Bärenstark bei der Eröffnung der 67. Berlinale

Tag 1: Bärenstark am Roten Teppich

 

Glitzer, Botox, Promi-Wahn

Da kommt die Limo angefahr’n!

Das kommt dabei raus, wenn Milena inmitten der Massenhysterie Roter Teppich zu reimen beginnt. Doch eigentlich lassen sich unsere Eindrücke durch diesen erbärmlichen Zweizeiler ziemlich gut beschreiben:

Viel Gekreische und Blitzlicht um makeupbeladene A-Z-Promis, die mit den 67. Internationalen Filmfestspielen etwa so wenig zu tun hatten wie Audi und die Saftmarke Rabenhorst. Diese beiden Markennamen tauchten übrigens an deutlich mehr Orten auf als der Bär der Berlinale. Dafür konnte man allerdings kostenlos von einem Pseudo-Punsch namens „Heißer Rabe“ und dem bezaubernden Anblick eines echten Audis profitieren. Wahnsinn. Da wusste unsere Bärenstark-Redaktion gleich, warum sie zum Potsdamer Platz gereist war!

Doch es kam noch besser: Während die Bärenstark-Redaktion noch frierend ihre Technik zusammenbastelte, hüpften ihr bereits unfreiwillig das Fußballsternchen Jerome Boateng und die GNTM-Gewinnerin Steffi Giesinger vor die Linse. Seelisch unterstützt von stelzenartigem Schuhwerk und dunkelgrünem Pelz erzählte diese uns den Grund ihrer Präsenz: Am Abend würde sie sich den Eröffnungsfilm ansehen, dessen Titel sie allerdings nur noch vage in Erinnerung hatte. Worum es gehe – keine Ahnung. Offenbar waren hier die Prioritäten anders gesetzt worden – vielleicht auf die im Übrigen auch nur mäßig ästhetische Farbkombination, die sie am Leibe trug (knallrotes Abendkleid beißt grünen Puschelpelz).

Boateng hingegen war sehr kurz angebunden und eilte sofort weg – und auch die Herrschaften von der Polizei und Security enthielten sich der Kamera.

Also seht hier unser Promi-Special vom Roten Teppich – zwar ohne Boateng, dafür aber mit Schauspieler Wotan Wilke Möhring und vielen mehr!

Am Rande des roten Teppichs trafen wir schon bald auf einen Verschwörungstheoretiker, der zwischen akustisch schwer verständlichen Ausführungen über den Zionismus immer wieder seine mit Hetzparolen beschmierten Plakate in die Kamera hielt. („Zionisten zerstören die Deutschen, die Ausländer und die ganze Welt.“)

Mehrfach bestätigte er uns ernsthaften Blickes und ganz ohne Scham, die Juden seien Teufel. Wir hoffen sehr, dass er mit diesen abstrusen Thesen keine weiteren Anhänger gefunden hat – doch vielleicht wäre eine andere Klientel als die auf der Berlinale für solche Botschaften auch etwas empfänglicher gewesen. Wir jedenfalls haben beschlossen, ihm in unserem Video keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

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Lichtspiele Festival 2016: Das Berliner Jugendfilmfestival

Das Lichtspiel Festival ist ein Filmfestival, bei dem Kinder und Jugendliche ihre selbst gedrehten Filme einreichen und dann von einer Jury bewerten lassen können. Die Gewinner bekommen natürlich auch Preise. Es gibt zwei Kategorien: U16= unter 16 Jahren und Ü16= über 16 Jahren. Das heißt, der erste, zweite und dritte Platz wird zweimal vergeben.

Geschichte des Lichtspiel Festivals

Das Lichtspiele Festival wurde früher nur im John Lennon Gymnasium veranstaltet, 2012 wollte sich das Organisationsteam sich nicht auf eine Schule beschränken, sondern ganz Berlin mit einbeziehen.

Um das Festival auf eigene Beine zu stellen wurde im September 2012 der Verein ,,Lichtspiele e.V .“ gegründet. Am 20 Oktober 2013 fand im UCI Colosseum das erste eigenständige Filmfestival statt.

Das Lichtspiele Festival fand im City Kino in Berlin-Wedding statt. Wir sahen wir uns zuerst ein paar Ü16-Filme an, leider hatten wir die U16 Filme verpasst. Nach ein paar Ü16-Filmen gab es eine Pause. Die Zuschauer gingen raus an die Bar oder setzten sich hin und unterhielten sich. Das war unsere Gelegenheit, Jury-Mitglieder, Teilnehmer, Zuschauer oder die Veranstalter nach einem Interview zu bitten. Ein Interview, das uns beeindruckt hat, war mit Kindern, die ca. 6 bis 9 Jahre alt waren und den Film ,,El Penalthy“ produziert hatten.

