Charlotte

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DIGGA auf der Veggieworld

Vegane Kost gibt es jetzt auch als Tiefkühl-Fertiggericht! Schnell in die Mikrowelle und schon gibt es Chili sin Carne. 

Die Veggieworld findet diese Jahr in Berlin schon zum dritten Mal statt. Über 100 Aussteller, ein bunter Mix aus Start-Up Unternehmen, deren Produkte teilweise noch gar nicht auf dem Markt sind, und schon etablierten Marken, präsentierten hier ihre neuen Produkte und Ideen den rund 10.000 Besuchern.

Sich vegan zu ernähren, liegt im Trend. Schaut man sich den Umsatz von Fleischersatz-Produkten oder die Anzahl von veganen Restaurants und Kochbüchern an, sieht man einen Boom, wie sonst in kaum einer anderen Branche. Insbesondere in Berlin ist die vegane Küche omnipräsent. In fast jeder Imbissbude findet sich ein veganes Gericht und hier leben auch die meisten Veganer Deutschlands.

Vegane Chicken Nuggets

Gemüsechips aus Wirsing. Kann man essen, muss man abe auch nicht 😀

Auf der Veggieworld gab es eine breite Auswahl an Fleischersatz-Produkten, die von Chicken Nuggets (ganz lecker), über veganen Döner (zu teuer) bis zu Chorizo aus Kürbis (so lala) ging. Fleischersatz-Produkte stehen oft im Mittelpunkt von Diskussionen, wenn es um vegane oder vegetarische Ernährung geht. Viele vergessen dabei aber, dass die Hauptzielgruppe dieser veganen Ersatzprodukte nicht auf Veganer, sondern eher auf Flexitarier, die nicht komplett auf Fleisch verzichten wollen, aber versuchen, sich möglichst fleischlos zu ernähren, zielen. Manche setzen vegane Ernährung auch mit gesunder Ernährung gleich, was natürlich Schwachsinn ist, der Branche aber zu Gute kommt und mehr Gewinn einbringt. Immer mehr Produkte werden in den Supermärkten als vegan angepriesen, teilweise grenzt dieses Labeling aber auch schon an Absurdität.(Wenn zum Beispiel auf Bananen steht, dass sie vegan sind!)

Auch vegan kann man sich sehr ungesund ernähren. Daher ist es wichtig, dass man sich gut darüber informiert, was der Körper braucht und in welchen Produkten diese Nährstoffe zu finden sind, bevor man Veganer wird. Auf Eines kann eine ausgewogene vegane Küche aber verzichten: Fleischersatz-Produkte.

Die vielleicht erste vegane Käsetheke

Die Kreativität der veganen Küche hat sich auch auf der Veggieworld gezeigt, es gab nicht nur zahllose Alternativen zu Produkten wie Honig, Käse oder Schokolade, sondern auch neue Gerichte aus außergewöhnlichen Zutaten, wie zum Beispiel Nudeln aus Algen oder zubereiteten Früchten aus dem Regenwald. Außerdem gab es unglaublich viele Smoothies, Kaffee-Ersatzgetränke, Gemüsechips und und und…

Mit der VR-Brille hat man das Gefühl mitten im Stall/Schlachthof zu stehen. 

Auf der Veggieworld ging es  nicht nur um Ernährung. Bei einem Stand von Animal Equality gab es die Möglichkeit, eine Virtual Reality Brille aufzusetzen, die einem das Gefühl vermittelt, wie es ist, mitten in einem Kuh-, Schweine- oder Hühnerbetrieb zu sein – und zwar von der Geburt an bis zur Schlachtung. Diese Methode ist zwar nichts für schwache Nerven, da direkt vor den eigenen Augen eine Kuh geschlachtet wird, aber auch sehr effektiv, da man direkt mit der Realität konfrontiert wird und noch länger über das Gesehene nachdenkt und so vielleicht auch den eigenen Fleischkonsum hinterfragt.

Leider viel zu viel Plastikmüll! 

Was mich an der Messe sehr gestört hat, sind die Unmengen an Plastikmüll, die durch jeden Probierschluck produziert wurden. Ich persönlich verbinde mit veganer Ernährung auch generell einen nachhaltigeren Lebensstil (auf der Messe gab es unter anderem auch nachhaltig hergestellte Kleidung und Kosmetika). Daher fand ich es schade, dass viele Produkte noch in so viel Plastik eingepackt waren.

The future is vegan!

Fazit: Nicht alle was vegan oder/und supergesund ist, schmeckt. Aber es gab
auch viele kreative Gerichte, die sehr lecker waren. Erstaunt hat mich, wie nah Fleischersatz-Produkte an die Konsistenz von Fleisch kommen. Der Käse hinge
gen hat mich persönlich jetzt noch nicht überzeugt. (vielleicht in ein paar Jahren dann). Klar geworden ist, dass man im Jahr 2017 keine großen Probleme mehr hat, wenn man sich vegan ernähren will. Manche Produkte sind aber noch etwas teuer, was sich aber in naher Zukunft auch noch ändern wird. Ich bin in jedem Fall sehr gespannt, was uns in den nächsten Jahren noch an Produktvielfalt und Ideen erwartet!



Wenn der Zuschauerraum zum Club wird – CLUBBING – Das neue Stück vom GRIPS Jugendklub Banda Agita

Im Club heißt es sehen und gesehen werden. Ein ideales Bühnenbild also, um sich mit dem Thema Körperkult näher auseinanderzusetzen. Das neue Stück Clubbing, das von der Jungen Schreibwerkstatt im GRIPS Theater verfasst wurde, geht vielschichtig auf all das ein, womit  man heutzutage als Jugendliche/r konfrontiert wird: Es geht um Geschlechterrollen, Selbstoptimierung, das perfekte Make-Up, den Drang, die Jungfräulichkeit zu verlieren, “in” zu sein. Das Stück überzeugt durch seine überspitzten Darstellungen (“Du hast aber ein schönes Nasenloch!”), die einen einerseits zum Lachen bringen, aber andererseits auch zum Nachdenken anregen. Jeder wird sich im Stück an der einen oder anderen Stelle wiederkennen. Das Ganze ist untermalt mit wummender Technomusik, die eine realistische Atmosphäre schafft. Wir waren bei der Premiere mit dabei und haben die Zuschauerinnen und Zuschauer gefragt, wie es ihnen gefallen hat:

Das Besondere an den Schauspielerinnen und Schauspielern des Stückes ist, dass sie zwischen 15 und 21 Jahren alt sind. Wir haben für euch mit zwei Schauspielerinnen geredet und sie zu den Themen des Stücks befragt:

Die Leiterin der Inszenierung ist Ellen Uhrhan. Hinter einer Vorstellung wie Clubbing steckt natürlich immer viel Vorbereitung und Arbeit. Um herauszufinden, wie die Menschen auf Geschlechtertausch reagieren, sind die Jugendlichen zum Beispiel jeweils als das andere Geschlecht verkleidet in den Supermarkt gegangen. Was uns Ellen Uhrhan noch so Interessantes erzählt hat, könnt ihr hier hören:

Wir hatten sehr viel Spaß und können das Stück nur weiterempfehlen. Zu sehen ist es noch mal im Mai und Juni. (Ab 15 Jahren)



Von Rhythm und Blues über Funk bis zu Bushido Teil 2

Weiter geht’s mit Teil 2 der HipHopHistory, hier erfahrt ihr alles über die verschiedenen Genres und die Entstehung von Rap in Deutschland

Kleiner Genreüberblick

Die Zeit zwischen den 80ern und Anfang der 90er wird als Golden Age des HipHops bezeichnet. Die Golden Age Era zeichnet sich durch die Dichte an revolutionären HipHop Alben und vor allem die Diversität der einzelnen Künstler aus. Es bildeten sich zahlreiche Subgenres und auch Crossovers wie zum Beispiel Trap Rap, Alternative Rap, Pop Rap oder Conscious Rap.

Alternative Rap zeichnet sich dadurch aus, dass man es eigentlich keinem Genre näher zuordnen kann; es beschäftigt sich weder nur mit Partythemen noch nur mit politischen Themen, da einfach die verschiedensten Einflüsse vermischt und mit einzigartigen/individuellen/neuen Konzepten herumexperimentiert wird. Keyartists sind unter anderem The Roots und A Tribe called Quest. 

Beim Conscious Rap, nicht zu verwechseln mit dem politischen Rap, geht es darum, ein Bewusstsein für die Probleme in der Gesellschaft wie Gewalt und Diskriminierung zu schaffen und durch Vermittlung von Wissen diese sozialen Missstände zu ändern. Es geht also nicht um Massentauglichkeit. Wichtige Vertreter des Consious Rap sind Nas, Common und Talib Kweli. Doch nicht alle Rapper möchten so genannt werden, da sie sich durch die Bezeichnung Conscious Rapper nur auf ein Genre reduziert fühlen.

Pop Rap ist ab Ende der 80er entstanden, als Künstler wie die Beastie Boys und LL Cool James in den Mainstream rückten. PopRap ist der Rap, den man heutzutage meistens im Radio findet. Oft ist der Rapteil in die Popstruktur des Songs mit eingebaut und lyrisch viel weniger komplex als Street HipHop. Genau deshalb hat Poprap auch sehr viele Hater. Trotzdem muss man zwischen den Künstlern unterscheiden, die ihren eigenen Style und gute Texte haben und sich in den Charts befinden, und den Künstlern, die sich lyrisch keine Mühe geben und nur Musik machen, um an die Spitze der Charts kommen. Keyartists sind LL Cool James, Fresh PrinceMc Hammer,  DrakeLil Wayne, Tyga und Nicki Minaj.

Gangstaaaaarap

Albumcover Straight Outta Compton

An der Westcoast entstand in den 80ern Gangster Rap. Gangster  Rap ist heutzutage das kommerziell erfolgreichste, aber auch umstrittenste Subgenre im HipHop. Der Ursprung vom Gangster Rap liegt im Streetrap. Parallel zum Gangster Rap entwickelte sich an der Eastcoast der Hardcorerap (Public Enemy). Unterlegt mit aggressiven Beats, setzt sich Hardcorerap mit  den Lebensumständen auf der Straße auseinander. Wie auch im Gangster Rap geht es in den Texten oft um Bandenkriminalität, Gewalt, Sex und Drogen, aber im Gegensatz zum Gangster Rap erzählt der Künstler seine Geschichten aus seiner persönlichen Perspektive und meistens innerhalb von Rapbattles. Ein Gangsterapper berichtet vom alltäglichen Leben auf der Straße beziehungsweise in Gangs aus Sicht eines Gangsters oder jemandem, der innerhalb des Gangstersmilieus lebt. Anders als beim Hardcorerap spielt Gewalt eine größere Rolle, die manchmal auch mit Euphorie verbunden wird. Einer der ersten Gangstrap-Pioniere in L.A. war Ice T. Eine weitere wichtige Gruppe im Gangster Rap ist N.W.A., die mit ihrem Album Straight Outta Compton gegen Ende der 80er zur starken Popularisierung von Gangster Rap beigetragen haben. Seit der Entstehung von Gangster Rap gibt es Diskussionen darüber, ob Gangster Rap einen gefährlichen Einfluss auf die Jugendlichen hat. Insbesondere Ende der 80er, als dieses Genre noch neu war, hatten die Leute Angst vor Gangster Rap. In den 90ern erreichte er jedoch seinen Höhepunkt und leitete somit ab 94/95 das Ende des Golden Age HipHops ein. Da Gangster Rap bewusst mit Stereotypen spielt, die teilweise auch durchaus rassistisch und sexistisch sind, wird es noch heute kontrovers diskutiert.

Falls ihr das ganze noch mal nachhören wollt, könnt ihr das hier 🙂

HipHop in Deutschland

Nach Deutschland kam HipHop in den 80ern und zwar durch das Fernsehen, das Filme wie Wild Style oder Beat Street zeigte. Diese Filme spielten in New York mit echten HipHop-Akteuren und lösten in Deutschland eine englischsprachige HipHop- und Breakdance-Welle aus, die aber relativ schnell aus dem Mainstream verschwand. Aber HipHop war noch lange nicht tot in Deutschland! Der Kern der Szene traf sich auf HipHopJams zum Sprayen, Breakdancen und Rappen. Man trat gegeneinander an und die Community vergrößerte sich, jedoch wurde bis jetzt meist nur auf englisch über amerikanische Beats gerappt. Der erste Rapper, der angefangen hat, beim Freestyle auf deutsch zu rappen, war Torch, der im Jahr 1992 mit Advanced Chemistry den ersten deutschsprachigen Raptitel auf den Markt brachte. Advanced Chemistry, Cora E. LSD, CUSNo Remorze gehören der sogenannten Alten Schule an, die sich in ihren Texten mit politischen Inhalten auseinandersetzen und über Themen wie zum Beispiel Rassismus oder Migration rappen.

Die Fantastischen Vier, die 1991 mit de Single Die Da! in den Charts landeten, gehören zur Neuen Schule, der vorgeworfen wird, HipHop nicht ernst zu nehmen, da es in den Texten eher darum geht, mit Humor und Wortwitz zu unterhalten. Trotzdem ist die Rolle der Neuen Schule in Deutschland nicht zu unterschätzen, da die kommerziellen Erfolge dazu geführt haben, dass deutscher HipHop populär wurde. Weitere Vertreter der neuen Schule sind Fettes Brot, Der Tobi und das Bo, Dynamite Deluxe und Absolute Beginners. Parallel zur neuen Schule, die auch viel in den Charts vertreten war, entwickelte sich im Untergrund Battle Rap. Es geht darum, den anderen zu übertreffen – auch unter der Benutzung von vielen Beleidigungen. Wichtige Vertreter hier sind Kool Savas und auch Farid Bang und Kollegah, die Battlerap in den letzten Jahren wieder populär gemacht haben.

Neben der neuen Schule und dem Battlerap gibt es auch noch den Streetrap. Hier wird wie auch schon in den 80ern/90ern in Amerika vom Leben auf der Straße erzählt. Wichtige Vertreter sind Azad, Das Rödelheim Hartreim Projekt. Immer noch ist der poppige Mainstreamrap von der Untergrundszene nicht so wirklich akzeptiert und es gibt immer wieder Beef (Streit) zwischen Mainstream und Untergrund Rappern. Das ändert sich durch Rapper vom Aggro Label Berlin – wie zum Beispiel Bushido oder Sido, die Streetrap zu kommerziellem Erfolg bringen. In den letzen Jahren sind noch ein paar neue Subgenres entstanden, wie zum Beispiel Emorap (Casper) und mit Cro auch Hipsterrap, die neben dem Streetrap die Charts dominieren.

Falls ihr euch jetzt noch weiter für die Geschichte von HipHop interessiert, kann ich euch nur empfehlen, The HipHop Evolution, 8 Mile, Straight Outta Compton, All Eyez on me sowie die im Text genannten Filme zu schauen. 🙂

Und nicht vergessen; Rap ist nicht gleich HipHop ! 🙂



Von Rhythm und Blues über Funk bis zu Bushido

Kleiner Crashkurs in HipHop Geschichte von James Brown zu DJ Kool Herc über RunDMC zu Drake und Bushido 


Heute ist HipHop Mainstream und aus unserer Popkultur nicht mehr wegzudenken. Doch wie kam es eigentlich dazu und was genau ist HipHop? HipHop ist viel mehr als “nur” Rap.  Für DJ Kool Herc gibt HipHop jungen Menschen einen Weg, um ihre Welt zu verstehen und mit ihr umzugehen, egal von wo sie kommen. Betrachtet man die vielschichtige Geschichte von HipHop genauer, wird schnell klar, dass da viel mehr dahinter steckt als das fetteste Auto und die geilste Knarre.

Die musikalischen Wurzeln von HipHop

In den 60ern kam es in Amerika zu einer Soulbewegung, die stark mit der Bürgerrechtsbewegung für Gleichberechtigung verknüpft war. Soul hat sich seit Ende der 50er aus einem Mix aus R&B und Gospel entwickelt. Der wichtigste Unterschied zwischen R&B und Soul ist eigentlich das Ziel der Musiker. Während R&B zur Unterhaltung gespielt wurde, legte es die Soulmusik auf Gefühle aus. Man sang mit Leib und Seele und gab sich ganz der Musik hin. Ein weiteres Merkmal des Souls ist das Call und Response Motiv in der Musik, das ursprünglich vom Gospel kommt. Soulmusik war Mitte der 60er Jahre sehr präsent in den Charts und wurde auch mit Begeisterung vom weißen Teil der Bevölkerung gehört. Gleichzeitig repräsentierte Soulmusik ein “schwarzes Selbstbewusstsein” und vermittelte Solidarität unter den sogenannten Soulbrothers und Sisters. Ende der 60er und insbesondere durch die Ermordung Martin Luther Kings verebbte die Soul-Ära.

Aus Soul, Rhythm & Blues und Jazz entwickelte sich dann Ende der 60er Funk. Hierbei steht anstelle der Melodie der Rhythmus im Vordergrund. Funk eignet sich somit ideal zum Tanzen. James Brown war mit Sly & The Family Stone einer der ersten, der in Liedern wie Papas Got a brand new Bag den Bass mit der sogenannten Slaptechnik spielte und Funkmusik populär machte. Anfang der 70er entstanden in amerikanischen Großstädten unzählige Clubs, die zunächst hauptsächlich von Schwulen besucht wurden. In einer Diskothek kommt es natürlich hauptsächlich darauf an, dass die Masse nicht aufhört, zu tanzen. Zunächst werden hauptsächlich tanzbare Funk und Soul Platten (Phillysound) aber auch Rockplatten gespielt (schneller Rhythmus). DJs fingen an, mehrere Songs miteinander zu vermischen und es entstanden die ersten Maxisingles und Discomix. Es entwickelten sich neue DJ-Techniken und die Rolle des DJs gewann an Bedeutung. Jedoch bekam das Genre erst ab Mitte der 70er seine eigene Bezeichnung (Disco) unrückte in den Mainstream. 

Auf nach Jamaika

Um die Entstehung von HipHop von allen Seiten zu beleuchten, müssen wir uns jetzt aber nochmal in ein anderes Land begeben, und zwar nach Jamaika. Dort kam in den 50ern der Rhythm&Blues aus Amerika an und wurde sehr populär. Da nicht jeder an die Platten kam, bauten Sound System Operators ihre Sound Systems (man kann sich das wie eine mobile Diskothek vorstellen) auf und spielten der Bevölkerung die neusten Platten aus Amerika vor. Anfang der 60er entstand durch das Mischen und Herumexperimentieren von R&B, Jazz und jamaikanischem Mento, Ska. Das Wichtigste beim Ska ist der dauerpräsente Rhythmus und vor allem die Betonung auf den Offbeat. (Im Vergleich zu dem sich aus Ska später entwickelnden Rocksteady und Reggea ist der Rhythmus des Ska dementsprechend schneller und „hüpfender“.)

Mit der Zeit fingen die Soundsystem Operators an, ihre Plattenansagen durch rhythmischen Sprechgesang und Kommentare zu ersetzen. Es entstand das Toasting, das dazu diente, mit dem Publikum und auch dem Gesang der Platte (falls welcher vorhanden war) zu kommunizieren. Toasting wird heutzutage als eine Urform des Raps gesehen.

 Wie alles begann…

Jetzt aber wieder zurück nach Amerika, genauer gesagt in die South Bronx in New York. In den 70ern war das Leben in der Bronx von  Arbeitslosigkeit, Armut, Ganggewalt und Kriminalität geprägt.

Grandmaster Flash aus der Serie The Get Down

Aber trotzdem entstand genau hier in diesen schwierigen Verhältnissen eine neue Jugendkultur: der Hiphop. Zu HipHop gehört übrigens nicht nur die Musik, also Rap, sondern auch Graffiti und Breakdance. Ab Anfang der 70er fanden in den Ghettos sogenannte Block Partys in Abrisshäusern statt, bei denen DJs Funk und Discoplatten sampelten und mixten und auf diese Weise neue Beats und vor allem Breakbeats kreierten. Dabei heizten die Mcs (Master of the ceremony) das Publikum über Ansagen und Sprüche an. Auf die Breaks, also den perkussionlastigen Instrumentalteilen eines Songs (kurz, wo viel Beat, aber kein Gesang ist), ließ es sich besonders gut tanzen und die Menge wartete oft auf diesen kleinen Moment im Song. Um diese ein paar Takte zu verlängern, fingen zunächst der aus Jamaika kommende DJ Kool Herc und dann auch die anderen HipHop DJs an, auf 2 Plattenspielern gleichzeitig dieselbe Platte abzuspielen, um so einen Loop zu erzeugen.

Mit der Zeit wurde die Rolle der MCs immer wichtiger und sie fingen an, vom jamaikanischem Toasting inspiriert, rhythmisch über die Breakbeats Texte und Reime zu sprechen. Im Laufe der 70er entwickelten sich die DJ-Techniken dann hauptsächlich durch DJ Grandmaster Flash (Punch-Phrasing, Break Spinning) erheblich weiter. Im Vergleich zu Kool Herc perfektionierte Grandmaster Flash seine Technik so, dass er nahtlose Übergänge zwischen den Liedern schaffte, die auf den Beat genau waren.

Ein weiterer wichtiger Begründer des HipHops ist Afrika Bambaata, der durch seine genreübergreifende Plattenkollektion auch Master of Records genannt wurde. Afrika Bambaata gründete Ende der 70er die Zulunation und bot Jugendlichen somit eine Alternative zu gewalttätigen Gangs. Für die Jugend war HipHop und Musik oft der einzige Weg aus der Gewalt und ihren Lebensumständen. Statt Straßenkämpfen battlete man sich jetzt bei Partys sowohl verbal als auch beim Breakdance. Es entstanden zahlreiche Crews, die bekanntesten aus der Zeit waren Grand Master Flash and the Furious Five. Nichtsdestotrotz war der Gedanke, eine HipHop Platte zu machen, sehr abwegig. HipHop war Musik für Blockpartys und war bis zu dem Jahr 1979 nur in New York zu hören. Das änderte sich schlagartig mit der Veröffentlichung von Sugar Hills Platte Rappers Delight im Jahr 1979. Das Album wurde millionenfach verkauft und ganz Amerika hörte zum ersten Mal Rap. Jedoch waren Sugar Hill innerhalb der HipHop Community nicht respektiert, da sie nicht aus der originalen Szene stammten und die Texte teilweise von anderen MCs geklaut haben.

Im Jahr 1982 kam The Message von Grandmaster Flash and the Furious Five raus. Das Besondere an diesem Track ist, dass es zum ersten Mal nicht nur um Partys und Spaß geht, sondern dass soziale Probleme und die Lebenssituation im Ghetto thematisiert werden. The Message eröffnete dem HipHop somit völlig neue Möglichkeiten, weil klar wurde, dass man mit Rap den Hörern etwas Wichtiges und auch Politisches vermitteln konnte. Eine weitere wichtige Band für den Hiphop sind Run DMC, die ab Mitte der 80er dafür gesorgt haben, dass (Hardcore)-Hiphop aus dem Untergrund in den Mainstream gelangte. Mit Liedern wie Sucker Mc und It’s like that waren sie die erste Gruppe, die sich von den funklastigen Beats löste und teilweise nur eine Drummachine für ihre Beats benutzte und somit aggressiver wirkten als SugarHill oder Grandmaster Flash. RunDMC sind aber auch wegen ihrer Adidas Anzüge bekannt und haben den Look von HipHop bis heute geprägt. Falls ihr jetzt noch mehr über HipHop wissen wollt, dann lest direkt weiter im zweiten Teil.

Run DMC haben den Look von HipHop geprägt

 



Es ist Weihnachten!

Es ist schon wieder soweit und Weihnachten steht vor der Tür! Nachdem wir uns schon in der letzten Volltreffersendung ausführlich über Weihnachten unterhalten haben, zeigen wir euch hier in unserem Weihnachtssketch, wie eine ganz normale Familie Weihnachten feiert. Also seht hier eine ganz normale Familie. Ein ganz normales Weihnachtsessen. Eine ganz normale angespannte Grundstimmung. Nicht fehlen dürfen natürlich auch Familienkonflikte wie der Lothar, über dem am Heiligen Abend unter keinen Umständen gesprochen werden darf und der Rudolph, der jetzt Prostatakrebs hat. Hierbei soll übrigens noch einmal erwähnt sein, dass wir uns nicht über Menschen mokieren, die unter Prostatakrebs leiden, sondern lediglich auf satirische Art und Weise kritisieren wollen, wie Verwandtschaft mit solchen Problemen umgeht (Zitat: “Der hat doch immer was.”)

Nun aber viel Spaß mit unserem Weihnachtsessen(der Kartoffelsalat war auch nicht der wahre UND der Wein war alkoholfrei)!

Wir wünschen euch allen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Die Diggaredaktion

 



Die Geschichte des Rock’n’ Rolls

Für viele fängt Rock’n’Roll mit Elvis Presley an. Doch ist das wirklich so? Blicken wir zurück, finden wir die Ursprünge des Rock’n’Rolls in der Rhythm and Blues Musik.

Was ist Rhythm&Blues? 

Dieser Begriff beschreibt die populäre schwarze Unterhaltungsmusik der 40er Jahre in Amerika und ist aus einem Mix von Blues und Big-BandSound entstanden, der von prägnanten Rhythmus und Bluesmelodien lebt. Da sich der R&B regional unterschiedlich entwickelt hat, ist es schwierig, ihn genauer zu definieren, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

Typisch für R&B sind aber das Klavier, die E-Gitarre und oftmals doppeldeutige Texte, was dazu geführt hat, dass die Musik von der weißen Bürgerschicht nicht sonderlich angesehen war. In den 40ern war Amerika noch sehr rassistisch und R&B (bzw die damals noch als “Race Music” bezeichnete Musik) war für Weiße ein Tabu und wurde somit fast ausschließlich von Schwarzen produziert und gekauft.

Doch mit der Zeit war eine Konfrontation der beiden Bevölkerungsanteile in Großstädten wie Memphis oder New York unvermeidbar und der weiße Teil der Bevölkerung, besonders die Jugend, begann sich für diese Musik zu interessieren.

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Von Rhythm&Blues zu Rock’n’Roll

Bekannt wurde der R&B durch den DJ Alan Fredd, der in seiner Radioshow Moondog Rock and Roll House Party als einer der ersten, der dem weißen Teil der amerikanischen Gesellschaft (und vor allem den Jugendlichen) die Möglichkeit gab, diese verpönte schwarze Unterhaltungsmusik zu hören. Er war es auch, der den Begriff des Rock’n’Roll (kurz gesagt eine Verschmelzung zwischen Rhythm Blues & und Country Musik) als eine neue Musikrichtung bezeichnete, da er die Musik, die man in seiner Sendung hören konnte, als Rock’n’Roll definierte. Seine Sendung erreichte in den 50ern Kultstatus, aber weil es kaum weiße R&B-Künstler gab, wurde diese Musik auf anderen Radiosendern nicht gesendet. Da der R&B aber immer populärer wurde, begannen weiße Künstler, die Lieder der schwarzen R&B Musiker zu kaufen und als Rock’n’Roll-Songs zu covern. Erst ab Mitte der 50er Jahre haben sich auch Künstler wie zum Beispiel Chuck Berry (schwarz) in den neuen Markt etablieren können und sowohl schwarze als auch weiße Musiker wurden gespielt und gefeiert. Zu dieser Zeit wurden die Begriffe Rhythm und Blues und Rock’n’Roll  zunächst noch als Synonyme verwendet.

Der erste Rock’n’Roll Song, der auf Platz Eins der Charts landete und die ganze Welt mit dem Rock’n’Roll-Fieber ansteckte, war Bill Haley’s Single „Rock around the Clock“, die durch den Film „die Saat der Gewalt“ bekannt wurde.

Typisch Rock’n’Roll

Rock’n’Roll war, wie der Swing 20 Jahre zuvor, die Musik der Jugend. Man muss sich das so vorstellen, dass Lieder, wie Rock around the Clock das coolste, wildeste und anstößigste war, was es bisher an Musik gab. Aber Rock’n’Roll war mehr als Musik für die Jugendlichen: Rock’n’Roll war eine Lebenseinstellung, ein Widerstand gegen die konservativen Eltern, der in Kleidung, Frisur und oftmals auch Straßenkrawallen ausgelebt wurde. Mädchen trugen statt ordentlichen Zöpfen offene, toupierte Haare und erstmals auch Hosen! Jungen gaben sich lässig mit Jeans, Lederjacke und natürlich einer Haartolle, wie Elvis Presley sie trug.richtig
Mit einer der wichtigsten Faktoren war die Tanzbarkeit der Musik, beziehungsweise die Möglichkeit, sich viel freier zu bewegen als bei anderer Musik und das dadurch vermittelte befreiende Lebensgefühl. Außerdem stellte Rock’n’Roll die Rassentrennung in Frage, da die Musik sowohl von Weißen als auch Schwarzen produziert und gehört wurde. Ab der zweiten Hälfte der 50er Jahre gehörte Rock’n’ Roll zum Mainstream bei Jugendlichen und Künstler wie Elvis Presley, Bill Haley, oder Fat Dominos waren von den Charts nicht mehr wegzudenken, was aber nicht heißt, dass in den 50ern nur Rock’n’Roll gehört wurde!

Der Untergang von Rock’n’Roll

Insbesondere Elvis Presley wurde zum Symbol des Rock’n’Roll und war einer der wichtigsten Vertreter des Rockabilly. Ab Ende der 50er bzw Anfang der 60er kam es durch viele verschiedene Ereignisse wie zum Beispiel den Flugzeugabsturz von Buddy Holly, The Big Booper und Ritchie Valens, Little Richards Entscheidung sich der Kirche zu wenden, die Verhaftung von Chuck Berry, die Wehrpflicht von Elvis sowie Skandale um Jerry Lee Lewisder beschlossen hatte, seine 13 jährige Cousine zu heiraten und Allen Fredd (Payola) langsam zum Ende der ursprünglichen Rock’n’Roll Ära. In den 60ern fing die Musik an, sich immer mehr zu differenzieren, Girl Groups wie The Shirelles, Surfrock, der sich aus dem instrumentalem Rock’n’Roll entwickelte, und Folkmusik (Bob Dylan) wurde Anfang der 60e -Jahre sehr populär. Ab Mitte der 60er kam dann die sogenannte British Invasion, die darin bestand, dass die Beatles und Rolling Stones die ganze Welt im Sturm eroberten.

Aus dem Rock’n’Roll der späten 50er und der von den Beatles geprägten Beatmusik entstand dann Rock und Pop, aber das ist dann nochmal eine ganz andere Geschichte…



Mainstream: Zwischen Anpassung und Abgrenzung

Wie wir heute mit Mainstream umgehen. Und warum es schon wieder Mainstream ist, nicht Mainstream sein zu wollen.

Ein Leben als Mainstreamer kann ganz schön anstrengend sein. Man muss zwanghaft jeden neuen Trend mitmachen und sich genauso verhalten, wie die anderen es von einem erwarten.

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Hip, hipper, Hipster – Jugendkultur von heute?

Aber was genau ist eigentlich Mainstream? Im Duden wird der Mainstream als „die vorherrschende gesellschaftspolitische, kulturelle Richtung“ definiert. Also das, was in sämtlichen Lebensbereichen, wie zum Beispiel Kleidung, soziale Medien oder Musik, von der Gesellschaft als „normal“ definiert wird und dem Geschmack der breiten Masse entspricht. Beeinflusst wird der Mainstream durch Medien wie Internet oder Fernsehen (MTV!).

Aber auch wenn Modemagazine berichten, wie Stars sich anziehen, kann es schnell dazu kommen, dass sich ein neuer Trend entwickelt, denn Mainstream hat natürlich auch viel mit Konsum zu tun. Doch überall, wo es Mainstream gibt, existieren natürlich auch „Gegenkulturen“, die sogenannten Subkulturen.

Wie trennbar sind Mainstream und Subkulturen?

Eine Subkultur wird dadurch definiert, dass sie sich von der Massenkultur, also dem Mainstream, abgrenzt und nach ihren eigenen Normen, Regeln und Werten lebt.

Bekannte Subkulturen sind zum Beispiel die Skaterszene, Punk, Gothic oder HipHop. Aber auch innerhalb der jeweiligen Subkulturen gibt es wieder einen Mainstream und Unterteilungen in weitere Nischen.

Punk, eine Subkultur, die in den 70ern in Großstädten wie London und New York entstanden ist

Es ist nicht immer einfach, zwischen Mainstream und Subkultur zu unterscheiden. Es kommt immer wieder vor, dass eine Subkultur zum Mainstream wird und plötzlich alle Skaterkleidung tragen oder Rock’N’Roll hören. Der Markt kommerzialisiert die Subkultur dann und es entsteht ein Hype, der Monate bis Jahre anhalten kann, bis der Mainstream sich dann einfach einem neuem Trend zuwendet. Die „richtigen“ Anhänger der Subkultur machen dann einfach ihr Ding weiter.

Oftmals und vor allem in der Musik wird vom Mainstream abwertend gesprochen. Klar, wer nur Charts hört, zu 100% genau das macht, was alle machen und sofort jedem neuen Trend nachspringt, ist nicht sehr originell.

Ziel ist es also, individuell zu bleiben und sich trotzdem anzupassen. Ist man zu auffällig anders, hat man den schmalen Grat zwischen Individualität und Anpassung verfehlt und gilt als uncool.

Indie/ Alternative – eigentlich weiß niemand genau, was es ist

Was hört Berlin?

Wenn ich mich so auf dem Schulhof umgucke, ist genau dieser Mainstream, zwanghaft nicht zum Mainstream zu gehören und doch auszusehen wie alle, sehr präsent. Nun hat mich interessiert, wie das beim Musikgeschmack aussieht und warum es in den aktuellen Charts scheinbar mehr um die Inszenierung und Vermarktung des Künstlers geht, als um das Lied selbst.

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Hippie, Jugendbewegung der 60er und 70er bekannt für lange Haare und Drogenkonsum und natürlich FREE LOVE

Zusammen mit Milena habe ich mich also auf den Weg gemacht und in Berlin eine Umfrage zum Thema Musikgeschmack bei Jugendlichen durchgeführt.

Wie ich vermutet hatte, hörten etwa die Hälfte der Befragten zwischen 11-19 Jahren HipHop bzw Rap. Zwar ist Rap nicht sehr stark in den Charts vertreten, ist aber natürlich trotzdem Mainstream bei Jugendlichen. Niemand, der aktuellen Rap hört, kann behaupten, dass er einen individuellen Musikgeschmack hat. Deshalb ist Mainstream auch nicht einfach alles, „was im Radio läuft“. Die Aufteilung zwischen Mainstream und Subkultur ist inzwischen um einiges komplexer geworden und manche Subkulturen wie HipHop beziehungsweise Rap sind so groß und beliebt, dass Mainstream-HipHop eigentlich nicht mehr als Subkultur bezeichnet werden kann. HipHop ist beides; Subkultur und Mainstream.

Was macht Charts so besonders?

Etwa 25% der Befragten gaben an, Charts und Pop zu hören. Das ist weniger als erwartet, aber macht immer noch ein großen Teil der Jugendlichen aus. Was macht die Charts also attraktiv ?

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Techno, eine Subkultur aus den 90ern

Hören wir uns die aktuellen Charts mal genauer an, stoßen wir hauptsächlich auf Elektropop und RnB. Die Musikvideos sind aufwendig inszeniert, die Künstler gut vermarktet. All das steht im Gegensatz zum recht simpel gestalteten Lied, wobei das bei einem typischen Hit nicht neu ist. Was einen Hit ausmacht, sind im Regelfall einfache Texte und ein eingängiger Refrain, der im Kopf bleibt. Das hat sich seit den 70ern nicht groß geändert.

Es bringt auch nichts zu behaupten, dass Chartmusik keine richtige Musik ist und es nicht wert ist, als Musik bezeichnet zu werden. Auch wenn die Lieder vielleicht nicht die innovativsten und kreativsten sind, spiegeln sie nichtsdestotrotz den Massengeschmack und somit die Zeit, in der sie entstanden sind, wider. Sie bekommen wahrscheinlich im Nachhinein eine größere Bedeutung als gerade in diesem Moment. Denn das, was vom Mainstream bleibt, sind nicht die einzelnen Lieder, sondern der Sound des Jahrzehnts.

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Viele Subkulturen in einem Bild vereint

 



VideoDays 2016 – zwischen Hype und Kommerz

Heute erwartet die YouTuber-Welt ein ereignisreicher Tag: Der Auftakt der Berliner VideoDays. In Köln waren dieses Jahr rund 15.000 Besucher.

Die VideoDays wurden 2010 auf der Gamescom in Köln gegründet und sind mittlerweile das größte YouTuber Treffen Europas. Hier in Berlin finden diese bereits zum zweiten Mal statt. Ursprünglich waren auch in Hamburg und München VideoDays geplant. Momentan ist es noch unklar, ob diese stattfindet, was heißt, dass es hier in Berlin wahrscheinlich die einzige Veranstaltung bleibt. Und wir von DIGGA mittendrin.

wenn Fanträume in Erfüllung gehen

VideoDays – wenn Fanträume in Erfüllung gehen

Bei so einem großen Event fragen wir uns natürlich, welche Rolle die Kommerzialisierung bei YouTubern spielt und ob diese überhaupt berechtigt ist?

Wer kennt das nicht: Du möchtest ein Video schauen, aber zwischen dir und dem Video stehen mindestens eine Minute Werbung. Dich hält das natürlich nicht davon ab, deinem Youtuber zuzuschauen. Ihr erfahrt neben bei auch noch, dass dieser auf den VideoDays ist. Nachdem ihr euch dieses Ticket organisiert habt, fragt Ihr euch vielleicht: Warum so viel Geld?

Die VideoDays gehören, laut Veranstalter, zu den etabliertesten und bekanntesten Veranstaltungen in Deutschland. Schlägt sich das auch im Preis nieder? Für 33 bis zu 35,90 Euro kann man eine Karte bekommen. Viele Fans finden das fair.

Bevor um 10 Uhr Einlass war, haben wir mit einem Muser (Nutzer von mysical.ly) gesprochen. Musical.ly ist eine Plattform, die es jedem ermöglicht, selbst Musikvideos von maximal 15 Sekunden Länge zu erstellen und zu teilen. Die Frage stand im Raum, ob diese denn genauso auf Werbung bauen, wie YouTube bzw. die YouTuber. Unser Muser Falco Punch meinte, dass er persönlich nicht mit Product Placement arbeite und das ihm bei Musical.ly das weniger auffalle, er wies aber auf Lisa und Lena hin, die bekanntesten Muser Deutschlands, die in allen ihren Videos Markenklamotten tragen und auch Werbeverträge mit zum Beispiel Adidas haben.

11:30 Uhr Gekreische am Magentateppich: Mike Singer (15) ein Musiker, der auf Youtube über 300.000 Abonnenten hat, wird feierlich durch seine weiblichen Fans empfangen. Aber er ist nur einer von vielen Musikern/Youtubern, die sich heute am Magentateppich feiern lassen haben.

YouTuber OssiGlossi

YouTuber OssiGlossi

 

Viele der jungen Fans sind zum ersten Mal bei den VideoDays und freuen sich ihre Vorbilder und Lieblingsyoutuber zu sehen, die meist im selben Alter wie sie sind. Es floss auch die oder andere Träne. Auch für die Musiker/Youtuber ist das Treffen ihrer Fans etwas ganz „intimes“ und gehört „zu den schönsten Momenten“. Was auffällt, sind die vielen auch sehr jungen Stars wie zum Beispiel Ossi.Glossy(12, Schminkvideos) oder Sapphire (13,Coverartist).

 

 

Selfietime mit Mike Singer

Selfietime mit Mike Leon

 

Bei den VideoDays geht gar nichts ohne Social Media! Niemand ist hier ohne Smartphone. Das Wichtigste ist natürlich das Selfie mit seinem Internetstar, dass man hier auch sofort auf einen Beutel drucken kann.

 

 

Fazit des ersten Tages

Wir haben nach dem ersten Tag noch keine Antwort auf unsere Einstiegsfrage.

Wenn ich mich hier aber umsehe fallen mir dennoch Dinge auf, die Auswirkungen der Kommerzialisierung von YouTube sein könnten.

Gefühlt alle Jugendlichen tragen nämlich die selben Klamotten: ein „Artsy- Hipster- zerissene- Hose-Look“ und natürlich mit Cap. Daraus schließe ich, dass die Nachahmung der Stars sehr wohl eine große Rolle spielt und YouTuber daher als ideale Werbeträger dienen können.

Aber auch wenn das alles hier für meinen Geschmack zu oberflächlich wirkt, habe ich doch eine Sache gelernt, wenn man erfolgreich YouTube machen will, sind Natürlichkeit und Kreativität das Wichtigste.



Neukölln ist SATT – 48 Stunden Kunst

Wir von DIGGA und Hörsturz haben letzten Samstag das 48 Stunden Neukölln Festival besucht. Die dreitägige Veranstaltung gibt es schon seit 18 Jahren in Neukölln, die mittlerweile zu einem der größten freien Kunstfestivals in Berlin herangewachsen ist.

Dieses Jahr steht das Festival unter dem Leitthema „SATT“, wodurch sich die ausgestellte Kunst mit davon abgeleiteten Themen wie „Hunger“, „Überfluss“ oder „Übersättigung“ beschäftigt. In den über 30 Positionen der zentralen Ausstellung wurde das Festivalthema von zahlreichen Künstlern umgesetzt und in Form von Bildern, visuellen und audiovisuellen Installationen sowie Kunstwerken ausgestellt. Auch gab es öfter Gelegenheiten der Selbstbeteiligung zum Beispiel durch Kaugummikauen, Leinwände Bemalen oder Sticker Aufkleben.

So haben wir ein paar Eindrücke aus den verschiedenen Ausstellungen, die über alle Neuköllner Kieze verteilt waren, sammeln können. Angefangen am zentralen Ausstellungsort, der SATT-Zentrale, hatten wir sogar öfter das Glück einige Künstler abzufangen und sie uns ihre Arbeit erläutern zu lassen. Diesbezüglich haben Samuel und Natalie mal nachgefragt.

Mariella und ich haben uns gemeinsam die Besucher auf dem Festival genauer angeschaut und versucht herauszufinden, welche Zielgruppe sich eigentlich für moderne Neuköllner Kunst interessiert.

Ein besonders interessantes Projekt fanden wir in der Ganghoferstraße von „Musé“. Dabei handelt es sich um ein Künstlerkollektiv, das Tagebucheinträge eines jugendlichen Flüchtlings in einer Rauminstallation verarbeitet hat. Die dunkle Stimmung im vernebelten Zimmer wurde von einer verzerrten Stimme, die seine Einträge vorgelesen hat, untermalt. Das Video mit der Künstlerin Halea dazu gibt es hier:

Zudem konnten wir mit dem Holländer Simon über seine Süßigkeitenausstellung reden, die eindeutig unseren Geschmack getroffen hat! Im Haus der Bildung in der Boddinstraße gab es eine interaktive Ausstellung unter dem Namen “Möchten Sie diesen Inhalt sehen?”, bei der es sich um ein Experiment handelt, das Phänomene in der heutigen beschleunigten Welt in einer verlangsamten Form darstellen soll. Vor Ort haben wir die Künstlerin Katarina zu ihrer Klangausstellung im Interview gehabt.
All das hat Linus natürlich mit der Kamera festgehalten, also schaut hier in den fertigen Videobeitrag von unserm Tag auf dem 48 Stunden Neukölln Festival rein!



Die Do’s und Dont’s beim Erstellen von Horrorfilmen erklärt von Filmemacher Stefan Göbel

Wir haben Stefan Göbel gefragt, worauf man achten muss, wenn man selbst einen Horrorfilm drehen will. Ganz wichtig  – weniger ist oft mehr !

Ein kleines Budget sollte euch dementsprechend auch auf keinen Fall vom Vorhaben abhalten. Im Gegenteil, viele der Effekte lassen sich ganz einfach selber machen. Ihr könnt zum Beispiel mit Taschenlampen und selbstgemachte  Kunstblut arbeiten. Bei den ganzen Specialeffekten solltet ihr jedoch auf keinen Fall die Geschichte selbst vernachlässigen! Zum Abschluss kann man nur noch sagen: Übung macht den Meister, also ran an die Kameras und viel Spaß beim Ausprobieren!

Das ganze Interview könnt ihr euch hier anschauen.