Lichtspiele Festival 2016: Das Berliner Jugendfilmfestival

Das Lichtspiel Festival ist ein Filmfestival, bei dem Kinder und Jugendliche ihre selbst gedrehten Filme einreichen und dann von einer Jury bewerten lassen können. Die Gewinner bekommen natürlich auch Preise. Es gibt zwei Kategorien: U16= unter 16 Jahren und Ü16= über 16 Jahren. Das heißt, der erste, zweite und dritte Platz wird zweimal vergeben.

Geschichte des Lichtspiel Festivals

Das Lichtspiele Festival wurde früher nur im John Lennon Gymnasium veranstaltet, 2012 wollte sich das Organisationsteam sich nicht auf eine Schule beschränken, sondern ganz Berlin mit einbeziehen.

Um das Festival auf eigene Beine zu stellen wurde im September 2012 der Verein ,,Lichtspiele e.V .“ gegründet. Am 20 Oktober 2013 fand im UCI Colosseum das erste eigenständige Filmfestival statt.

Das Lichtspiele Festival fand im City Kino in Berlin-Wedding statt. Wir sahen wir uns zuerst ein paar Ü16-Filme an, leider hatten wir die U16 Filme verpasst. Nach ein paar Ü16-Filmen gab es eine Pause. Die Zuschauer gingen raus an die Bar oder setzten sich hin und unterhielten sich. Das war unsere Gelegenheit, Jury-Mitglieder, Teilnehmer, Zuschauer oder die Veranstalter nach einem Interview zu bitten. Ein Interview, das uns beeindruckt hat, war mit Kindern, die ca. 6 bis 9 Jahre alt waren und den Film ,,El Penalthy“ produziert hatten.

Podiumsdiskussion

Parallel zu den Ü16-Filmen fand eine Podiumsdiskussion über Schauspieler und Regisseure statt. Es war sehr interessant, als die Schauspieler über ihr Leben redeten, wie sie darauf gekommen sind, Schauspieler zu werden, oder mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen haben. Außerdem wurde auch viel darüber diskutiert, was die Kinder oder Jugendliche sich unter dem Beruf “Schauspieler” eigentlich vorstellen und was man alles braucht, um einen guten Filmen zu produzieren.

Auswertung der Filme

Dann, als die Podiumsdiskussion und die Ü16-Filme vorbei waren, wurden die Gewinner bekannt gegeben. In der Kategorie U16 wurde der Film „Fluchtwege“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet, „Neue Heimat Berlin- die Turnhalle“ mit dem zweiten und „El-Penalthy“ mit dem dritten Preis. Bei der Kategorie Ü16 wurde der Film „Latrop“ erster, „Wer wenn nicht wir“ zweiter und „Aus dem Leben eines Nichts“ dritter.

Nach der Auswertung der Filme war das Lichtspiele Festival vorbei. Dennoch blieben viele Leute und unterhielten sich über die Filme, welche Erfahrungen gemacht wurden, oder was die Gewinner nun mit dem Preisgeld vor haben. Erst, als es dann schon dunkel war, gingen auch die Letzten nach Hause.

 

 



Ischwör, das is escht! – Scripted Reality

Kennt ihr das? Ihr habt des Nachmittags nichts mehr oder weniger Sinnvolles zu tun und schaltet aus diesem Grund die heimische Flimmerkiste ein. Die Programme, die euch dort entgegenwehen, tragen Titel wie „Mitten im Leben“, „Mein dunkles Geheimnis“, „Berlin – Tag und Nacht“ oder „Richterin Barbara Salesch“. Alle diese Formate haben etwas gemeinsam: Sie sind zwar realistisch inszeniert, ihre Inhalte jedoch entspringen den Köpfen von Autoren. („Ist diese Geschichte wahr oder haben sich unsere Autoren nur einen Scherz erlaubt?“ – Jonathan Frakes)

Dies nennt sich Scripted Reality und ist ein verbreitetes Phänomen im deutschen Privatprogramm. Große Produktionsfirmen aus dieser Branche sind zum Beispiel Filmpool. Filmpool zeigt sich verantwortlich für „Berlin – Tag und Nacht“, „X-Diaries“, „Verdachtsfälle“ et cetera. Sie produzieren für RTL, Sat.1 oder Pro7. Scripted Reality erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit – aber was ist das eigentlich?

Ganz einfach: Scripted Reality bezeichnet diese Art von Fernsehsendungen, in denen fiktive Handlungen als möglichst realistisch dargestellt werden. Dies kann man durch Bauchbinden und Einspielen von Off-Texten, aber auch durch die Darstellung und die Kameraführung erzeugen. Mithilfe von wenigen Schnitten und minimaler Videobearbeitung kann man im Nachhinein den Schein der Spontanität herbeiführen.

Ebenfalls hilfreich dafür: die Interviews mit den Protagonisten, die in regelmäßigen Abständen eingeblendet werden. Diese nämlich lassen die gescripteten Szenen ähnlich einem Bericht oder einer Reportage scheinen, vor allem in Kombination mit den besagten Bauchbinden („Maria Amjad (53), isst zur Not auch Klopapier“).

Manche Macher von Scripted Reality, hier explizit Doku-Soaps, beziehen aber auch real existierende Personen ein, die so dadurch in ihrem Privatleben großen Schaden erleiden können. Dies ist nicht erst seit dem „Verafake“ des Moderators Jan Böhmermann bekannt, die Plattform Fernsehkritik-TV berichtete schon vor Jahren über den „Skandal um Schwer verliebt“, wobei sie Kandidaten der Sendung interviewten.

Auch wir bei Digga beschäftigten uns mit dem Thema Scripted Reality, betrachteten dabei allerdings nicht Beispiele wie die Sendung „Schwer verliebt“ oder „Schwiegertochter gesucht“, sondern das RTL 2-Erfolgsformat „Berlin – Tag und Nacht“, welches eine enorme Bekanntheit erlangte. Daraus entstand unsere Parodie mit dem Titel „DIGGA Tag ohne Nacht“.
Beim Machen dieses Videos war es uns wichtig, nicht nur Inhalte oder Charaktere vom Original zu übernehmen, wir kopierten darüber hinaus auch so gut wie möglich den filmischen Stil und kleine Details, zum Beispiel auch die wackelige Kameraführung, die den Charakteren ständig hinterherläuft. Denn sonderlich professionell gedreht ist „Berlin – Tag und Nacht“ nicht, so sieht man häufig Menschen und Objekte im Bild, die da eigentlich nicht zu sehen sein sollten. Auch, was das Zensieren von Flüchen oder Beleidigungen angeht, ist die Sendung sehr schmerzfrei und – wenn sie denn mal ein F-Wort wegpiept – oft auch sehr ungenau.

Den Text für die Parodie schrieb Milena, inspiriert durch tatsächlich existierende Dialoge und Handlungen im Original, auch den Slang, den man ja meist automatisch schon mit Formaten wie diesen assoziiert, versuchten wir zu kopieren. (Wie wir manche Worte auszusprechen hatten, stand auch in Milenas Skript, und es ist unfassbar lustig, wie manche dieser Worte geschrieben aussehen.)

Wir haben auch sowohl bei RTL, als auch bei RTL 2 und Filmpool für ein Interview mit einem Experten angefragt, eine Antwort haben wir jedoch leider nicht bekommen.



Wer bin ich, und wenn ja, ein Kaktus? – Jugendliche beim Morgenmagazin

Eine Satire.

IMG_6436

Das Café von oben. Noch laufen die Vorbereitungen.

 

Am Dienstag Morgen waren wir in aller Herrgottsfrühe im Fernsehen zu sehen. Und wisst ihr was? Ihr habt es bestimmt nicht bemerkt! Schande über euch! Da gewinnen wir einmal einen Preis für unsere kreative Temporaldiarrhö, da werden wir einmal zur Abwechslung zu einer tatsächlich professionellen Fernsehproduktion geladen, und ihr schlaft. Aber es ist euch nachzusehen, schließlich waren wir heute Morgen zu einer unmenschlichen Uhrzeit, zu der man früher zu Zeiten der Wehrpflicht noch stramm vor der Kaserne zum Morgenappell stehen musste, im ZDF Morgenmagazin. Geführt wurden wir von einem wahrlichen Sonnenschein: Mit Kaktustemperaturen und dem Hoch Günther, viel Tamtam und Sympathie lotste Benjamin Stöwe, der Wettermensch, eine Gruppe verwirrter Jugendlicher, die sich Jungjournalisten schimpfen, durch den labyrinthischen Sendekomplex. Zum Frühstück gibt es einen halben Liter Volvic Still. Und sehr appetitlich aussehende Bagels. Die jedoch waren Deko.

Dort stehen wir also, atmen sowohl den Technikern, als auch den Moderatoren und Studiogästen die gesiebte, durch die Klimaanlage gehetzte Luft weg. Benjamin Stöwe setzt uns irgendwann aus reiner Verzweiflung in die Bildregie. Diese scheint hier wie eine Art Småland, welches wir aus dem IKEA kennen, zu funktionieren. Dort werden die nervigen Blagen abgestellt, damit sie bei der Arbeit nicht im Weg stehen. In besagter Bildregie sitzen mehrere Menschen jenseits der Midifecrisis, die ihren Joballtag damit verbringen, Knöpfe zu drücken und sich gegenseitig über Headsets anzuschreien. Mit welchem Interesse die Mitarbeiter hierbei vorgehen, ist ebenfalls bemerkenswert. So entsteht zwischen dem Chefknopfdrücker und einer der ihm untergeordneten Knopfdrückerinnen folgender Dialog.

Chefknopfdrücker brüllt in sein Headset: „Wir springen jetzt zur 63! Achtung: Position 63!“

Nach einer kurzen Pause ruft untergeordnete Knopfdrückerin durch ihr eigenes Headset zurück: „Was kommt denn jetzt?“

„Wir schieben jetzt das Topthema vor“, schnaubt der Chefknopfdrücker.

„Was ist denn das Topthema?“, keift es von der untergeordneten Knopfdrückerin.

„Wir springen jetzt zur 63. Für alle: Jetzt kommt Position 63!“

„Nee, weil da jetzt was mit Würzburg steht…“

„Noch dreißig Sekunden!“

IMG_6437

Das Småland des ZDF Hauptstadtstudios: Die Regie!

 

Einer der Schreibtische ist frei. Wir entscheiden per imaginärem Münzwurf, wer zuerst auf dem freien Sessel Platz nehmen darf. Benjamin Stöwe moderiert indes im unten angesiedelten „Café“ das Wetter. Dabei fallen fragwürdige Vergleiche, die von meiner Kollegin Frau Reinecke und mir mit irritierten Blicken kommentiert werden. Zitat: „Sollten Sie sich wie eine Sonnenblume fühlen, werden Sie in den kommenden Tagen aufblühen. Wenn Sie sich aber zum Beispiel wie ein Kaktus fühlen, dürften die heißen Sommertage nichts für Sie sein.“ Das ist doch schön. Das hat so etwas Philosophisches. Wer bin ich, und wenn ja, ein Kaktus?

Irgendwann werden wir wieder aus der Regie abgeholt, Benjamin Stöwe hat sein Outfit gewechselt, dann bringt man uns herunter ins Café. Dort sind wir, die wir als Jugendredaktion vor Ort sind, tatsächlich die jüngsten Gäste. Etwa vier bis sieben Jahrzehnte trennten uns von den anderen Besuchern des Cafés. Milena und ich unterteilen den Raum imaginär in drei Gruppen. Unsere Jugendredaktion, verwirrte Frühaufsteher in der Midlifecrisis und der Rentnerclub „Prostata Demenzia“. Auf den Tischen stehen leere Wasserkrüge und oben genannte Bagels als Studiodeko. Während über die Attacken in Würzburg gesprochen wird, kokettiert ein Mitglied des Rentnerclubs augenscheinlich mit einem der Kuchenstücke, die vereinzelt auf den Tischen stehen. Wer Stalingrad gesehen hat, den kann nun einmal so ein Axtmörder nicht mehr erschüttern.

Irgendwann stehen die beiden Moderatoren auf, die Studiosklaven gehen vereinzelt auf Leute zu. Man hat sich offensichtlich einen Kniff für diese Sendung ausgedacht, um den Schein der Interaktion mit dem Publikum zu wahren. So werden Leute in die Kulisse gesetzt oder gestellt und hin und her geschoben. Einige landen an dem Moderationstisch für die Nachrichten, andere, darunter wir, werden auf das Sofa gesetzt. Die Sendung verläuft gewöhnlich, Dunja Hayali spricht mit Studiogästen, parkinsongezeichnete Hände der Rentner bewegen sich auf Wassergläser zu.

IMG_6452

Wir zeigen wie gewohnt großes Interesse an dem, was wir beobachten.

 

Die Sendung neigt sich gen Ende, eine mir unbekannte, mehr oder minder interessante Gruppe trällert zum Abschluss ein fröhliches Singer-Songwriter-Liedchen. Die Sendung ist vorbei, alte Leute zittern aus dem Studiocafé, Benjamin Stöwe erscheint wieder, macht ein Foto von uns auf dem Sofa. Dunja Hayali kommt, hält spaßeshalber die CD der Gruppe vor die Kameralinse. Benjamin Stöwe bittet sie, sich dazuzusetzen. Es entsteht ein Gruppenfoto, danach steht Dunja Hayali wieder auf und geht. Auch wir bewegen uns aus dem Studio, gehen zusammen mit Benjamin Stöwe zuerst in die Kantine, dann in sein Büro, es wird getwittert und sich gegenseitig geretweetet.

IMG_6450

Das Gruppenbild mit Dunja Hayali, aufgenommen von Benjamin Stöwe.

 

Nach einer Art Abschlussbesprechung verlassen wir das Hauptstadtstudio, Benjamin Stöwe freut sich, dass sich seine Vorhersage bewahrheitet hat und die kommenden Tage für die, die sich wie ein Kaktus fühlen, nichts sein werden. Man verabschiedet und trennt sich. Wir, die Mitglieder, gehen endlich frühstücken.

Wir haben einen Preis gewonnen, der uns Einblick in eine professionelle Fernsehsendung bieten sollte. Und eines hat uns dieser Tag beigebracht: Perfekt ist nichts und niemand. Und wer sich wie ein Kaktus fühlt, sollte in den nächsten Tagen lieber zu Hause bleiben.



Janz Schöön anders

Janz schöön anders

Anders ist das neue normal, denn anders sein ist schön! Mit dem Hauptthema, Inklusion fand am Donnerstag den 14. Juli  die Veranstaltung “Janz Schöön Anders” im Babylonkino Berlin statt.

Bei dem Projekt “Janz schöön anders” stand die kreative Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderungen Vordergrund. Dies geschah in Form von Kurzfilmen über Alltagssituationen und schwierigen Themen. Die Gestaltung war den Schülern dabei selbst überlassen,  ob Animationsclips, Dokumentationsfilme oder Musikvideos: die Inhalte reichen von Schwierigkeiten im Alltag von Menschen mit Behinderung bis hin zur Ausgrenzung von Homosexuellen. Die  Hauptsache war, dass die Themen  nicht „normal“ sind, sondern von der Norm abweichen.

Normal – was ist das eigentlich? Mit dieser Frage haben auch einige der jungen Filmtalente beschäftigt. Die 10 besten Kurzfilme wurden im Rahmen der Veranstaltung dem Publikum vorgestellt und die drei besten Werke anschließend von Rapper Graf Fidi, Schirmherr Raul Krauthausen und Schauspielerin Katharina Behrends gekürt.

Fragen wie „Was bedeutet Gerechtigkeit für euch?“ oder „Ab wann gilt jemand als behindert oder nicht mehr normal?“ stellen wir in unseren Interviews unteranderem mit Raul Krauthausen, Markus Götte und dem zweitplatzierten Filmteam.

Alle Filme wurden mit Untertiteln gezeigt und waren auch als Hörspielfassung für Sehbehinderte verfügbar. Außerdem war eine Gebärdendolmetscherin für  Hörgeschädigte vor Ort, allerdings übersetzte sie nur den Moderationstext sowie den Auftritt von Rapper Graf Fidi, allerdings nicht die eigentlichen Kurzfilme.

Nach jeder Kurzfilmvorstellung kam das gesamte Team auf die Bühne und wurde von der Moderatorin  zur der Herstellung der Filme befragt. Auch wenn die Antworten zum Teil sehr kurz ausfielen, waren die “Mini-Interviews” informativ und haben die Stimmung im Kinosaal aufgelockert.

Bei der Produktion der Musikvideos hat Rapper Graf Fidi den Schülern professionelle Unterstützung geleistet: Beim Texte schreiben und Melodie finden stand er ihnen in verschiedenen Workshops zur Seite. Insgesamt haben zwei Musikvideos am Wettbewerb teilgenommen – aufgenommen wurden sie in Fidis eigenem Tonstudio.

Die Jury prämierte die besten Kurzfilme und Musikvideos anschließend mit Preisen für den 1. 2. und 3. Platz.

Der dritte Platz wurde von der Sophie Scholl Oberschule besetzt – mit ihrem Kurzfilm „Gay is ok“ haben sich die Schüler mehrere Kinogutscheine für das Babylon gesichert.

Das Team der inklusiven Arno-Fuchs Schule räumte gleich doppelt ab: Nicht nur den Publikumspreis, gemessen an den Klickzahlen des Youtube-Videos, sondern auch den regulären zweiten Preis haben sie mit ihrem Clip “König und König” gewonnen. Die Schüler, die meisten von ihnen mit einer geistiger Behinderung, konnten sich über einen Frühstücksgutschein in ihrem Lieblingscafe freuen – die Begeisterung und Dankbarkeit der jungen Filmemacher war dementsprechend groß!

Auf dem ersten Platz landete der Kurzfilm “Altes Rom vs Heute” von dem Humboldt Gymnasium in Berlin Tegel. Das Thema entstand im Lateinunterreicht  und hat zwar in erster Linie nichts mit dem Thema Inklusion zu tun, interpretiert aber den Festivaltitel „Janz schöön anders“ auf seine eigene Art. Die DIGGA-Redaktion hätte sich zwar ein Film über das Thema Inklusion auf dem ersten Platz gewünscht, allerdings rechtfertigen die technischen und schauspielerischen Leistungen in diesem Clip die Juryentscheidung durchaus.

 

Besonders Raul Krauthausen hat uns mit seiner Abschlussrede beeindruckt: Er schloss einen Pakt mit den Besuchern in dem er einen Grundsatz festlegte: „Erwachsene können cool sein und die Jugend ist nicht immer schlechter als damals.“                                    Ziel des Ganzen ist es, dass Menschen mit und ohne Behinderungen miteinander arbeiten und nicht nur separiert werden.

Wir müssen  darauf hinarbeiten, dass Anders das neue Normal ist und Menschen nicht mehr in Schubladen gesteckt werden.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters und nicht in der sozialen Norm!
 



Yalla Yalla-Festiwalla

Am Mittwoch den 6. Juli und Donnerstag den 7. Juli haben wir ( Linus, Ivo, Daniel und Mascha) das Festiwalla in der Reformationskirche in Moabit besucht.

Was wäre wenn Rassismus, Sexismus, Kriege, Terror verschwinden?

Das Festiwalla  bietet Theaterstücke einzelner Gruppen, sowie Workshops von, für und mit Jugendllichen. Veranstalter ist das Jugend Theater Büro in Berlin  , die sich beispielsweise für emanzipative Bildung einsetzen. Das Thema dieses Jahr ist: Himmel auf Erden? Glaube-Wissen-Widerstand. Es stellt sich die Frage was wäre, wenn Rassismus, Sexismus, Kriege und Terror nicht vorhanden wären? Hätten wir dann den Himmel auf Erden erreicht oder stehen wir dann wieder vor neuen Problemen?

Das Ziel der verschiedenen Theaterstücken ist, schwierige Themen, die Jugendliche beschäftigen, auf kreative und schauspielerische Art auf der Bühne zu präsentieren und somit die jeweiligen Ansichten darzustellen. Wir haben zwei Theaterstücke besucht, zum einem den Auftakt am Mittwoch Abend: „ Erinnern ist nicht genug“ und das Theaterstück: „Was glaubst du, Aischa?“ am Donnerstag.

Epstein als Vorbild

Hedy Epstein

Hedy Epstein Quelle: Common Dreams. Foto: Courtesy of Humans of St. Louis

Beim Auftakt sollte an die Friedenskämpferin Hedy Epstein erinnert werden. Epstein konnte als Jugendliche mit den sogenannten “Kindertransportern” vor den Nazis fliehen. Da sie im Mai 2016 verstarb und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzte, wurde ihr im Rahmen des Festiwallas der Auftakt gewidmet. Das Jugentheater Berlin hat außerdem einen besonderen Bezug zu Epstein, sie konnten diese persönlich kennenlernen. Seitdem ist ihre Geschichte eine Inspiration für das Jugendtheater und ihre Stücke.

Die Erinnerung an Hedy Epstein war eine Mischung aus einem Film und einer Lesung. Es wurden Ausschnitte von dem Treffen mit Epstein gezeigt  und ausgewählte Seiten aus ihrem Buch vorgelesen, eine Band musizierte und einzelne Besucher erzählten emotionale Anekdoten über Hedy Epstein. Diese Anekdoten rührten sogar Zuschauer, die keinen direkten Bezug zu ihr hatten.

Es war ein ruhiger und emotionaler Einstieg in die aufregenden folgenden drei Tage.

Rassismus in der eigenen Heimat

JTB_Aisha_Credit-Mesut_Aydin-e1466432392486

Quelle: Festiwalla

Am Mittwoch wurde das Theaterstück „ Was glaubst du, Aisha?“  in der Ufa Fabrik in Berlin aufgeführt. Dieses Stück wurde von dem Ensemble Theater X dargestellt.

Hauptprotagonistin Aisha hat mit Rassismus gegen ihren Glauben in ihrer Heimat (einer kleinen Stadt in Deutschland) zu kämpfen. Das besondere an dem Stück: Aisha wurde von mehreren Schauspielerinnen gespielt. Den Wechsel der Schauspielerinnen symbolisierte ein roter Schal. Diesen trug immer diejenige, die Aisha zum jeweiligen Zeitpunkt verkörperte. Eine der Aischa-Schauspielerinnen erklärte im Interview, dass der Wechsel zeigen sollte, dass Aischa nicht nur ein Einzelfall sei, sondern es vielen Menschen so gehe. Unter den Schauspielern des Ensembles befinden sich Menschen mit Flüchtlingshintergrund. Die Bühne in der Ufa Fabrik gab besonders ihnen, die teilweise von einer Abschiebung bedroht sind, eine Möglichkeit, ihre Sichtweise auf die sogenannte “Flüchtlingskrise” zu präsentieren.

Die Geschichte stellte tägliche Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland dar. Das Stück stichelte vor allem gegen die AfD:  Deutsche und Migranten stellten sich gemeinsam gegen die Partei. Dieses gemeinsame Kämpfen brachte die zwei verfeindeten Gruppen (Deutsche vs. Migranten) zusammen.

Auf dem Bühnenbild wurden Ereignisse der letzten Jahre dargestellt, wie zum Beispiel die Verbrennung der Moschee im Jahre 2014. Fakten wurden in Form eines Quizes auf der Bühne präsentiert, jedoch wurde das Publikum nicht mit einbezogen. Das erste Stück „Was glaubst du, Aisha?“  war ein ausdrucksstarker Einstieg in den Tag und wurde mit Standing Ovation gewürdigt. Das Ensemble X hat es  geschafft, das Thema Himmel auf Erden darzustellen und Glaube-Wissen-Widerstand miteinander zu verbinden.

“Wir sind gespalten in Muslime und nicht Muslime” Fazit von Aysima Ergrün, Regisseurin von  “Was Glaubst du Aischa”

Das Fazit sollten wir als Denkanstoß nehmen und die Lücke zwischen den zwei Gesellschaften schließen.

 



    Klappe und Action!  

Am 9.6.2016 machte sich die Klasse 7c der Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder auf den Weg zum Offenen Kanal ALEX Berlin, um eine eigene Talkshow zu produzieren. Wir waren um 8:50 Uhr am Studio ALEX und wurden von Herrn Franke empfangen. Herr Franke ist der Leiter der Medienkompetenz. Er brachte uns in einen großen Besprechungsraum, in dem wir unsere Themen für die Talkshows und den genauen Tagesablauf besprachen. Danach zeigte er uns das Studio, den Regieraum und die Licht- und Tonanlage. Im Anschluss nutzten wir die Zeit, um uns inhaltlich auf die bevorstehende Talkshow vorzubereiten. Da wir nicht nur vor der Kamera stehen sollten, wurde uns danach die Technik (Kamera, Ton, Bildschnitt, Grafik-Schrift) genau erklärt. Später bauten dann alle gemeinsam die Studiofläche auf. Dies erwies sich als ein sehr schwieriges Unterfangen und es dauerte eine Stunde, bis alles am richtigen Platz war.

DSC_3507DSC_3531

Im Anschluss wurden die Mikrofone, der Ton und die Kameras eingestellt, so dass die ersten Proben beginnen konnten. Dann war es endlich soweit, die einzelnen Talkshows wurden aufgenommen. Während des Talkes einer Gruppe kümmerte sich eine andere Gruppe um die Technik, eine weitere saß im Publikum.

DSC_3580DSC_3560DSC_3583

Anschließend machten wir zur Erinnerung noch ein Klassenfoto auf der Studiofläche. Zum Schluss bauten wir die Bühne wieder ab, wobei darauf geachtet werden musste, dass alle Materialien wieder am richtigen Platz lagen. Uns hat der Tag sehr gut gefallen und es war interessant zu erfahren, wie eine Fernsehproduktion sowohl vor als auch hinter der Kamera abläuft.

DSC_3603

Sophia und Vanessa (7c)



Die Do’s und Dont’s beim Erstellen von Horrorfilmen erklärt von Filmemacher Stefan Göbel

Wir haben Stefan Göbel gefragt, worauf man achten muss, wenn man selbst einen Horrorfilm drehen will. Ganz wichtig  – weniger ist oft mehr !

Ein kleines Budget sollte euch dementsprechend auch auf keinen Fall vom Vorhaben abhalten. Im Gegenteil, viele der Effekte lassen sich ganz einfach selber machen. Ihr könnt zum Beispiel mit Taschenlampen und selbstgemachte  Kunstblut arbeiten. Bei den ganzen Specialeffekten solltet ihr jedoch auf keinen Fall die Geschichte selbst vernachlässigen! Zum Abschluss kann man nur noch sagen: Übung macht den Meister, also ran an die Kameras und viel Spaß beim Ausprobieren!

Das ganze Interview könnt ihr euch hier anschauen.



“Das sieht sehr wohl echt aus!”- Horrorserie Teil 1

Gummibeine, rostige Sägen und jede Menge Blut. Dinge, die man an den Set´s so mancher Horrorfilme finden kann. Aber wie stellt man realistisches Kunstblut her und wie setzt man es am besten ein? Wir haben das für euch in dem ersten Teil unserer Horrorserie ausprobiert.

Und hier nochmal die Zutaten für das Filmblut:

Rote Beete Saft, Quirl, Speisestärke,Topf



Verrückte Inhaltsangaben: Quiz

Wenn man sich so das Kinoprogramm durchliest, schüttelt man manchmal schon den Kopf darüber, was es nicht alles für bekloppte Filmbeschreibungen gibt.

Das hat mich inspiriert…

Hier ein kleines Quiz: Findet ihr heraus, welche Filmbeschreibungen es wirklich gibt und welche ich mir nur ausgedacht habe? 

HIER QUIZ



Redet mit uns, nicht über uns.

Ein Kommentar

Im Anschluss an den Wettbewerb SchoolsON von Pro7 fand eine Informationsveranstaltung zum Thema Medienkompetenz statt. Wir wurden aufgrund unserer Teilnahme an diesem Wettbewerb ebenfalls eingeladen, weil unser Beitrag über die You 2015 zu den zehn besten Videos in der Rubrik “taff” gehörte.

Wie will ich unterhalten werden? Eine Frage, die ich am besten beantworten können sollte. „#CreateChange – Wie will die Generation YouTube unterhalten werden?“ lautete das Motto des Abends. Er bestand aus Vorträgen und Diskussionen verschiedenster Medienexperten, Journalisten und Leute, die sich mit dem Thema Medien und Medienkompetenz auseinandersetzen.

Vor Ort gab es Getränke und Snacks, damit man während der Veranstaltung nicht vom Stuhl kippt. Schon vor dem eigentlichen Beginn war zu erkennen, dass fast keine Jugendlichen da waren. Die Gruppe bestand hauptsächlich aus Personen, die mindestens 20 bis 30 Jahre älter waren als ich. Das machte mich ein wenig stutzig. Es sollte doch ein Abend über uns sein, ein Abend, an dem wir Jugendliche sagen sollten, was uns interessiert, oder? Und genau das war der Punkt: Es sollte ÜBER uns, nicht MIT uns gesprochen werden. Diese Leute schienen alle Statistiken, Diagramme und Berichte über Jugendliche und deren Medienkonsum zu kennen, aber hatten anscheinend nie mit ihnen geredet.
Zwar gab es in der ersten Diskussionsrunde einen Platz, der von einer 17 jährigen SchoolsOn Teilnehmerin besetzt war, allerdings kam diese kaum zu Wort. Auch bei den späteren Gesprächen wurde letztendlich mehr die Entwicklung der Medien betrachtet, als auf das eigentliche Thema des Abends einzugehen. Kurz: Es wurde um den heißen Brei herumgeredet.
Dabei kamen doch Kommentare von Lili oder mir durchaus gut bei dem Publikum an. Wir versuchten zu erklären, dass Jugendliche durchaus verantwortungsvoll mit Medien umgehen können.

Fishbowl „Let me entertain you! – Wie wollen kommende Generationen unterhalten werden?“ @Forum71 (25. November 2016) from Forum71 on Vimeo.

Auf der Website von Forum71 hieß es, die Veranstaltung hatte „tiefe Einblicke in die Medienwelt von Jugendlichen ermöglicht“. Ich sehe das nicht so. Wie soll man einen „tiefen Einblick“ bekommen, wenn man mit niemandem ausführlich geredet hat? Das ist das Problem und es liegt an uns, an uns Jugendlichen, diese Problem zu beseitigen.
„Medienkompetenz ist etwas Kollektives“ – Wir gehören zu diesem Kollektiv.