“Herr Wartke, ich schätze Sie!”

So wurde Bodo Wartke, einer der bekanntesten Berliner Liedermacher und Klavierkabarettisten, vor kurzem auf der Straße begrüßt.

Das erzählte er uns übrigens, als wir ihn bei ALEX begrüßen durften – und darüber hinaus noch sehr viel mehr, doch das schaut ihr euch am besten einfach an.

Spoiler: Es geht um ihn, ums Dichten, ums Klavierüben und um seinen deprimierendsten Auftritt. Aber längst nicht nur.



Fahren Lernen in Berlin – Ein kleiner Einblick

Ein spannender Weg erwartet mich bis ich endlich meinen Führerschein in der Hand halten darf.

Früher oder später wollen wir ihn alle haben – unseren eigenen Führerschein! Auch ich habe mich nun mit einigen wenigen Jahren Verspätung endgültig dazu entschlossen das Projekt Autofahren anzupacken und schnellstmöglich zu Ende zu bringen. Ich möchte meinen Weg vom Finden der passenden Fahrschule bis hin zum Führerschein mit Euch teilen und festhalten was wichtig ist, um Zeit und Kosten zu sparen.

So stellt sich zu Beginn die Frage, welche Fahrschule überhaupt die perfekte für einen Selber ist. Ich frage im Freunden-, Bekannten- und Kollegenkreis nach, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wie auch in der Schule scheint die goldene Regel zu lauten, dass die Lehrerwahl letzten Endes entscheidend ist. Aber wo finde ich nun einen geduldigen, hilfsbereiten und erfahrenen Fahrlehrer? Gar nicht so einfach mit einer Auswahl von mehr als 600 Berliner Fahrschulen.

 

Ich prüfe zunächst einmal die Schule, die meine Schwester auch besucht. Freunde von mir haben dort auch ihren Führerschein gemacht und Allesamt scheinen sie ganz zufrieden gewesen zu sein. Obwohl die Google- und Facebook-Rezensionen nicht sonderlich positiv sind, verlasse ich mich doch auf das Wort meiner Bekannten und schaue dort vorbei.

Ich komme nachmittags in die Fahrschule am Hindenburgdamm in Steglitz an und werde direkt von einer freundlichen, aufgeschlossenen und ausgesprochen familiären Atmosphäre begrüßt. Eine junge Dame erklärt mir sachlich und kompetent, welche Schritte mich an dieser Fahrschule bis hin zu meinem Führerschein erwarten. Zunächst einmal brauche ich eine Fahrerlaubnis beim Bürgeramt. Offensichtlich hängt dieser Antrag mit der Überprüfung schwerer Delikte zusammen. Wer also schon mal aufgrund von gesetzeswidriger Handlungen aufgefallen ist, scheint es schwieriger zu haben ein Auto fahren zu dürfen.

Anmelden für die Fahrschule kann ich mich direkt. Mit der Anmeldegebühr sind auch schon die vierzehn Theoriestunden, die man für den Führerschein der Klasse B braucht, bezahlt, was bei den meisten Fahrschulen ebenso der Fall zu sein scheint. Wenn ich dann die Bescheinigung vom Bürgeramt in der Tasche habe, darf ich letzten Endes auch zur Theorieprüfung antreten.

Folgender Ablauf erwartet mich also für die nächsten Monate:

  1. Antrag auf Fahrerlaubnis ans Bürgeramt einreichen (inklusive Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Lichtbild und gültigem Personalausweis)
  2. Anmeldung an einer Fahrschule (inklusive Gebühr und gültigem Personalausweis)
  3. Besuch von 14 Theoriestunden à 90 Minuten
  4. Probe-Theorieprüfung an der Fahrschule
  5. Absolvierung der Theorieprüfung beim TÜV oder DEKRA (inklusive Personalausweis und Gebühr)
  6. Praktische Fahrstunden à 80 Minuten( beliebig viele plus Überlandfahrt à 225 Minuten, Autobahnfahrt à 180 Minuten, Nachtfahrt à 135 Minuten und Fahrstunde direkt vor der Prüfungsfahrt)
  7. Praktische Fahrprüfung beim TÜV oder der DEKRA
  8. FÜHRERSCHEIN

Der erste Eindruck der Fahrschule ist ausgesprochen gut, also melde ich mich an. Einen Tag später besuche ich meine erste Theoriestunde. Man kann unabhängig vom Thema einsteigen, da die einzelnen Lehrstunden nicht aufeinander aufbauen. Das Gesetz schreibt dabei aber nicht vor, dass man alle vierzehn Themen auch besucht haben muss. Es gibt zwölf Themen, die die allgemeine Theorie des Straßenverkehrs vermitteln. Zusätzlich gibt es zwei Stunden, die sich mit dem Thema PKW beschäftigen. Diese beiden Stunden sind Pflicht. Bei den zwölf grundlegenden Themen können laut Gesetz auch nur zehn besucht werden, wenn zwei andere Lektionen doppelt besucht werden. Die Fahrschule empfiehlt es nicht, da alle Themen wichtig und nötig sind.

Meine Theoriestunden sind unterschiedlich stark besucht. Der Fahrlehrer nutzt bei jedem einzelnen Mal die vollen 90 Minuten um den Schülern das Wissen näher zu bringen. Dabei geht er in jedes kleinste Detail und erklärt die Materie idiotensicher. Deswegen ist es für mich durchaus sehr angenehm auch nach einem anstrengenden Tag noch abends in die Fahrschule zu gehen. Meine Theoriestunden verlasse ich sehr zufrieden. Den Erste-Hilfe-Kurs sowie den Sehtest kann ich glücklicherweise innerhalb eines Tages direkt in der Fahrschule absolvieren.

Innerhalb eines Monats bin ich mit meinen abendlichen Theoriestunden fertig. Definitiv muss man sich die Lernapp holen, wenn man die Theorieprüfung bestehen möchte. Dort lernt man die Fragen und richtigen Antworten für die Theorieprüfung kennen. Prinzipiell ist das tägliche Üben mit der App durchaus die beste Vorbereitung für die Theorieprüfung. Auch für das tatsächliche Fahren auf der Straße wird man später sehr dankbar sein, sich mit der Fahrapp das nötige theoretische Wissen angeeignet zu haben.

Nachdem ich meine vierzehnte Theoriestunde besucht habe, mache ich direkt den Vortest in der Fahrschule. Da ich recht fleißig geübt habe, bestehe ich diese problemlos. Am nächsten Tag beschließe ich direkt zur DEKRA zu fahren und meine Theorieprüfung abzulegen. Vor Ort sind mir viele Fragen bekannt. Bei einigen anderen, die ich zum ersten Mal sehe, fällt es mir schwer herauszufinden, was das System von mir hören möchte, da die Fragen sehr speziell gestellt sind. Ich bestehe haarscharf. Glücklicherweise direkt beim ersten Mal, was mir Zeit erspart. Wäre ich durchgefallen, hätte ich zwei Wochen warten müssen, bis ich meinen nächsten Versuch wagen darf.

Drei Woche später startet meine allererste praktische Fahrstunde. Wir starten mit dem Auto von der Fahrschule aus. Ich sitze zunächst nur auf dem Beifahrersitz, bis mein Fahrlehrer Andreas uns in das Schweizer Viertel in Lichterfelde fährt. In einer Parklücke befindend, tauschen wir die Plätze und ich sitze zum ersten Mal hinter dem Steuer – erstmals aber nur im parkenden Auto. In der ersten 80-minütigen Fahrstunde lerne ich, welche Voreinstellungen ich mir zurecht machen muss, bevor ich losfahren kann, was die vielen Knöpfe und Schalter am Armaturenbrett bedeuten und wie ich welches Licht am Auto betätige.

In meiner zweiten praktischen Stunde lerne ich die Grundprinzipien eines Schaltwagens. In der Tempo-Dreißig-Zone darf ich dann endlich zum allerersten Mal in meinem Leben fahren! Andreas hat als Fahrlehrer sicherheitshalber natürlich noch die gleichen Pedalen in seinem Fußraum, damit er in einer Gefahrensituation eingreifen kann. Dies geschieht direkt nach etwa einer halben Stunde, als ein kleiner LKW mir an einer Kreuzung die Vorfahrt nimmt. Andreas ärgert sich kurz und weist mich darauf hin, mich an solches Verhalten im Berliner Stadtverkehr besser zu gewöhnen. Am Ende der achtzig Minuten habe ich das Auto nur einmal abgewürgt. Alles in Allem bin ich sehr zufrieden und überrascht, wie schnell ich doch selber schon so ein Auto im ruhigen aber dennoch ganz normalen Verkehr führen konnte.

Zufriedener Fahrlehrer und -schülerin nach der bestandenen Prüfung.

Ich beschließe so lange Fahrstunden zu nehmen, bis ich mich selber wohl und sicher hinter dem Lenkrad fühle. Insgesamt bleibt es bei zwanzig Fahrstunden, was im Vergleich relativ viel ist. Zum Tag meiner Prüfung habe ich 1600 € ausgegeben, obwohl meine Fahrschule mit ihrem günstigen Namen wirbt. Glücklicherweise bestehe ich direkt bei meiner ersten Prüfung und erspare mir somit weitere Zeit und Kosten! Pünktlich zum Sommer habe ich endlich meinen Führerschein in der Tasche. Zu Beginn bekommt man einen provisorischen Zettel, der einem mit gültigem Personalausweis erlaubt innerhalb Deutschlands zu fahren. Nach zwei Wochen bekomme ich dann meinen richtigen Führerschein per Post zugeschickt.

 

Rückblickend betrachtet bin ich zufrieden mit den Erfahrungen, die ich an dieser Steglitzer Fahrschule gemacht habe. Obwohl Freunde in Neuköllner oder Kreuzberger Schulen deutlich günstiger davon kommen, beklagen sie den schlechten Service und die Unprofessionalität, die sie dort erfahren. Ich kann jedem nur empfehlen direkt nach der Anmeldung alle Schritte so schnell wie möglich anzugehen. Definitiv braucht jeder die App zum Lernen für die Theorieprüfung. Meine Fahrschule verlangt dafür tatsächlich 60€, was absolut überteuert ist. Glücklicherweise hat mir ein Freund seine Accountdaten gegeben, sodass ich mich einfach bei ihm einloggen konnte und mir diese Kosten erspart habe.

Auch meine erste mehrstündige Überlandfahrt ohne Fahrlehrer haben wir gut überstanden!

Obwohl ein Auto in Berlin unnötig sein soll, habe ich beschlossen mir in wenigen Monaten ein eigenes zu holen! Denn wie mir jeder langjährige Fahrer bestätigen konnte, lernt man erst richtig zu fahren, wenn man alleine hinter seinem eigenen Steuer sitzt.



Bundestagswahl 2017 – Die AfD

Die Alternative für Deutschland ist die jüngste aller Parteien, mit denen wir uns beschäftigt haben. Sie wurde erst 2013 als Reaktion auf den Euro-Rettungsschirm gegründet und nimmt heute immer noch eine europaskeptische Position ein.

Obwohl die AfD noch nicht lange existiert, konnte sie bisher große Wahlerfolge für sich verzeichnen. Sie sitzt inzwischen in 13 Landesparlamenten, allerdings noch nicht Bundestag. Mit Jörg Sobolewski von der AfD Charlottenburg-Wilmersdorf haben wir uns über die Ideen und Ziele der AfD unterhalten.



Mehr als eine Technik-Messe: Die Young-IFA 2017

Diese Woche erwartete uns in Berlin unter dem Funkturm wieder die IFA – jährlich ermöglicht die Internationale Funkaustellung für Besucher aus aller Welt, die aktuell bedeutendsten und teilweise auch gewagtesten technischen Innovationen der großen und auch kleineren Hersteller zu begutachten.

Wir möchten euch einen kleinen Überblick über die verschiedenen skurrilen Angebote, die einem auf der Young IFA so begegnen, geben.

Doch auf der Young IFA 2017 hat uns dieses Jahr noch weit mehr erwartet. Von Freitag bis Sonntag waren wir für Euch vor Ort und haben auf unserem YouTube-Channel live berichtet.

Dabei ging es natürlich unter anderem um aktuelle Games, die zum Zocken 2017 definitiv nötig sind, aber auch um den größten und wichtigsten Cosplay-Wettbewerb Berlins. Cosplayer aus der ganzen Republik sind gekommen, um Ihre Kostüme zu präsentieren.

Doch was genau ist Cosplay eigentlich? Mehr als nur das Kostüm eines Comic- oder Manga-Helden nachzubilden. Wir haben bei den Experten der Szene nachgefragt.

Wie genau dann die 8. offenen Berliner Cosplay-Meisterschaften im Detail aussahen, könnt ihr in diesem Video bestaunen:

Nun wollt ihr sicher auch wissen, wer sich zu den glücklichen Gewinnern zählen darf. Wir haben die Siegerehrung in voller Länge:

An einigen Stellen erinnerte die Young-IFA allerdings auch an die gerade erst in Köln vorbeigegangene GamesCom, denn auch einer der größten LetsPlayer Deutschlands stellte sich vor unsere Kamera: Hand Of Blood redete mit uns unter anderem über seine Video-Strategie auf YouTube.

Mehr zu dem Thema Games kann uns Jakob sagen, der für Playstation auf der Young IFA arbeitet:

 

Auch die Hungrigen unter uns sind keinesfalls zu kurz gekommen. Sie hatten die Chance, live gemeinsam mit YouTube-Koch Mori in der Küche Flammkuchen, Crêpes und vieles mehr zu zaubern.

All das und noch vieles mehr haben wir für Euch auf der Young IFA 2017 unter die Lupe genommen und genauer hinterfragt – auf dem YouTube-Channel von DIGGA.

Uns hat es auf der IFA großen Spaß gemacht! Aber mindestens genauso wichtig ist ja, dass es auch den Besuchern gefällt. Wir haben uns umgehört:



Bundestagswahl 2017 – Die SPD

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wurde nach dem Krieg, im Jahr 1945, wiedergegründet. Grund dafür war das Verbot der Partei während der Nazizeit.
Ursprünglich war die Partei ein Zusammenschluss des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und heißt erst seit 1890 SPD. Sie ist dadurch die älteste, noch aktive Partei und besteht heute aus 438.829 Mitgliedern.
Der Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat ist der momentane Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz. Die SPD sitzt aktuell in der Regierung von 11 Bundesländern, besetzt 193 Bundestagssitze und mit Frank-Walter Steinmeier das Amt des Bundespräsidenten. Über die inhaltlichen Aspekte der SPD haben wir mit der stellvertretenden Berliner Landesvorsitzenden der Jusos, Heike Hoffmann, geredet:



Bundestagswahl 2017 – Die FDP

Die heutige Freie Demokratische Partei wurde 1948 gegründet und ist ein Nachfolger der Deutschen Fortschrittspartei von 1863. Auch wenn die FDP in den letzten paar Jahren an Popularität deutlich verloren hat, so war sie doch in der Vergangenheit häufig als Koalitionspartner der CDU an der deutschen Regierung beteiligt.
Aktuell sitzt die FDP nur in einigen Landesparlamenten und nicht im Deutschen Bundestag. Ihr Vorsitzender Christian Lindner erfreut sich allerdings großer Beliebtheit und so stellt sich die Frage, ob die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird.
Wir haben uns deswegen mit dem Berliner Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen, Roman-Francesco Rogat, unterhalten:



Zu Gast in der ersten Berliner Skatehalle

Wir schreiben das Jahr 2017 und die einstige Subkultur Hip-Hop ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wie ich darauf komme? Es ist Montagmorgen und ich, 18 Jahre, weiblich, stolzer Teil der Steglitz-Zehlendorfer Mittelschicht, sitze mit meinem jüngeren Bruder auf dem RAW an der Warschauer Straße. Die Wände um mich herum sind verziert mit Graffitis, aus meinen Kopfhörern tönt nicht erst seit gestern Rap. Noch vor kurzem habe ich hier mit Freunden bei der “Fête de la Musique” zu Songs der Rap-Brudis Mädness & Döll meine Arme in der Luft zum Beat bewegt. Aber mein Bruder und ich sind nicht der Musik wegen hier, mit Hip-Hop hat es trotzdem zu tun. Er will etwas lernen, das ihm als Steglitz-Zehlendorfer noch bis vor einigen Jahrzehnten ziemlich sicher nicht zwischen die Finger oder eher unter die Füße gekommen wäre: Skaten.

Vor uns thront die einzige und erste Skatehalle Berlins – ehemals eine Schmiedehalle. Hier startet heute ein einwöchiger Ferienworkshop, denn es sind Sommerferien in Berlin. Auffällig: viele der Teilnehmer – überwiegend Jungs im Alter von 6 – 14 – werden von ihren Großmüttern auf das RAW gebracht. Die wenigen Eltern, die ich sehe, tragen ganz entgegen meinen Erwartungen Kashmir-Pullover, in der Hand das neuste Apfel-Phone. Meine stilisierten Vorstellungen von der hippen Kreuzberger Skaterfamilie sind zerstört. Heimlich weint mein Möchtegern-Hip-Hop-Herz, als ich die Logos eines großen Sportartikelherstellers über der Anlage thronen sehe. Ich habe Gesprächsbedarf. So treffe ich am nächsten Tag die Pressebeauftragte der Halle, Sara Plagemann. Die junge Frau bietet mir einen Drink an und wir setzen uns auf die selbstgebauten Bänke des zugehörigen Cafés:

Wie lang gibt es denn die Workshops schon? Wer kam auf die Idee?

Wir machen das schon seit mehreren Jahren, ich kann dir jetzt gar nicht das genaue Datum sagen. Es hat sich einfach dadurch ergeben, dass Interesse sowohl bei Jüngeren als auch bei Älteren bestand, sich das Skaten beibringen zu lassen. Früher war es halt so, dass die Leute einfach rausgegangen sind auf die Straße und sich das Skaten selber beigebracht haben. Auch heute macht das der Großteil noch so, aber es gibt inzwischen auch immer mehr, die sich das wie in einem Sportverein – vor allem die Grundkenntnisse – beibringen lassen wollen: wie man richtig fällt, rollt, bremst, anfährt. So sind die Workshops dann zustande gekommen.

Wie kommen die Kids darauf, so einen Workshop mitzumachen?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal sind die großen Geschwister auch schon hier zum Skaten. Natürlich kann man sich zudem über die Internetseite bei uns anmelden oder per Mail. Bei Minderjährigen machen das meistens die Eltern. Es gibt verschiedene Angebote: von Probetrainings, womit man anfangen sollte, bis hin zu Blockkursen und Ferienkursen. Auch Privattrainings kann man buchen oder seinen Geburtstag hier feiern.

Überwiegend Jungs im Alter von 6 – 14

Sind es denn die Eltern oder die Kinder, die auf die Idee kommen, eure Workshops zu belegen?
Teils teils. Manchmal sind es die Eltern, die vielleicht selber noch jung sind, das selber cool finden und denken “Es wäre voll cool, wenn mein Kind skatet.” Schlecht ist dann aber meistens, wenn das so gar nicht von den Kindern kommt. Oft haben die dann nicht so große Lust darauf. Manchmal ist es auch gemischt: Die Kinder haben Interesse und die Eltern pushen das. Einige haben aber auch einfach von sich aus Lust, Skaten zu lernen.

Gibt es denn ein typisches Klientel, was eure Workshops besucht?
Dadurch, dass wir die einzige Skatehalle Berlins sind, kommen die Leute wirklich aus allen möglichen Stadtteilen, allen Ecken Berlins. Da kann man jetzt nicht wirklich sagen, dass es dieses eine typische Klientel gibt.

Als ich gestern meinen Bruder hier her gebracht habe, war ich verwundert, fast überwiegend Eltern anzutreffen, von denen ich niemals gedacht hätte, dass sie ihre Kinder aufs RAW zum Skaten bringen würden.
Ja, ich glaube, was so die gesellschaftlichen Schichten angeht, ist das hier sehr durchmischt. Da sind sicher Leute dabei, die sich sonst nie hier aufhalten würden. Es kommen aber auch viele aus dem Kiez zu uns.

Gibt es auch Eltern, die selber schon geskatet sind und deshalb ihre Kinder hierher bringen?
Auf jeden Fall. Es gibt ja auch viele Eltern, die selber noch aktiv skaten. Wir haben auch Kurse für die ganz Kleinen, wo die Eltern auch mitskaten können.

Trifft man in der Halle heute andere Leute an, als noch vor 10 Jahren?
Sicherlich. Skaten ist einfach populärer geworden. Unser Hauptsponsor ist ja zum Beispiel ein großer Sportartikelhersteller. Das war ja früher noch nicht so. Da waren das eher so kleinere, lokale Skatebrands. Dadurch hat sich das Skaten für eine größere Gruppe geöffnet und ist auch in den Medien präsenter. In super vielen Werbespots findest du heutzutage Skater. Dadurch hat sich das Klientel außerdem erweitert. Skaten ist aus der Nische herausgetreten.

Du hast da was unter den Füßen

Aber wurde auch zunehmend kommerzialisiert.
Definitiv, ja.

Was hat das mit sich gebracht, dass ihr die Partnerschaft mit dem großen Sportartikelhersteller eingegangen seid?
Für uns hat das vor allem Vorteile. Klar kann man sagen, dass das alles sehr kommerziell ist, aber der große Sportartikelhersteller ermöglicht den Skatern auch sehr viel. Sie bezahlen zum Beispiel Trips und versorgen die Skater mit Schuhen. Früher hingegen standen die Skater dann halt da und hatten einfach keine. Das geht ja auch alles sehr schnell kaputt. Natürlich hat alles auch immer zwei Seiten, aber eben super viele positive.

Ihr seid also nicht abhängig von besagtem großen Sportartikelhersteller?
Ja, die Skatehalle finanziert sich komplett selbstständig vor allem durch die Gastronomie, die wir hier rundherum aufgebaut haben. Alles hat den Hintergrund, diese zu finanzieren. Der Grundgedanke war, dass Berlin eine Skatehalle braucht. Alles andere hat sich dann entwickelt, weil es keine Abhängigkeit geben sollte. Durch Sponsoren konnten wir zum Beispiel ermöglichen, den Skatepark komplett umzubauen. Früher war das hier ja alles aus Holz und jetzt aus Beton. Die Qualität der Anlage konnte gesteigert werden.

Wird denn nicht besonders durch die Workshops auch nochmal die Halle mitfinanziert?
Klar sind alle Angebote auch dazu da, die Halle zu finanzieren. Aber das sind ja alles keine hohen Preise. Der Hauptgedanke ist, ein offener Ort zu sein, wo wirklich alle auf irgendeine Art und Weise teilnehmen können. Es gibt auch immer Möglichkeiten, Ermäßigungen zu bekommen, wenn finanziell die Mittel fehlen. Da sind wir auch immer offen und achten darauf, dass keiner ausgeschlossen wird.

Also macht ihr in gewisser Weise auch politische Arbeit.
Ja, auf jeden Fall. Eigentlich hat es ja immer irgendwie etwas politisches, wenn man in einer Stadt wie Berlin mit Jugendlichen arbeitet. Etwas politisch-soziales hat unsere Arbeit auf jeden Fall, klar.

Ich habe gehört, dass es auch so Workshops für Geflüchtete gibt.
Genau. Wir arbeiten mit diversen Partnern zusammen: mit dem 1. Berliner Skateboardverein e.V. und dem Drop-In e.V., die viele verschiedene Projekte machen. Dazu gehören neben Deutsch-Kursen auch kostenlose Skateworkshops hier in der Halle.

Also du würdest schon sagen, dass ihr einen gewissen gesellschaftlichen Stellenwert habt?
Ich weiß nicht, ob man das jetzt gesellschaftlichen Stellenwert nennt, aber wir haben auf jeden Fall den Anspruch, dass die Halle ein sozialer Ort ist, an dem viele Projekte realisiert werden und es nicht um kommerzielle Ausbeute geht, sondern darum Leuten Dinge zu ermöglichen oder sie zusammenzuführen. Der Grundgedanke vom Skaten ist ja auch, dass Menschen aus allen Ländern und allen Schichten zusammenkommen und niemand ausgeschlossen wird. Wir haben jetzt auch ein Pilotprojekt gestartet mit Rollstuhlskaten. Da passiert schon einiges.

Skaten ist ja schon Teil der Hip-Hop-Kultur. Gibt es da eine besondere Verbindung zu?
Ich glaube, dass es vorbei ist, diese ganzen Jugendkulturen voneinander abgrenzen zu können. Früher war es vielleicht mal so, dass man an den Klamotten sofort erkannt hat, wer Hip-Hop macht, wer Graffiti macht und wer skatet. Aber mittlerweile ist das alles so fragmentiert, das kann man nicht mehr einzeln aufdröseln. Es gibt Leute, die skaten, die Hip-Hop hören, aber genauso auch welche, die Techno hören. Klar

Mein Bruder in Action

gibt es schon viele, die Hip-Hop hören, aber da kann man keinen generellen Stempel mehr drauf machen, dass Skater immer Hip-Hop hören.

Aber der größte Teil?
Das sind eigentlich immer so Trends. Ich kann mich noch daran erinnern, als vor einigen Jahren hier dauernd Gitarrenmusik gehört wurde und diese dann auch immer auf den Aftershow-Partys von Contests lief. Im Moment machen wir schon eher eine Hip-Hop-Party oder Trap, aber das kann sich auch wieder verändern.

Ihr sorgt also schon dafür, nicht nur Anlaufstelle für ein bestimmtes Publikum zu sein?
Ja, hier kommen schließlich Leute aus der ganzen Welt her. Zum Beispiel Skateteams aus Brasilien und Amerika. So viele waren schon bei uns.

Naja okay, fürs erste sind in diesem Moment meine anfänglichen Befürchtungen, dass ein bedeutender Teil der Berliner Hip-Hop-Kultur zu einem kommerzialisierten Spielplatz für Kinder der neureichen Berliner Gesellschaft geworden ist, verflogen. Das geht gut bis ich an mir selber herunterblicke und zu meinem Ursprungsgedanken zurückkehre, dass ich weiblich, stolzer Teil der Steglitz-Zehlendorfer Mittelschicht und mein Bruder gerade Teil von etwas werden wollen, was uns „noch vor einigen Jahrzehnten ziemlich sicher nicht zwischen die Finger oder eher unter die Füße gekommen wäre“.

Ich bedanke und verabschiede mich, schieße mit der Handykamera noch ein paar Bilder von meinem Bruder in Action und mache mich in meinen gerade wieder angesagten Gesundheitslatschen aus dem SSV vom Acker. Ich habe beschlossen jetzt einfach Sara Plagemann zu glauben: ohne Kommerzialisierung wäre so ein Spaß, wie Skaten es ist, nie bis zu meinem Bruder und mir vorgedrungen. Ein hoch auf große Sportartikelhersteller!



Bundestagswahl 2017 – DIE GRÜNEN

Bündnis90/DIE GRÜNEN entstanden im Jahr 1980 aus verschiedensten Umwelt- und Friedensbewegungen heraus und schloss sich elf Jahre später mit dem Bündnis 90 zusammen.

Auch heute legt die Partei daher ihr Augenmerk auf die Umweltpolitik. Seit ihrer Gründung saßen die Grünen bisher einmal, von 1998 bis 2005, als Teil der Regierung im Bundestag. Aktuell belegen sie 63 Bundestagssitze und befinden sich in der Oppositionsrolle.

In Berlin sind die Grünen seit der Abgeordnetenhauswahl 2016 Teil der Landesregierung und ich durfte mich mit dem Landesvorsitzenden, Werner Graf, unterhalten.



Bundestagswahl 2017 – Die CDU

Die Christlich Demokratische Union wurde im Jahr 1945 gegründet und ist, historisch gesehen, die bisher erfolgreichste Partei der Bundesrepublik Deutschland. Seit dem Jahr 1949 befindet sie sich in einer Fraktionsgemeinschaft mit ihrer bayerischen Schwesterpartei, der CSU.

Zu den berühmtesten Mitgliedern der CDU gehören unter anderem die ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl oder Konrad Adenauer und auch aktuell wird das Amt der Bundeskanzlerin ebenfalls durch eine Vertreterin der CDU, Angela Merkel, besetzt. Die CDU bildet zudem eine Regierungskoalition mit der SPD und hat 253 der 630 Bundestagssitze.

Eine der Jugendorganisationen der CDU nennt sich Junge Union und mit ihrem Berliner Landesvorsitzenden, Philipp Dillmann, haben wir uns über die Wählerschaft und Forderungen unterhalten:



Bundestagswahl 2017 – DIE LINKE

DIE LINKE entstand 2007 aus einem Zusammenschluss der Linkspartei.PDS und einer Abspaltung der SPD, der sogenannten WASG. Die PDS hieß früher SED (Sozialistische Deutsche Einheitspartei) und war die damalige Regierungspartei der DDR. Auch daher finden sich immer noch sozialistische und allgemein antikapitalistische Züge in den Vorstellungen und Forderungen der Partei wieder.
DIE LINKE bildet mit Bündnis 90/DIE GRÜNEN die Opposition im Bundestag und besetzt dabei 64 Sitze. Was DIE LINKE aber genau fordert und wer sie wählt, das haben wir Felix Lederle, Bezirks- und Fraktionsvorsitzender der DIE LINKE in Reinickendorf, gefragt: