Anton macht`s klar

Welturaufführung im GRIPS – Theater

Als Isabell und ich aus der S – Bahn aussteigen, können wir es kaum erwarten: Wir werden gleich unsere erste Welturaufführung als Reporterteam erleben!

Das Theaterstück, in das wir gehen werden, heißt “Anton macht´s klar”. Es ist die Bühnenfassung des Bestsellers, den Milena Baisch geschrieben hat. Im GRIPS – Theater kann man seit 1966 Theaterstücke für Kinder ansehen, mittlerweile werden auch Vorstellungen für Jugendliche gemacht.

In dem Stück geht es um einen neunjährigen Jungen namens Anton, der unbedingt die neusten Schuhe (sogenannte „Heelys“, das sind Schuhe mit Rollen unter den Sohlen) braucht, um cool zu sein. Seine Eltern können sich das im Moment aber nicht leisten, und so versucht Anton alles, um selbst an Geld für die  Schuhe zu kommen. Schließlich hat er vor seinen Klassenkameraden schon mit denen angegeben! Schnell merkt Anton, wie sehr Geld das Leben wirklich beeinflusst, besonders, wenn es fehlt. Mit Gesang und großartigen Schauspielern wurde das Stück am Donnerstag das erste Mal aufgeführt. Und bevor ich hier noch irgendwas verrate, empfehle ich euch, die Aufführung selbst zu erleben. Das Theater ist in der Altonaersrtaße 22 zu finden, direkt neben dem U Bahnhof Hansaplatz (U9).  Für genauere Informationen zu den nächsten Terminen schaut auf der Internetseite www.grips-theater.de vorbei.

Die Uraufführung des Stückes fand am 18.01.2018 statt – dass haben Isabell und ich  uns natürlich nicht entgehen lassen!

Um 16:00 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Aufführung, kamen wir als Reporterteam beim GRIPS – Theater an. Hier war kaum etwas los, also haben wir uns schonmal ein paar Fragen für späterere Interviews ausgedacht. Bald bekamen wir auch eine Pressemappe und das Skript des Stückes, das ich später während der Aufführung begeistert mitlas.

Nachdem wir eine halbe Stunde lang Eindrücke aufgeschrieben und die Pressemappe gelesen hatten, kamen auch schon die ersten Besucher in den Eingangsbereich. Isabell machte sich auf den Weg, um ein paar Leuten unsere Fragen stellen zu können.

Wer wissen möchte, was die Antworten der vorfreudigen Schulklassen, Jugendlichen und kleinen Neugierigen waren, hört sich am Besten diese Aufnahmen an:

Isabell und ich hatten viel Spaß dabei, das Stück zu sehen, Fotos zu machen und mit vielen Menschen zu reden. Ich persönlich hatte besonders viel Freude daran, wie begeistert die jüngeren Zuschauer waren. Ich denke aber, der tosende Applaus am Ende der Vorstellung spricht für sich: Das Publikum war begeistert, und Isabell und ich ebenso.



Eingesperrt in einem nebeligen Raum – DIGGA beim Escape Game

Diesen Artikel schreibe ich an meinem Schreibtisch. Fest steht also: Es ist uns gelungen, aus jenem nebeligen Raum (s.o.) zu escapen!

Wie, ist mir in Teilen immer noch nicht ganz klar. Denn wenn ich jetzt im Nachhinein interessierten, aber unbeteiligten Mitmenschen die Einzelheiten unseres Abenteuers schildere, wird mir immer wieder bewusst, dass meine Ausführungen etwa so wirr und surreal wirken müssen, wie wenn ich schlaftrunken von meinen Träumen erzähle: Laserstrahlen, die aus einem Tisch schießen und bei Berührung Klaviertöne auslösen, Zahlenrätsel, die indirekt die Öffnung eines verschlossenen Backofens bewirken, eine Tanzmatte, die den Blick in einen neuen Raum freigibt, sich drehende Latten und das alles im Stil von Superhelden.

Auch geschrieben stelle ich wieder fest: Es wirkt, als hätte ich mir den Irrsinn ausgedacht. Könnte man zumindest denken, wenn man nicht wüsste, dass Kreativität nun wirklich nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört. Was allerdings beim Escape Game wider Erwarten kein großes Hindernis darstellen sollte.

Anders als der Weg zum Escape Room. Während das Konzept eines solchen Raumes darin besteht, ihn innerhalb einer Stunde durch kombinatorische Rätsel wieder zu verlassen, scheiterten Björn und ich erst einmal daran, ihn überhaupt zu betreten und  stolperten belustigt im Parkhaus des Velodroms umher. Mithilfe unseres besten Freundes GPS gelang es uns schließlich, das größte Live Escape Game Europas zu finden. Zwischen Beckenboden- und Salsatraining tat sich ein wenig vertrauenswürdiger Fahrstuhl auf, welcher uns in den fünften Stock der Storkower Straße 140 beförderte, wo wir von heulenden Stimmen, befremdlichen Statuen und freundlichen Mitarbeitern empfangen wurden.

Während der eine Teil der DIGGA-Redaktion auf den anderen wartete, konnte der wartende Teil gewisse Areale seines Gehirns schon in der Lounge warmdenken, indem er verbissen probierte, eine kleine, in einer größeren Kugel befindliche Kugel über komplexe Installationen zum Ziel zu befördern. Das Motiv des Rätsels zog sich also durch das gesamte Spektakel.

Und auch, wer keine Rätsel zu mögen glaubt: Er liegt falsch.

Vier gute Gründe, warum man einen Escape Room aufsuchen sollte:

  1. Egal, mit was für bekloppten Heinis man hingeht: Am Ende hat man sie alle ein bisschen lieber (Gruppendynamik und so).
  2. Man fühlt sich zwischenzeitlich sehr klug und kombinatorisch talentiert (auch, wenn jemand anders das letzte Rätsel geknackt hat und auch, wenn man zu keiner Zeit wirklich die treibende Kraft war).
  3. Man kann danach ohne wirklich schlechtes Gewissen zu Mc Donalds, in die Matrix, ins Bett oder sonstwohin gehen (weil man das Gefühl hat, etwas geleistet zu haben).
  4. Man hat etwas gelernt. Garantiert. Egal, ob Namen und äußerliche Charakteristika von Superhelden, Tanzen oder Kopfrechnen wiederholt – oder, wie man angemessen mitleiderregend mit den Händen wedelnd im Kreis rennt. Denn das muss man kollektiv, wenn man meint, dringend einen Tipp vom Spielleiter zu benötigen. Dieser guckt einem nämlich per Überwachungskamera zu.

 

Also. Auf! Und zwar bald. Der Escape Room ist monatelang im Voraus ausgebucht.

Ach, und noch was: Fangt am besten gleich an zu sparen. 89 bis 228 Euro werdet ihr dalassen müssen, kommt darauf an, wie viele ihr seid.

 



Berliner FamilienPass 2018

Wenn man die Freizeit mit der Familie kreativ und abwechslungsreich gestalten möchte, bietet der Berliner Pass eine vielfältige Auswahl von Aktivitäten.

Wenn du zum Beispiel nicht so viel ausgeben willst oder nicht so viel Geld hast, wäre der Berliner Familienpass genau das richtige für dich, da der Pass sehr viele Vorteils-Coupons enthält und viele Aktivitäten damit viel günstiger sind. Die Aktivitäten sind etwas für Groß und Klein über Fußball Turniere von zum Beispiel Hertha BSC oder Union Berlin bis Kino oder Theater. Du magst Kultur? Dann kannst du auch in eins von vielen Museen gehen.

Im Berliner Familien Pass befinden sich mehr als 300 familienfreundliche Preisvorteile und über 200 Verlosungen, so dass Familien mit Kindern ein abwechslungsreiches und kreatives Jahr 2018 erleben können.

Der Pass gilt vom 1.1- 31.12.2018 und kostet 6€

Den Berliner Familien Pass können alle Familien mit Wohnsitz in Berlin und mit Kindern bis einschließlich 17 Jahre nutzen, völlig unabhängig vom Einkommen oder davon, ob sie ihre Kinder alleine oder gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner erziehen. Großeltern können ihren Pass zusammen mit ihren Enkeln nutzen.

Der Verkaufsstart von dem Berliner Familienpass war bereits am 1.12.2017.

Den Familien Pass kann man zum Beispiel bei Getränke Hoffmann, Karstadt Sports, LPG Biomärkte, FEZ Berlin, in vielen Bürgerämter und Bibliotheken und beim JugendKulturService kaufen, er kostet nur 6€.

Für jeden der diesen Pass besitzt werden über 200 Familienaktionen mit kostenlosen Plätzen für Workshops, Ausflüge und Tagesfahrten sowie Freikarten zu Kultur und Sportevents verlost.

Der Berliner Familien Pass wird vom JugendKulturService herausgegeben, dies ist eine gemeinnützige Gesellschaft des Berliner Jugendclub e.V.

JugendKulturService wird vom Land Berlin sowie vom Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH gefördert.

Jugendkulturservice – Berliner FamilienPass 2018

 

 



Abenteuer Ehe – es nimmt kein Ende!

Wer sich durch regelmäßiges Frequentieren des Digga-Blogs Zeuge des Digga’schen Werkens und Wirkens zu nennen wagt, hat es vielleicht schon bemerkt: Bent und ich haben uns lange nicht mehr gestritten. Zumindest nicht öffentlich.

Wagt er es zudem, Empathie zu seinen Kernkompetenzen zu zählen, so hat er sich vielleicht für uns gefreut. Doch damit weit gefehlt.

Abenteuer Ehe nimmt kein Ende – gerade nach der inspirierenden Reizüberflutung Weihnachten war es uns ein Bedürfnis, unsere Erfahrungen hinsichtlich familiärer Differenzen auch unserem guten alten Ehepaar aus unserer Hörspielreihe zur Verfügung zu stellen, auf dass ihr Zusammenleben weiterhin so konfliktreich und damit für die Internetwelt belustigend bleibe.

Denn das ist unsere Absicht. Bent und ich präsentieren stolz: Die ganze Verwandtschaft!

Diesmal steht die Silberhochzeit vor der Tür. “Willst du denn da die GANZE Verwandtschaft…?” – fragt der Gatte ängstlich – und da fangen die Probleme auch schon an. Ob man auch Tante Sieglinde einlade und wer über wen lästert – diesbezüglich gibt es natürlich wieder Meinungsverschiedenheiten, die, wie es sich gehört, in Grundsatzdiskussionen ausarten.

Noch böser wird es allerdings in der Kunstgalerie in unserem Hörspiel “Öl auf Leinwand”.

Ein fraglich ästhetisches Gemälde eines gewissen Adalbert Trauswick bietet Anlass für einen Disput, der nur noch an einem Ort getoppt werden kann: Im Bett.

In unserem Hörspiel “Nächtliche Dispute” geht es um genau das, was einem eigentlich gerne vorenthalten würde. Das haben wir nicht vor.

Im Gegenteil: Premiere feierte dieses Hörspiel sogar auf einer Bühne – und zwar bei LSD – Liebe Statt Drogen! Ein Live-Mitschnitt der Lesung steht selbstverständlich auch nochmal auf der Soundcloud herum:

Es ist unschwer zu erkennen und für uns doch wieder erstaunlich: Abenteuer Ehe geht immer weiter! Schon 14 Folgen sind mittlerweile online, 14 Mal Alltagsirrsinn, Situationskomik und eloquente Wortgefechte. Wann der nächste Streit kommt? Bestimmt bald.

Schaut einfach regelmäßig vorbei, man wird es hören! Und damit: Guten Rutsch!



Wird der BER doch noch fertig?

Nein, wir diskutieren jetzt natürlich nicht noch einmal den verkorksten Bau des Berliner Flughafens. Der wurde doch schließlich schon oft genug auseinandergenommen.

Heute soll es um UnberechenB€R gehen, ein neues Gesellschaftsspiel, das sich auf ironische Weise mit der Finanzierung des neuen Flughafens befasst. Man kann es ab 14 Jahren und in Gruppen von zwei bis fünf Personen spielen. Die Regeln sind sehr einfach: Wer am meisten Steuergelder sinnlos ausgibt, der gewinnt! – Also eigentlich sehr eng am Originalprojekt. Unsere Redaktion hat das Spiel getestet und verrät euch hier, ob es am 24. Dezember unter keinem Weihnachtsbaum fehlen sollte.

 


Schon beim Auspacken und Vorbereiten müssen wir schmunzeln, denn das Spiel setzt nicht nur im Titel auf Wortwitz. Auf dem Spielfeld werden zwei Stapel mit Ergebnis- und VerantwortlungsLosen platziert – well played. Nach kurzem Studieren der Spielanleitung ist eigentlich schon alles klar:
 

Man kann zwischen drei Schwierigkeitsstufen wählen und wir entscheiden uns für den Anfang für die mittlere. Es gibt acht Teilprojekte (beispielsweise für das Rollfeld, den Parkplatz oder die einzelnen Terminals), die möglichst verschwenderisch umgesetzt werden sollen. Der Reihe nach wird gewürfelt, dann darf man entweder ein ErgebnisLos ziehen oder eines der Teilprojekte bearbeiten, indem man einen der Spielsteine in die Reihe setzt und je nach Feld einen Betrag zwischen 10 und 50 Million “Steuerzahlertaler” verbrennt. Manchmal gibt es dazu auch noch ein VerantwortlungsLos. Derjenige, dessen Teilprojekt beendet wird, bekommt von den Mitspielern Geld zum Verbrennen und wer am Ende am meisten Geld ausgegeben hat, entscheidet das Spiel für sich. Es muss also gleichzeitig mit- und gegeneinander gearbeitet werden. Zwar sind alle Spieler beim Aufbau gefragt, denn keines der Teilprojekte kann von einem Spieler alleine abgeschlossen werden, aber gleichzeitig sollte auch ein Auge darauf geworfen werden, dass die Mitspieler nicht zu viel Geld verprassen. Wo man weiterbaut und die eigenen Spielsteine anlegt, sollte also gut überlegt sein.

Wirklich großen Spaß macht es, die Lose zu lesen:

“Testbetrieb. 10.000 Komparsen stellen fest, dass irgendwie alles nicht funktioniert. Kost und Logis für die Komparsen! Verbrenne 100 Mio.”

oder

“Ein neuer Eröffnungstermin kann leider noch nicht genannt werden. Verbrenne 20 Mio. für Erklärungsversuche.”

oder

“Flugverkehr geht noch nicht. Dafür fährt aber ein Bus! Halte die Buslinie aufrecht! Verbrenne 10 Mio.”

Hier wurde sich kreativ ausgelebt und große Mühe gegeben. Die Karten werden mit der Zeit auch nicht langweilig oder wiederholen sich, sondern sorgen für gute Unterhaltung zwischendurch. Die meisten der Lose sind positiv und verursachen weitere Kosten, nur manche haben gar keine oder negative Auswirkungen für den Spieler.

Nach circa 40 Minuten sind alle Teilprojekte beendet und das verbrannte Geld wird gezählt. Ein Steuerschaden von jeweils 1.140.000.000, 740.000.000 und 610.000.000 ist entstanden und damit steht auch eine klare Siegerin fest!

Uns hat das Spiel großen Spaß gemacht und für viel Lachen gesorgt, allerdings hätten wir uns etwas mehr Action gewünscht. Im Endeffekt verbrennt jeder sein Geld vor sich hin und in den meisten Fällen entscheidet das Glück darüber, wie viel das ist. Es wäre schön, wenn es mehr Karten gäbe, mit denen man den Mitspielern Spielsteine oder Geld klauen kann, und wenn es dadurch auch strategischer würde. Vielleicht ändert sich das aber auch im schwierigeren Modus, der einen mehr Karten ziehen lässt.

 

Fazit: Tolle Idee mit viel Wortwitz, aber die Interaktivität zwischen den Mitspielern könnte noch ausgebaut werden. Trotzdem lohnt sich ein Kauf in jedem Fall!

“Der Generalplaner warnt vor Verzögerungen. Sofort entlassen. Auswirkungen: Keine! Der Nächste ist dran.”



Ein Besuch im Berliner Abgeordnetenhaus

Zu beiden Seiten der großen, imposanten Halle reichen zwei, mit rotem Teppich bedeckte Treppen zu den oberen Stockwerken hinauf. Das Foyer des vor über einhundert Jahren erbauten Gebäudes des ehemaligen Preußischen Landtages und heutigen Sitzes des Berliner Abgeordnetenhauses ist tatsächlich recht eindrucksvoll. Ein Gebäude mit einer interessanten Geschichte.

Wir hatten das Glück, vom aktuellen Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, durch das gesamte Gebäude geführt zu werden und ihm Fragen rund um das Abgeordnetenhaus stellen zu können. Herr Wieland ist bereits seit 18 Jahren Abgeordneter und wurde 2011 zum Präsidenten gewählt. Wir trafen uns mit ihm im Foyer, wo er uns zunächst Einiges über die Geschichte des Gebäudes erzählte. Anschließend führte er uns in den vermutlich wichtigsten Raum des Hauses – den Plenarsaal. Hier erklärte er uns die Arbeitsweise des Parlaments, also beispielsweise wie Gesetze beschlossen werden und welche Rechte die Opposition hat.

Weiter ging es mit der Berliner Ehrenbürger-Galerie, die inzwischen 54 Gemälde von Personen, die sich „in hervorragender Art und Weise um Berlin verdient gemacht“ haben, umfasst. Wir erfuhren von Herrn Wieland, wie man Berliner Ehrenbürger wird und haben außerdem nachgefragt, wen er als Ehrenbürger vorschlagen würde. Ein weiterer Ort, der an wichtige politische Persönlichkeiten erinnert, ist die Büstengalerie in der obersten Etage. Zu sehen sind hier die ehemaligen Präsidenten des Abgeordnetenhauses und dort verriet er uns auch, welchen seiner Vorgänger er ganz besonders bewundert.

Am Ende bekamen wir sogar noch das Büro von Ralf Wieland zu sehen! Eine Nachbildung der Büste der Nofretete und einige Bilder befinden sich hier. Während ich ihm an seinem Schreibtische gegenübersaß, erzählte er, wie er zur Politik gekommen war. Wir redeten außerdem über das Thema Jugend und Politik und darüber, wie und warum man Kindern und Jugendlichen Politik näher bringen sollte. Er erwähnte, dass Anfang nächsten Jahres eine Jugendseite des Abgeordnetenhauses online geht!

Wer vorher schon mehr über das Abgeordnetenhaus erfahren will, kann es so wie wir auch jederzeit selbst besuchen. Wir fanden es auf alle Fälle ziemlich spannend und bedanken uns bei Ralf Wieland dafür, dass er uns einen solchen Einblick ermöglicht hat.



Marilyn Manson in Berlin – The Reflecting God

Ein schwarzer Vorhang, hinter dem Kunstnebel hervorkriecht, verdeckt die Bühne, während der Song The End von den Doors spielt. Ironischerweise beschreibt es den Anfang – doch bei Marilyn Manson dreht sich aktuell vieles um. Sein zehntes Studioalbum heißt Heaven Upside Down. Es ist wie seine Erfolgsalben gewaltig, tief und intim, aber trotzdem neuartig für Manson.

Marilyn Manson während des Berlin-Konzerts seiner “Heaven Upside Down”-Tour am 25.11. – Quelle: http://bit.ly/2Bny6G0

Das Velodrom ist ausverkauft, das Licht geht am 25. November 2017 um 21:10 aus. Ein Schrei verkündet die Ankunft des dunklen Herren der Rockmusik. Sein Erfolg mag nicht mehr so groß sein wie früher, aber dennoch zieht er auf der Stelle Tausende in seinen Bann. Seine Präsenz hat gottgleiche Züge, auch wenn man ihn noch gar nicht sieht. Auch, als der Vorhang fällt und Manson in einem Rollstuhl über die Bühne fährt – Grund ist ein Unfall während eines früheren Auftritts – Das unheilverkündende Revelation #12, der Opener seines neuen Albums, dröhnt laut und beeindruckend durch die Halle und nimmt alle Anwesenden mit in die Welt des Antichrist Superstars.

Was folgt, ist ein Medley aus seinen größten Hits, mit vielen Kostümwechseln und kreativen Show-Ideen. Umgeben von Ärzten performt Manson sein Sweet Dreams-Cover auf einer Krankenhausliege. Statt die Shows wegen seines gebrochenen Beins ausfallen zu lassen, nutzt Manson es zu seinem Vorteil.

Seit Jahren klang Marilyn Manson auf der Bühne nicht so kraftvoll. Die Energie, die ihm sonst durch die Bewegung verloren geht, legt er in seine Stimme. Der Spaß, den er an der Show hat, ist vor allem bei seinen aktuellen Songs bemerkbar. WE KNOW WHERE YOU FUCKING LIVE und SAY10 sind wie gemacht für die Bühne. An der Gitarre steht Filmkomponist Tyler Bates. In den Musikvideos lässt Manson Nonnen mit Waffen auf unschuldige, mittelständige Amerikaner los oder verkörpert mit Johnny Depp eine düstere, in Sex und Drogen getränkte Adaption des biblischen Bruderpaars Kain und Abel.

Der Biss ist zurückgekehrt. Marilyn Manson hat nachgeladen und macht das, was er am besten kann. Sein Song KILL4ME ist ein langsam brodelnder Popsong mit romantischem Unterton – aber einem manipulativen und düsteren Text. Wieder infiltriert er damit den Mainstream – der Song hat es sogar ins Radio geschafft. Auf der Bühne präsentiert Manson ihn im roten Gewand.

Darüber hinaus performt Manson stimmgewaltig seine größten Hits. Überraschungen im Set gab es wenig. Von seinem letzten Album spielt er lediglich einen Song. Nur die erste Zugabe in Form des Fan Favourites Cruci-Fiction in Space überrascht die Fans, die zugleich begeistert mitsingt. Vorne auf der Bühne interagiert Manson mit dem Publikum, erzählt zwischen den Liedern kurze und prägnante Anekdoten, ohne die Aura zu gefährden.

Thank you all for coming tonight. And I don’t mean that in a sexual way – yet.

Das Konzert ist mit knapp 80 Minuten zwar recht kurz, jedoch gibt Manson bei den 14 Songs alles. Das Publikum geht mit und dankt dem Künstler mit Sprechchören, Jubel und gelegentlichen Moshpits. Am Ende des Konzerts schreitet Manson von der Bühne, vom Band läuft sein neuer Song. Es ist ein Cover von Johnny Cashs God’s Gonna Cut You Down. Wie eine Abschiedsmelodie rundet es einen großartig konzipierten Konzertabend ab. Seit Jahren war Manson nicht so intensiv auf der Bühne. Es war mein erstes Konzert mit der Shock-Ikone, und es wird hoffentlich nicht mein letztes sein.

Albumtipp: Das aktuelle Album von Marilyn Manson – Heaven Upside Down



DIGGA auf der Veggieworld

Vegane Kost gibt es jetzt auch als Tiefkühl-Fertiggericht! Schnell in die Mikrowelle und schon gibt es Chili sin Carne. 

Die Veggieworld findet diese Jahr in Berlin schon zum dritten Mal statt. Über 100 Aussteller, ein bunter Mix aus Start-Up Unternehmen, deren Produkte teilweise noch gar nicht auf dem Markt sind, und schon etablierten Marken, präsentierten hier ihre neuen Produkte und Ideen den rund 10.000 Besuchern.

Sich vegan zu ernähren, liegt im Trend. Schaut man sich den Umsatz von Fleischersatz-Produkten oder die Anzahl von veganen Restaurants und Kochbüchern an, sieht man einen Boom, wie sonst in kaum einer anderen Branche. Insbesondere in Berlin ist die vegane Küche omnipräsent. In fast jeder Imbissbude findet sich ein veganes Gericht und hier leben auch die meisten Veganer Deutschlands.

Vegane Chicken Nuggets

Gemüsechips aus Wirsing. Kann man essen, muss man abe auch nicht 😀

Auf der Veggieworld gab es eine breite Auswahl an Fleischersatz-Produkten, die von Chicken Nuggets (ganz lecker), über veganen Döner (zu teuer) bis zu Chorizo aus Kürbis (so lala) ging. Fleischersatz-Produkte stehen oft im Mittelpunkt von Diskussionen, wenn es um vegane oder vegetarische Ernährung geht. Viele vergessen dabei aber, dass die Hauptzielgruppe dieser veganen Ersatzprodukte nicht auf Veganer, sondern eher auf Flexitarier, die nicht komplett auf Fleisch verzichten wollen, aber versuchen, sich möglichst fleischlos zu ernähren, zielen. Manche setzen vegane Ernährung auch mit gesunder Ernährung gleich, was natürlich Schwachsinn ist, der Branche aber zu Gute kommt und mehr Gewinn einbringt. Immer mehr Produkte werden in den Supermärkten als vegan angepriesen, teilweise grenzt dieses Labeling aber auch schon an Absurdität.(Wenn zum Beispiel auf Bananen steht, dass sie vegan sind!)

Auch vegan kann man sich sehr ungesund ernähren. Daher ist es wichtig, dass man sich gut darüber informiert, was der Körper braucht und in welchen Produkten diese Nährstoffe zu finden sind, bevor man Veganer wird. Auf Eines kann eine ausgewogene vegane Küche aber verzichten: Fleischersatz-Produkte.

Die vielleicht erste vegane Käsetheke

Die Kreativität der veganen Küche hat sich auch auf der Veggieworld gezeigt, es gab nicht nur zahllose Alternativen zu Produkten wie Honig, Käse oder Schokolade, sondern auch neue Gerichte aus außergewöhnlichen Zutaten, wie zum Beispiel Nudeln aus Algen oder zubereiteten Früchten aus dem Regenwald. Außerdem gab es unglaublich viele Smoothies, Kaffee-Ersatzgetränke, Gemüsechips und und und…

Mit der VR-Brille hat man das Gefühl mitten im Stall/Schlachthof zu stehen. 

Auf der Veggieworld ging es  nicht nur um Ernährung. Bei einem Stand von Animal Equality gab es die Möglichkeit, eine Virtual Reality Brille aufzusetzen, die einem das Gefühl vermittelt, wie es ist, mitten in einem Kuh-, Schweine- oder Hühnerbetrieb zu sein – und zwar von der Geburt an bis zur Schlachtung. Diese Methode ist zwar nichts für schwache Nerven, da direkt vor den eigenen Augen eine Kuh geschlachtet wird, aber auch sehr effektiv, da man direkt mit der Realität konfrontiert wird und noch länger über das Gesehene nachdenkt und so vielleicht auch den eigenen Fleischkonsum hinterfragt.

Leider viel zu viel Plastikmüll! 

Was mich an der Messe sehr gestört hat, sind die Unmengen an Plastikmüll, die durch jeden Probierschluck produziert wurden. Ich persönlich verbinde mit veganer Ernährung auch generell einen nachhaltigeren Lebensstil (auf der Messe gab es unter anderem auch nachhaltig hergestellte Kleidung und Kosmetika). Daher fand ich es schade, dass viele Produkte noch in so viel Plastik eingepackt waren.

The future is vegan!

Fazit: Nicht alle was vegan oder/und supergesund ist, schmeckt. Aber es gab
auch viele kreative Gerichte, die sehr lecker waren. Erstaunt hat mich, wie nah Fleischersatz-Produkte an die Konsistenz von Fleisch kommen. Der Käse hinge
gen hat mich persönlich jetzt noch nicht überzeugt. (vielleicht in ein paar Jahren dann). Klar geworden ist, dass man im Jahr 2017 keine großen Probleme mehr hat, wenn man sich vegan ernähren will. Manche Produkte sind aber noch etwas teuer, was sich aber in naher Zukunft auch noch ändern wird. Ich bin in jedem Fall sehr gespannt, was uns in den nächsten Jahren noch an Produktvielfalt und Ideen erwartet!



Plastik- die praktische Gefahr

Plastik kommt fast überall in unserem Alltag vor: In den Verpackungen von unseren Lebensmitteln, in unseren Spielsachen und sogar in unseren Klamotten. Doch woher kommt das ganze Plastik eigentlich und wie wird es hergestellt?

Unverpackt-Laden in Berlin.

Im Jahr 1907 entwickelte Leo Baekelland erstmals das synthetische Plastik, das aus Erdöl hergestellt wird. Während des 20. Jahrhunderts wurde Plastik dann immer mehr konsumiert: Im Jahr 1950 wurden bereits 1 Million Tonnen Plastik produziert. Bis heute hat sich das um bis zu 370 Millionen Tonnen vervielfältigt. Die Vorteile von Plastik sind, dass es flexibel, leicht, praktisch, billig, stabil und temperaturbeständig ist. Das Wort Plastik kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet ,,Formende Kunst“. Plastik (oder auch Kunststoff) wird durch die sogenannte Polymerisation hergestellt. Ein Polymer, bedeutet so viel wie „Mehrteil“, denn es besteht aus vielen kleinen Teilen, den Monomeren. Auf drei verschiedene Arten werden die Monomere zu Polymeren zusammen gesetzt, so entsteht je nach Art verschiedener Kunststoff. Auch ein wichtiger Bestandteil von Plastik ist Erdöl, 5% des weltweit geförderten Erdöls wird für die Plastik-Produktion genutzt.

Wir haben Interviews mit verschiedenen Leuten auf der Straße geführt. Hier könnt ihr euch die Audios im Text verteilt anhören. 

Plastik-Verpackungen landen fast immer im Mülleimer.

Was passiert dann mit dem hergestellten Plastik?

Das Plastik wird dann als die Produkt, das wir kennen, in den Läden verkauft. Bis zu 200 Millionen Tonnen Plastik (Kunststoff) werden jährlich produziert. Das, was nicht gebraucht wird, zum Beispiel die Verpackungen, wird zum größten Teil weggeschmissen. Zu 9% recycelt man es, zu 12% wird es verbrannt und zu 79% auf Müllhalden gebracht oder es

Viele Plastikflaschen werden nicht wiederverwendet, sondern einfach weggeworfen.

landet in der Umwelt. Sehr viel von dem Plastik landet im Meer und stellt dort ein großes Problem für die Tiere dar. Das Plastik sammelt sich dort in kilometergroßen Plastik-Inseln. Mittlerweile gibt es schon sechsmal mehr Plastik als Plankton im Meer und Forscher vermuten, dass 2050 dreimal mehr Plastikteile als Lebewesen im Meer schwimmen. Das meiste Plastik im Meer sind Flaschen, Tüten und Kanister. Eine Plastikflasche braucht ganze 450-500 Jahre um sich komplett zu zersetzen. 13.000 Plastik-Teilchen schwimmen pro Quadratkilometer im Meer. Viele Meerestiere, vor allem Seevögel, Meeressäuger und Meeresschildkröten, sterben, weil sie Plastik fressen oder sich daran verletzen. Meeresschildkröten, die normalerweise Quallen fressen, verwechseln beispielsweise diese und fressen deswegen Plastiktüten. Pro Jahr sterben 100.000 Meeressäuger und 1 Millionen Vögel wegen Plastik.
In Deutschland werden jährlich ca. 6 Milliarden Plastiktüten verbraucht, durchschnittlich werden diese nur 25 Minuten genutzt, denn Plastiktüten werden hauptsächlich dafür genutzt den Einkauf nach Hause zu bringen.

Selbst für Menschen ist Plastik schädlich, denn es enthält giftige Stoffe, z.b Bisphenol A, welches Störungen der Sexual- und Gehirnentwicklung verursacht und PVC. Bei 90% der Menschen aus Industriestaaten konnte man Bisphenol A im Blut und im Urin nachweisen. Bisphenol A kann auch durch die Luft oder mit Hausstaub in den Körper gelangen.

So funktioniert der Unverpackt-Laden!

Diese Gifte nimmt man häufig ein, wenn man aus einer Plastikflasche trinkt, die schon einmal in der Sonne stand, ein heißes Getränk enthält hat oder zerkratzt wurde. Außerdem ist es nicht gesund, wenn man Klamotten aus Plastik trägt.

Tipps für weniger Plastik:

Auch Aromen kann man sich selbst abfüllen und zusammenstellen.

1. Nimm einen Beutel mit zum Einkaufen, damit du keine Plastiktüte kaufen musst.

2. Kaufe statt einer Plastikflasche eine Glas- oder Metallflasche.

3. Versuche, Produkte mit Plastikverpackung zu vermeiden.

4. Gehe in den Unverpackt-Laden, um Produkte wie Nudeln, Shampoo, Reis etc. zu kaufen.

5.Wenn du Plastik kaufst, versuche, es

Müsli aus dem Unverpackt-Laden: Hier kann man sich seine ganz persönliche Portion abfüllen.

wiederzuverwenden.

6. Wirf deinen Müll nicht in die Umwelt, sondern in einen Mülleimer und versuche auch, den Müll zu trennen.

7. Wenn du Müll rumliegen siehst, schmeiße ihn in einen Mülleimer.

8. Lass dich nicht von „Bio-Plastik“ täuschen, das ist nicht besser als Plastik.

9. Werde Mitglied bei einer Meeresschutzorganisation.

10. Überlege, ob du die Sachen, die du kaufen willst, wirklich brauchst.