Digga auf der TINCON

Spacefrogs, Sick und Sonneborn

Mit Grumpy Cat und Unicorn

Digga ist auf der TINCON, der Teenage Internetwork Convention. Allerdings nicht allein.

Denn neben unserer Redaktion sind auch diverse Youtuber und andere Öffentlichkeits- und Medienmenschen anwesend, die auf den zwei Bühnen ihre Ansichten kundtun – vor allem bezüglich Themen wie Politik, Bildung, Games und Medien.

Wo kurz zuvor noch Tim Edler über das Flussbad in Berlin informiert hat, steht nun Martin Sonneborn von der Partei die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative und proklamiert stolz seine Meinung zu Böhmermann, der FDP und Helmut Kohl. Währenddessen erklären Alessandro Schuster und Jonas Klocke auf der U21 Bühne, wie man Filme schneidet.

Bei so vielen spannenden Vorträgen weiß die Digga-Redaktion gar nicht, wo sie anfangen soll mit den Interviews.

Schließlich hat sie sich aber doch entschieden. Wofür, seht ihr in den Videos, die Stück für Stück in der virtuellen Welt auftauchen werden.

Ralph Caspers  kennt man aus Wissen macht Ah! Er ist Moderator, Autor und Schauspieler und hat sich dieses Jahr auf der TINCON zu Tinder geäußert, einer der populärsten Partnersuchbörsen im Internet.

Mit uns hat er allerdings primär über Kekse und Schokolade geredet.

Im Gespräch mit Martin Sonneborn standen wieder ganz andere Themen oben auf der Liste. Nicht nur um die Grünen ging es, sondern auch um Männer BHs, Anglizismen und Wattestäbchen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle für die bereichernde Auskunft!



Barfuß am Klavier: AnnenMayKantereit ist authentisch

Es ist doch so: Deutsche Musik kann man heutzutage nicht mehr hören, ohne sich seines Landes und seiner Sprache zu schämen. Und international spielt sie schon gar keine Rolle – doch zu recht.

Was wir seit Udo Jürgens Tod hervorgebracht haben, sind letztlich entweder Möchtegern-Gangster-Rapper wie Sido und Bushido („Schwör, ey, isch fick deine Mudda“) oder sonst irgendwelche Rentner-Hoffnungsschimmer-Blondchen wie Helene Fischer, die zu unfassbar billig produzierten Playbacks schlechte, pseudo-poetische Reime wahlweise daherhauchen oder daherblöken, dass sie beinahe eine Beleidigung für den Begriff „Schlager“ darstellen.

Und dann kommen vier Kölner Anfang 20 und erobern mit ihrer Musik binnen kürzester Zeit die sozialen Medien.

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Die Gruppe AnnenMayKantereit ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man heutzutage mit wirklich guter Musik im Internet auf echte Zustimmung stoßen kann und mittels dankbarer Fans deutschlandweit und sogar international bekannt werden kann.

Angefangen haben die Jungs 2011, und zwar zunächst auf der Straße und nur zu dritt.

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Erst waren es nur Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit (daher der seltsame Bandname), und 2014 kam dann noch Malte Huck dazu.

Sie machen Musik so, wie es ihnen gefällt, sagen sie auf ihrer Webseite. Also singen die vier in ihren Liedern über alles, was sie beschäftigt: Über Liebe, Freundschaft, Verlust, Erwachsenwerden – kurz, über das Leben. 

Nun könnte man natürlich anmerken, ob das Leben nicht vielleicht etwas mehr zu bieten hat als das, aber gut.

Jedenfalls überzeugt AnnenMayKantereit vor allem mit einem: Authentizität.

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Einfache, klare Sprache, melancholisch-schöne Melodien, die einem schnell ins Ohr gehen und trotzdem nicht langweilen, Texte, die eigentlich jeden in irgendeiner Weise ansprechen, weil sie weder dramatisieren noch beschönigen.

Auch bei ihren Videos hat man das Gefühl, dass nichts gestellt ist; bei “Oft gefragt” beispielsweise sieht man ihnen einfach das ganze Lied lang beim Essen zu. Besonders aufwendig geschnitten sind die Videos auch nicht und wenn dann mal zum Beispiel ein Zug vorbeifährt, ist das nicht schlimm.

Aus der rauen, markanten Stimme des Sängers Henning May spricht viel Lebenserfahrung, womit er es geschafft hat, Millionen von Menschen weltweit zu begeistern.

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Besonders auffällig ist hierbei, dass man unter den unzähligen Kommentaren zu den YouTube-Videos so gut wie gar keine Hass-Kommentare findet, sondern ausschließlich Lob und Bewunderung und außerdem zahlreiche Menschen aller möglichen Nationalitäten, die jetzt motiviert sind, Deutsch zu lernen, um die Texte verstehen zu können.

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Hier eines ihrer bekanntesten Lieder – “Oft gefragt”:

 

Und nun erscheint am 18.3., also in fünf Tagen, endlich ihr erstes richtiges Album „Alles Nix Konkretes“.

 

 

Quellen (u.a.):

www.annenmaykantereit.com

www.wikipedia.org/wiki/AnnenMayKantereit (ich weiß, das ist furchtbar schlecht und umprofessionell, Schande über mich)

 

 

 



#DIGGAPreis

Unsere Webreportagen “YouTuber und Wir” und “Oh, du bist hetero?!” wurden für den Deutschen Multimediapreis mb21 nominiert. Zur Preisverleihung ging es dann ein Wochenende lang nach Dresden.

 

Tag 1:

13.11.2015: Laura, Lili und ich trafen uns am Freitag am ZOB und fuhren mit dem Fernbus zum Dresdner Hauptbahnhof. Von da liefen wir etwa zehn Minuten zu unserer Cityherberge. Als wir dort ankamen, haben wir uns erst einmal ausgeruht und sind dann mit Bus und Straßenbahn zu den Technischen Sammlungen Dresden gefahren, wo am Abend eine Vorstellungsrunde der verschiedenen nominierten Projekte stattgefunden hat. Zwischendurch gab es dann Lasagne zum Abendbrot. Um ca. 21 Uhr fuhren wir dann wieder zurück in die Cityherberge.

Aber seht einfach selbst:

Tag 2:

14.11.2015: Aufstehen und erstmal Frühstück. Es gab Brötchen, Müsli und Kaffee – und was das Herz begehrt. Um 11 Uhr fuhren wir dann wieder in die Technischen Sammlungen Dresden, wo von 10:00 – 16:30 eine Ausstellung im Rahmen des Medienfestivals stattfand. Die guckten wir uns natürlich an. Es gab 3D – und Laserdrucker zu sehen, man konnte sich selbst Buttons machen und sich natürlich das Museum und die für den Multimediapreis nominierten Projekte angucken. Zwischendurch gab es dann Suppe – mit essbaren Tellern – zu Mittag.

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Laura geflasht von der 360° Animation “Sonar”

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vielleicht der Vorgänger des mp3-Players?!

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Altes – aber funktionsfähiges Mischpult der 60er Jahre

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Um 16:30 Uhr begann dann endlich die Preisverleihung. Von ca. 1500 Bewerbungen wurden 28 Projekte nominiert. Wir belegten den dritten Platz in der Alterskategorie 11-15 Jahren!

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Unser zweiter Tag im VLOG:

Und natürlich sollen auch noch ein paar andere Preisträger zu Wort kommen:

Das sagt mb21 über uns: http://www.mb21.de/wettbewerbsjahr_2015.html?articles=youtuber-und-wir-oh-du-bist-hetero

 

 

 

 

 



“Wie ist das als Autor von Psychothrillern?” – Über das Sebastian Fitzek-Interview

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Sebastian Fitzek und ich – über einen Monat nach dem Interview spricht er, Gott sei Dank, noch mit mir.

Kapitel 1 – 31. August 2015

Nach der Interviewanfrage, die wir im März gestellt haben und die erst einmal auf Eis gelegt wurde, da Sebastian noch nicht mit der Arbeit des Buchs abgeschlossen hatte, meldete ich mich Ende August wieder bei seiner persönlichen PR-Managerin. Im Frühjahr kam es schon einmal zu einem Telefonat, meine Mutter war ganz perplex, als auf einmal die Managerin von Sebastian Fitzek am Telefon war.

Als Antwort auf meine erneute Nachfrage kam eine recht kurze E-Mail: “Hallo, es ginge am 8.9. um die Mittagszeit am Kudamm?”

Kapitel 2 – 7. September 2015

Geplant war das Interview mit Sebastian Fitzek im Restaurant Wohlfahrts Dressler. Mit einem Mitarbeiter von diesem hatte ich jedoch einen Tag zuvor ein Telefonat, man kreidete mir an, ich hätte ja ruhig einmal vorbeikommen können, um mir die Interviewsituation anzuschauen, man hätte ja bedenken können, dass es entsprechend voll ist im Restaurant, und sie als Restaurant stellen sich natürlich auch die Frage einer geringen Aufwandsentschädigung. Ich hätte den Mann am anderen Ende der Leitung liebend gerne etwas zurechtgewiesen, dass er diese Informationen erst einen Tag vor dem Interview an mich gibt und sich dann noch beschwert, das alles sei sehr kurzfristig.

Was folgte, waren mehrere Telefongespräche zwischen der Managerin Fitzeks und dem Restaurant. Wir alle waren ja bereits von der Schule für diese Zeit entschuldigt, wir haben keinen geringen Aufwand für die Planung betrieben, und vor allem wollten wir dieses Interview drehen. Doch – Gott sei Dank – ließ sich ein Ausweg finden. Die Managerin teilte mir mit, sie hätte da eine Idee. Als sie kurz danach noch einmal anrief, bekam ich die Nachricht, wir dürften zu Fitzek ins Büro.

Mit dieser Ausweichmöglichkeit war ich übrigens noch viel zufriedener als mit dem eigentlichen Plan.

 

Kapitel 3 – 8. September 2015

Es war der Tag des Interviews. Nachdem wir uns zuerst bei Digga trafen, fuhren wir dann los. Mit U-Bahn und Bus über den Zoo ab zu dem Haus, dass das Büro des Fitzek-Managements ist – und der Ort, an dem er schreibt.

Als wir da waren, wurden wir vom Meister persönlich begrüßt. Wir bauten unsere Technik auf, ich lief etwas aufgeregt durchs Büro, freute mich unfassbar und bereitete mich vor. Hierbei möchte ich übrigens ganz herzlich meinen KollegInnen für ihre Arbeit danken. 😉 Dann begann das Interview.

Man merkt mir vielleicht an, dass ich sehr aufgeregt war. Trotzdem – das Interview war für mich unfassbar informativ, interessant und inspirierend. Danke an Sebastian für dieses tolle Gespräch! 😀

Mehr über unser Interview seht ihr hier im Making Of des Interviews:

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Hier unser Gruppenbild am Tag des Interviews.

 



Media Lectures mit Stefan Niggemeier

Am 8. Juli wurde wieder einmal eine Folge MEDIA LECTURES produziert. Diesmal war Stefan Niggemeier zu Gast, ein in Deutschland bekannter Medienjournalist, -redakteur und –kritiker. Außerdem ist er Gründer und Herausgeber des BILDBLOGS, einem Blog, der jeden Tag die Fehler der BILD und seit 2009 auch die Fehler anderer Medien berichtigt.

In der Sendung wurde unter anderem darüber geredet, dass Zeitungen heutzutage meist  nur darauf achten würden, ihre Artikel möglichst schnell online zu stellen, ohne jedoch zu kontrollieren, ob diese überhaupt der Wahrheit entsprächen. Deshalb sei es notwendig, dass viele weitere Menschen als Medienkritiker arbeiteten und diese Tätigkeit auch als richtiger Job anerkannt werden solle. Zeitungen, die seiner Meinung nach vertraulich seien, wären z.B. ZEIT ONLINE und SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. Zudem erklärte Niggemeier, warum er bei den Krautreportern ausgestiegen sei.

Seiner Meinung nach wäre die Idee gut gewesen, aber die Umsetzung eher mangelhaft. Er sagte trotzdem ausdrücklich, dass er nicht bereue, dabeigewesen zu sein. Über Werbung sagte er, dass man diese auch immer erkennen solle, da sie „versteckt“ die Unabhängigkeit der Medien zerstöre. Als Niggemeier gefragt wurde, wie der Gebrauch von gedruckten Zeitungen in 20 Jahren aussähe, so antwortete er, dass dann gedruckte Zeitungen nur noch Ausnahmen sein würden. Gegen Ende erläuterte er außerdem, dass die Journalistenschule eine große Hilfe sei, obwohl sich jeder Mensch Journalist nennen kann. Sie helfe viel, falls man sich in diese berufliche Richtung professionalisieren wolle.

Insgesamt war es alle Beteiligten ein interessanter und aufschlussreicher Abend, da uns ein, für uns noch nicht bekannter, kritischer Blick auf den Journalismus gezeigt wurde.



“Ahawah” – Kinder der Auguststraße | Dokumentarfilm über ein jüdisches Kinderheim und eine jüdische Mädchenschule

Ich war ja eigentlich etwas skeptisch, als es am Anfang, vor der Vorstellung hieß, wir würden es nicht bereuen, hier gewesen zu sein, denn ich war ja neulich schon enttäuscht worden. Aber es stimmte. Ich habe es ganz und gar nicht bereut, dieses Mal hat es mir außerordentlich gut gefallen.

Ahawah – Kinder der Auguststraße TRAILER from Sally M. Jaber on Vimeo.

„Ahawah“ ist Hebräisch und bedeutet „Liebe“. Gleichzeitig ist es der Name eines jüdischen Kinderheimes und einer jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße in Berlin-Mitte, die ein ganz besonderes Konzept haben und über die jetzt ein sehr spannender Dokumentarfilm gedreht wurde.

Der Film war sehr abwechslungsreich. Da das Kinderheim jetzt, nach dem zweiten Weltkrieg, in Israel wieder eröffnet hat, konnte man immer die Fotos von damals sehen und dann im Vergleich, wie es heute aussieht. Es hat sich ziemlich viel verändert.

Die Kinder, die jetzt im Kinderheim wohnen, machten einen sehr zufriedenen Eindruck, erzählten über ihr Leben da und wie ein normaler Tag abläuft.

Andere Kinder aus einer evangelischen Schule in Berlin befragten auch ehemalige Bewohner des Kinderheimes, die den zweiten Weltkrieg überlebt haben über das Leben dort während der Zeit des Nationalsozialismus. Was die alten Menschen erzählten, war sehr interessant. Jeder hatte seine eigenen kleinen Geschichten und Anekdoten, zum Beispiel ein älterer Mann, der sich noch erinnern konnte, wie er damals immer heimlich Bonbons geklaut hat. Herrlich waren auch die zwei Zwillingsschwestern, die noch viel aus ihrer Zeit in der Mädchenschule zu erzählen wussten und fast immer gleichzeitig geredet haben. Man konnte sie sich ganz genau als Kinder vorstellen, und als sie dann auch noch zusammen voller Inbrunst „die Gedanken sind frei“ gesungen haben, hat das ganze Kino gelacht. Es war wirklich sehr schön anzusehen – und anzuhören.

Das Konzept des Kinderheimes und der Mädchenschule ist ein vor allem für die damalige Zeit ungewöhnliches. Die Kinder sollen zu eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeiten erzogen werden. Man lässt ihnen viele Freiheiten und sie dürfen in vielen Dingen schon früh mitbestimmen.

Auch hatte man den Eindruck, dass sich wirklich jedes Kind wohlfühlt und seinen Platz in der Gruppe hat. Es wirkte alles wie eine große Familie.

Natürlich war vor allem damals, im zweiten Weltkrieg, nicht alles schön, im Gegenteil. Die meisten, die damals im Kinderheim wohnten oder die Mädchenschule besuchten, haben den Krieg nicht überlebt. Wenige konnten nach Palästina fliehen, die meisten wurden in Deutschland ermordet. Umso wichtiger ist es, den Überlebenden beim Erzählen zuzuhören, solange sie noch können. Deshalb war auch eine Zeitzeugin eingeladen, Ruth Winkelmann, eine ehemalige Schülerin der Mädchenschule, die aus ihrem Leben erzählt hat und wie sie überlebt hat.

Sie hat auch ein Buch geschrieben. Es heißt „Plötzlich hieß ich Sara“.

Es war ein sehr schöner Abend. Der Film war wirklich gut und vor allem sehr authentisch gemacht, mit tollen Bildern und schöner Musik. Man hat einen Eindruck davon bekommen, wie das Leben damals war und wie es heute ist und es hat mir sehr gefallen.

Den Trailer zum Film kann man sich unter http://www.jffb.de/filme/ahawah-kinder-der-auguststrasse/ ansehen. 



Nazis, Kondome und Bonbons – mehr braucht ein Film wohl nicht

Hier eine Filmkritik zum Film “Sweets”.

Vorgestern war ich wieder auf dem jüdischen Filmfestival. Eigentlich gefällt mir das jüdische Filmfestival sonst sehr gut, doch dieses Mal war ich ein bisschen erstaunt.

Geniale und rabenschwarze Parabel auf den israelisch-palästinensischen Konflikt, so lautet die Beschreibung. 132 Minuten tödliche Langeweile, das Ganze angeblich in deutscher, französischer und hebräischer Sprache mit englischen Untertiteln.

In Wirklichkeit finden die meisten Konversationen auf Hebräisch mit englischen Untertiteln statt oder auf teilweise sogar falschem Englisch.

Im ganzen Film kommen eine deutsche Person (ein alter Nazi) und eine französische Person (eine Schlampe namens Claudia) vor, die einzigen deutschen und französischen Sätze sind, wenn oben genannte Personen sich in ihrer Muttersprache monologartig an ihre Kindheit erinnern. Doch auch das kommt nicht oft vor, vielleicht zwei Mal für einige Sekunden.

Dass man die Geschichte des Films nicht versteht, liegt allerdings, wie man es nun vielleicht vermuten könnte, nicht an der Sprache.

Die alle fast gleich aussehenden alten Männer, von denen ich auch jetzt nicht weiß, wer von ihnen Palästinenser, wer Jude und wer Nazi war – das ging aus ihrem Handeln nicht hervor – die verwirrende Kameraführung – offenbar wurde beim gesamten Filmdreh konsequent nie ein Stativ verwendet – und die vielen nichts sagenden Dialoge sowie in diesem Kontext völlig sinnfreien Szenen wie vielen nackten Menschen in Schwimmreifen in einem Whirlpool irritieren. Nicht nur beim Inhalt wurde gespart, sondern an eigentlich allem, außer an der Zeit. Die Filmmusik ist auch eher spärlich, an ein paar Stellen im Film singt ein älterer Herr (vermutlich ein Israeli) mehrere Minuten lang ein langes, russisches Lied auf Hebräisch.

Wie schon erwähnt ist die Geschichte des Filmes für den Zuschauer eigentlich unklar, man weiß nicht, ob das die Absicht des Regisseurs war, klar ist nur, dass es um verschiedene Personen geht, die in Israel einen Bonbonladen eröffnen wollen und dass dies äußerst problematisch ist. Die doch komplizierte und gefährliche Situation dort wird schon klar, denn am Ende überleben von den insgesamt vielleicht zwölf Personen nur zwei.

