Nanna

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Die Geschichte der Studentenverbindungen in Deutschland

Studentenverbindungen gibt es in vielen Farben und Formen. Als „schlagende“ und „nicht schlagende“, nur für Männer oder nur für Frauen, mit eigenen Farben und Symbolen oder ohne, unter dem Namen „Burschenschaft“, „Landsmannschaft“, „Corp“ oder „Verbindung“ und so weiter.
Ihnen allen gemeinsam ist ihre Entstehungsgeschichte.

Studenten, die sich in Gruppen organisieren und ihren Alltag gemeinsam verbringen, das gibt es schon so lange wie die Universitäten selbst. Im 13. und 14. Jahrhundert mussten alle Mitglieder einer universitären Fakultät in einem gemeinsamen Gebäude wohnen und bekamen farblich einheitliche Kleidung vorgeschrieben. Diese, als „Nationen“ oder „Bursen“ titulierten, Wohngemeinschaften können als Urform einer studentischen Verbindung betrachtet werden. Die Kleiderordnung stellte die erste Form einer „Couleur“ da. Aber erst im 15. Jahrhundert gründeten Studenten Gruppen, die nicht unter dem Einfluss der Universitäten standen. Diese neue Form übernahm den Namen „Nation“ oder bezeichnete sich als „Landsmannschaft“. Hier entstand im 17. Jahrhundert der Brauch, dass Erstsemester, „Füchse“ genannt, ältere Studenten bedienen und aushalten müssen. In der Trennung von „Füchsen“ und „Burschen“ wird bereits die erste strukturelle Organisation der Verbindungen sichtbar, die sich im 18. Jahrhundert weiter manifestierte. Die Gemeinschaften schafften Ämter, Privilegien und Pflichten, eine Ordnung die man noch heute in vielen Verbindungen findet.

Ende des 18. Jahrhunderts kamen neben den „Landsmannschaften“ „Orden“ auf. Nach dem Vorbild der Freimaurerloge waren diese geheim, nahmen nur sorgfältig ausgewählte Mitglieder auf, betrieben ein kompliziertes Zeremoniell und verpflichteten ihre Mitglieder im Lebensbundprinzip bis zum eigenen Tod füreinander zu sorgen. Aufgrund der Sprengkraft, die ein Zusammenschluss junger Intellektueller barg, wurden „Orden“ und „Landsmannschaften“ im Absolutismus verfolgt und mussten sich auflösen. An ihre Stelle traten um 1800 „Kränzchen“, „Landsmannschaften“, „Gesellschaften“ und „Clubs“, die einen Großteil der Bräuche, Formen und Strukturen von „Landsmannschaften“ und „Orden“ übernahmen. Allerdings waren sie vollkommen unpolitisch und wollten vor allem der Charakterbildung junger Studenten dienen, weshalb sie geduldet wurden. Die ältesten noch heute existierenden Studentenverbindungen stammen aus dieser Zeit.

Das 19. Jahrhundert wurde eine überaus wichtige und aktive Zeit für alle Angehörigen einer Verbindung. Reformen an den Universitäten führten zu einer neuen Selbstwahrnehmung der Studenten: Man war nicht länger der Schüler, der belehrt wurde, sondern sah sich selbst als eigenständig Denkenden, aktiv Beteiligten. Aus diesem Verständnis heraus beteiligten sich viele Studenten an den Befreiungskriegen (1813-1814) gegen die napoleonische Fremdherrschaft und entwickelten, ganz im Geist ihrer Zeit, den Wunsch nach nationaler Einheit. Durch die reaktionären Beschlüsse des Wiener Kongresses (1815) sahen sich viele freiwillige Kriegsteilnehmer um ihre Ziele betrogen. Als Reaktion darauf gründete das Jenaer Corps die erste „Burschenschaft“ Deutschlands. Zur 300-Jahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig (1817) versammelten sich ca. 400 Burschenschafter verschiedener Universitäten, um gegen die beginnende Reformation zu demonstrieren. Aufgrund der zunehmenden Politisierung der „Landsmannschaften“ und „Burschenschaften“ wurden 1819 die Karlsbader Beschlüsse erlassen, die die Meinungsfreiheit der Bürger beschnitten. Zudem wurden staatliche Überwachungsorgane an den Universitäten eingerichtet und die Jenaer Urburschenschaft zur Auflösung gezwungen. Ende der 1820er Jahre ließ die Überwachung nach, sodass sich erste Burschenschaften im Geheimen neu gründeten.

Die Revolution in Frankreich (1830) belebte die demokratische und nationale Einigungsbewegung erneut. Höhepunkt dieser neuen Entwicklungen war das „Hambacher Fest“ 1832, von Heidelberger Studentenschaften maßgeblich mitgestaltet. Durch einen missglückten Putschversuch von Teilen der „Allgemeinen Deutschen Burschenschaft“ nahm die Überwachung ein neues Ausmaß an, eine Vielzahl an Revolutionären und Burschenschaftern wurden ins Gefängnis gesperrt oder hingerichtet. In der folgenden Zeit entstanden konfessionelle Verbindungen mit betont apolitischem Kurs und einer Ablehnung der Tradition des Fechtens (z.B. die Uttenruthia in Erlangen). In der Revolution von 1848 entlud sich die seit Jahrzehnten angestaute Unzufriedenheit der gesamten Bevölkerung aller deutschen Staaten auf die herrschenden Zuständen. Studenten und ihre Verbindungen nahmen bei vielen Protesten und Kämpfen eine wichtige Rolle ein. Ein Erfolg der Revolution war die Einführung der Frankfurter Nationalversammlung, welche die Karlsbader Beschlüsse aufhob. Somit kam es zu einer Legalisierung der Studentenverbindungen und einer neuen Blütezeit. Da der preußische König die ihm von der Nationalversammlung angebotene Kaiserwürde jedoch ablehnte, scheiterte die Revolution und die studentischen Verbindungen entwickelten sich in der folgenden Reaktionszeit zu rein akademischen, staatstreuen Lebensgemeinschaften.

Aus der nationalen Bewegung der Verbindungen wurde eine nationalistische, die ihre Ziele von 1848 erreicht sah. Man tauschte seine liberalen Werte gegen eine konservative Grundüberzeugung und leitete die Wende zum Illiberalismus ein. Dieser neue Stil bestimmte das Leben der Akademiker bis zum Ersten Weltkrieg und spiegelt sich auch heute noch den Grundsätzen einiger studentischer Verbindungen wieder.

In der Weimarer Republik spielten Studentenverbindungen vor allem durch die soziale Versorgungsfunktion, die ihren Mitgliedern zuteil wurde, eine wichtige Rolle. Durch den ersten Weltkrieg herrschten finanzielle Nöte, knapper Wohnungsmarkt und ein immenser Andrang an neuen Studenten in den Universitäten, daher wurde diese Unterstützung unentbehrlich.

Im Dritten Reich wurde in den Verbindungen das „Führerprinzip“ eingeführt. Die Dachverbände der Korporationen wurden „arisiert“, alle jüdischen Verbindungen und Verbindungen die sich weigerten „nicht-arische“ Mitglieder auszuschließen wurden 1933 aufgelöst. Als sich während des Sommersemesters 1935 Mitglieder des Heidelberger Corps „Saxo-Borussia“ mehrmals in der Öffentlichkeit despektierlich über Adolf Hitler äußerten, kam es zum Verbot aller verbliebenen Studentenverbindungen, außer dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB). Einige Verbindungen wurden Kameradschaften des NSDStB, einige Altherren-Gruppen konnten im Stillen bis Kriegsende bestehen bleiben. Verdeckt hielten sich die Korporationstraditionen bis 1945, als die Kameradschaften von den Alliierten verboten wurden.

In der Nachkriegszeit waren Korporationen zunächst verboten, allerdings konnten sich durch den Einfluss der Alten Herren schon 1950 die ersten Verbindungen erneut gründen und im „Convent Deutscher Korporationsverbände“ (CDK) zusammenschließen. Die Studentenzahlen der Nachkriegszeit lagen noch weit über denen der Weimarer Republik, die Zahl der Mitglieder der Korporationen blieb aber gering, da sie für ihre Haltung im Dritten Reich kritisiert wurden.

Bis heute werden Studentenverbindungen in weiten Teilen der Gesellschaft als Relikte vergangener Zeiten angesehen, für ihre konservative, nationalistische Gesinnung kritisiert und deshalb gemieden.



Studentenverbindung – mal anders

Gehört hat wohl jeder schon davon.

Junge Menschen, die aus freien Stücken bunte Schärpen und Mützen tragen, Trinkgelage mit komplizierten Regeln abhalten, ihre „Ehre“ in Degenduellen verteidigen und eine äußerst rechts-nationale Gesinnung vertreten. Burschenschaften, Landsmannschaften, Corps, Turnerschaften und wie diese Verbindungen noch alle heißen mögen, haben ein äußerst unvorteilhaftes Image für unsere modernen Zeiten. Sind all das nur Vorurteile und Klischees oder ist da etwas Wahres dran?

Fakt ist, dass es in Deutschland ca. 1000 Studentenverbindungen gibt, die wohl kaum alle gleich seien können. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Merkmalen, die die Gruppen voneinander abgrenzen. Der erste Unterschied entsteht durch die Entscheidung, welchen Geschlechts die Mitglieder sein dürfen. So gibt es rein männliche, rein weibliche und gemischt-geschlechtliche Verbindungen. Durch das Prädikat „schlagend“, „fakultativ-schlagend“ und „nicht schlagend“ wird signalisiert, ob  es in der Verbindung Pflicht ist, das Fechten zu lernen und sich zu duellieren. Als „farbentragend“, „farbenführend“ und „nicht farbentragend“ wird die Pflicht beschrieben, die verbindungseigenen Farben als Band oder Mütze zu tragen. Und so lässt sich die Liste der unterschiedlichen Ausrichtungen und Spezialisierungen noch eine Weile fortführen. Wie das mit Vorurteilen so ist, wurden mal wieder alle über einen Kamm geschoren, obwohl auf diese Weise die Wahrheit verfälscht wird.

Es ist nicht zu leugnen, dass es Verbindungen gibt, die den schlimmsten Befürchtungen entsprechen: Frauen werden ausgeschlossen, weil sie als nicht ebenbürtig betrachtet werden. Beim „Mensur-Fechten“ wird Gewalt verherrlicht und ein „Ehrbegriff“ geprägt, der es zur Selbstbestätigung nötig macht, andere zu demütigen. Mitglieder der eigenen Burschenschaft werden zum Komasaufen angestiftet, Erstsemester „Füchse“ als kostenlose Arbeitskräfte missbraucht und zu allem Überfluss wird in diesem Umfeld aus Tradition und Bezug zur deutschen Geschichte ein völlig verdrehter Nationalstolz.

Diese Gruselgestalten, bei denen es einem kalt den Rücken herunter läuft, sind das eine Extrem. Doch zur gleichen Zeit und in der gleichen Stadt gibt es Verbindungen, die außer dem Namen „Verbindung“ und einem geschichtlichen Ursprung nichts damit gemein haben. Ich hatte die große Freude, den Vorsitzenden der Akademisch Musischen Verbindung in Berlin (AMV), Justus Kamp, zu treffen und mit ihm über das Leben in einer Berliner Studentenverbindung zu sprechen:

Ich für meinen Teil habe bei der Arbeit an diesem Artikel wieder einmal fest gestellt, dass Vorurteile genau das sind, was ihr Name bereits sagt: Urteile, die wir fassen, bevor wir überhaupt genau hingesehen haben. Sie bieten uns Schutz vor Dingen, Menschen und Situationen, die uns nicht vertraut sind und gefährlich seien könnten. Doch sorgen sie auch dafür, dass uns so viel entgeht, was unser Leben bereichern könnte.



Demokratie im Dornröschenschlaf?

Eine Bestandsaufnahme des Verhältnisses Berliner Jugendlicher zu Demokratie

Ein Drittel aller Erwachsenen traut es der nachfolgenden Generation nicht zu, die Demokratie in Deutschland zu bewahren. Diese Zahl war ein zentrales Ergebnis des Kinderreports 2017, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des deutschen Kinderhilfswerks.

Wieso zweifelt ein großer Teil der Elterngeneration an der Demokratiefähigkeit der Jugendlichen? Wieso entsteht der Eindruck, dass die junge Generation sich nicht politisch beteiligt und ist der Vorwurf berechtigt? Welche Verbesserungsvorschläge sehen Jugendliche für unsere Demokratie und die politische Bildung? Und sorgt die Furcht vor Rechtspopulismus, dem Zerfall von Europa und dem Ende von Freiheit und Wohlstand für eine Politisierung junger Menschen?

Wer schon mal eine Gruppe Jugendlicher gefragt hat, ob sie eine Parlamentssitzung anschauen möchten hat die genervten Gesichter bestimmt noch gut im Gedächtnis. Nicht verwunderlich, wenn der Eindruck entsteht, dass politisches Interesse nicht vorhanden ist.
Ein genauerer Blick auf eine dieser Sitzungen macht eine Vielzahl der Gründe offensichtlich. Als Repräsentanten der Demokratie Deutschlands ist es die eigentliche Aufgabe der Abgeordneten, die Interessen ihrer Wähler zu vertreten und ihre Bedürfnisse zu erfüllen. In der Realität bietet sich einem allerdings ein Bild, das jeden Kindergärtner verzweifeln lassen dürfte. Ja nicht vom Kurs der Partei abweichen, um Einigkeit demonstrieren, und die natürlich vollkommen sinnfreien Vorschläge der anderen Parteien als Einheit abbürsten zu können. Dieses bockige, realitätsfremde Denken ist das Äquivalent zur Einstellung vieler eingefleischter Wähler, die seit 40 Jahren ihre Volkspartei wählen, weil die ja wenigstens noch für wahre Werte und Moral in einer ohnehin durch Internet, Videospiele und Drogen verkommenen Gesellschaft einsteht. Somit wirkt Politik weder zeitgemäß noch einladend auf die jungen Leute.
Ein Großteil der letzten 25 Jahre schien außerdem keiner besonderen politischen Teilhabe der Jugendlichen zu bedürfen. Nachdem die Wiedervereinigung geschafft war, ließ das politische Interesse der Jugend stetig nach, wie die 14. Shell-Jugendstudie zeigte. In dieser war die Rede von „Ego-Taktikern“, die nur zum eigenen Vorteil handeln würden. Die großen Themen der Politik waren einfach nicht relevant für die Jugend, vielmehr ging man auf die Straße gegen Studiengebühren, Lehrermangel und Sparmaßnahmen. Das vorhandene politische Engagement beschränkte sich also auf die eigenen Interessen.

Erst der wachsende Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Deutschland und Europa, Probleme mit Migration und Finanzkrisen rücken große politische Themen in den Fokus junger Menschen. Derlei bisher für die junge Generation unbekannte Herausforderungen sind von so existentieller Bedeutung für Alltagsleben und Zukunftsperspektiven der deutschen Bürger, dass die politische Teilhabe Jugendlicher unabdingbar geworden ist.
Wenn sich Kinder und Jugendliche aber daran machen, ihre Meinung zum politischen Diskurs beizutragen, erleben sie eine herbe Enttäuschung, denn auch bei diesem Thema spielt das Schreckensgespenst der Bundesrepublik „Demographischer Wandel“ eine entscheidende Rolle. Wie der 15. Kinder und Jugendbericht zeigt waren mehr als 20% der Wähler bei der Bundestagswahl 2013 über 60 Jahre alt. Die 18- bis 21- Jährigen stellen dagegen nur rund 3% der Wahlberechtigten. Diese Schlucht zwischen den Altersgruppen bedeutet, dass Jugendliche kaum einen Einfluss auf die tatsächlichen Machtverhältnisse haben. Anstatt gegen Windmühlen anzukämpfen, wird bei der Erwähnung einer Parlamentssitzung daher nur resigniert mit den Augen gerollt und die Kraft in Erfolgsversprechenderes investiert.
Und doch gibt es sie. Die Idealisten, die Motivierten, die Querdenker, die Rebellen und die Nonkonformen. Menschen die ihr Recht auf Mitgestaltung trotz allem nicht aufgegeben haben. Manche leben ihre Einstellung im Privaten und vertreten ihren Standpunkt im Freundes- und Familienkreis. Aber wenn das nicht mehr reicht geht der nächste Schritt häufig in einen Verein, eine Organisation, eine Partei oder eine Gruppierung mit den gleichen Zielen.
Zwischen dem vierzehnten und dem neunzehnten Lebensjahr engagiert sich ungefähr jeder zweite Jugendliche ehrenamtlich. Damit sind sie die ehrenamtlich aktivste Bevölkerungsgruppe. Wie kann dieses Engagement, diese Beteiligung, dieser Versuch der Mitgestaltung von der Öffentlichkeit einfach übersehen werden? Wieso wird einer derartig involvierten Jugend nicht zugetraut, die Demokratie zu bewahren?
Zugegebenermaßen üben viele Jugendliche ihr Ehrenamt nicht im politischen Bereich aus. Beliebt sind vor allem Sportvereine, Schulen, Kirchengemeinden, Rettungsdienste und die Freiwillige Feuerwehr. Doch politische Bildung erfährt die junge Generation nicht nur durch den Eintritt in eine Partei. Neben dem Elternhaus und der Schule sind es vor allem diese Ehrenämter die Jugendliche fit machen für einen verantwortungsvollen Einsatz ihrer demokratischen Grundrechte.
Auch die Ergebnisse der 17. Shell Jugendstudie aus dem Jahr 2015 deuten in diese Richtung. 41% der Befragten bezeichnen sich als „politisch interessiert“, 11% mehr als noch im Jahr 2002. In etablierte Parteien setzen nur wenige ihr Vertrauen, zu groß ist die Alltagsferne, zu tief verwurzelt das angestaubte Image. Organisationen für Umweltschutz und Menschenrechte genießen ein weit aus besseres Ansehen.
Die junge Generation hat eigene Möglichkeiten und Wege gefunden um ihren politischen Ideen Ausdruck zu verleihen. Stark verbreitet sind die Nutzung von Online-Petitionen, der Austausch über soziale Netzwerke, Demonstrationen, Bürgerinitiativen und die Organisation in Subkulturen, denen ihre gemeinsame politische Ausrichtung als Identifikation dient. All dies geschieht fern ab vom konventionellen politischen Tagewerk, leicht zu übersehen, und durch verhärtete Strukturen in ihrer Effektivität gehemmt. Wenn die Elterngeneration behauptet, Jugendliche würden sich nicht politisch engagieren, liegt dies also eher daran, dass politische Aktivität sich heute in einer Form zeigt die sich ihrer Aufmerksamkeit entzieht.

Die Einen sind 15 oder 16 Jahre alt und diskutieren über Demographischen Wandel und Direkte Demokratie. Die Andere ist 19 Jahre und arbeitet in dem Bürgerbüro eines Abgeordneten. Und dann, beim Lesen der neusten Studie des Kinderhilfswerks kann man eigentlich nur den Kopf schütteln über Erwachsene die kein Vertrauen in die politischen Fähigkeiten unserer Jugendlicher haben.
Was wollt ihr mehr? Diese Schüler fordern mehr Politikunterricht um besser bescheid zu wissen, sie warten nur darauf 18 zu werden um endlich wählen zu gehen und mitzuentscheiden. Ein Blick in die 17. Shell-Jugendstudie müsste reichen um diese Aussagen und Eindrücke mit Fakten zu untermauern.
All dies den enormen Hürden des aktuellen Zeitgeschehens zum Trotz. Nicht einmal die Steine, die ihnen durch die verkrusteten politischen Strukturen in den Weg gelegt werden, halten sie davon ab sich alternativ und abseits der konventionellen Mitsprachemöglichkeiten zu engagieren.
Also dürfen wir hoffen, dass sich dieser positive Trend fortsetzt und es unserer Generation gelingt, das ihr entgegen gebracht Misstrauen zu überwinden und die Demokratie zu bewahren.