Milena

Milena



Digga auf dem Jugendforum

Schon gleich zu Beginn wird deutlich: Milena steht voll auf das Jugendforum!

“Es fällt aus!” – so hieß es schon,
die Folge: Improvisation

Unter diesem Motto steht dieses Jahr das Jugendforum, eine Veranstaltung, die nicht nur Opfer des bipolaren Wetterfrosches wurde, sondern primär dafür da ist, Jugendlichen eine Stimme zu geben, wenn es um politische Entscheidungen geht.

 

 

 

 

Wie das Jugendforum entstanden ist und was ihre Aufgabe ist, erklärt uns Projektmanagerin Nesreen im Interview:

Von ebendiesen Jugendlichen sind auch zahlreiche vertreten, die entweder für die Bespaßung auf der Bühne zuständig sind, ihre Stände vorstellen oder einfach als Besucher dafür sorgen, dass das Jugendforum eine lohnenswerte Unterrichtsalternative ist. Denn wer am Jugendforum teilnimmt, bekommt tatsächlich eine offizielle Unterrichtsbefreiung. Doch das sollte nicht der einzige Grund sein, heute zum Pfefferberg am Senefelder Platz zu reisen.

Das schlechte Wetter konnte die gute Laune nicht mindern. Ein weiterer Grund: Das köstliche Essen!

Aufgrund des gestrigen Unwetters hieß es nämlich erst, das Jugendforum falle aus, da beim Aufbau auf dem Tempelhofer Feld die Zelte von dannen geschwommen seien.

Ein Glück, dass die Herrschaften vom Pfefferberg so liebenswürdig waren, dem Jugendforum die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Hier findet nun – überdacht – ein buntes Programm statt, das von Poetry Slam über Diskussionen mit Politikerinnen wie Sandra Scheeres (SPD) und Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) bis zu Tanzvorführungen reicht.

Die Digga-Redaktion hatte das Glück, mit der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie sprechen zu können. Hier könnt ihr euch das Interview mit Sandra Scheeres in voller Länge anhören.

Was andere Besucherinnen und Besucher für wichtige politische Themen halten und über welche ihrer Meinung nach zu viel diskutiert wird, erfahrt ihr hier:

Zwischendurch hat man Zeit, sich bezüglich verschiedener Möglichkeiten zur Jugendbeteiligung zu informieren.

“Oma hat was gegen Flüchtlinge” – so lautet es auf einer Karte der Inititative “Junge Gegenargumente”, die ein Rhetorik- und Argumentationstraining anbieten, damit gerade junge Menschen rechtsmotivierten Hassparolen gute Argumente entgegensetzen können.

Aicha beim I,slam.

Vorsichtshalber ist rechtem Gedankengut in personifizierter Form sowieso der Zutritt zum Jugendforum untersagt – schließlich steht die Veranstaltung in erster Linie für interkulturelle Toleranz.

Aus diesem Grund sind auch viele muslimische Jugendliche dabei, zum Beispiel vom “I,slam”, einem Poetry Slam speziell für junge Muslime, die sich kritisch in Textform zu aktuellen Themen äußern.

 

 

 

 

Was die Grundstimmung bezüglich aktueller Themen ist, könnt ihr in folgendem Beitrag erfahren :



Digga auf der TINCON

Spacefrogs, Sick und Sonneborn

Mit Grumpy Cat und Unicorn

Digga ist auf der TINCON, der Teenage Internetwork Convention. Allerdings nicht allein.

Denn neben unserer Redaktion sind auch diverse Youtuber und andere Öffentlichkeits- und Medienmenschen anwesend, die auf den zwei Bühnen ihre Ansichten kundtun – vor allem bezüglich Themen wie Politik, Bildung, Games und Medien.

Wo kurz zuvor noch Tim Edler über das Flussbad in Berlin informiert hat, steht nun Martin Sonneborn von der Partei die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative und proklamiert stolz seine Meinung zu Böhmermann, der FDP und Helmut Kohl. Währenddessen erklären Alessandro Schuster und Jonas Klocke auf der U21 Bühne, wie man Filme schneidet.

Bei so vielen spannenden Vorträgen weiß die Digga-Redaktion gar nicht, wo sie anfangen soll mit den Interviews.

Schließlich hat sie sich aber doch entschieden. Wofür, seht ihr in den Videos, die Stück für Stück in der virtuellen Welt auftauchen werden.

Ralph Caspers  kennt man aus Wissen macht Ah! Er ist Moderator, Autor und Schauspieler und hat sich dieses Jahr auf der TINCON zu Tinder geäußert, einer der populärsten Partnersuchbörsen im Internet.

Mit uns hat er allerdings primär über Kekse und Schokolade geredet.

Im Gespräch mit Martin Sonneborn standen wieder ganz andere Themen oben auf der Liste. Nicht nur um die Grünen ging es, sondern auch um Männer BHs, Anglizismen und Wattestäbchen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle für die bereichernde Auskunft!



Feminismus | Warum wir das Ziel verfehlt haben

Alle Menschen sind gleich. Klingt gut? Nur dass uns eines im Wege steht: Die Biologie. Warum wir das Ziel verfehlt haben.

„Wir können ja was zum Thema Feminismus machen!“

Als dieser Vorschlag in der Redaktionssitzung fällt, wird er erst einmal mit allen nonverbalen Gefühlsäußerungen kommentiert, die der genervte männliche Körper so zu bieten hat: Stöhnen, Grunzen, geräuschvolles Ausatmen. Es fallen Begriffe wie Alice Schwarzer, Genderwahn und First World Problem.

Auch Frauen dürften doch mittlerweile wählen, darüber hinaus hätten wir eine Kanzlerin – was wolle man denn noch?

Etwa eine Frauenquote in allen Unternehmen? Es werden Vögel gezeigt. Nicht, dass es im Betrieb so zugehe wie mit dem Quotenschwarzen in französischen Komödien. Der arme Omar Sy habe doch sicher kaum noch Freizeit aufgrund des westeuropäischen Gleichberechtigungswahns.

Mal wieder einer dieser Ausdrücke, die nur von denjenigen verwendet werden, die nicht von ihm betroffen sind. Wer im Wahn ist, handelt nicht rational, sondern emotionsgesteuert – typisch Weiber halt.

Und ein trotziges „Pussies bite back“-Geblöke aus den Mündern viertelbekleideter Kampflesben erinnert nun mal doch mehr an unbeholfene Dreijährige im Kampf gegen das elterliche Bonbonverbot als an konstruktive Gesellschaftskritik.

Die wäre allerdings durchaus angebracht, jedoch an anderer Stelle.

Ein positives Beispiel hingegen ist das Female Rap Konzert, das die DIGGA-Redaktion besucht hat:

Es scheint offensichtlich, dass Frauen auch heute noch ungerecht behandelt werden. Schließlich verdient Frau dem Statistischen Bundesamt zufolge durchschnittlich 21% weniger als ihr männliches Gegenstück. Allerdings nicht aus männlicher Boshaftigkeit und grundloser Ungerechtigkeit, wie manch erzürnte Emanze es gerne behauptet. Denn trotz neuartiger Klonexperimente, Samenspende und künstlicher Befruchtung bleibt noch ein Sachverhalt, an dem sich nicht rütteln lässt: Frauen kriegen Kinder.

“FIGHT SEXISM” steht auf Lauras Handyhülle.

Das heißt, Frauen steigen seltener die Karriereleiter hinauf, auf der höhere Gehaltsstufen auf sie warten würden, weil eine Geburt sie wieder hinabstürzen ließe. Es sei denn, sie erziehen ihrem Kind durch zu frühes und widernatürliches Abstillen Allergien und Sozialprobleme an, um sich möglichst schnell von der Mutterrolle zu distanzieren. Es ist ja auch praktisch für die egoistische Powerfrau des 21. Jahrhunderts – das ungeborene Kind kann man ja nicht fragen, ob es lieber eine reiche, sich selbst verwirklichende Mutter hat oder eine, die für es da ist – und zwar die ersten Jahre, nicht nur im Kreissaal. Dass heute die Option, auch der Mann könne zuhause bleiben, durchaus präsent ist, entkräftet nicht die Tatsache, dass der Stress der Mutter, verursacht durch einen sofortigen Wiedereinstieg ins Berufsleben und die damit einhergehende Doppelbelastung, sich in vielen Fällen auf das Kind überträgt und sogar lebenslange Auswirkungen haben kann.

Praktisch bleiben übrigens viele Frauen von sich aus auf niederen und damit schlechter bezahlten Positionen, um flexibler zu sein, weil sie Prioritäten gesetzt haben. Die 21% bedeuten also nicht, dass Frauen bei der gleichen Tätigkeit weniger Einkommen haben als Männer, sondern dass ihnen insgesamt weniger selbst verdientes Geld zur Verfügung steht, weil sie

a) schwanger geworden sind und ihr Kind nicht bei einem gerne mal verantwortungslosen studentischen Babysitter abgestellt haben

b) nicht eingestellt worden sind, weil sie hätten schwanger werden können (was einen Verlust für das Unternehmen bedeutet hätte, weshalb man das Risiko unter Umständen nicht eingegangen ist)

c) lieber Friseurin (8,84€/h) statt Bauarbeiter geworden sind (14,20€/h)

Rapperin Sookee ist deutschlandweit sehr erfolgreich, und das als Frau mit Kind in einer von Männern dominierten Szene. Im Interview sprechen wir mit ihr auch über dieses Thema:

Es ist Girl’s day! Frauen, packt mit an, zeigt den Männern, was in euch steckt!

Schlecht bestückte Frohnaturen greifen euphorisch zur Bohrmaschine. „Es sollte doch vielmehr darum gehen, die Gegensätze der Geschlechter auszugleichen!“, heißt es auch schon in Loriots vielzitiertem Spielfilm Pappa Ante Portas – ein Motto, welchem man sich schon in den 70er-Jahren mit Begeisterung widmete, indem man Mädchen wie Jungen an- und erzog.

Ein klares Streben nach Geschlechtergleichheit, dem heutigen Zeitgeist nicht fremd. Oder?

Was nicht gleich ist, wird gleich gemacht – spätestens in der DDR wurde nachgewiesen, dass eine vollkommene Gleichheit aller Menschen nicht nur nicht realisierbar, sondern auch nicht wirklich sinnvoll ist, jedoch unabhängig von Gleichwertigkeit. Die bei verschiedenen Individuen anzuzweifeln, haben wir nämlich endlich aufgehört, wenn auch nach zu langer Zeit.

Nun müssen wir aufhören zu behaupten, es gäbe keine Geschlechterunterschiede, denn sie sind faktisch nicht von der Hand zu weisen.

  • Frauen kriegen Kinder. (Und zwar nur Frauen, denn egal, wie lang die Wissenschaft noch so herumforscht, aus dem Mann wird nie etwas Lebendiges herauskommen – außer vielleicht ein Bandwurm, aber das sei ihm nicht zu wünschen.)
  • Frauen besitzen weniger Testosteron, sondern weibliche Hormone, deshalb sind sie in den meisten Fällen emotionaler und sensibler, wohingegen sich langsamer Muskelmasse ausbildet. (Darum gibt es mehr Bauarbeiter und mehr Friseurinnen.)

Beides ist überhaupt kein Problem, solange kein Geschlecht dadurch grundlos benachteiligt wird. Solange dadurch nicht Sexismus gerechtfertigt wird. Den aus den Köpfen zu verbannen, wird allerdings schwer.