Der finale Kampf, bei dem dann ja die meisten Personen ums Leben kommen, ist sehr grausam dargestellt. Mehrere Minuten lang wird ein Mann gezeigt, der mit einem blauen Klebeband an einem Stuhl festgeklebt ist, überall mit Sahne beschmiert ist und in seinen beiden Händen eine Pistolenkugel stecken hat. Irgendwann wird auch eine sehr barbarische, spanische Foltermethode aus dem Mittelalter, bei der man eine Ziege verdursten lässt, sehr präzise und anschaulich beschrieben, was aber auch glücklicherweise ohnehin nicht wirklich in den Kontext passt. Der finale Kampf findet übrigens im Dunkeln statt, man hört nur die Schüsse, was natürlich zeigt, dass es eigentlich ziemlich egal ist, wer stirbt.

Zudem läuft den ganzen Film über ein verrückter Nazi-Kondom-Fabrikant in Nazi-Uniform durch die Straßen Israels, was aber auch keinen zu stören scheint, und erschießt am Ende seinen Poker-Gegner, den Polizisten. Das Blut leckt er auf. Deutschland kommt also mal wieder optimal weg. Claudia, die französische Schlampe – Frankreich kommt auch optimal weg – schläft im Laufe des Filmes ziemlich wahllos mit jedem männlichen  Wesen. Das Ganze scheint sie aber auch eher zu langweilen, in einer der vielen Sexszenen liest sie ein Buch.

Die Sexszenen sind auch sehr anschaulich gemacht, mit lauten Geräuschen. Das lenkt auch vom eigentlichen Inhalt – wenn es denn einen geben sollte – ab.

Immer wieder werden Männer gezeigt, wie sie genüsslich Dauerlutscher und verschiedenste Bonbons verzehren – in allen oben genannten Situationen übrigens, darum heißt der Film wohl auch „Sweets“.

Was an dem ganzen Film genial sein soll, weiß ich auch nicht, vielleicht ist das ironisch gemeint, vielleicht ist das der versprochene rabenschwarze Humor. Muss man aber auch erst mal drauf kommen.

 



Zwischen Löwenkindern und Essstäbchen – YouTuber und wir

Eine Webreportage von DIGGA-ReporterInnen Laura und LinusIMG-20150205-WA0007

YouTube, eine Plattform im Internet, auf welcher täglich tausende Videos hochgeladen werden. Abgesehen von Musik- und niedlichen Katzenvideos kann man dort auch Videos sogenannter YouTuber finden. Der erfolgreichste YouTuber der Welt, der Schwede Pewdiepie, hat momentan ca. 36.200.000 Abonnenten. Durch den riesigen Erfolg ihrer Videos sind einige YouTuber inzwischen berühmter als mancher Film- oder Musikstar. Teilweise können sie von dem Geld, welches sie durch Productplacement und die Werbung vor den Videos verdienen, leben. Ich habe mich daraufhin gefragt, wie sich die Fans dieser YouTuber verhalten. Deswegen besuchten wir zusammen die Autogrammstunde von Liont, das EssstäbchenCT und die Social Movie Night.

OMG, ich hab ihn getroffen!

Liont brachte am 3. April 2015 sein Album “Löwenkind” heraus und veranstaltete aus diesem Grund am 7. April eine Autogrammstunde im Schloss Steglitz in Berlin.

Autgrammstunde mit Liont

Fan Yasmin bei der Autogrammstunde mit Liont (links) und Kayef (rechts)

Schon bei unserer Ankunft, zwei Stunden vor Beginn, war eine große Anzahl Löwenkinder, wie Liont seine Fans nennt, anwesend. Wir fragten, warum sie Liont mögen und was sie sich von einem Treffen mit ihm erhofften. Die meisten waren freundlich, aufgeregt und winkten in unsere Kamera.
Als Liont mit seinem besten Freund Kayef aus dem Eingang Richtung Autogrammtisch stürmte, fingen alle an, ohrenbetäubend zu kreischen. Es waren Sprechchöre zu hören, welche “Timo! Timo” und “Kayef! Kayef!” riefen. Alles in allem eine angespannte und aufgeregte Stimmung. Viele brachen vor Freude in Tränen aus und wollten am liebsten nicht mehr von den beiden weg. Jeder bekam ein Autogramm und durfte ein Foto machen, für mehr war leider keine Zeit. Liont und Kayef waren über zwei Stunden auf der Bühne und wirkten zunehmend erschöpft, aber lächelten trotzdem bei jedem Foto. Eindrücke der Autogrammstunde findet ihr im folgenden Video.

Außerdem geht’s hier zu einem kritischen Kommentar zur Entwicklung von YouTube, geschrieben von Bent-Erik.

Gruppenkuscheln!

Am Tag darauf besuchten wir das EssstäbchenCT. Dazu muss noch gesagt werden, dass ich selber seit ca. 2012 YouTube-Videos sehe und ein Teil der Berliner Youtube Community bin. Wir mögen zum Beispiel LeFloid, Marie Meimberg, die Space Frogs und einige weitere YouTuber, die in Berlin wohnen. Manchmal kommt es dazu, dass einige dieser Fans sich treffen, das wird dann Communtiy-Treffen (Kurzform: CT) genannt. Durch solche Treffen habe ich bereits sehr viele neue Personen kennengelernt und einige davon kann ich mittlerweile zu meinen besten Freunden zählen. Auch konnte ich Malte von BrokenThumbsTV dort interviewen:

Die Information zu Treffpunkt und Uhrzeit fand man auf Twitter und es hatten sich über 70 Personen für das Treffen angemeldet. Wir trafen uns an der Weltzeituhr am Alexanderplatz und gingen anschließend zu der sogennanten CT-Wiese, ein kleines Stück Wiese neben dem Fernsehturm. Es waren Leute aus ganz Deutschland anwesend, die extra für das CT nach Berlin gekommen waren.

Das Schöne an solchen Treffen ist, dass man mit jedem sprechen kann. Wir haben ein gemeinsames Hobby und dadurch automatisch ein Gesprächsthema. Jeder wird mindestens 20 Mal umarmt und bekommt zehn Kekse geschenkt. Für viele ist die Community sehr wichtig in ihrem Leben, da sie beispielsweise mit Personen in der Schule oder Zuhause nicht gut klarkommen. Wir halten zusammen und jeder kann zu uns gehören, egal wie alt oder jung er oder sie ist. Jedem, der Probleme hat, wird zugehört und geholfen. Deshalb sind wir auch nicht nur die Fans irgendwelcher Stars aus dem Internet, sondern eine große Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig unterstützen. Wir sind keine Fans, wir sind eine Community.

Kino, Popcorn, YouTube

An unserem letzten Drehtag waren wir auf der Social Movie Night. Bei diesem Event lädt Robert Hofmann zusammen mit einem anderen Youtuber (an diesem Abend MrTrashpack) seine Communtity ins Kino ein. Sie verlosen auf ihren Youtube-Kanälen eine bestimmte Anzahl an Karten und die Gewinner sehen zusammen mit ihnen einen Film, bevor dieser offiziell startet.

Es gibt gratis Popcorn, Getränke und meistens noch eine kleine Überraschung. Es werden zwar, wie auf einem Fantreffen, Autogramme gegeben, aber hauptsächlich unterhält man sich untereinander.

An diesem Abend waren auch Freunde von mir und Leute aus unserer Community da. Wir hatten zwar keine Karten, setzten uns aber trotzdem neben den Einlass, weil manchmal noch einige Kinoplätze übrig sind. Dieses Mal waren sehr viele Leute da, weshalb wir leider nicht mehr in den Kinosaal kamen. Selbst einige YouTuber gingen nicht in den Film, um Platz für die Zuschauer zu lassen. Wir freuten uns allerdings darüber, dass wir während des Films ein Interview mit Robert Hofmann führen konnten:


Nach dem Interview setzte ich mich wieder zu meinen Freunden und wir führten sehr interessante Gespräche über die verschiedensten Themen und Probleme. Als der Film schließlich zu Ende war, begaben sich auch die anderen Kinobesucher in den Vorraum und gesellten sich zu uns. Unter ihnen befanden sich auch Marie Meimberg und weitere YouTuber. Schnell bildete sich eine kleine Communitygruppe, welche sich mit Marie unterhielt.

Mit den YouTubern wurde ganz normal umgegangen. Keiner lief kreischend umher oder fing wegen eines Autogrammes an zu weinen. Es waren auch deutlich ältere Leute da, als auf der Liont Autogrammstunde. Es war einfach viel lockerer und angenehmer. Zu guter Letzt konnte ich auch noch mit MrTrashpack ein Interview führen:


Irgendwann endet allerdings auch der schönste Abend. Alle verabschiedeten sich, tauschten noch schnell Twitter- oder Facebooknamen aus und gingen nach Hause. Die Social Movie Night ist immer ein tolles Ereignis, um gute Filme zu sehen und YouTuber zu treffen. Es lohnt sich wirklich, an den Ticketverlosungen teilzunehmen. Wenn ihr wissen wollt, wann sie wieder stattfindet, findet ihr Infos auf dem Kanal von Robert Hofmann.
Die Fans und die Communtiy der YouTuber unterscheiden sich. Es gibt kleine kreischende Fangirls, ruhige, kommunikative Fans und auch kreative Fans, die eigene Merchandise-Artikel kreieren. Das hängt ganz davon ab, wie die YouTuber ihre Community behandeln und andersherum wie die Fans mit ihren Stars umgehen.

Alle YouTuber im Überblick, die in dieser Reportage zu finden sind:

liontName: Timo Mikal Torres
Kanalname: LIONTTV
Abonnenten: 1.515.000
Netzwerk/Verein: TubeOne
Thema: Musik/Vlog
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1p9lcj5

 

kayefName: Kai Fichtner
Kanalname: KAYEFTV
Abonnenten: 375.000
Netzwerk/Verein: –
Thema: Musik
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/U9UkEo

 

malte_brokenthumbsName: Malte
Kanalname: BrokenThumbsTV
Abonnenten: 470.000
Netzwerk/Verein: PushStart
Thema: Gaming
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/PPHz0w

 

zhong_cubirdsName: Zhong
Kanalname: Cubirds
Abonnenten: 9.000
Netzwerk/Verein: 301+/ Phonofile
Thema: Vlogs/Musikvideos/Eventclips
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1qKnbNt

 

pascal_mrblogifyName: Pascal
Kanalname: MrBlogify
Abonnenten: 6.900
Netzwerk/Verein: –
Thema: YouTube-Info
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1nyDknl

 

frodoName: Max Krüger
Kanalname: Frodoapparat
Abonnenten: 96.200
Netzwerk/Verein: Mediakraft
Thema: diverse
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1hsBfIu

 

steven_spacefrogsName: Steven Schuto
Kanalname: Space Frogs
Abonnenten: 582.000
Netzwerk/Verein: 301+
Thema: Comedy
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1q8a9Hn

 

tommy_blackoutName: Niklas
Kanalname: Tommy Blackout
Abonnenten: 5.600
Netzwerk/Verein: –
Thema: Musik
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1p8pbPp

 

robert_hofmannName: Robert Hofmann
Kanalname: Robert Hofmann
Abonnenten: 268.900
Netzwerk/Verein: 301+
Thema: Filmkritiken
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1hicKLT

 

marie_meimbergName: Marie Meimberg
Kanalname: mariemeimberg
Abonnenten: 44.500
Netzwerk/Verein: 301+
Thema: diverse
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/UF8yO8

 

mr_trashpackName: Philipp Betz
Kanalname: MrTrashpack
Abonnenten: 470.000
Netzwerk/Verein: endemol beyond
Thema: YouTube News
Link zum YouTube-Kanal: http://bit.ly/1dUQZBt



10 Jahre YouTube: Die Entwicklung – Ein Kommentar

YouTube ist eine Plattform, die jedem ermöglicht, seine Hobbies, Projekte und Ideen mit der ganzen Welt zu teilen. Das Motto „Broadcast Yourself“ macht selbiges ziemlich deutlich. Nun ist die beliebteste Videoplattform der Welt zehn Jahre alt geworden. In diesen zehn Jahren hat sich auf der Plattform vieles getan: Durch den Verkauf der Plattform an Google entstanden viele neue Möglichkeiten und auch für die YouTube-Nutzer wurde das Arbeiten mit der Plattform angenehmer. YouTube wuchs und wuchs, irgendwann gab es für YouTuber das Angebot, durch eine Partnerschaft mit YouTube Geld durch Videos zu verdienen, was für viele eine großartige Chance war, bessere Clips zu produzieren. Damals war es nur ausgewählten Kanälen möglich, den Partnerstatus zu erreichen; mittlerweile ist dies durch ein paar Klicks möglich.

Eine ebenfalls sehr wichtige Entwicklung für YouTube waren die Netzwerke, welche die Partner beim Produzieren des Contents und bei der Betreibung des Kanals unterstützen. Das wohl berühmteste und derzeit durch YouTuber wie LeFloid, Simon Unge und ApeCrime wohl umstrittenste Netzwerk in Deutschland ist Mediakraft. Mediakraft ist mittlerweile ein sehr wirtschaftlich orientiertes Netzwerk, der Vorstand will dieses Netzwerk unbedingt verkaufen – knallharte wirtschaftliche Interessen. Sogar YTITTY hat Anteile an Mediakraft. Das Netzwerk, welches einst als Non Plus Ultra galt, gerät mittlerweile wegen der kommerziellen und nicht partnerorientierten Arbeitsweise sehr in Kritik. Dies ist jedoch auch ein zweiseitiges Schwert.

Es gibt in Deutschland auch andere Netzwerke, wie zum Beispiel TubeOne. International sind BroadbandTV und Maker Studios, bei denen ehemals PewDiePie gepartnert war, erfolgreich. Jedoch ist es für Menschen, die auf ihrer Plattform keine große Reichweite haben, immer schwerer sich durchzusetzen und die großen YouTuber verkaufen durch einen Vertrag mit einem Netzwerk teilweise nicht nur ihren Kanal, sondern auch ein Stück weit sich selbst. Die Netzwerkkultur jedoch geht mittlerweile wieder zurück und es gibt Vereinigungen wie zum Beispiel 301+, bei denen sich YouTuber außerhalb von Netzwerken helfen.

Dass durch die Hilfe der Monetarisierung und der Netzwerke die Qualität der Videos angestiegen ist, steht außer Frage. Eines stört mich jedoch an Netzwerken wie Mediakraft: Ich kritisiere die sehr kommerziell orientierte Arbeitsweise und den Umgang mit den Partnern. Gerade beim genannten Netzwerk existieren primär wirtschaftliche Interessen. Der Content der Partner wird auf den Zuschauer zugeschnitten, sodass er sich von Videos angesprochen fühlt und YouTuber werden zu austauschbaren Hüllen. Die Videos auf YouTube werden kürzer – der durchschnittliche Zuschauer hat nicht den Elan, sich längere Videos anzuschauen. Dem entsprang die Jumpcut-Kultur, in der kein halber Satz ohne einen Schnitt gesprochen werden kann.

Auch das Thema Product Placement halte ich für zweiseitig. Zuerst: Für mich sind Produktplatzierungen eine sehr legitime Art der Werbung, wenn das im Video eingebaute und beworbene Produkt zu dem Kanal passt und – vor allem – wenn Produktplatzierungen ausdrücklich gekennzeichnet sind. Geschieht dies nicht, ist es illegal und gilt als Schleichwerbung. Gegen den Kanal YTITTY bzw. deren Nebenprojekt „diejungs“ lief vor einiger Zeit ein Prüfungsverfahren wegen Schleichwerbung, dies wurde jedoch eingestellt. Das Video ist übrigens immer noch online und man bemerkt die Werbung ohne große Anstrengung. Es ist so offensichtlich und dennoch blieb der Verstoß gegen geltendes Recht unbestraft. Und hinter HerrTutorial, auch bekannt als Sami Slimani, steht mittlerweile angeblich eine Beauty-Firma. Die Beauty-Videos sind, am Ende des Tages, Product Placement. Das ist nicht schlimm, aber es ist meiner Meinung nach der falsche Weg, den Zuschauern Honig ums Maul zu schmieren.

Der Fall Ungespielt: Für Simon Unges Video über seinen Ausstieg bei Mediakraft wurde ihm viel Respekt gezollt und ich respektiere diesen Schritt nach wie vor sehr. Doch viele Menschen behaupten nun im Zusammenhang mit Mediakrafts Statement – welches natürlich alle Aussagen von Unge wiederlegte – dass das Netzwerk lügen würde. Das können wir als Außenstehende jedoch überhaupt nicht beurteilen. Dass Simon Unge Privatinsolvenz angedroht wurde, ist zwar erschütternd, aber er ist so gesehen ja auch vertragsbrüchig geworden. Der Vertrag hat, erstens, eine Verschwiegenheitsklausel, zweitens hat Ungespielt für die Longboard-Tour ohne Erlaubnis von Mediakraft die Telekom als Sponsor genommen, was laut Vertrag wohl angeblich verboten ist.

Für mich sind YouTuber Stars – in schlimm. Hierzu empfehle ich das letsfail1-Video „Warum auf YouTube Ideenlosigkeit siegt“ – YouTuber sind nicht eure besten Freunde, es sind Menschen, die in eine Kamera lächeln und den Freund spielen. Und deshalb lässt man sich auch davon überzeugen, wenn eine x-beliebige Hautcreme in einem Video hochgelobt wird. Der YouTuber ist ja mein Freund, und wenn dem das Produkt gefällt, muss es ja gut sein. Aber das ist falsch. Diese YouTuber sehen ihre Fans nicht als Freunde. Abonnenten sind nur eine Zahl, und das ist verständlich. Diese Fannähe jedoch sorgt dafür, dass immer Zuschauer da sind, damit diese YouTuber weiterhin von den Videos leben können. Daher bringen YouTuber auch Bücher und Alben heraus: Um finanziell abgesichert zu sein.

Eine weitere YouTube-Szene, die mich sehr wundert, ist die Lifestyle-Szene. Dagi Bee, BibisBeautyPalace, die Slimanis und andere. Was mich am meisten an ihnen stört, ist, dass sie fast heuchlerisch den besten Freund des Zuschauers spielen. Das wirkt teilweise so aufgesetzt, dass es mir fast schon wie eine Parodie vorkommt. Ich kenne diese Menschen nicht wirklich, aber ich halte es für unverantwortlich, die junge Zielgruppe so zu beeinflussen. Es gibt Menschen, die sich sogar in YouTuber verlieben. Und dann behaupten die Kanalbetreiber, sie wären keine Stars, sondern nur die Freunde der Zuschauer. Gerade in der Lifestyle-Szene scheint mir dies sehr verbreitet. Wenn YouTuber laut eigener Aussage doch keine Stars sind, warum lese ich dann, dass Kanalbetreiber teilweise Headliner bei Festivals sind, Autogrammstunden geben, auf Tour gehen und Merchandise verkaufen?

Wenn man den Fans nahe sein will, dann finde ich das Konzept der Social Movie Night (YouTuber gehen zusammen mit Fans ins Kino) doch um einiges besser geeignet dafür. Unsere Digga-Autorin Laura hat hier ausführlich darüber berichtet.

Ich glaube, in nächster Zeit wird sich wieder einiges im Lande YouTube ändern, und vielleicht bessern sich einige Dinge, die ich hier kritisiere. Trotz alledem jedoch bin ich ein großer Fan von YouTube, weil diese Plattform interaktiv ist wie keine andere und sie jedem die Möglichkeit gibt, seine Zielgruppe zu finden.