Podiumsdiskussion

Parallel zu den Ü16-Filmen fand eine Podiumsdiskussion über Schauspieler und Regisseure statt. Es war sehr interessant, als die Schauspieler über ihr Leben redeten, wie sie darauf gekommen sind, Schauspieler zu werden, oder mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen haben. Außerdem wurde auch viel darüber diskutiert, was die Kinder oder Jugendliche sich unter dem Beruf “Schauspieler” eigentlich vorstellen und was man alles braucht, um einen guten Filmen zu produzieren.

Auswertung der Filme

Dann, als die Podiumsdiskussion und die Ü16-Filme vorbei waren, wurden die Gewinner bekannt gegeben. In der Kategorie U16 wurde der Film „Fluchtwege“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet, „Neue Heimat Berlin- die Turnhalle“ mit dem zweiten und „El-Penalthy“ mit dem dritten Preis. Bei der Kategorie Ü16 wurde der Film „Latrop“ erster, „Wer wenn nicht wir“ zweiter und „Aus dem Leben eines Nichts“ dritter.

Nach der Auswertung der Filme war das Lichtspiele Festival vorbei. Dennoch blieben viele Leute und unterhielten sich über die Filme, welche Erfahrungen gemacht wurden, oder was die Gewinner nun mit dem Preisgeld vor haben. Erst, als es dann schon dunkel war, gingen auch die Letzten nach Hause.

 

 



Aus die Maus: Neues aus dem GRIPS-Theater

Während der großen Zaubershow rumpelt und klirrt es im Backstage. Dann schiebt eine kleine, heruntergekommene Frau einen Wagen beladen mit all ihren Habseligkeiten über die Bühne und ist auf einmal Teil der Vorführung. Wie ist sie dort hingekommen? Und ist das alles Teil des Theaterstücks oder bringt sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen tatsächlich das Konzept durcheinander?

„Aus die Maus“ heißt das neue Theaterstück des GRIPS-Theaters Berlin, das am kommenden Donnerstag seine Premiere feiert. Es handelt von der obdachlosen Kippe, die bis dahin unbemerkt im Theater wohnte und eines Morgens nur versehentlich auf die Bühne stolpert – und das ausgerechnet während einer Vorstellung des Zauberkünstlers Magic Maus.
Dabei ist das Szenario gar nicht so unwahrscheinlich, denn im Theater Podewil, in dem auch die Vorführung stattfindet, lebte tatsächlich mehrere Wochen lang eine Frau, ohne dass jemand etwas davon mitbekam. Georg Piller sah sofort die tolle Geschichte hinter diesem Umstand und holte sich mit Nadja Sieger, die selbst eigentlich als Clown auf der Bühne zu sehen ist, eine würdige Regisseurin an seine Seite. Mit nur zwei Schauspielern, einem einzigen Spielort und dafür unendlich vielen Komplikationen, Missverständnissen und lustigen Zufällen inszenierte sie das ganze Stück.

Regine Seidler (links) als Kippe und Frederic Phung als Maus auf der Bühne

Regine Seidler (links) als Kippe und Frederic Phung als Maus auf der Bühne

Spannend ist, dass die Kinder im Publikum nicht nur zuschauen, sondern in die Vorstellung mit eingebunden werden. Das wird spätestens klar, als die obdachlose Dame Kippe, gespielt von Regine Seidler, mitten im Publikum Platz nimmt und das Gespräch mit den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern sucht.
Das Fehlen der imaginären „vierten Wand“ macht die Vorstellung sehr lebhaft und realistisch, andererseits auch wirklich schwer zu planen. „Kippe wird darauf reagieren. Alles, was in diesem Raum passiert, wird automatisch Teil der Vorstellung“, weiß auch Nadja Sieger, die sehr gespannt auf den Verlauf der Generalprobe und die Reaktionen der Kinder war.

Kippe lebt als Obdachlose im Theater

Kippe lebt als Obdachlose im Theater

Permanent gestört durch die Frau, die unvermittelt auf der Bühne stand und so ganz andere  Ansichten hat, hat Schauspieler Frederic Phung die Mauseschnauze voll. Er zieht seine Maske ab, ist mehr er selbst als Schauspieler oder Maus, verlässt sogar den Saal, weil er nicht weiß, wie er seine nun ruinierte Vorstellung fortführen soll. „Ist das jetzt echt?“, hört man die Kinder einander zuflüstern.
So viel Komik um dieses ernste Thema, passt das denn zusammen?
Ja, und das sogar sehr gut. Wenn es zu traurig und schwer ist, dann hält man das nicht aus, dann schaltet der Zuschauer ab und sieht nicht weiter hin. Außerdem verliert man nicht unbedingt seinen Humor, bloß weil man sich vorübergehend in einer schwierigen Lage befindet. „Du hast immer noch alle Gefühle der Welt“, meint Nadja Sieger dazu.
Sie und ihr Team haben sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht, mit Obdachlosen geredet und sie beobachtet. Die Figur der Kippe ist aus dieser intensiven Recherche entstanden und echten wohnungslosen Menschen nachempfunden. Man weiß nie, wie sie auf etwas reagiert. Mal schreit sie herum, dann ist sie niedergeschlagen und traurig, prustet im nächsten Moment los vor Glück. Das steht ganz im Gegensatz zu dem in der Regel ruhigen, gefassten Maus, der ein Träumer ist und an seiner Vorstellung festhält, dass niemand obdachlos werden muss.

Maus ist ein Träumer

Maus ist ein Träumer

Durch diese Leichtigkeit, mit der das Thema Obdachlosigkeit bearbeitet wird, ist das Theaterstück auch für junge Menschen ab acht Jahren geeignet. Laut Statistik wird eines von 200 Berliner Kindern später einmal die Erfahrung machen, auf der Straße zu leben. Deshalb geht Obdachlosigkeit jeden etwas an und auch dieses Theaterstück ist nicht ausschließlich zur Unterhaltung gemacht, sondern lädt ebenfalls zur Auseinandersetzung und Diskussion ein.
Alle kleinen und großen Leute, die jetzt neugierig geworden sind und dieses spannende, tragisch-komische Kinder-Theaterstück auf keinen Fall verpassen wollen, sind herzlich dazu eingeladen, es sich selbst anzusehen. Die Premiere findet am Donnerstag, 22. September 2016 statt, weitere Termine können Sie dem Spielplan entnehmen.

Autorin: Ronja
Video: Linus und Luis



SMART SMARTER IFA

Die IFA Berlin öffnet vom 02.09.2016 – 07.09.2016 wieder die Tore für interessierte Besucher, Geschäftsleute und die Presse. Das diesjährige Motto: Smart, Smarter IFA. Denn in diesem Jahr liegt der Fokus auf dem “Smart Home”. Ziel ist es, alles im Eigenheim mit dem Smartphone steuern und kontrollieren zu können.

Die “Internationale Funkausstellung” ist jedoch nicht nur für Technik – Begeisterte aus aller Welt, es gibt auch im “Sommergarten” des Messegeländes eine Kulturmeile und mehrere Open-Air-Festivals mit Megastars, zum Beispiel Rea Garvey, Sido und vielen anderen Bands. Berlin wurde wieder zur Technikhauptstadt – mit Stars und Innovationen zum Anfassen.

Dieses Jahr reisten 1823 Aussteller zur Messe Berlin, um ihre Neuheiten und Produkterweiterung der Welt zu zeigen. 

 



Ischwör, das is escht! – Scripted Reality

Kennt ihr das? Ihr habt des Nachmittags nichts mehr oder weniger Sinnvolles zu tun und schaltet aus diesem Grund die heimische Flimmerkiste ein. Die Programme, die euch dort entgegenwehen, tragen Titel wie „Mitten im Leben“, „Mein dunkles Geheimnis“, „Berlin – Tag und Nacht“ oder „Richterin Barbara Salesch“. Alle diese Formate haben etwas gemeinsam: Sie sind zwar realistisch inszeniert, ihre Inhalte jedoch entspringen den Köpfen von Autoren. („Ist diese Geschichte wahr oder haben sich unsere Autoren nur einen Scherz erlaubt?“ – Jonathan Frakes)

Dies nennt sich Scripted Reality und ist ein verbreitetes Phänomen im deutschen Privatprogramm. Große Produktionsfirmen aus dieser Branche sind zum Beispiel Filmpool. Filmpool zeigt sich verantwortlich für „Berlin – Tag und Nacht“, „X-Diaries“, „Verdachtsfälle“ et cetera. Sie produzieren für RTL, Sat.1 oder Pro7. Scripted Reality erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit – aber was ist das eigentlich?

Ganz einfach: Scripted Reality bezeichnet diese Art von Fernsehsendungen, in denen fiktive Handlungen als möglichst realistisch dargestellt werden. Dies kann man durch Bauchbinden und Einspielen von Off-Texten, aber auch durch die Darstellung und die Kameraführung erzeugen. Mithilfe von wenigen Schnitten und minimaler Videobearbeitung kann man im Nachhinein den Schein der Spontanität herbeiführen.

Ebenfalls hilfreich dafür: die Interviews mit den Protagonisten, die in regelmäßigen Abständen eingeblendet werden. Diese nämlich lassen die gescripteten Szenen ähnlich einem Bericht oder einer Reportage scheinen, vor allem in Kombination mit den besagten Bauchbinden („Maria Amjad (53), isst zur Not auch Klopapier“).

Manche Macher von Scripted Reality, hier explizit Doku-Soaps, beziehen aber auch real existierende Personen ein, die so dadurch in ihrem Privatleben großen Schaden erleiden können. Dies ist nicht erst seit dem „Verafake“ des Moderators Jan Böhmermann bekannt, die Plattform Fernsehkritik-TV berichtete schon vor Jahren über den „Skandal um Schwer verliebt“, wobei sie Kandidaten der Sendung interviewten.

Auch wir bei Digga beschäftigten uns mit dem Thema Scripted Reality, betrachteten dabei allerdings nicht Beispiele wie die Sendung „Schwer verliebt“ oder „Schwiegertochter gesucht“, sondern das RTL 2-Erfolgsformat „Berlin – Tag und Nacht“, welches eine enorme Bekanntheit erlangte. Daraus entstand unsere Parodie mit dem Titel „DIGGA Tag ohne Nacht“.
Beim Machen dieses Videos war es uns wichtig, nicht nur Inhalte oder Charaktere vom Original zu übernehmen, wir kopierten darüber hinaus auch so gut wie möglich den filmischen Stil und kleine Details, zum Beispiel auch die wackelige Kameraführung, die den Charakteren ständig hinterherläuft. Denn sonderlich professionell gedreht ist „Berlin – Tag und Nacht“ nicht, so sieht man häufig Menschen und Objekte im Bild, die da eigentlich nicht zu sehen sein sollten. Auch, was das Zensieren von Flüchen oder Beleidigungen angeht, ist die Sendung sehr schmerzfrei und – wenn sie denn mal ein F-Wort wegpiept – oft auch sehr ungenau.

Den Text für die Parodie schrieb Milena, inspiriert durch tatsächlich existierende Dialoge und Handlungen im Original, auch den Slang, den man ja meist automatisch schon mit Formaten wie diesen assoziiert, versuchten wir zu kopieren. (Wie wir manche Worte auszusprechen hatten, stand auch in Milenas Skript, und es ist unfassbar lustig, wie manche dieser Worte geschrieben aussehen.)

Wir haben auch sowohl bei RTL, als auch bei RTL 2 und Filmpool für ein Interview mit einem Experten angefragt, eine Antwort haben wir jedoch leider nicht bekommen.



Janz Schöön anders

Janz schöön anders

Anders ist das neue normal, denn anders sein ist schön! Mit dem Hauptthema, Inklusion fand am Donnerstag den 14. Juli  die Veranstaltung “Janz Schöön Anders” im Babylonkino Berlin statt.

Bei dem Projekt “Janz schöön anders” stand die kreative Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderungen Vordergrund. Dies geschah in Form von Kurzfilmen über Alltagssituationen und schwierigen Themen. Die Gestaltung war den Schülern dabei selbst überlassen,  ob Animationsclips, Dokumentationsfilme oder Musikvideos: die Inhalte reichen von Schwierigkeiten im Alltag von Menschen mit Behinderung bis hin zur Ausgrenzung von Homosexuellen. Die  Hauptsache war, dass die Themen  nicht „normal“ sind, sondern von der Norm abweichen.

Normal – was ist das eigentlich? Mit dieser Frage haben auch einige der jungen Filmtalente beschäftigt. Die 10 besten Kurzfilme wurden im Rahmen der Veranstaltung dem Publikum vorgestellt und die drei besten Werke anschließend von Rapper Graf Fidi, Schirmherr Raul Krauthausen und Schauspielerin Katharina Behrends gekürt.

Fragen wie „Was bedeutet Gerechtigkeit für euch?“ oder „Ab wann gilt jemand als behindert oder nicht mehr normal?“ stellen wir in unseren Interviews unteranderem mit Raul Krauthausen, Markus Götte und dem zweitplatzierten Filmteam.

Alle Filme wurden mit Untertiteln gezeigt und waren auch als Hörspielfassung für Sehbehinderte verfügbar. Außerdem war eine Gebärdendolmetscherin für  Hörgeschädigte vor Ort, allerdings übersetzte sie nur den Moderationstext sowie den Auftritt von Rapper Graf Fidi, allerdings nicht die eigentlichen Kurzfilme.

Nach jeder Kurzfilmvorstellung kam das gesamte Team auf die Bühne und wurde von der Moderatorin  zur der Herstellung der Filme befragt. Auch wenn die Antworten zum Teil sehr kurz ausfielen, waren die “Mini-Interviews” informativ und haben die Stimmung im Kinosaal aufgelockert.

Bei der Produktion der Musikvideos hat Rapper Graf Fidi den Schülern professionelle Unterstützung geleistet: Beim Texte schreiben und Melodie finden stand er ihnen in verschiedenen Workshops zur Seite. Insgesamt haben zwei Musikvideos am Wettbewerb teilgenommen – aufgenommen wurden sie in Fidis eigenem Tonstudio.

Die Jury prämierte die besten Kurzfilme und Musikvideos anschließend mit Preisen für den 1. 2. und 3. Platz.

Der dritte Platz wurde von der Sophie Scholl Oberschule besetzt – mit ihrem Kurzfilm „Gay is ok“ haben sich die Schüler mehrere Kinogutscheine für das Babylon gesichert.

Das Team der inklusiven Arno-Fuchs Schule räumte gleich doppelt ab: Nicht nur den Publikumspreis, gemessen an den Klickzahlen des Youtube-Videos, sondern auch den regulären zweiten Preis haben sie mit ihrem Clip “König und König” gewonnen. Die Schüler, die meisten von ihnen mit einer geistiger Behinderung, konnten sich über einen Frühstücksgutschein in ihrem Lieblingscafe freuen – die Begeisterung und Dankbarkeit der jungen Filmemacher war dementsprechend groß!

Auf dem ersten Platz landete der Kurzfilm “Altes Rom vs Heute” von dem Humboldt Gymnasium in Berlin Tegel. Das Thema entstand im Lateinunterreicht  und hat zwar in erster Linie nichts mit dem Thema Inklusion zu tun, interpretiert aber den Festivaltitel „Janz schöön anders“ auf seine eigene Art. Die DIGGA-Redaktion hätte sich zwar ein Film über das Thema Inklusion auf dem ersten Platz gewünscht, allerdings rechtfertigen die technischen und schauspielerischen Leistungen in diesem Clip die Juryentscheidung durchaus.

 

Besonders Raul Krauthausen hat uns mit seiner Abschlussrede beeindruckt: Er schloss einen Pakt mit den Besuchern in dem er einen Grundsatz festlegte: „Erwachsene können cool sein und die Jugend ist nicht immer schlechter als damals.“                                    Ziel des Ganzen ist es, dass Menschen mit und ohne Behinderungen miteinander arbeiten und nicht nur separiert werden.

Wir müssen  darauf hinarbeiten, dass Anders das neue Normal ist und Menschen nicht mehr in Schubladen gesteckt werden.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters und nicht in der sozialen Norm!
 



Yalla Yalla-Festiwalla

Am Mittwoch den 6. Juli und Donnerstag den 7. Juli haben wir ( Linus, Ivo, Daniel und Mascha) das Festiwalla in der Reformationskirche in Moabit besucht.

Was wäre wenn Rassismus, Sexismus, Kriege, Terror verschwinden?

Das Festiwalla  bietet Theaterstücke einzelner Gruppen, sowie Workshops von, für und mit Jugendllichen. Veranstalter ist das Jugend Theater Büro in Berlin  , die sich beispielsweise für emanzipative Bildung einsetzen. Das Thema dieses Jahr ist: Himmel auf Erden? Glaube-Wissen-Widerstand. Es stellt sich die Frage was wäre, wenn Rassismus, Sexismus, Kriege und Terror nicht vorhanden wären? Hätten wir dann den Himmel auf Erden erreicht oder stehen wir dann wieder vor neuen Problemen?

Das Ziel der verschiedenen Theaterstücken ist, schwierige Themen, die Jugendliche beschäftigen, auf kreative und schauspielerische Art auf der Bühne zu präsentieren und somit die jeweiligen Ansichten darzustellen. Wir haben zwei Theaterstücke besucht, zum einem den Auftakt am Mittwoch Abend: „ Erinnern ist nicht genug“ und das Theaterstück: „Was glaubst du, Aischa?“ am Donnerstag.

Epstein als Vorbild

Hedy Epstein

Hedy Epstein Quelle: Common Dreams. Foto: Courtesy of Humans of St. Louis

Beim Auftakt sollte an die Friedenskämpferin Hedy Epstein erinnert werden. Epstein konnte als Jugendliche mit den sogenannten “Kindertransportern” vor den Nazis fliehen. Da sie im Mai 2016 verstarb und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzte, wurde ihr im Rahmen des Festiwallas der Auftakt gewidmet. Das Jugentheater Berlin hat außerdem einen besonderen Bezug zu Epstein, sie konnten diese persönlich kennenlernen. Seitdem ist ihre Geschichte eine Inspiration für das Jugendtheater und ihre Stücke.

Die Erinnerung an Hedy Epstein war eine Mischung aus einem Film und einer Lesung. Es wurden Ausschnitte von dem Treffen mit Epstein gezeigt  und ausgewählte Seiten aus ihrem Buch vorgelesen, eine Band musizierte und einzelne Besucher erzählten emotionale Anekdoten über Hedy Epstein. Diese Anekdoten rührten sogar Zuschauer, die keinen direkten Bezug zu ihr hatten.

Es war ein ruhiger und emotionaler Einstieg in die aufregenden folgenden drei Tage.

Rassismus in der eigenen Heimat

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Quelle: Festiwalla

Am Mittwoch wurde das Theaterstück „ Was glaubst du, Aisha?“  in der Ufa Fabrik in Berlin aufgeführt. Dieses Stück wurde von dem Ensemble Theater X dargestellt.

Hauptprotagonistin Aisha hat mit Rassismus gegen ihren Glauben in ihrer Heimat (einer kleinen Stadt in Deutschland) zu kämpfen. Das besondere an dem Stück: Aisha wurde von mehreren Schauspielerinnen gespielt. Den Wechsel der Schauspielerinnen symbolisierte ein roter Schal. Diesen trug immer diejenige, die Aisha zum jeweiligen Zeitpunkt verkörperte. Eine der Aischa-Schauspielerinnen erklärte im Interview, dass der Wechsel zeigen sollte, dass Aischa nicht nur ein Einzelfall sei, sondern es vielen Menschen so gehe. Unter den Schauspielern des Ensembles befinden sich Menschen mit Flüchtlingshintergrund. Die Bühne in der Ufa Fabrik gab besonders ihnen, die teilweise von einer Abschiebung bedroht sind, eine Möglichkeit, ihre Sichtweise auf die sogenannte “Flüchtlingskrise” zu präsentieren.

Die Geschichte stellte tägliche Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland dar. Das Stück stichelte vor allem gegen die AfD:  Deutsche und Migranten stellten sich gemeinsam gegen die Partei. Dieses gemeinsame Kämpfen brachte die zwei verfeindeten Gruppen (Deutsche vs. Migranten) zusammen.

Auf dem Bühnenbild wurden Ereignisse der letzten Jahre dargestellt, wie zum Beispiel die Verbrennung der Moschee im Jahre 2014. Fakten wurden in Form eines Quizes auf der Bühne präsentiert, jedoch wurde das Publikum nicht mit einbezogen. Das erste Stück „Was glaubst du, Aisha?“  war ein ausdrucksstarker Einstieg in den Tag und wurde mit Standing Ovation gewürdigt. Das Ensemble X hat es  geschafft, das Thema Himmel auf Erden darzustellen und Glaube-Wissen-Widerstand miteinander zu verbinden.

“Wir sind gespalten in Muslime und nicht Muslime” Fazit von Aysima Ergrün, Regisseurin von  “Was Glaubst du Aischa”

Das Fazit sollten wir als Denkanstoß nehmen und die Lücke zwischen den zwei Gesellschaften schließen.

 



“Hey, du Spast!”

Eine Webreportage über das Leben mit Behinderung.

 Wie lebt es sich mit Behinderung? Und wie geht die heutige Gesellschaft damit um?

Konstantin ist 17 Jahre alt, lebt in Berlin und hat sein Praktikum bei uns im Sender absolviert. Er sitzt im Rollstuhl und leidet unter Spastik, einer Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Aus dieser resultiert eine körperliche Beeinträchtigung, deren Ausmaße stark variieren können und sich dabei manchmal auch auf die Sprach- und Schluckmuskulatur auswirken. Die Ursachen einer Spastik können eine Gehirnschädigung, die von einer Wiederbelebung herrühren kann, oder auch eine Frühgeburt sein. Letzteres war bei Konstantin der Fall.

Trotzdem geht er auf eine normale Schule, ist aber natürlich durch den Rollstuhl in seinem alltäglichen Leben eingeschränkt. Seine größten Wünsche sind, später eine Familie zu gründen und dass Menschen mit Behinderung nicht mehr diskriminiert werden.

Doch was ist überhaupt eine Behinderung? Wie definieren Berliner zum Beispiel den Begriff? Haben sie in ihrem Umfeld mit behinderten Menschen zu tun? Und was halten die Leute vom Gedanken der Inklusion?

Darüber, was der Begriff „Behinderung“ eigentlich bedeutet, sind sich gar nicht so viele im Klaren. Die UN-Behindertenrechtskonvention definiert den Begriff wie folgt:

Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.

(Art 1, Satz 2, UN-Behindertenrechtskonvention)

Im Volksmund wird oft auch bei psychischen Störungen von “Behinderungen” gesprochen, zum Beispiel bei Mutimus. DIGGA-Reporterin Milena hat sich in ihrem Buch “Ich kann nicht reden” intensiv mit mit dieser Störung beschäftigt. Die Art der Behinderung ihrer Protagonistin ist zwar erfunden, basiert aber auf zwei real existierenden Beeinträchtigungen: Mutismus und Tourette.

Auch Autismus wird oft als Behinderung gesehen, gehört aber eigentlich zum Spektrum Störung. Genauer gesagt: Eine Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung.

Heutzutage wird jedoch eher von „Menschen mit Beeinträchtigung“ als von „Menschen mit Behinderungen“ oder gar „Behinderten“ gesprochen, auch wenn der Sinn im Grunde genommen ähnlich ist. Doch leider hat sich die tatsächliche Bedeutung des Begriffs „Behinderung“ mit der Zeit gewandelt: Häufig wird er als Beleidigung verwendet, was selbstverständlich für die Betroffenen diskriminierend ist und verletzend sein kann.

Auch bei den Begriffen Integration und Inklusion gibt es Unklarheiten. Sie werden oftmals fälschlicherweise gleichgesetzt.

Bei der Integration geht es um eine homogene, bereits bestehende Gemeinschaft, in die eine kleinere, außenstehende Gruppe notdürftig eingebunden werden muss und letztlich dazu gezwungen ist, sich an das Mehrheitssystem anzupassen.

Quelle: Gemeinsam e.V. . de

Quelle: Gemeinsam e.V.

Die Inklusion wendet sich  ausdrücklich von der Zwei-Gruppen-Theorie ab. Sie geht von einer Heterogenität innerhalb der Gesellschaft aus und fordert, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so flexibel sind, dass jedes Individuum mit seinen persönlichen Eigenschaften daran teilnehmen kann, ohne in eine Norm hineingezwängt werden zu müssen. Das Prinzip der Inklusion soll auch nach und nach an den öffentlichen Schulen eingeführt werden. Hierbei ist natürlich wichtig, dass genügend qualifizierte Lehrkräfte vorhanden sind, die auch darin geschult sind, mit allen Persönlichkeiten angemessen umzugehen und diese adäquat zu fördern.

Der Aktivist und Fernsehmoderator Raúl Krauthausen beschäftigt sich viel mit dem Thema Inklusion und setzt sich gegen Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung ein. Auf der Tincon beispielsweise machte er Jugendliche auf verschiedene Schimpfwörter und Beleidigungen aufmerksam.

Damit Inklusion in der Gesellschaft wirklich funktioniert, bedarf es immer des gegenseitigen Verständnisses aller Beteiligten, egal, ob sie nun behindert sind oder nicht.

Unsere DIGGA-Reporterin Laura hat sich mit der Gesellschaftlichen Akzeptanz von Menschen mit Behinderung in ihrem MSA beschäftigt. Sie findet: Solange wir Menschen mit Behinderung nicht als genauso „normal“ wie jeden anderen Menschen ansehen und auch so behandeln, kann man nicht sagen, dass diese in unserer Gesellschaft wirklich akzeptiert sind. 

Download (PPTX, 7.69MB)

Ein gutes Beispiel für gelungene Inklusion ist das Rollstuhlbasketballteam von ALBA Berlin, bei dem wir auch teilgenommen haben, um uns selbst besser in die Lage von Menschen hineinversetzen zu können, die körperlich behindert sind. Interessanterweise trifft dies aber gar nicht auf alle Mitglieder des Teams zu: Ein Großteil davon nutzt den Rollstuhl nur im Sport – und zwar nicht als Hindernis, sondern als Hilfsmittel.

Auch die Fernsehsendung “Fingerzeig” versucht, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung miteinander zu verbinden. Sie ist die erste deutsche Talkshow von und für überwiegend gehörlose Menschen. Die Sendung ist zusätzlich zur Gebärdensprache untertitelt und gevoict, sodass Hörende und Nicht-Hörende gleichermaßen den Zugang zu den Inhalten bekommen.

Letztendlich ist Inklusion das Ziel, dass alle Menschen miteinander und nicht aneinander vorbei leben. Genau das probieren wir auch mit DIGGA zu erreichen.

Konstantin gehört jetzt auch zur DIGGA-Redaktion. Zusammen mit Louisa, Ansumana und Baran hat er im Rahmen seines Praktikums einen Kurzfilm gedreht. “Malul” ist das persische Wort für Behinderung.

 

 

“Man sollte sich nicht unterkriegen lassen und es immer weiter probieren.”

 

Das Fazit des Filmes und Konstantins Lebenseinstellung. Damit schafft er es, alle Schwierigkeiten im Alltag zu meistern.

Da sollten wir uns mal eine Scheibe von abschneiden, oder?

 

An dieser Webreportage waren beteiligt: Konstantin, Milena, Laura, Linus, Louisa, Baran, Ansumana, Toni, Björn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Viele Möglichkeiten mit Einschränkung

“MALUL IM WUNDERLAND”

DIE WUNDERBARE PERSPEKTIVE DES KONSTANTIN

Wir Schülerpraktikanten des Alex TV mit vielen Ideen und Möglichkeiten, sind gemeinsam losgezogen, um einen Film zu drehen. Wir wussten nicht wie und stießen in der Produktion auf viele Schwierigkeiten.

Wir ließen uns jedoch nicht unterkriegen.

Das Überthema „Leben mit Behinderung“ und die Erzählungen eines unserer Redaktionsmitglieder, der im Rollstuhl sitzt, regte die Ideen für den Inhalt an.

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„Malul im Wunderland“ heißt unser Film. „Malul“ ist das persische Wort für Behinderung und erzählt aus der (Kamera)perspektive eines jungen Menschen, der nie aufgibt. Unser Ziel: Die Zuschauer überraschen und sie mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise weg von unseren Augen, hin zu einem neuen Bild, das durch unsere Ohren und unser Gefühl ensteht.

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Neukölln ist SATT – 48 Stunden Kunst

Wir von DIGGA und Hörsturz haben letzten Samstag das 48 Stunden Neukölln Festival besucht. Die dreitägige Veranstaltung gibt es schon seit 18 Jahren in Neukölln, die mittlerweile zu einem der größten freien Kunstfestivals in Berlin herangewachsen ist.

Dieses Jahr steht das Festival unter dem Leitthema „SATT“, wodurch sich die ausgestellte Kunst mit davon abgeleiteten Themen wie „Hunger“, „Überfluss“ oder „Übersättigung“ beschäftigt. In den über 30 Positionen der zentralen Ausstellung wurde das Festivalthema von zahlreichen Künstlern umgesetzt und in Form von Bildern, visuellen und audiovisuellen Installationen sowie Kunstwerken ausgestellt. Auch gab es öfter Gelegenheiten der Selbstbeteiligung zum Beispiel durch Kaugummikauen, Leinwände Bemalen oder Sticker Aufkleben.

So haben wir ein paar Eindrücke aus den verschiedenen Ausstellungen, die über alle Neuköllner Kieze verteilt waren, sammeln können. Angefangen am zentralen Ausstellungsort, der SATT-Zentrale, hatten wir sogar öfter das Glück einige Künstler abzufangen und sie uns ihre Arbeit erläutern zu lassen. Diesbezüglich haben Samuel und Natalie mal nachgefragt.

Mariella und ich haben uns gemeinsam die Besucher auf dem Festival genauer angeschaut und versucht herauszufinden, welche Zielgruppe sich eigentlich für moderne Neuköllner Kunst interessiert.

Ein besonders interessantes Projekt fanden wir in der Ganghoferstraße von „Musé“. Dabei handelt es sich um ein Künstlerkollektiv, das Tagebucheinträge eines jugendlichen Flüchtlings in einer Rauminstallation verarbeitet hat. Die dunkle Stimmung im vernebelten Zimmer wurde von einer verzerrten Stimme, die seine Einträge vorgelesen hat, untermalt. Das Video mit der Künstlerin Halea dazu gibt es hier:

Zudem konnten wir mit dem Holländer Simon über seine Süßigkeitenausstellung reden, die eindeutig unseren Geschmack getroffen hat! Im Haus der Bildung in der Boddinstraße gab es eine interaktive Ausstellung unter dem Namen “Möchten Sie diesen Inhalt sehen?”, bei der es sich um ein Experiment handelt, das Phänomene in der heutigen beschleunigten Welt in einer verlangsamten Form darstellen soll. Vor Ort haben wir die Künstlerin Katarina zu ihrer Klangausstellung im Interview gehabt.
All das hat Linus natürlich mit der Kamera festgehalten, also schaut hier in den fertigen Videobeitrag von unserm Tag auf dem 48 Stunden Neukölln Festival rein!