Denn das meiste, was unsere Gesellschaft prägt, deutet darauf hin, dass Sexismus sogar erwünscht ist. Wieso sonst blaue und rosafarbene Überraschungseier, wieso Filly Pferde und feuerspuckende Autos? Hörspiele für vierjährige Mädchen, in denen sich die Feechen und Hexchen den Kopf zerbrechen, wie sie den hotten Boy von ihrer Sweetness überzeugen können. Zieh dich verspielt an, dann weckst du seinen Beschützerinstinkt; in fünf Schritten deinen Schwarm erobern! Solange man jene Geschlechterklischees in Bravo-Girl-Form in mehr Kiosken findet als das Satiremagazin Titanic, läuft etwas ganz, ganz falsch.

Etwas, das es weitaus dringender zu bekämpfen gilt als ungegenderte Formulare.

Wenn Mädchen sich durch sexistische Mädchenzeitschriften und pinkfarbenes Spielzeug, das tanzt, leuchtet und wiehert, zu primitiven, zickigen Girlie-Gören entwickeln, während Jungs schon mit drei enthusiastisch im Wohnzimmer den Krieg aus den Ninja-Filmen nachspielen – dann sieht es ganz so aus, als sei eine andere Macht im Spiel, gegen die nicht nur Feministen sehr viel dringender zu kämpfen haben:

Der Konsum.

Denn früh anerzogene Geschlechterklischees bedeuten Geld. Ein rosafarbenes und ein blaues T-Shirt kosten mehr als ein gelbes, das sowohl der Junge als auch das Mädchen tragen kann, zwei Farben bedeuten zwei Produkte, zwei Produkte zwei Mal so viel Verdienst. Doch für uns ist Sexismus teuer, jedenfalls bevor er gratis in den Köpfen weitergedeiht. In den Köpfen all derer, die ihren Söhnen verbieten zu weinen, in schlagende Burschenschaften eintreten und Bier trinkende Frauen verurteilen – obwohl durch das Östrogen im Bier sogar das Brustwachstum angekurbelt wird, wofür die Figur einiger Herren im Ruhestand ein Musterbeispiel darstellt.

Der Feminismus hat das Ziel verfehlt. Natürlich wollen wir Frauen keine billigen Anmachsprüche mehr hören und auf unser Äußeres reduziert werden. Genauso wollen wir nicht, dass man uns beim nächtlichen Lustwandeln in Neukölln in den Schritt fasst oder dass man uns für inkompetent hält und deshalb in der Digga-Redaktion von Kamera, Scheinwerfer und Mischpult fernhält. Natürlich ist das ein Problem der ersten Welt, da es erst auftritt, wenn alle Haus, Dach und Essen haben. Bestätigende Blicke des männlichen Teils Digga-Redaktion. Und Alice Schwarzer? 

„Nicht unsere Integrierung ist wünschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter.“ So lautet eines der vermutlich bekanntesten Zitate der vermutlich bekanntesten Feministin des 20. Jahrhunderts.

Und obwohl man nicht gegen Bratpfannenhersteller klagen muss und Steuerhinterziehung nicht unbedingt das adäquateste Mittel im Kampf gegen Sexismus ist, muss man sagen – irgendwie hat die Alte Recht.

Weil wir das Thema Feminismus so spannend finden, haben ihm eine ganze Volltreffer-Fernsehsendung gewidmet. Wenn ihr noch mehr dazu erfahren wollt, schaut es euch an:



Zwangsheirat und Schulverbot – Flüchtlinge im Gespräch

Aminata und Alimatou sind Zwillingsschwestern und leben seit einigen Jahren in Deutschland. Im Interview haben sie ihre Geschichte erzählt.

Ich bin Alimatou Traore, ich komme aus Guinea und bin mit meiner Zwillingsschwester Aminata hier in Deutschland seit vier Jahren. Wir besuchen das Rückert-Gymnasium auch seit fast drei Jahren. Wir haben uns gut in Deutschland integriert, obwohl es nicht einfach ist, alleine, ohne Eltern, in einem Land zu bleiben. Aber Gott sei Dank, dass ich mit meiner Schwester hier bin. Wir haben schon viel geschafft und sind immer noch dabei.

Wie kommt es, dass ihr fliehen musstet?

Wir hatten Schwierigkeiten mit unserem Stiefvater. Er war kein netter Mensch und wollte sozusagen eine Zwangsheirat machen. Er hatte schon alles organisiert, wir sollten auch beschnitten werden. Deswegen war meine Mutter gar nicht damit einverstanden, hat sich auch dagegen eingesetzt, aber es hat nichts gebracht. Darum meinte sie, wir sollten unbedingt Guinea verlassen und nach Deutschland gehen. Ein weiterer Grund dafür war auch, dass unser Stiefvater komplett dagegen war, dass wir zur Schule gehen. (mehr …)



Was ist was? – Auf der Media Convention 2017

Wir von Digga sind dieses Jahr wieder auf der Republica und berichten für euch auf allen Kanälen.

“Love out loud” ist das Motto der diesjährigen re:publica.

Zwischen Interviews und Essen probieren wir auch dieses Jahr wieder herauszufinden, was die ganzen englischen Fachbegriffe bedeuten, mit denen die Leute so gekonnt jonglieren.

Was bedeutet digitale Verteidigung, was sind Filterbubbles – und was ist eigentlich der Unterschied zwischen multimedial und crossmedial?

Diesen Fragen wollen wir in unseren Interviews auf den Grund gehen.

Einige unserer Interviewpartner sind Inhaber der verschiedenen Stände und stellen dort ihre Startups vor. Der Begriff “Startup” bezeichnet ein noch nicht etabliertes Unternehmen, welches innovative Lösungsvorschläge für Probleme entwickelt oder probiert, mit oft geringem Startkapital neue Geschäftsideen zu verwirklichen.

Dabei wird oft multimedial vorgegangen – das heißt, ein Thema wird anhand verschiedener medialer Darstellungsformen bearbeitet, sei es audiovisuell in Form eines Videos, klassisch textlich und natürlich auf den sozialen Netzwerken – eigentlich genau das, was wir von Digga auch machen.

Für die Anmoderation haben wir uns in Schale geschmissen!

Bei crossmedialem Vorgehen wiederum geht es um die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Medien. Die verschiedenen Informationskanäle werden miteinander verknüpft. Wenn ich also von einem Youtube-Video aus direkt zur Facebookseite der Produzenten weitergeleitet werde, wo ich einen spannenden Podcast zur Gründung des Produktionsteams anhören kann, dann habe ich von der crossmedialen Arbeit profitiert.

 

Prominenz ist auch am Start: Béla im Interview mit Fernsehmoderator Claus Kleber.

Wichtig ist nur, dass man sich nicht nur in seiner eigenen Filterbubble bewegt. Die Algorithmen von Facebook, Instagram und co sind mittlerweile so perfektioniert, dass dem Nutzer der sozialen Netzwerke oft nur die Inhalte angezeigt werden, die für ihn persönlich vom Algorithmus für relevant befunden wurden. Auf diese Weise liest man vermehrt Artikel, die die eigene Meinung nur noch mehr festigen, anstatt aus seinem beschränkten Sichtfeld herauszukommen und neue Denkanstöße zu bekommen.

 

Aber sehen wir uns jetzt einmal an, was unsere Interviewpartner zu den einzelnen Themen zu sagen hatten:

Das von Béla angekündigte Interview mit Claus Kleber gibt’s dann übrigens im nächsten Beitrag zu sehen!

Unseren Radiobeitrag dazu könnt Ihr Euch hier anhören:



„Kinder an die Macht!“ – Und dann?

Das ist in etwa die Grundaussage der Jugendpolitiktage, die dieses Jahr zum ersten Mal vom 5.-7. Mai in Berlin stattfinden.

Hier trifft sich der politisch engagierte Teil der Jugend, um sich in schwerpunktorientierten Foren über ihre Projekte und Ziele auszutauschen.

Ein Vorhaben, das schon bald in eine hitzige Debatte mündet, denn die Mehrzahl der Teilnehmer ist selbst Mitglied in einer regionalen Arbeitsgemeinschaft oder engagiert sich anderweitig ehrenamtlich.

Die Diskussion verläuft nach dem sogenannten Fishbowl-Prinzip, sodass ein reger Wechsel zwischen den jungen Diskutanten stattfinden kann, deren Intention allerdings anscheinend vor allem darin besteht, dem Publikum ihre rhetorischen Fähigkeiten zu präsentieren.

Diese sind zwar bemerkenswert, was auch durch entsprechende Applausunterbrechungen gewertet wird, doch inhaltlich dreht sich die Debatte im Kreis.

„Staatsversagen, Chancengleichheit und Mitbestimmungsrecht in den Gremien“

Kaum ein Redebeitrag vergeht, ohne dass wenigstens einer dieser vorformulierten Ausdrücke fällt.

Das verleiht den Jugendlichen irgendwann eine gewisse Unglaubwürdigkeit, zumal die einzige wirkliche Forderung ist, mehr mitbestimmen zu dürfen. Ein lauter Schrei nach Macht also – doch ohne konkrete Vorschläge, was mit der Macht angerichtet werden soll.

Auch, als ich diese Frage noch einmal im persönlichen Gespräch stelle, herrscht allgemeine Ratlosigkeit.

Doch wie sich diese genau äußerte und was die Jugend von heute sonst noch so loswerden wollte, könnt ihr euch hier im Audiobeitrag anhören!

Insgesamt ist es auf jeden Fall eine interessante Veranstaltung, die sich lohnt und die man unterstützen sollte!



Die Grüne Woche wird verschmäht! Ein satirischer Tagesablauf.


DIGGA war auf der Grünen Woche!

Und so ist es gewesen: (—Achtung, Ironie—)

Die erste Station unseres  Abenteuertrips namens „Grüne Woche“ ist Brandenburg. Brandenburg liegt zwischen Schleswig-Holstein und Bayern, zumindest auf der Grünen Woche, seit irgendein überzeugter Gegner geographischer Standards beschlossen hat, die verschiedenen Messehallen nach Bundesländern zu benennen.

Wir sitzen also auf original brandenburgischen Bierbänken vom rbb, auf dessen mit Eigenwerbung beschmückter Bühne am laufenden Band journalistische Glanzleistungen präsentiert werden (Zitat: „Wie ist es für Sie, hier zu sein?“ –„Ja, ich freue mich wahnsinnig, hier sein zu dürfen.“) Der Rest der nur beschränkt mobilen Grüne-Wochen-Klientel, der sich hier auf den Bierbänken vielmehr unter als vor der Bühne versammelt hat, blickt andächtig gen Gipfel des Journalismus’ (rbb-Bühne) und klatscht verhalten ob des morgendlichen Spektakels, das sich ihm hier bietet.

Ein Altmänner-Blasorchester marschiert auf, es werden diverse Jagdsignale zum Besten gegeben; bei der Zugabe, dem sogenannten Hundeführerruf, ertönen handgemachte Pfiffe; mittlerweile klatschen über zehn Menschen und ein Lokalpatriot mit versoffenem Gesicht und geschecktem Vollbart singt mit Tränen in den Augen die Hymne von Brandenburg.

Im Anschluss daran tritt eine Dame mit ausladendem Gewand auf die Bühne und stellt sich als Kurfürstin von Oranienburg vor, woraufhin sie auch vom dauermotiviert frohlockenden Moderator konsequent als solche angesprochen wird.

Die Digga-Redaktion hingegen hat genug von solch albernen, niveaulosen Konversationen, deshalb begibt sie sich schleunigst wieder auf ihr Niveau und interviewt das Opfer der Maskottchen-Datenbank, ergo die Kurfürstin von Oranienburg, direkt, als sie von der Bühne tritt mit den Worten: „Wie stellen Sie es eigentlich an, in diesem Aufzug aufs Klo zu gehen?“ (Die Antwort werdet ihr übrigens bald in unserer audiovisuellen Reportage erhalten, wenn sie denn mal fertig geschnitten ist.)

Doch das Niveau steigt stetig und erreicht neue Sphären: Wenig später schon steht die Digga-Redaktion nämlich in Bayern und führt außerordentlich anregende Gespräche mit bierbäuchigen Repräsentanten des Trachtenvereins. Dank investigativen Journalismus’ ist bald enthüllt, wozu ein Trachtenverein eigentlich noch da ist, außer dass nostalgische Patrioten sich unter Gleichgesinnten ihre Lederhosen mit Starkbier bekleckern: Es können nämlich darüber hinaus traditionelle Tänze getanzt werden und kostenlos und ungestraft Damen betastet werden! Na, wenn das nicht ein Grund ist, dort einzutreten. Schließlich wird auch regelmäßig eine Dirndl-Königin gekrönt! Ein Event, das ein stolzer Bewunderer größeren Körbcheninhalts unter keinen Umständen verpassen darf!

Erfüllt von diesem bereichernden Interview begeben wir uns über Umwege in die Tierhalle, wo uns inmitten von Kühen, Pferden und anderem Getier eine reizende Dame das Konzept Massentierhaltung erklärt, ohne allerdings dieses Wort in den Mund zu nehmen. Stattdessen schildert sie mit scheinheiligem Zahnpastalächeln den Alltag einer ihrer Milchkühe („Nö, die kommen eigentlich nie aus den Stalllungen.“) Sebastian, unser Moderator, lässt sich nichts anmerken („Na, das klingt ja alles ganz positiv“) und lässt die Dame weiterhin in ihrem Glauben wähnen, der Irgendwas-mit-Medien-Jungspund würde beim Interviewen sowieso nur auf den Tonfall und nicht auf den Inhalt des Gesagten achten.

Manchmal jedoch ist genau das die einzige Möglichkeit, weiterhin auf den Interviewpartner einzugehen, zum Beispiel wenn es sich dabei um den Vertreter einer bayrischen Kapelle oder eines Alpakahofes handelt, der demzufolge seiner bayrischen Identität entsprechend redet. Teilweise verstehe ich als bemitleidenswerte Moderatorin kein einziges Wort und springe deshalb wild zwischen den Themen hin und her, um das Interview schnellstmöglich zu beenden.

Der Rest der Digga-Redaktion googelt währenddessen nach Übersetzern.

In der internationalen Halle schenkt uns ein nervöser Fertignudelverkäufer ein Päckchen Yum Yum, in Schleswig-Holstein testen wir Wasser in allen Variationen, gewinnen bei der Tombola eingeschweißte Würste und wärmen uns die Hände an der Kuh.

Nach einigen erfolglosen Versuchen, an den Ständen kostenlos größere Mengen an Nahrung zu erhalten („Wir sind von der Jugend-Redaktion DIGGA, dürfen wir was probieren?“), beschließen wir, uns etwas zu essen zu kaufen, doch Mitläufer-Betriebe wie Ditsch haben sich den restlichen Preisen der Messe angepasst und bieten jetzt ihre halbgaren Pizzazungen für 4 Euro an. In Ermangelung günstigerer Alternativen schlägt man zu.

Die Zeit rennt, wir schieben uns durch die Massen an trachtentragenden Tölpeln, die Speicherkarten füllen sich mit mehr oder minder brauchbarem Videomaterial, die Motivation sinkt. Bald schon sind wir wieder in Brandenburg und lassen den Tag ausklingen, indem wir unsere Technik zusammenpacken und uns auflösen.

Die Grüne Woche war mal wieder ein Heidenspaß!

 

 



Interview mit Katja Krasavice

Im vergangenen Jahr haben wir die Youtuberin Katja Krasavice auf den Video Days interviewt. Hier noch einmal das originalgetreu transkribierte Interview zum Nachlesen.

Laura: Eine ganz einfache Frage – warum bist du auf Youtube?

Katja: Weil Youtube zurzeit die Plattform ist, die einem Reichweite bietet und weil  ich angefangen hab und irgendwann bekannt wurde, darum bin ich auf Youtube.

Laura: Also ist dein einziges Ziel, berühmt zu werden.

Katja: Nein, ist es nicht. Ich bin auch mit der Ambition reingegangen, einfach nur Videos zu machen. Aber ich bin berühmt geworden und natürlich gefällt mir das.

Laura: Ja, natürlich, aber jetzt hast du ja auch eine spezielle Reichweite und auch eine Menge Fans. Wie gehst du damit um?

Katja: Ich find das wirklich schön und ich hab auch gerade eben noch in einem Interview gesagt, dass ich die wie Freunde behandle. Auch wenn das immer so Gelaber, bla-bla-bla-bla-bla, ist, aber es ist bei mir halt wirklich so. Ich würde mit denen einfach nur chillen wollen.

Laura: Jetzt produzierst du ja einen etwas spezielleren Content. Findest du das gut, dass du quasi solchen jungen Leuten beibringst, so freizügig zu sein?

Katja: Ich finde, es ist schon verständlich, dass Leute das nicht gut finden, und bla, es ist schon verständlich. Youtube ist ja auch jetzt nicht die Plattform, die das so übelst feiert, bla-bla-bla. Aber ich finde, nicht nur ich zeige den jungen Kindern, wie man sich verhält, sondern andere zeigen, ganz ganz viele, Medien, Fernsehen, bla. Fernsehen ist nicht so das Wahre, ne?

Laura: Aber trotzdem beeinflusst du die Jugendlichen ja auch.

Katja: Ja, ich beeinflusse die, aber leider möchte ich auch mein Leben ausleben. Ich mache das, was ich mache.

Wir danken Katja Krasavice herzlich für dieses aufschlussreiche und aussagekräftige Interview!

 



Internationale Kurzfilmfestivals

DIGGA war bei interfilm, dem internationalen Kurzfilmfestival  und bei  KUKI dem internationalen Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche.

Kurzfilme sind wie Kurzgeschichten. Ein paar eindrucksvolle Bilder, die mit wenigen Worten auskommen, aber trotzdem eine komplexe Handlung oder sonst eine bestimmte Atmosphäre ausdrücken – und dann ein oft plötzliches, manchmal schockierendes, aber auf alle Fälle überraschendes Ende, das alles, was man vorher gesehen hat, in ein ganz neues Licht rückt.

Die Kurzfilme aus aller Welt werden in Originalsprache gezeigt, entweder untertitelt oder, für die kleinen Gäste, von Sprechern eingesprochen. Interfilm feierte dieses Jahr sogar einen Besucherrekord: 21.000 Besucher konnten in verschiedenen Kategorien ihre Filme sehen und im Anschluss direkt ihre Fragen stellen, denn die Filmemacher waren mit vor Ort im Kino.

Die Filme, die uns am Samstag gezeigt wurden, standen unter dem Motto „Confrontation“. Der Zuschauer wurde also regelrecht konfrontiert mit sozialen sowie gesellschaftspolitischen Themen wie Kinderarmut, Flucht und Pädophilie. Doch nachdem man sich dann in kürzester Zeit so intensiv mit solch schwierigen Themen auseinandergesetzt hatte, begann schon der nächste Film und man wurde mit einer solchen Wucht in die neue Thematik hineingeworfen, wie man aus dem letzten Film hinausgeschleudert wurde.

Die Filme haben uns alle auf ihre Art und Weise beeindruckt und waren ausnahmslos toll gefilmt. Mit einem Kopf voller neuer Bilder und Gedanken verließen wir das Babylon Kino.