Von Panamá nach Deutschland – ein Erfahrungsbericht

Carolina kommt aus Panamá und war für zehn Monate in Deutschland. Ihre Erfahrungen hat sie für DIGGA aufgeschrieben. Den spanischen Originaltext gibt es hier nachzulesen: 

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Ich erinnere mich gut an den Moment, als ich erfuhr, dass ich nach Deutschland gehen würde. Das war eine große Überraschung. Ich kam gerade abends von  der Schule nach Hause, meine Eltern und meine Oma erwarteten mich vor dem Haus, mit Feuerwerk und Süßigkeiten in der Hand, die meine Mutter gekauft hatte, auf denen “Herzlichen Glückwunsch” stand. Ich glaube, ich habe nie solche Freude verspürt, wie an diesem Tag.

Von diesem Moment an, drehten sich alle meine Gedanken nur um Deutschland. Ich hatte hohe Erwartungen an mein Leben dort und was mir alles tolles dort passieren würde. Ich glaube, ich habe nie die Tatsache realisiert, dass ich zehn Monate ohne meine Familie und Freunde unterwegs sein würde, eine andere Sprache lernen müsste, die ich überhaupt nicht konnte, dass ich bei unbekannten Personen leben würde und so tun würde, als wären sie “meine Familie”. In diesem Moment war nichts davon für mich wichtig. Das einzige, das ich wollte war, nach Deutschland zu gehen. Und ich wollte es jetzt!

Als endlich der ersehnte Tag 0 kam, fühlte es sich sehr komisch an, denn es war ein Tag wie jeder andere. Die Aufregung war verflogen, der Traum wurde Realität.

An meinen ersten Tagen in Deutschland fühlte ich mich mehr wie eine Touristin. Alles war neu, fantastisch, unglaublich. Meine Familie sprach mit mir auf englisch, sie erklärten mir alles mit sehr viel Geduld. Vor der Schule hatte ich ein bisschen Angst, denn ich verstand nicht, was vor sich ging. Ich verlief mich und fand nicht das richtige Klassenzimmer, ich wusste nicht, wo die Toiletten waren und ich hatte Angst davor, mir etwas in der Cafeteria zu kaufen. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich ziemlich Schiss vor Bussen oder Bahnen hatte, ich befürchtete, mich zu verirren.

Ich fühlte den Frust in mir aufsteigen, denn ich wollte die anderen verstehen. Die unterschiedlichen Uhrzeiten in der Schule und nur deutsch zu hören, verschafften mir Kopfschmerzen. Ich fühlte mich ausgeschlossen, weil ich nicht über die Witze meiner Klassenkameraden lachen konnte.

Doch nach und nach entwickelte ich meinen eigenen Alltag. Ich lernte immer mehr über die Kulturen und die Dinge, die mir anfangs noch merkwürdig erschienen, übernahm ich irgendwann selbst. Ich gewöhnte mich an die Menschen, die ich morgens im Bus sah, an die Nachbarn, meine Familie, meine Freunde und jetzt endlich fühle ich mich als ein Teil von Deutschland.

Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich Heimweh bekam. Es waren schon eineinhalb Monate seit meiner Ankunft vergangen. Das merkwürdigste war, dass ich nur eine Umarmung meiner Mutter wollte. Ich wollte, dass meine Mutter vorbeikommen, mich für eine Minute in den Armen halten und dann wieder gehen würde. Das hört sich ziemlich egoistisch von mir an, aber ein Austauschstudent sein zu wollen, ist eine egoistische Sache, denn du denkst an niemand anderen, nur an dich und was dir passieren wird. Du denkst nicht daran, dass du jemanden fehlen würdest oder sich mehr als eine Person um dich sorgen würde.

Meine Tage hier waren eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Während die Tage vergehen, erlebst du alles aufmerksamer und intensiver. Ich schätze die Dinge, die ich zu Hause habe genauso, wie die Dinge, die ich hier habe. Ich habe schon meine hohen Erwartungen vor meiner Reise erwähnt und obwohl manche Dinge anders verliefen oder verlaufen, als ich sie vor einigen Monaten in meinem Kopf geplant hatte, bin ich nicht enttäuscht. Ich habe viele neue Sachen kennengelernt, um mich zu amüsieren, andere Dinge, die ich machen kann und andere Lebensformen. Mit diesen Erfahrungen fühlst du dich wichtig und besonder, sie geben dir die Lust am Leben. Du fühlst, dass alles möglich ist.

Doch zur gleichen Zeit kämpfst du mit den Vorurteilen derjenigen, die denken, ein Auslandssemester bedeute, jeden Tag feiern zu gehen, ohne Verantwortung tragen zu müssen.

Noch dauert es ein paar Monate, bis ich zurück gehe. Ich weiß nicht, wie ich mich fühle, ich würde es in etwa so beschreiben: 15% Freude, 15% Nervosität, 20% Angst und 50% Trauer. Ich habe große Angst, das Leben hier, das ich mir die letzten Monate aufgebaut habe, hinter mir zu lassen und in meine “Realität” zurückzukehren.

In diesen nun fast acht Monaten seit meiner Ankunft in Deutschland habe ich begonnen, mich an die Menschen hier zu gewöhnen, ihre Kultur, ihre Gesellschaft. Ich habe meine eigenen Ideologien umgeworfen, ich wurde zu einer Person, die nun viel offener ist, das “andere” zu akzeptieren. Genauso habe ich von den anderen Austauschschüler gelernt, dass, auch wenn wir aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, uns dieses eine gemeinsame Gefühl vereint.



Geburtstage in Panamá – Geburtstage in Deutschland

Carolina war für 10 Monate in Deutschland. Ihre Erlebnisse hat für DIGGA aufgeschrieben. Hier findet ihr den spanischen Originaltext. 

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Jede Kultur hat ihre eigene Art, spezielle Festlichkeiten, wie den Geburtstag zu feiern.

Mein erstes Mal bei einem deutschen Geburtstag kann ich nur schwer beschreiben, aber ich war ziemlich verwirrt. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich in diesem Artikel nur meine eigene Erfahrung aufschreibe, beruhend auf den Feiern meiner Familie in Panamá, meiner deutschen Gastfamilie und Freunden aus Deutschland.

In Panamá hängt vieles vom Alter des Geburtstagskindes ab. Je mehr Kinder, desto größer der Aufwand der Feier, die die Eltern ausrichten. Alles muss perfekt sein. Auch wenn das für mich nicht unbedingt Sinn ergibt, für einen zweijährigen eine riesen Feier zu veranstalten, der nicht mal weiß, dass er Geburtstag hat und ihn so richtig genießen kann.

Aber allgemein wird eine Kindergeburtstagsfeier sehr lange im Voraus geplant, sehr viel muss organisiert werden: Die Torte muss bestellt werden, die Geschenke gekauft, ein Ort mit genügend Platz gefunden werden, Aktivitäten geplant, Essen für viele Menschen vorbereitet werden. Alles wird mit Ballons, Karten usw dekoriert. Es gibt immer einen extra Tisch für die Torte und Säckchen voller Süßigkeiten und Spielsachen für die Gäste des Geburtstagskindes. Während der Feier wird getanzt, Spiele gespielt, in der Regel gibt es einen Clown. Dann kommt schließlich der besondere Moment, wenn alle zusammen das Geburtstagslied singen und das Geburtstagskind im Kreise seiner Familie vor der Torte sitzt. Am Ende des Liedes werden die Kerzen ausgepustet, sich dabei etwas gewünscht und alle applaudieren. Dann kommt der Teil mit dem Essen und der Süßigkeiten. Normalerweise werden die Geschenke erst geöffnet, wenn alle Gäste gegangen sind. Wirst du schließlich älter und erwachsener, verändern sich die Feiereien, sie werden ein bisschen seriöser und ernsthafter, aber die Süßigkeiten bleiben.

In Deutschland kommt es genauso auf die Personen an, aber allgemein gesehen, sind die Feiern viel familiärer und ruhiger. Nachmittags beginnt die Kaffezeit, wo die Familie zusammensitzt und sich bei Kaffee und Kuchen unterhält. Dann kommt der Moment, an dem das Geburtstagskind all seine Geschenke öffnet und danach wird zu Abend gegessen. Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen Kindergeburtstagen und den der Erwachsenen.

Dagegen sind die Geburtstagsfeiern der Jugendlichen unglaublich. Sie feiern zu Hause ohne Eltern, mit viel Musik und gut –  viel Alkohol. In Panamá würden die Eltern niemals ihrem Sohn oder ihrer Tocher zwischen 16 und 21 Jahren ihr Haus anvertrauen, damit diese dort alleine eine Party schmeißen können. Mein erster Geburtstag dieser Art war der 18. Geburtstag einer deutschen Freundin. Unglaublich und ziemlich lustig.

 

 



Weihnachten, Silvester und Ferien

In den letzen Wochen war bei mir relativ viel los. Weihnachten, Familienfeiern, Silvester…
Weihnachten fing für mich dieses Jahr erst am 25. an. Wir standen alle auf, hatten ein großes Frühstück und packten dann alle zusammen Geschenke aus. Später am Tag sind wir zu der Familie meiner Gastmutter an die Gold Coast gefahren. Dort hatten wir Lunch und Nachtisch. Die Familie hatte gerade einen kleinen Welpen (Französische Bulldogge) bekommen. Er war gerade mal acht Wochen alt und hieß Humphrey. Nach ein paar Stunden sind wir in das Apartment meiner Gastfamilie am Rainbow Bay, Gold Coast gefahren. Am Ende des Tages konnte ich noch einen Teil meiner Bucket List abhaken. Ich stand an Weihnachten bei 30*C am Strand. Am nächsten Tag ging es dann zu der Familie meines Gastvaters. Seine Familie lebt mehr im Outback Australiens, in einem kleinen Dorf namens Kyogle. Dort haben wir den Tag verbracht und sind Abends wieder zurück ins Apartment gefahren. Die nächsten Tage haben wir nicht viel gemacht. Wir waren am Strand oder im Pool, lagen in der Sonne, waren im Café oder haben einfach nur rumgelegen. Es war sehr entspannt, aber keinesfalls langweilig. Zwei Tage vor Silvester kam Fredi, eine andere deutsche Austauschschülerin und eine gute Freundin von mir. An Silvester sind wir mit meinen Gasteltern erstmal zu deren Freunden gefahren und haben Dinner gegessen. Um kurz vor elf sind wir zurück gefahren um uns das erste Feuerwerk in NSW (NewSouthWales) zu sehen. Auf der einen Straßenseite von dem Apartment ist nämlich NSW und auf der anderen Seite ist Queensland. (NSW +1 Stunde) Nach dem ersten Feuerwerk sind wir zum Strand gelaufen um das zweite Feuerwerk anzugucken. Wir waren dann noch eine Woche dort und sind dann zurück gefahren.



Französische Erziehung | “Wenn du noch einmal hinfällst, darfst du nie wieder Roller fahren”  

Kinder haben in Frankreich nichts zu sagen, sondern zu tun, was die Erwachsenen von ihnen verlangen, was immer es auch ist, und zwar ohne Widerrede.

Mit 14 Jahren gilt man hier absolut noch als Kind, was hier heißt, dass man mit den anderen Kindern bei einer Familienfeier am Kindertisch isst und nach dem Essen nach draußen zum Spielen verbannt wird, dass gegessen und angezogen wird, was die Eltern wollen und um spätestens 21 Uhr Bettruhe ist.

Ein Bonbon, ein Stück Schokolade, ein halbes Glas Cola zum Mittagessen oder ein Euro, den man auf der Straße findet (Taschengeld ist nicht üblich) sind ein Highlight des Tages für eine 14-Jährige in Frankreich. Allein Bus fahren ein richtiges Abenteuer.

Während sich Erwachsen-Sein in Deutschland durch verantwortliches und moralisch möglichst richtiges Handeln auszeichnet und dadurch, dass man sich mal zurücknehmen kann und seine Interessen hinter die der anderen stellt, heißt Erwachsen-Sein hier vor allem eines: Rache.

Es wird sich gerächt für alles, was einem in der Kindheit angetan wurde, die eigene Macht wird so richtig ausgenutzt. Die Kinder lässt man den Haushalt machen, wenn nicht, gibt es teilweise Schläge, am Wochenende wird gemacht, worauf die Eltern gerade Lust haben, und wenn es ein spontaner Spaziergang ist, muss das Kind eben seine Verabredung absagen.

Kinder sind es gewohnt, einzustecken. Und mit 14 ist man hier genauso ein Kind wie mit fünf.

In Deutschland gibt es eine relativ große Grauzone zwischen noch-Kind und schon-Erwachsener, etwa zwischen 12 und 16. Man selbst kann aussuchen, wozu man gehören will und das wird dann auch so akzeptiert.

Akzeptieren müssen hier in Frankreich nur die Kinder.

So wurde auch der Satz aus der Überschrift von meiner Gastschwester anstandslos akzeptiert. Sie ist dann auch tatsächlich nicht mehr hingefallen.

 

 

 

 



Von erfüllten Träumen und tollen Erfahrungen / Aussie Adventure

Aus zwei Wochen wurden dann doch zwei Monate. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell hier. Es sind schon fast drei Monate die ich hier bin. Es ist echt viel passiert.

Ich hatte vom 18.09. bis zum 04.03. Ferien und bin mit meiner Gastfamilie zu deren Beachhaus gefahren. Die Insel heißt Wild Cattle Island und liegt in einem Nationalpark. Insgesamt gibt es dort 17 Häuser und ansonsten nur Busch und Wasser. Ich hatte echt eine super tolle Zeit, habe Sachen gemacht die ich davor noch nicht gemacht habe. Zum Beispiel “Crabbing”, “Tubing” oder “Stand-Up Paddeling”. Die anderen Leute auf der Insel waren auch total nett. Jeder kennt jeden und respektiert jeden. Ich hatte außerdem meinen Geburtstag an einem Strand, was ich vorher auch noch nicht hatte.

Es waren zwei sehr entspannte Wochen. Aufstehen wann man will, schwimmen gehen, angeln, mit dem Boot raus fahren, mit den anderen Leuten quatschen und einfach Spaß haben. Ich hatte auch die Begegnung mit einem Echidna (einer Art Igel), einer Baumschlange (ganz harmlos) und einer Braunschlange (tödlich). Letzteres wurde erfolgreich entfernt. Als die zwei Wochen vorbei waren wollte man gar nicht mehr weg.
Als meine Ferien dann vorbei waren, hatte ich drei Tage Schule und bin dann nach Sydney geflogen. Für vier Tage. Ich wollte schon immer mal nach Sydney. Ich weiß nicht warum, aber es war ein Traum/Wunsch von mir. Ich bin mit zwei Erwachsenen und sechs anderen Austauschschülern da gewesen. Ich habe viel gesehen. Harbour Bridge, Sydney Opera House (wunderschönes Gebäude), Taronga Zoo, Bondi/Manley Beach, Darling Harbour und vieles mehr. Außerdem durfte ich die Bekanntschaft mit einem Didgeridoo spielenden Aborigine machen. Und wusstet ihr schon, dass es in Deutschland mehr Menschen gibt die Didgeridoo spielen, als Aborigines in Australien? Nein? Ich auch nicht. Aber jetzt wisst ihr es. Wir hatten alle eine wunderschöne und lustige Zeit in Sydney und ich werde es nie vergessen.

 
Als ich wieder kam hatte ich zwei Tage Schule, um dann am “Rotary Surf Weekend” teilzunehmen. Diesmal waren wieder alle Austauschschüler aus meinem Distrikt da. Das heißt wir waren 11 und wieder ein paar Erwachsene. Wir hatten zwei Tage, jeweils zwei Stunden, Surfunterricht. Es ist anstrengender als man denkt, aber es macht unglaublich viel Spaß. Abgesehen von den aufgeschürften Beinen und Armen vom Surfbrett. Das Gefühl wenn man es schafft das erste Mal aufzustehen und über eine Welle zu surfen ist einfach toll. Am Ende haben es alle von uns geschafft. Außerhalb des Unterrichts haben wir im Meer oder Pool gebadet und einfach Spaß gehabt.

Ja das alles ist in meinen letzten Monaten in Australien passiert. Ich hoffe, dass es so toll weitergeht und ich jeden Tag so genießen kann, wie ich es bis jetzt tue. Ich denke/hoffe der nächste Bericht kommt schneller. Bis dann!

Clara

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Mein Projekt: Talita Cumi

Seit vier Wochen nun bin ich im Projekt zusammen mit einem weiteren Freiwilligen names Paul, der ca. 200 m weiter im Jungshaus arbeitet. Ich bin demnach im Mädchenhaus “Talita Cumi”  was soviel wieMädchen, steh auf “ bedeutet und seinen Ursprung in der Bibel (Mk 5,41) hat.

Mein Projekt ist in El Alto (die Höhe), einer Stadt die den Talkessel La Paz mehr oder weniger umschließt und bis 1985 sogar deren Stadtteil war. Heute zählt El Alto mehr Einwohner als La Paz und ist nach Santa Cruz die zweitgrößte Stadt Boliviens. Während die Bevölkerungsszahl von La Paz seit Jahren aufgrund der topographischen Beschränkungen stagniert, verzeichnete El Alto einen massiven Anstieg. Ungefähr 75% der Einwohner gehören der indigenen Gruppe Aymara an, das heißt man sieht weitaus mehr Frauen mit Röcken und traditionellem Hut als in der Südzone La Paz’ wo ich wohne. Hier sehen maximal die Hausangestellten so aus, die unter der Woche sozusagen beim Arbeitgeber wohnen und dann wie unsere Ana Samstag Mittag wieder “hoch”fahren.

Trotz all der Besonderheiten wird El Alto selten in Reiseführern genannt, mal abgesehen von dem höchstgelegenen internationalen Flughafen, der in La Paz keinen Platz hatte. Die Mehrheit der Menschen lebt unter der Armutsgrenze und viele sind Analphabeten. Die meisten Häuser sind nicht verputzt, da so weniger Steuern gezahlt werden müssen. Ein Haus gegenüber von meinem Projekt sieht von vorne ganz normal aus, schaut man allerdings seitlich drauf, sieht man, dass nur die Vorderseite verputzt wurde und sich dahinter ein Rohbau befindet. Schnellstmöglich werde ich Fotos hochladen, im Moment will ich meine Umgebung dort jedoch erstmal besser kennenlernen, da schon der ein oder andere unerfahrene Gringo mit teurer Kamera abgezogen wurde. Schon gleich am zweiten Tag habe ich erfahren, dass ein Trufi-Fahrer am Vorabend um sieben Uhr (da ist es noch nicht wirklich dunkel) überfallen, ausgeraubt und in fraglichem Zustand zurückgelassen wurde. Und das alles zwei Ecken weiter.

Da ich vom tiefsten Punkt La Paz’ bis zum höchsten Punkt El Altos fahre (bestimmt so einen Kilometer Höhenunterschied), dafür wenn’s gut läuft anderthalb Stunden, wenn’s schlecht läuft mehr als zwei brauche, schlafe ich unter der Woche vorort. Und zwar in einem weiteren Haus nochmal 200m entfernt zusammen mit momentan fünf anderen Freiwilligen aus den USA, die im Erdgeschoss ihre Zimmer haben und Johnny plus Familie, dessen Aufgabe ich noch nicht ganz durchblickt habe, der aber wohl die drei Häuser (Jungs, Mädchen und noch eins für Paare) koordiniert. Außerdem sind in dem Wohnhaus noch die Büros. Paul und ich haben jeweils ein großes Zimmer mit je drei Betten, was schon ziemlicher Luxus ist, allerdings wird die Heizung angesichts der Größe des Raumes zwecklos. Sie schaffts einfach nicht. Daher ist es kalt und ich schlafe immer in Fließpullovern. Außerdem haben wir noch eine Küche und ein Bad für uns alleine.

Jetzt zum Projekt: Was ist das überhaupt? In einer Mail von meiner Organisation AFS wurde es mir als eine Einrichtung für Mädchen bis 18 Jahre beschrieben, die auf der Straße leben und evtl. drogensüchtig sind. Die Realität sieht ein bisschen anders aus: Gegenwärtig sind es sechs Mädchen bzw. Frauen und vier Kinder die im Projekt leben. Drei sind unter 18, drei über 18 (von denen zwei auch ihre jeweils zwei Kinder dabei haben). Einige (vorallem Oma und Papa), denen ich von der Beschreibung erzählt habe, waren erstmal durch das Wort “drogensüchtig” geschockt – ich auch ein bisschen. Das hat sich aber schnell wieder gelegt. Im Grunde merkt man davon gar nichts und ich bin mir auch nicht sicher, ob es überhaupt auf alle zutrifft. Äußerlich sieht man vereinzelt Narben sowie schlechte Zähne, das ist hingegen bei den Jungs deutlich schlimmer. Anfangs waren einige Mädchen recht schüchtern, sind aber schnell aufgetaut. Dazu muss ich aber auch sagen, dass in meinem Projekt keine “Extremfälle” sind. Ein Mädchen zum Beispiel ist im Projekt, weil die Eltern geschieden sind, jeweilig neue Familie und Kinder haben und sie dann untergegangen zu sein schien. So genau habe ich nicht gefragt. Oder von einer Mutter weiß ich, dass sie mit ihren Kindern und deren Vater auf der Straße gelebt hat und er sie wohl geschlagen hat. Ihre kleine Tochter singt beim Frühstück und wenn die Großen ihre Morgenandacht haben und ich aufpasse, kann man Dinge heraushören.

Es soll also eine Wiedereingliederung auf Basis von Gott und der Bibel erfolgen. Bei der Morgenandacht wird eine Bibelstelle herausgesucht und darüber gesprochen. Danach gibt es Frühstück, ein Brot und ein heißes Getränk, meist mega gezuckert. Anschließend machen die Mädchen ihre Aufgaben, die aus Haus putzen bestehen. Das Mittagessen kochen sie auch selber, dafür gibt es einen Plan. Dienstags und Samstags kommt eine Lehrerin, ansonstens gibt es keine Schulbildung. Ein Mädchen macht eine Ausbildung zur Friseurin und darf das Projekt verlassen, sonst ist das Tor immer abgeschlossen. Es gibt einen Hof mit Fußballtor und manchmal machen sie bei Johnnys Aerobic mit. Es ist eine familiäre Atmosphäre und ich fühle mich echt wohl.

Ab nächster Woche kann ich mit einem Englischkurs und evtl. Computerkurs anfangen, dann habe ich auch einen geregelteren Arbeitsablauf. Derzeit hab ich da ausgeholfen, wo es nötig war. Das war meistens bei den Lebensmitteln, da in naher Zukunft das Projekt kontrolliert wird und sich kein einziges abgelaufenes Produkt, noch nicht mal Quinoa oder Nudeln, im Schrank befinden darf. Das heißt ich durfte alles durchschauen, aussortieren, die Anzahl aufschreiben und mit grünen, gelben und roten Punkten versehen, die das Ablaufdatum anzeigen. Jeden Dienstag gehen wir mit Hermana Christi (alle werden mit Hermana angesprochen – auch ich) auf den Markt und kaufen Gemüse/Früchte für drei Häuser ein. Das heißt ganz schön schleppen, aber zum Glück ist ja auch Paul dabei und zurück fahren wir mit dem Taxi. Der Markt ist echt beeindruckend, da die Verkäuferinnen teilweise auf ihren Waren sitzen. Dann werden Tonnen von Orangen angehäuft und in der Mitte eine Cholita.

Saludos

Carlotta



Schule = Gefängnis? Milena erzählt von Frankreich

Der Schulalltag in Frankreich verläuft streng geregelt nach dem Motto „Gefängnis“.

Bist du einmal drin, kommst du nicht wieder raus.

Im Gegensatz zum Gefängnis ist es allerdings nicht nur schwer, wieder rauszukommen, sondern auch erst einmal absolut nicht leicht, überhaupt hineinzukommen. Das musst du aber, denn wer zu spät kommt, muss nachsitzen und/oder direkt zum Schulleiter, je nachdem, wie gut der Lehrer gelaunt ist.

Schon am Eingang der Schule stehen Wachtmänner, sogenannte Surveillants, die dazu gedacht sind, zu kontrollieren, wer das heilige Gebäude zu welchem Zeitpunkt betritt.

Das berühmte Carnet muss vorgezeigt werden, prüfend schauen sie dir in die Augen und vergleichen dein Gesicht mit dem Foto auf der Rückseite des Carnets, ob du auch der richtige Schüler bist und kein Schummler, der sich hineinschmuggeln will, um unverständlicherweise illegal vom fantastischen Unterricht auf Gesamtschulniveau zu profitieren. Glaubt man dir dann großzügig, dass du Schüler der Schule bist, darfst du rein, allerdings wirst du direkt auf den Schulhof verbannt, einer tristen Betonfläche von etwa 200qm, die durch einen 3 Meter hoch wirkenden Zaun von der Außenwelt abgegrenzt ist, damit auch bloß keiner auf die Idee kommt, überhaupt zu versuchen, auszubrechen. Fehlt nur noch der Stacheldraht.

Bei so gut wie jedem Wetter muss man auf den Schulhof und wenn es klingelt, dann heißt es, bloß keine Zeit zu verlieren; alle Schüler müssen sich in Zweierreihen aufstellen. Der jeweilige Lehrer holt seine Klasse dann persönlich vor Ort ab.

Am Anfang jeder Unterrichtsstunde wird der sogenannte „Appel“ gemacht – die Anwesenheitskontrolle. Dass die gemacht wird, wird natürlich wieder von den Surveillants durch ständiges Klopfen an der Tür kontrolliert, damit bloß keiner schwänzt.

Essen gibt es in Schichten, aus irgendeinem Grund scheint meine Klasse immer die letzte Schicht zu sein. Wieder in Zweierreihen und begleitet von mehreren Surveillants überquert man als Klasse die Straße zur Kantine, die sich arrogant „Schulrestaurant“ nennt. Beim Straße-Überqueren muss sich natürlich ein Surveillant in Hampelmann-Position mit wichtigtuerisch ausgebreiteten Armen auf die Straße stellen, damit die Schüler auch ja sicher in der Kantine ankommen, wo sie sich wieder ordentlich in einer Reihe zum Händewaschen aufstellen müssen, bevor die das heiß ersehnte, qualitativ sehr minderwertige Kantinenessen verspeisen dürfen.

Will man die Schule in der Mittagspause verlassen, um zu Hause zu essen, was ich als Entscheidung immer sehr befürworte, muss man natürlich erst beweisen, dass man dazu die Erlaubnis der Eltern hat. Genauso, wenn ein Lehrer krank ist, braucht man die ausdrückliche Erlaubnis, die Schule früher zu verlassen, sonst muss man in einem winzigen, überheizten Raum namens “Salle de Permanence” unter Betreuung von mindestens vier Surveillants (in jeder Ecke einer) absitzen. Das ist kein Spaß, das weiß ich aus Erfahrung.

Das war wieder mal ein kleiner Einblick in meinen Alltag hier… Kleine Weisheit: Man nehme alles mit Humor!

 

 



Warum nicht einfach Teller nehmen? – ein französisches Frühstück

Zum Frühstück gibt es Baguette, das Klischee stimmt. Was stellen wir in Deutschland uns unter einem guten Baguette vor, was lieben wir am französischen Brot?

Es ist weich, es ist leckeres, weiches, weißes Brot, zuweilen gar warm – und auf jeden Fall manchmal ein schöner Ausgleich zum harten, deutschen, körnigen Schwarzbrot.

Die Franzosen hier allerdings malträtieren ihr Baguette dermaßen, dass es nichts mehr mit der obigen Beschreibung gemeinsam hat.

Die Franzosen mögen ihr Baguette hart. Frisch gekauftes Baguette wird also erst einmal mindestens einen Tag lang zum Härten auf den Tisch gelegt. Wenn es am Morgen immer noch nicht hart genug ist, wird es getoastet, wahlweise ein, zwei oder drei Mal, damit man es auch ja nicht ohne  sehr viel Mühe essen kann und es laut genug beim Kauen knirscht, dass man sich auch bloß nicht unterhalten kann.

So ein hartes Brot krümelt natürlich auch enorm, doch das stört die Franzosen nicht. Sie benutzen noch nicht mal Teller. Das wäre jedoch nicht nur wegen der Krümel mehr als angebracht.

Die Marmelade, die man in Deutschland ja als dickflüssige Masse kennt und schätzt, besteht hier aus mehr oder weniger eingekochten Früchten in Zuckerwasser. Da das steinharte Brot – „Tartine“ genannt – zur Hälfte aus großen Löchern besteht, damit man auch bloß nicht satt wird, rinnt die „Marmelade“ stets hindurch und tropft auf die Tischdecke.

Warum nicht einfach Teller nehmen?

 

Das war jetzt ein kleiner Einblick in das französische Frühstück. Es schmeckt allerdings trotzdem ganz lecker, mit der Weile gewöhnt man sich an die ungewöhnlichen Essgewohnheiten. Und immer wieder bestätigt sich somit der Spruch: Andere Länder, andere Sitten.

 



Die berühmt-berüchtigte Rentrée

So, ich bin jetzt seit vier Tagen in Frankreich und hatte heute meinen ersten Schultag, die berühmt-berüchtigte Rentrée.

Und die lief so ab:

Um acht Uhr versammelten sich alle Schüler der 3ième (was in Deutschland der neunten Klasse entspricht) im Eingangsbereich der Schule. Der Schulleiter hielt eine kleine Rede, von der ich leider trotz meiner Fremdsprachenkenntnisse kein Wort verstanden habe (der Schulleiter hatte kein Mikrofon). Danach wurden die Schüler einzeln aufgerufen. In Frankreich ist es so, dass jedes Jahr nach den Sommerferien die Klassen neu aufgeteilt werden. Darum sehen die Franzosen der Rentrée stets besorgt entgegen, weil sie Angst haben, vielleicht nicht mit ihren Freunden zusammen zu sein.

Als meine Austauschschülerin aufgerufen wurde, folgte ich ihr und unseren zukünftigen Klassenkameraden in einen Raum. Was mich zuerst irritierte, war das große Plakat mit dem Hakenkreuz, das neben der Tafel hing. Doch das erklärte sich bald – denn das hier war der Raum für Histoire-Géo (Erdkunde und Geschichte, das wird in Frankreich zusammen unterrichtet).

Dort hielten wir uns die nächsten zwei Stunden auf und keiner sprach ein Wort. Nur der Lehrer. Und es wurden die Carnets ausgeteilt.

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Ein Carnet ist ein Heft, das aus 48 Seiten besteht. Die ersten 14 davon sind die Schulregeln. Und der Lehrer hat jede einzelne davon vorgelesen und genauestens erläutert. Das hat zwei Stunden gedauert.

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Ehrlich gesagt war das sterbenslangweilig und ich habe auch nicht die ganze Zeit zugehört, sondern bin immer mal gedanklich wieder zu anderen Orten, Zeiten und Menschen abgeschweift. Dabei musste ich mehrmals fast laut lachen, doch dann hätte ich ja gegen die Regel verstoßen, man müsse die Regeln akzeptieren und dürfe sie nicht lächerlich machen. Um noch ein paar andere Regeln aufzuzählen, hätten wir da:

Man darf keine Helme tragen. Man darf nicht Roller fahren. Und weder Getränke noch Bomben mit in die Schule nehmen!

Es sind beinahe strengere Regeln als bei einem Flug nach Israel.

Der Rest dieses Carnets besteht mehr oder weniger aus Tabellen, die dazu gedacht sind, dass die Lehrer ankreuzen, was der jeweilige Schüler falsch gemacht hat, sei es eine “Bavarderie” (bavarder=quatschen), oder dass er irgendwelches Material vergessen hat. Jeden Tag muss das Carnet den Eltern vorgelegt werden. So erfahren sie immer, wenn der Schüler etwas falsch gemacht hat. Jedes noch so kleine Vergehen wird genauestens notiert, mit Datum. Jede noch so kleine Änderung im Stundenplan, wenn eine Lehrerin nicht da ist, muss ins Carnet geschrieben werden.

Und jeden Tag, wenn man das Schulgebäude verlässt, muss man den sogenannten “Surveillants” (surveiller=überwachen) die Carnets zeigen, damit diese den Stundenplan überprüfen können, ob man zur rechten Zeit geht. Schwänzen ist also nicht!

Die Schule bestätigt folglich alle Klischees über französische Schulen – sie ist sehr streng!

Das war jedenfalls mein erster Eindruck. Wer weiß, vielleicht wird Morgen alles anders…?



Hommage ans bolivianische Essen!

Liebe DIGGA-Leser,

ich bin Carlotta, 18 Jahre alt und mache einen Freiwilligendienst in La Paz, Bolivien. Seit drei Wochen bin ich nun hier, habe aber bisher noch nicht gearbeitet, sondern einen Spanischkurs besucht. Meine eigentliche Blogadresse ist: ckbolivia15.blogspot.com Ich werfe euch jetzt einfach mal in meinen aktuelle Blogeintrag dazu. Fotos gibt’s leider noch keine, weil ich mein SD-Kartenlesegerät zu Hause vergessen habe, mein Laptop die Sony-Karte dummerweise nicht annimmt und ich noch kein neues gekauft habe. Stellt es auch vor. 🙂

“Mein Projekt fängt leider doch nicht, wie gedacht, morgen an. Stattdessen dürfen wir um 7:30 Uhr im Stadtteil Miraflores sein und uns einem Gesundheitstest unterziehen mit Blutabnahme etc. Letzte Woche waren wir auch schon bei Interpol und haben Fingerabdrücke abgegeben. Das alles ist notwendig, um das Visum zu bekommen, derzeit haben wir nämlich nur eins für 30 Tage. Das heißt in einer Woche bin ich illegal im Land. Bin mal gespannt, ob es die bolivianischen Behörden bis zu diesem Zeitpunkt hinbekommen. Bürokratischer Aufwand wird eher ungern betrieben.

Aber kommen wir nun zum wirklich Wichtigen; dem Essen.
Mein Frühstück besteht aus folgendem: frisch gepresster Orangensaft (unglaublich gut), dazu aufgeschnittenes Obst wie Papaya, Honigmelone, Banane oder Apfel. Eventuell eine Nutellastulle, aber nur wenn Zeit ist und eine Tasse Tee aus Mamas Cup.
Mittags essen wir immer so um 1 Uhr, meistens auch alle zusammen. Meine Gastschwester Caju kommt dazu immer aus der Uni und mein Gastbruder Sebastian lässt es sich in die Schule bringen, wenn er länger Unterricht hat. Zur Vorspeise gibt es so gut wie immer eine Suppe, ich passe morgen mal ganz genau auf, aus was die besteht. Als Hauptspeise gibt es in meiner Familie immer Fleisch und einmal die Woche Fisch dazu oft Reis und Salat. Zum Beispiel gab es letztens falso conejo bedeutet ‘Falsches Kaninchen’, was statt Kaninchen- Rindfleisch ist. Sehr viel wird hier auch Hühnchen Pollo gegessen. Ein typisches Gericht aus Santa Cruz ist Majadito, Reis mit feingehacktem Hühnchen, dazu ein Spiegelei und einer Kochbanane. Die Forelle aus dem Titicacasee genannt Trucha mit Kräutersoße ist auch sehr empfehlenswert! Kochen tut bei uns übrigens die Hausangestellte Ana, die unter der Woche auch hier wohnt. Sonntags ist sie bei sich zu Hause und wir gehen meist Essen. Zum Abschied von Kevin, dem Austauschbruder von Sebastian sind wir zum Jardin de Asia gegangen. Wir saßen nicht an einem normalen Tisch, sonder alle in einem Bogen in der Reihe und vor uns eine große Herdplatte. Wir hatten unseren eigenen Koch, der zu Beginn eine kleine Show mit seinen Gerätschaften aufgeführt hat. Caju und ich aßen Lachs, der Rest Fleisch. Zum Braten wurde einfach der Herd mit einem Feuerzeug angezündet, sodass eine (wirklich) riesige  Flamme entstand – schon fertig. Als Beilage Reis mit unter anderem Ei, welches auf ziemlich gekonnte Art und Weise hinzugefügt wurde. Desweiteren sind viele amerikanisch-mexikanische Restaurantes vertreten, allergings kein McDonalds – sehr sympathisch! Eines schönen Sonntages waren wir im Highlanders, wo es wirklich super gute Burger gibt! Was man auch probieren sollte, ist Cerviche – roher Fisch in Essig eingelegt, serviert in einer Muschel. Was ich selbst noch nicht gekostet habe, ist Anticucho – Hühnerherz. Dazu lasse ich mir auch wohl noch ein bisschen Zeit. Wie auch für Chicharon, was auf der Straße am Besten sein soll. Mein Magen hat sich mittlerweile an die anderen Bedinungen gewöhnt, ich will ihn jedoch nicht überstrapazieren. Letztens habe ich einen Salat bestellt, beim Essen ist mir eingefallen, dass der ja mit Leitungswasser gewaschen wird (hier nicht genießbar), bin aber ganz zu meinem Erstaunen nicht krank geworden. Was mich auch wunderte, ist, dass Sushi hier auch mit Fleisch oder Mango serviert wird. Ganz zu meiner Freude gab es letztens Brezel (!) vom deutschen Bäcker mit Salchicha de Bock (Bockwurst) und Kartoffelsalat nach dem Rezept von meiner Oma. Die Anleitung dazu hat mir meine Tante per WhatsApp Sprachnachricht zu kommen lassen. Obwohl ich das natürlich eigentlich wissen müsste, so oft wie ich schon in den Genuss gekommen bin..
Zu Abend wird so um 21 Uhr gegessen. Entweder das vom Mittag, Ana kocht etwas Neues oder ein Sandwich. Demnächst bin ich mal dran. Kevin hat mal eine russische Suppe gekocht und ich werde Kaiserschmarrn als typisch bayrisch deklarieren – gut, dass ichs in den Ferien mit Oma zusammen gekocht habe. Ich bin nicht so der Pro.

Euch einen guten Hunger!
Carlotta”