#DIGGAPreis

Unsere Webreportagen “YouTuber und Wir” und “Oh, du bist hetero?!” wurden für den Deutschen Multimediapreis mb21 nominiert. Zur Preisverleihung ging es dann ein Wochenende lang nach Dresden.

 

Tag 1:

13.11.2015: Laura, Lili und ich trafen uns am Freitag am ZOB und fuhren mit dem Fernbus zum Dresdner Hauptbahnhof. Von da liefen wir etwa zehn Minuten zu unserer Cityherberge. Als wir dort ankamen, haben wir uns erst einmal ausgeruht und sind dann mit Bus und Straßenbahn zu den Technischen Sammlungen Dresden gefahren, wo am Abend eine Vorstellungsrunde der verschiedenen nominierten Projekte stattgefunden hat. Zwischendurch gab es dann Lasagne zum Abendbrot. Um ca. 21 Uhr fuhren wir dann wieder zurück in die Cityherberge.

Aber seht einfach selbst:

Tag 2:

14.11.2015: Aufstehen und erstmal Frühstück. Es gab Brötchen, Müsli und Kaffee – und was das Herz begehrt. Um 11 Uhr fuhren wir dann wieder in die Technischen Sammlungen Dresden, wo von 10:00 – 16:30 eine Ausstellung im Rahmen des Medienfestivals stattfand. Die guckten wir uns natürlich an. Es gab 3D – und Laserdrucker zu sehen, man konnte sich selbst Buttons machen und sich natürlich das Museum und die für den Multimediapreis nominierten Projekte angucken. Zwischendurch gab es dann Suppe – mit essbaren Tellern – zu Mittag.

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Laura geflasht von der 360° Animation “Sonar”

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vielleicht der Vorgänger des mp3-Players?!

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Altes – aber funktionsfähiges Mischpult der 60er Jahre

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Um 16:30 Uhr begann dann endlich die Preisverleihung. Von ca. 1500 Bewerbungen wurden 28 Projekte nominiert. Wir belegten den dritten Platz in der Alterskategorie 11-15 Jahren!

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Unser zweiter Tag im VLOG:

Und natürlich sollen auch noch ein paar andere Preisträger zu Wort kommen:

Das sagt mb21 über uns: http://www.mb21.de/wettbewerbsjahr_2015.html?articles=youtuber-und-wir-oh-du-bist-hetero

 

 

 

 

 



Fotografieren für Dummies bei Nacht

Festival of Lights 2015 vom 9.-18. Oktober 2015

Ich war für euch auf dem Festival of Lights und habe Fotografen gefragt, was so besonders am Festival ist. Sie haben mir Tipps gegeben, wie man am besten die Kunstobjekte bei Nacht fotografiert.

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Brandenburger Tor

 

Was ist denn überhaupt das Festival of Lights?

Das Festival of Lights ist ein Lichtkunstprojekt von internationalen Künstlern. Das Lichtfestival gibt es jetzt schon seit 10 Jahren. Das Motto des diesjährigen Festivals  ist „New Dimensions“ (Neue Dimensionen).
Es gibt viele leuchtende Projektionen und 3D Videomapping, sowie Lichtinstallationen. Die Kunstwerke sollen Botschaften, Themen und Inhalte darstellen.
3D Videomapping ist, wenn etwas auf Objekte projitziert wird, das sich bewegt und Geräusche macht.

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Die Besonderheiten für Fotografen auf dem Festival of Lights:
Es gibt viele unterschiedliche Motive, daher auch viele Möglichkeiten, coole Fotos zu machen.

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Berliner Dom

 

Und hier die Tipps:

1. Nutze immer ein Stativ.

Sonst ist das Bild verwackelt und das Motiv kann unscharf werden.

2. Stelle den ISO Wert so niedrig wie möglich ein (ISO zwischen 100-200).

Der ISO Wert ist die Belichtung.

3. Zieht euch warm an

4. Nutze eine Blende von 8 oder 11 (Lichteinfall auf die Linse).

Wozu ist die Blende überhaupt gut?

Über die Blende kann man steuern, wie viel Licht auf den Bildsensor fällt. Der Bildsensor benötigt eine bestimmte Menge an Licht, um ein Bild erfassen zu können

 

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Mein Fazit zum Festival of Lights 2015:
Ich finde, dass das Festival of Lights ein sehr schönes Festival ist. Viele Objekte sind  mit Animationen und Kunstwerken beleuchtet. Leider werden es von Jahr zu Jahr immer weniger Objekte, die bei dem Festival of Lights beleuchtet sind. Der Fernsehturm ist nicht gerade sehr kreativ gestaltet.

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Bvg Zentrale

 



Junge Pioniere versuchen sich als TV-Reporter #YoungIFA15

Hey Zusammen!

Vom 04.09-09.09 konnten wir Mitglieder des Young IFA 2015 Teams sein! Was wir dort alles erlebt haben, schreiben wir euch hier nieder.

IFA 2015

Begonnen hat alles, als mich Mischka Franke von Alex Berlin aus heiterem Himmel fragte, ob ich weiß, was die IFA sei. Da ich dies selbstverständlich wusste, ist er gleich zur Sache gekommen und erzählte mir, dass es ein Projekt namens Young IFA (http://musicmediapark.de/youngifa15/) gibt und das sie noch eine helfende Hand bräuchten, was ich auch sofort akzeptiert hab. Und Patricia war auch da, nachdem sie sich direkt nach Praktikumsbeginn freiwillig gemeldet hatte, um mitzugehen. Zwei Tage später ging es für uns auf ins Messegelände Berlin zum Vormeeting. Dort lernten wir die Mitglieder des Young IFA Teams, sowie unsere „Coaches“, kennen. Uns wurde erklärt, dass die Young IFA ein Projekt vom Music Media Park im Auftrag der Messe Berlin ist.

Wir sind wichtig Yo

Am nächsten Tag, dem ersten Tag der Messe, ging es für uns endlich richtig los. Ein Tag war meistens gleich aufgebaut. Das gesamte Team traf sich um 9:00 Uhr (die Zuspätkommer nicht miteinberechnet) und gemeinsam haben wir einen Plan für den anstehenden Tag erstellt, welche Aufträge realisiert werden müssen und welche eigenen Beiträge wir gerne machen würden. Danach teilten wir die ganze Mannschaft in kleine Gruppen auf, die jeweils 1-2 Projekte übernahmen, für die sie sich interessierten. Dabei waren unter anderem spannende Projekte wie die 6. offene Berliner Cosplaymeisterschaft, der YouTube TechTalk oder einige faszinierende Interviews mit Stars und Sternchen.

Teilnehmer der berliner Cosplaymeisterschaft 2015

Da nun die gesamte Belegschaft anwesend war, konnten wir mit dem Dreh beginnen. Yeah!

Die kleinen Gruppen gingen nun jeweils ihren eigenen Weg, um sofort Termine mit den Promis zu ergattern, zu recherchieren oder sich gleich einen Kameramann zu schnappen um prompt loszulegen.

Profis am Werk

Um euch Einblicke dafür zu geben, beschreiben wir euch zwei unserer Sendungen. Beginnen wir mit dem ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) