große Produktionsfirmen aus dieser Branche sind zum Beispiel Filmpool. Filmpool zeigt sich verantwortlich für „Berlin – Tag und Nacht“, „X-Diaries“, „Verdachtsfälle“ et cetera. Sie produzieren für RTL, Sat.1 oder Pro7. Scripted Reality erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit – aber was ist das eigentlich?

Ganz einfach: Scripted Reality bezeichnet diese Art von Fernsehsendungen, in denen fiktive Handlungen als möglichst realistisch dargestellt werden. Dies kann man durch Bauchbinden und Einspielen von Off-Texten, aber auch durch die Darstellung und die Kameraführung erzeugen. Mithilfe von wenigen Schnitten und minimaler Videobearbeitung kann man im Nachhinein den Schein der Spontanität herbeiführen.

Ebenfalls hilfreich dafür: die Interviews mit den Protagonisten, die in regelmäßigen Abständen eingeblendet werden. Diese nämlich lassen die gescripteten Szenen ähnlich einem Bericht oder einer Reportage scheinen, vor allem in Kombination mit den besagten Bauchbinden („Maria Amjad (53), isst zur Not auch Klopapier“).

Manche Macher von Scripted Reality, hier explizit Doku-Soaps, beziehen aber auch real existierende Personen ein, die so dadurch in ihrem Privatleben großen Schaden erleiden können. Dies ist nicht erst seit dem „Verafake“ des Moderators Jan Böhmermann bekannt, die Plattform Fernsehkritik-TV berichtete schon vor Jahren über den „Skandal um Schwer verliebt“, wobei sie Kandidaten der Sendung interviewten.

Auch wir bei Digga beschäftigten uns mit dem Thema Scripted Reality, betrachteten dabei allerdings nicht Beispiele wie die Sendung „Schwer verliebt“ oder „Schwiegertochter gesucht“, sondern das RTL 2-Erfolgsformat „Berlin – Tag und Nacht“, welches eine enorme Bekanntheit erlangte. Daraus entstand unsere Parodie mit dem Titel „DIGGA Tag ohne Nacht“.
Beim Machen dieses Videos war es uns wichtig, nicht nur Inhalte oder Charaktere vom Original zu übernehmen, wir kopierten darüber hinaus auch so gut wie möglich den filmischen Stil und kleine Details, zum Beispiel auch die wackelige Kameraführung, die den Charakteren ständig hinterherläuft. Denn sonderlich professionell gedreht ist „Berlin – Tag und Nacht“ nicht, so sieht man häufig Menschen und Objekte im Bild, die da eigentlich nicht zu sehen sein sollten. Auch, was das Zensieren von Flüchen oder Beleidigungen angeht, ist die Sendung sehr schmerzfrei und – wenn sie denn mal ein F-Wort wegpiept – oft auch sehr ungenau.

Den Text für die Parodie schrieb Milena, inspiriert durch tatsächlich existierende Dialoge und Handlungen im Original, auch den Slang, den man ja meist automatisch schon mit Formaten wie diesen assoziiert, versuchten wir zu kopieren. (Wie wir manche Worte auszusprechen hatten, stand auch in Milenas Skript, und es ist unfassbar lustig, wie manche dieser Worte geschrieben aussehen.)

Wir haben auch sowohl bei RTL, als auch bei RTL 2 und Filmpool für ein Interview mit einem Experten angefragt, eine Antwort haben wir jedoch leider nicht bekommen.



Öffnet eure Geister! – Esoterik bei Hörsturz

Wir von DIGGA arbeiten auch mit unseren Freunden und Kollegen aus der Hörsturz-Redaktion zusammen. Neulich haben diese in ihrer Radiosendung das Thema Esoterik behandelt.

Ob nun durch orientalisch wirkende Musik, Meditation oder Astro-TV – Spiritualität ist der Gesellschaft nichts Neues mehr. Doch trotzdem ist vielen Leuten unklar, was Esoterik und Spiritualität sind.

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Juliana von Astro-TV hat den Silber… äh, Zauberblick. Quelle: welt.de

Bei Hörsturz haben wir uns mit den Themen Spiritualität und Esoterik beschäftigt. Hierzu gehören Definitionen und Erklärungen, Hörspiele, die große Gottheit Gololo, so manches Chacre und natürlich O-Töne von Astro-TV. Mit Rammstein wurde hierfür auch gleich die passende musikalische Untermalung gefunden. Außerdem wurde Laura von der YOU zugeschaltet.

Hört mal rein: