Laura

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You. 2017 – Tag 3

„Julian! Wir brauchen noch mehr Fragen!“ Am Sonntagmorgen haben wir uns aus dem Bett gequält um nun, auf dem Boden sitzend, die letzten Fragen für unsere Gäste heraussuchen zu können. Spannend wird’s heute definitiv wieder. Schon allein weil in unseren Diskussionen, wie bereits am Vortag, Abgeordnete verschiedenster Parteien sitzen werden. Heute soll es in unserem Stream um das Thema Gesetze gehen. Während wir uns darauf vorbereiten, laufen zahlreiche Jugendliche an der „Medienlounge“ vorbei. Auch wenn ich mir jetzt eigentlich darüber Gedanke machen sollte, was ein Gesetz ist und wie Gesetze verabschiedet werden, beginne ich über die ganze Veranstaltung nachzudenken.

Das dritte Mal bin ich inzwischen hier und in den letzten Jahren hat sich die You ganz schön verändert. Sehr kommerziell war die ganze Veranstaltung natürlich immer, aber erst jetzt wird mir das alles wirklich bewusst. Vor vier Jahren, als ich das erste Mal hier war, kosteten die Karten noch um die sieben Euro, inzwischen sind es zehn. Zehn Euro, um mit Werbung überschwemmt zu werden. Auch wenn Organisationen wie der Lesben- und Schwulenverband oder Aktion Deutschland hilft hier einen Platz finden, beherrschen trotzdem Firmen wie Dr. Oetker die Veranstaltung. Früher war ich begeistert von den zahlreichen Giveaways – wer wollte nicht schon immer ein Schlüsselband von Hellweg haben? Inzwischen verstehe ich, dass ich nicht nur als Besucherin für Werbung bezahle, sondern selbst Werbung mache, indem ich diese Giveaways durch die Gegend trage. Wer hat sich das hier ausgedacht?

Auch wenn ich mich jetzt noch stundenlang darüber aufregen könnte, muss ich mich nun weiter mit meinem Thema beschäftigen. Welche Rolle spielt die EU bei der Gesetzgebung in Deutschland nochmal? Gleich kommen die Gäste! Die CDU, Die Grünen, Die Linke und die AfD sind dabei. Das wird spannend, denn wir werden unter anderem über die Ehe für alle reden. Schnell nochmal absprechen und los geht´s:

Auch nach dem Stream wurde noch weiter diskutiert.

Tatsächlich hatten wir einige Stunden später noch einen zweiten Talk, dessen aufgezeichnetes Video leider aus technischen Gründen nicht weiterverwertet werden kann. In diesem ging es um Zivilcourage und die Frage, ob diese sich im Laufe der letzten Jahre verändert hat. Zu Gast hatten wir Parteimitglieder der Grünen, der Linken und der AfD, die kontrovers miteinander diskutiert haben. Und damit endete ein weiterer anstrengender, interessanter Tag auf der You.

Im Gespräch über das Thema Zivilcourage wurde heftig debattiert.



Media Convention 2017 Tag 2 – Memes, Trolls und Metadaten

Virtual Reality, Hoverboards und Polaroid – Auf der Media Convention gibt es gefühlt alles. Auch am zweiten Tag waren wir natürlich wieder unterwegs und haben Besuchern sowie Ausstellern und Speakern unsere Fragen gestellt. Was ist der Unterschied zwischen Deepweb und Darknet? Was genau sind Influencer, Metadaten, Memes und Trolls? Wieder haben wir versucht, die verschiedensten Begriffe der Digitalisierung zu erklären.

Viki und Laura in der ALEX-Sendung am Vormittag.

Memes findet man eigentlich überall im Internet. Häufig denkt man dabei an lustige Bilder auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter – Memes können aber auch andere Gestalten annehmen. Thilo Kasper, unsere Meme-Experte, erklärt uns nämlich, dass Memes auch bestimmte Gesten oder Handlungen sein können. Sie verbreiten sich in den verschiedensten Formen und können einfach lustig, aber auch sozialkritisch sein. Im vergangenen Jahr dominierten beispielsweise Memes von Donald Trump und Hillary Clinton die sozialen Netzwerke.

Das ungefähre Gegenteil davon sind “Trolle”. Diese Nutzer verschiedenster Plattformen wollen andere User provozieren, um eine Reaktion hervorzurufen. Häufig sind ihre Äußerungen nicht ernst gemeint und sie wollen lediglich Leute auf den Arm nehmen.

Auch unser nächster Begriff hat etwas mit den sozialen Netzwerken zu tun; und bei diesem Punkt waren sich alle InterviewpartnerInnen einig: Sogennante “Influencer” sind Leute mit einer bestimmten Reichweite im Internet. Dazu zählen natürlich YouTuber, aber auch Instagramer oder Twitterer. Ab welcher Reichweite das beginnt und ab wann man jemanden als Influencer bezeichnet, das kann man leider nicht so genau definieren. Besonders für Unternehmen ist dieses Phänomen sehr interessant, denn über die Influencer können sie ihre Produkte an deren Follower vermarkten.

Na, was sind nun Metadaten?

Metadaten enthalten Informationen über andere Daten. Sie können etwas Nebensächliches wie das Änderungsdatum eines Dokuments sein und werden genutzt, um große Datenmengen zusammenzufassen. Unpraktisch ist es, wenn diese Daten in falsche Hände gelangen, und natürlich kommt bei Gesprächen über digitale Informationen auch die Frage nach Überwachung auf. Tatsächlich schien dies unseren InterviewpartnerInnen weniger Sorgen zu bereiten.

Was los DIGGA!

Etwas düsterer wird es bei unseren letzten beiden Begriffen: Deep Web und Darknet – zwei Wörter, die auf den ersten Blick das Gleiche zu beschreiben scheinen – wir klären den Unterschied. Das Deep Web ist prinzipiell der Teil des Internet, der nicht mit Google oder anderen Suchmaschinen erreichbar ist. Es ist zudem um einiges größer als das uns bekannte World Wide Web. Die meisten Daten sind geschützt und daher für normale Nutzer nicht zugänglich. Das Darknet hingegen kann durch spezielle Softwares, wie den Tor-Browser, erreicht werden. Dieser Teil des Internets wird zwar durchaus von Kriminellen wie Drogenhändlern, allerdings auch von Journalisten oder Whistleblowern genutzt, um anonym zu bleiben.

Nun geht ein spannender, informationsreicher Tag zu Ende. Morgen gibt es noch einmal einzelne Interviews mit Bekanntheiten, die wir hier auf der Media Convention getroffen haben zu sehen! Der Aktivist Raúl Krauthausen, Fernsehmoderator Claus Kleber und Schauspieler und Sprecher William Cohn werden beispielsweise dabei sein.



Lebensmittel auf dem Prüfstand

Was wissen wir nun eigentlich über unsere Lebensmittel? Versprochen wird uns in der Werbung Vieles, aber was davon stimmt wirklich? Was steckt da tatsächlich drin in unserem Essen?

Die Non-Profit Organisation Foodwatch existiert seit 2002 und klärt seitdem über versteckte und teilweise gefährliche Inhaltsstoffe auf. Zudem setzt sie sich für eine bessere Kennzeichnung ein und versucht, mithilfe von verschiedensten Aktionen, die aktuelle Lage zu verbessern. Jährlich seit 2009 wird der „Goldene Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge verliehen. Diesen haben schon viele bekannte Produkte wie Actimel oder Capri-Sonne gewonnen. Ein besonders aktuelles Thema ist die Ampelkennzeichnung, welche Verbrauchern das Erkennen und Vergleichen von Nährwertangaben erleichtern soll. Für die Durchsetzung dieses Vorhabens und um den Vorschlag in die Wahlprogramme einzubringen, verschickt Foodwatch E-Mails seiner Unterstützer an verschiedene Parteivorsitzende.

Lebensmittelkennzeichnung, Verbrauchertäuschung und  Lebensmittelpolitik – Eine Vielzahl interessanter Themen. Wir waren in der Berliner Zentrale von Foodwatch und haben Sophie Unger, einer Mitarbeiterin und Campaignerin, unsere Fragen gestellt:



Das Werbekennzeichnungs-Wirrwar

Was ist, wenn du ein richtig geiles Video drehen willst, dir aber das Geld dafür fehlt? Wie kannst du, wie zahlreiche andere YouTuber, von deinem Hobby leben? Eine Möglichkeit ist das Bewerben von verschieden Produkten. Das muss dann aber auch gekennzeichnet werden – die Zuschauer sollen schließlich wissen, dass du ein Produkt bewirbst und dafür womöglich Geld bekommst. Wie du deine Videos richtig kennzeichnest, verrät dir die neue Auflage der FAQ´s der Landesmedienanstalten zum Thema Werbekennzeichnung auf YouTube und anderen sozialen Netzwerken.

Faustregeln zur Werbekennzeichung

Faustregeln zur Werbekennzeichung

Die FAQ´s geben dir einen Überblick über die wesentlichen Aspekte der Werbekennzeichnung: Wann muss was, wie gekennzeichnet werden. Viele Leute wissen nämlich häufig nicht, wie das geht – kennzeichnen müssen aber alle! Deshalb muss das FAQ jetzt verbreitet werden, denn es bietet (einfach formulierte) Antworten auf die meisten Fragen und kann fast immer weiterhelfen.

In Berlin fand am 17.11.16 zu diesem Thema die Veranstaltung „Follow the Watchdog“, statt. Hier wurden die FAQ´s vorgestellt und besprochen. Anwesend waren neben Vertretern verschiedenster Unternehmen, auch die YouTuber Felix von der Laden (Dner) und Lisa Sophie (ItsColeslaw).  Wir stellten alle fest, dass trotzdem noch einige Fragen offen bleiben. Besonders Felix betonte durch den Einsatz verschiedenster Beispiele, dass die Kennzeichnung (selbst mit Hilfe der FAQ’s) in einigen Fällen immer noch schwierig sein kann.

"Creator meets Advertiser" - Gemeinsamer Talk über das Thema Werbekennzeichnung

“Creator meets Advertiser” – Gemeinsamer Talk über das Thema Werbekennzeichnung

 

Ist beispielsweise ein VLOG von einer gesponserten Reise ein Werbevideo, ein Productplacement oder keins von beidem? Wie muss ich kennzeichnen, wenn meine Zuschauer hauptsächlich aus einem anderen Land kommen, wo die Bestimmungen eben anders als hier sind? Wie werde ich eigentlich bestraft, wenn ich nicht kennzeichne?

 

 

Vorgeschlagen wurde zudem, dass es öffentlich gemacht werden solle, wenn YouTuber wegen fehlender Kennzeichnung bestraft werden. Das wäre ein Mittel zur Abschreckung und würde vielleicht dazu führen, dass die Leute sich zu dem Thema informieren würden. Ob das wirklich der richtige Weg wäre, bleibt fraglich.

Wichtig bleibt vorerst die Verbreitung des FAQ´s, denn es ist und bleibt ein guter Leitfaden. Bei Fragen kann man jederzeit die Landesmedienanstalten kontaktieren, welche einem eigentlich in jedem Fall weiterhelfen können.



Wir raffen das! Politik für dich und mich.

Um Politik selbst besser zu verstehen und auch andere daran teilhaben zu lassen, startet Laura mit Unterstützung von Kameramann Linus ein neues YouTube-Format. Starttermin ist der 28.Oktober. 

Politik. Bei den einen löst dieses Wort Begeisterung, bei den anderen ein genervtes Stöhnen aus. Letzterem lassen sich, aus meiner Sicht, die meisten Jugendlichen zuordnen. Viel zu verstört wurden wir durch den viel zu langweiligen Politikunterricht, oder das ständige Gerede von Mindestlohn, Mietpreisen oder Flüchtlingen. Natürlich interessieren wir uns in unserem Alter häufig für andere Dinge – Musik, Freunde, Schule – und trotzdem sollten wir versuchen, das Thema nicht komplett aus dem Kopf zu verbannen.

Mir selbst ist aufgefallen, dass ich mich zwar grundsätzlich für Politik interessiere, aber kein nennenswertes Grundwissen besitze. Zwar weiß ich, dass ich bereits irgendwas wählen kann, aber was genau, das wusste ich bis vor kurzem nicht. Auch habe ich mal was von verschieden Parteien gehört und wofür sie ansatzweise stehen, aber Parteiprogramme sind zu lang und schwer zu lesen. Wer soll das bitte verstehen? Anderen in meinem Alter scheint es genauso so zu gehen.

Daher hab ich nun beschlossen ein neues Format über politische Themen zu starten. „Wir raffen das- Politik für dich und mich“ heißt es und jeden Monat werden ein neue Videos auf dem DIGGA-YouTube-Channel erscheinen. Damit es auch nicht langweilig wird, gestalte ich die Videos natürlich auf unterschiedliche Arten. Vlogs, Erklärvideos oder Interviews mit Politikern und anderen Leuten – alles wird dabei sein.

Ich werde mich mit den verschiedensten Themen, wie Rechts- und Linksextremismus, oder den verschiedenen Parteien auseinandersetzten und die wichtigsten Dinge erklären.  Bei der Themenauswahl könnt ihr, die Zuschauer, logischer Weise auch mitbestimmen und allgemein Vorschläge und Kritik äußern. Schreibt mir einfach Kommentare und erzählt mir, was euch interessiert, oder was ich anders machen soll. Natürlich werde ich auch aktuelle Events berücksichtigen, damit ihr bestens darüber Bescheid wisst.

Dadurch wären wir auch schon direkt beim Thema – „Was wählen wir?“ lautet der Titel des ersten Videos, in welchem ich euch kurz und knackig, alles rund um die Wahlen erkläre. Online ab dem 28.10. 2016, 18.30 Uhr

Wesentliches zum Wahlrecht

Wesentliches zum Wahlrecht

Ich selbst war vor meiner ersten Wahl tatsächlich ziemlich unsicher und habe mich gefragt, wie das ganze nun eigentlich funktioniert und abläuft. Damit ihr euch nicht auch diese Frage stellen müsst, habe ich euch einfach mal mitgenommen!

VLOG zum ersten Wahlgang

VLOG zum ersten Wahlgang – online ab dem 04.11.2016, 18.30 Uhr

Mit diesem Format versuche ich letztendlich einfach zu erreichen, Leuten wie dir und mir Politik auf eine spannende Art ein bisschen näher zu bringen, zu erklären und zum Nachdenken anzuregen. Fakt ist nämlich: Jeder sollte Politik verstehen können, es geht schließlich auch jeden etwas an.



Money, Money Money – Werbung auf YouTube

Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit der Videoplattform YouTube: Mit YouTubern und ihren Fans, mit Events rund um die Plattform und der  Macht der Community. Diesmal beleuchten wir die kommerziellen Seite des Themas. 

Natürlich ist es seit Ewigkeiten Brauch, Werbung vor Videos zu schalten um dadurch Geld zu erhalten. Das ist aber schon lange nicht mehr die einzige Einnahmequelle:  Product Placements, Merchandise und die Vermarktung eigener Produkte sorgen dafür, dass viele YouTuber von ihrem eigentlichen Hobby tatsächlich leben können.

Vielleicht erst einmal zu Beginn: Wie kommen Produktplatzierungen überhaupt zustande? Der Eventmanager Karl Carstens erklärt uns bei einem Interview auf den Video Days 2016, wie er zwischen Firmen und YouTubern vermittelt. Beispielsweise war er dieses Jahr mit einigen YouTubern auf der Young IFA in Berlin und suchte mit ihnen nach Produkten, die zu ihnen passen.

Verständlicher Weise haben viele Zuschauer etwas gegen Werbung: Sie kann unpassend und nervig sein. Allerdings schaffen es viele YouTuber, die Produktplatzierungen sinnvoll in ihren Videos unterzubringen. Melissa Lee, die den Kanal breedingunicorns betreibt, erzählt uns, dass sie selbst Product Placements in ihren Videos mache. Dabei sei ihr wichtig, dass das Produkt gut zu ihr und ihren Inhalten passe und deshalb lehne sie auch durchaus einige Angebote ab. Grundsätzlich sei es eine gute Möglichkeit, um mit dem Geld aufwendigere Videos finanzieren zu können. Von dieser Möglichkeit machen, ihrer Meinung nach, fast alle YouTuber ab einer bestimmten Reichweite Gebrauch.

Um an dieser Stelle mal ein Beispiel mit einzubringen: Ich starte demnächst eine Videoreihe über das Thema Politik. Wenn mir nun die Bundeszentrale für politische Bildung eine Kooperation anbieten und mich unterstützen würde, dann würde ich das Angebot nicht ablehnen, weil das zu meinem Konzept passen würde. Es ist also immer die Frage, was beworben oder vorgestellt wird.

Die meisten Zuschauer stellen allerdings das “wer” in den Vordergrund. Es werden häufig die selben Leute immer und immer wieder kritisiert. Teilweise kommt es vor, dass zwei YouTuber das selbe Produkt bewerben, der eine zieht einen riesigen Shitstorm auf sich, der andere nicht. Der YouTuber Mii Mii hat dafür eine sehr interessante Erklärung: „Gute“ und „böse“ YouTuber. Dabei entscheide jeder für sich selbst, wer auf der guten und wer auf der schlechten Seite stehe. Viele Zuschauer gestehen sich dabei nicht ein, dass auch ihre Lieblinge Fehler machen können und so entsteht die Doppelmoral.

Wir sollten auf alles ein gleich kritisches Auge haben. YouTube wird inzwischen ernst genommen, sowohl von den Medien, als auch von der Werbebranche. Das bietet die Möglichkeit von der Videoproduktion leben zu können, indem die eigene Reichweite ausgenutzt wird. So kann hochqualitativer Content, aber auch billige Werbung entstehen. Es hat nun mal alles eine gute und eine schlechte Seite – auch das Thema Werbung.

 

Unsere Erlebnisse auf den VideoDays 2016 in Berlin gibt’s übrigens in unserem neuen DIGGA-Magazin zusammengefasst zum nachkucken:



Leben mit Behinderung – Gesellschaftlich akzeptiert?

Sind Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft akzeptiert? Mit dieser Frage habe ich mich, im Rahmen meines MSA-Vortrages, mehrere Monate lang auseinander gesetzt. Dies ist schlussendlich mein Fazit:

Download (PPTX, 7.69MB)

Vermutlich würden die meisten Leute meine Frage spontan mit „ja“ beantworten. Diskriminierung von Menschen mit Behinderung  findet in unserer Gesellschaft zwar nicht mehr in solch großem Ausmaß wie früher statt, allerdings ist sie immer noch vorhanden. Schon allein wie man „Behinderte“ nennt, spielt eine große Rolle. Während man bei dem Begriff „Behinderter“ den Menschen nur auf seine Behinderung reduziert, stellt man bei „Mensch mit Behinderung“ den Menschen in den Vordergrund. Das ist allerdings enorm wichtig! Bloße Reduzierung auf das „nicht können“ bzw. die Einschränkung oder Benachteiligung einer Person ist nicht das, was man in den Vordergrund stellen sollte.

Zudem spielen natürlich auch verschiedene andere Faktoren wie Inklusion eine Rolle. Kann man wirklich von Akzeptanz reden, wenn jemand nicht vollkommen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann? Es gibt inzwischen zwar keine Sonderkindergärten mehr, aber immer noch spezielle Schulen und Arbeitsstätten. Inklusion findet daher nur in einigen Teilen unserer Gesellschaft statt. Dabei definiert die UN-Behindertenrechtskonvention Inklusion als Menschenrecht. Tatsächlich trafen wir bei unserer Umfrage, und ich bei meiner Recherche, gar nicht selten auf Inklusionsgegner. Sie sind der Überzeugung, dass das Lernen, beispielsweise  in inklusiven Klassen, nicht gut für ihre Kinder wäre, weil sie dadurch langsamer lernen würden. Außerdem würden sich die Lehrer dann mehr auf die Schüler mit Behinderung konzentrieren müssen. Um das zu verhindern, würden Schulen mehr speziell ausgebildete Hilfskräfte brauchen und das ist teuer.

Dabei zeigen gerade inklusive Schulklassen, wie gut das Konzept funktionieren kann. Die Kinder lernen zusammen den Schulstoff und zusätzlich den Umgang miteinander. Sie behandeln dadurch Menschen mit Behinderung nicht gesondert, sondern ganz normal. Leute, die in ihrem Umfeld keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben, lernen das nicht. Das ist auch der springende Punkt: Solange wir Menschen mit Behinderung nicht als genauso „normal“, wie jeden anderen Menschen ansehen und auch so behandeln, kann man nicht sagen, dass diese in unserer Gesellschaft wirklich akzeptiert sind.



Alle Macht der Community!

Ein Kommentar.

Vor nun mehr als einem Jahr haben wir uns mit der der online Videoplattform YouTube auseinandergesetzt. In unserer dazu erschienen Webreportage ließen wir sowohl YouTuber, als auch ihre Community zu Wort kommen und gaben dadurch einen kleinen Einblick in das YouTube-Universum mit seinen guten aber auch schlechten Seiten. In einem Jahr kann viel passieren und so hat sich auch YouTube verändert.

Während damals noch hauptsächlich Beauty-Videos und Hauls (Produktempfehlungen) angesagt waren, finden sich heutzutage hauptsächlich sogenannte Pranks (Prank=Streich) in den YouTube-Trends. Durch nackte Haut, rote Kreise und provokante Überschriften machen die Creator auf ihr Video aufmerksam. Das Ganze funktioniert; diese Videos werden tausendfach geklickt und manche YouTuber scheinen so über Nacht berühmt zu werden. Sie passen ihre Videos voll und ganz den Wünschen des Zuschauers an, um möglichst viele Klicks und entsprechend viel Geld zu bekommen.

Vor einigen Jahren sah das noch ein bisschen anders aus. Die YouTuberin „Coldmirror“ , auch Kaddi genannt, betreibt ihren Kanal, auf welchem sie beispielsweise Synchronisationen, bevorzugt von Harry Potter, und Animationen hoch lädt. Sie ist nun seit fast zehn Jahren dabei und konnte so die Entwicklung der Plattform mitverfolgen. Kaddi ist eine der Personen, die kein Geld mit ihren Videos verdienen, da sie sich nicht an dem YouTuber-Partner-Programm beteiligt. Sie nutzt YouTube als Plattform, um ihrer Kreativität freien Raum zu lassen. Sie meint, dass alles inzwischen professioneller geworden sei und auch die Gedanken hinter der Videoproduktion andere wären. „Man sollte vielleicht Videos machen, nicht mit dem Wunsch bekannt zu werden, sondern einfach mit dem Wunsch: Ey, ich mach jetzt mal ein geiles Video.“ Zwar gibt es noch einige Creator mit diesem Wunsch, allerdings werden diese Videos seltener geklickt, gelangen also nicht auf die Startseite und gehen dadurch unter.

Ein weiterer YouTuber, der den gleichen Gedanken wie Coldmirror verfolgt, ist der selbsternannte Heimwerkerking Fynn Kliemann. Er baut in seinen Videos die verrücktesten Geräte, beispielsweise eine Eierverschenkmaschine. Zudem schaltet er keine Werbung vor seinen Videos und verdient dadurch ebenfalls kein Geld, sondern hat zusätzlich einen ganz normalen Job. Auch für ihn ist es wichtig, die Videos so zu produzieren, dass er Spaß daran hat. Er beachte dabei auch keine  Klicks oder Statistiken. Für ihn ebenfalls wichtig: nicht das machen, was alle anderen machen oder haben wollen, wie er bei seinem Vortrag auf der Tincon (teenage internetwork convention) erzählt: „Guckt euch nicht irgendwas an, was andere gemacht haben und gründet den dreißigsten Beautychannel oder den dreitausendsten, sondern macht irgendwas Uniques.“

Aber warum entschließen sich trotzdem die meisten gegen diesen Weg? Ist daran nur das Geld schuld, oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle? Woher kommt diese Anpassung?

Robin ist Betreiber des Kanals „RobBubble“ und lädt auf diesem unter anderem YouTube bezogen, satirische Beiträge hoch. „Mit der Zeit ist YouTube gewachsen. Es kamen andere Mainstream Bewegung nach und nach auch auf YouTube und dieser Nerdkosmos, dieser kleine Kosmos, wird immer kleiner auf der Plattform“, sagt er. Früher hätte diese Gruppe die Seite beherrscht, aber nun hätten auch andere Leute mit anderen Interessen die Seite entdeckt und bevorzugen dementsprechend anderen Content.

Marie Meimberg, die wir bereits vor einem Jahr interviewten, ist auch der Meinung, dass YouTube wie alle anderen Märkte funktioniere. Sie betont, dass die Community natürlich einen immensen Einfluss auf den jeweiligen YouTuber habe. Wenn sich also die Community dazu entschließen würde, keine Pranks mehr zu schauen, dann würden die Klickzahlen runtergehen und die, die mit YouTube ihr Geld verdienen, müssten sich was anderes überlegen. Es fänden sich nur leicht bekleidete Frauen auf den Thumbnails, weil die Zuschauer darauf ansprengen.

Wir haben nun bereits festgestellt, dass die meisten YouTuber sich ihren Fans anpassen – manche stärker und manche schwächer. Dabei sollte aber nicht stumpf beleidigt, sondern konstruktive Kritik gegeben werden – solche Kommentare nehmen die YouTuber viel eher ernst. Mitdenken ist das Stichwort, wie auch Manniac meint. Die Zuschauer dürfen nicht immer alles einfach so hinnehmen.

Ich selbst finde das Verhalten einiger YouTuber durchaus bedenklich, wie beispielsweise das des YouTubers Mert Matan. In dem sogenannten „Gay Prank“ gibt er vor seinem Vater vor, schwul zu sein, woraufhin dieser anfängt auf ihn einzuprügeln. Ein solches Video bekräftigte Menschen mit homophoben Ansichten in ihrem Denken und Handeln. Die Community muss sich gegen die Verbreitung solcher Messages wehren. Das ist keine Meinungsäußerung, sondern Diskriminierung.

Letztendlich hat nur die Community die Macht, YouTube wirklich zu verändern – ob im positiven oder negativen Sinne.

 



Wir fesseln Zuschauer! – Der SPiXEL-Award 2016

Wir waren vor einigen Tagen in Gera und das nicht nur um die wunderschönen Wälder oder die frische Luft Thüringens zu genießen, nein, wir waren aus einem ganz bestimmten Grund da. Unser erstes DIGGA-Magazin „YouTuber und wir“ wurde für den SPXiEL-Award nominiert! Deswegen fuhren wir in das kleine Städtchen in der Nähe von Erfurt und natürlich haben wir die ganze Veranstaltung wie immer für euch dokumentiert.

Das Laudatio

Das Laudatio zum nachlesen 😉

Der SPiXEL findet seit dem Jahr 2005 statt und zeichnet von Kindern (8-14 Jahre) produzierte Beiträge aus. Dabei gibt es die verschiedenen Kategorien Animation, Spielfilm, Natur/Umwelt (Sonderpreis). Für die Kategorie Dokumentation/Information waren wir nominiert. Die eingereichten Beiträge waren bunt durchmischt und reichten von Nebelmoorhühnern, über Schubladen und Ozeane, bis zu merkwürdigen Kinderheimen.

Der diesjährige SPiXEL-Award wurde im Rahmen des Goldenen Spatzes am 7. Juni in Gera verliehen. Unser Beitrag wurde dabei als „super aufgebautes“, aber auch kritisches Magazin beschrieben und tatsächlich mit dem SPiXEL ausgezeichnet!

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Quelle: Goldener Spatz

„Wer etwas über das Thema YouTube wissen möchte, der sollte sich die Ausgabe „YouTuber und wir“ des DIGGA-Magazins schauen! Wirklich! Die Sendung bietet nämlich geballte Information und ist außerdem 30 Minuten lang unterhaltsam.“



Irgendwas mit Medien – Die TINCON 2016

3-D-Drucker, kämpfende Roboter und jede Menge Winkekatzen konnten am vergangenen Wochenende (27-29.5.2016) auf der ersten teenageinternetwork convention, kurz TINCON, bewundert werden. Journalisten, YouTuber, Aktivisten, Musiker und Forscher vermittelten ihr Wissen auf verschiedenste Art und Weise an Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren. Erwachsene mussten draußen bleiben. Ich war zusammen mit Béla und Linus natürlich auch dabei und möchte euch ein kleinen Einblick geben.

Die TINCON ist nicht mit einer Veranstaltung wie dem Videoday zu vergleichen. Hier können Jugendliche etwas lernen und das ist definitiv spannender, als irgendwelchen total abgehobenen YouTubern hinterher zu rennen. Kommunizieren konnte man dabei nicht nur vor Ort, sondern auch über die TINCON-App. Für die 25 Euro, die das gesamte Event kostete, konnten Jugendliche  interessante Workshops besuchen und spannenden Vorträgen lauschen.

Ein gutes Beispiel dafür war die Präsentation von Thilo Kasper, namens „Evil Memes – Die dunkle Seite der Macht“. Ich hatte bis zu diesem Vortrag nie darüber nachgedacht, dass die lustigen Bilder von fremden Leuten, die auf sämtlichen sozialen Netzwerken zu finden sind, natürlich auch reale Personen zeigen. Man macht sich heutzutage keine großen Gedanken darüber, was man postet und welche Folgen das womöglich haben kann.
Auch der Vortrag von Oguz Yilmaz, einem ehemaligen Mitglied des YouTube Comedytrios Y-Titty, über die Reichweite und die mit einhergehende Verantwortung seitens der YouTuber, war sehr interessant. Sowohl die guten, als auch die schlechten Seiten der Vernetzung durch das Internet und der weltweiten Kommunikation darüber, wurden aufgezeigt.
Der Berliner Aktivist Raul Krauthausen pimpte seinen Beitrag zum Thema „Hate Speech“auf eine ganz besondere Art: Er suchte im Publikum nach den kreativsten Schimpfwörtern und brachte mich, sowie fast alle Zuschauer zum Lachen, aber auch zum Nachdenken.

Auch Ralph Caspers war dabei. Endlich konnte ich mal einen meiner größten Kindheitshelden treffen!

Auch Ralph Caspers war dabei. Endlich konnte ich mal einen meiner größten Kindheitshelden treffen!

Das ist, was die TINCON will: Wissen vermitteln. Dieser Wissensaustausch findet nicht nur zwischen „Speaker“ und Besucher, sondern auch unter den Besuchern selbst statt. Eine Convention, bestehend aus medienbegeisterten Jugendlichen, war für mich jedenfalls der beste Ort, um neue Kontakte zu knüpfen. Es gab eine Art Verbundenheit untereinander, weil die gleichen Interessen geteilt wurden. Wir alle wollen „irgendwas mit Medien machen“, wir alle mögen Winkekatzen und wir alle wollen dazulernen. Es war dabei sehr angenehm, ausnahmsweise nicht von 15.000 (wie auf den Videodays), sondern nur von ein paar hundert Leuten umgeben zu sein. Es war immer genug Zeit für Fragen, ob auf oder neben der Bühne.

Auch die Workshops waren sehr interessant, ich meine, wer wollte nicht schon mal in einem Virtual Reality Kino sitzen, einen kleinen Zeichenroboter bauen oder seine selbstentworfene Brille mit einem 3-D-Drucker drucken? Es war wirklich gut organisiert, geplant und auf die Zielgruppe abgestimmt. Ich durfte auch die Bekanntschaft mit einigen Mitgliedern des Jugendrates machen, der ebenfalls aktiv bei der Planung mitgewirkt hatten. Endlich mal ein Event, bei dem die Zielgruppe mitbestimmen konnte!

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Kaddi, ich und andere tolle Leute in einem lustigen Bus.

Mein persönliches Highlight war der Auftritt der YouTuberin Coldmirror (auch häufig Kaddi genannt), die sich, zusammen mit Batz (ebenfalls YouTuber; arbeitet bei Moviepilot), den teilweise sehr lustigen Fragen ihrer Community stellte. Auch danach wuselte sie noch auf dem Gelände herum, machte ein paar sehr witzige Fotos mit uns und bewies, dass es immer noch Leute gibt, die sich nicht vor der Kamera verstellen. Kaddi ist einfach eine verdammt lustige und liebe Person. Bitte sei nächstes Jahr wieder dabei und mach bis dahin, genauso wie bisher, einfach dein Ding!
Zum Schluss nochmal großen Dank an die Organisatoren, die wunderbare Moderatorin und an alle die bei dieser Veranstaltung mitgewirkt und sie besucht haben. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe einiges gelernt, ausprobiert und neue Freunde gefunden. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr mindestens genauso toll wird und dass noch mehr Leute die gleichen schönen Erfahrungen wie ich machen können!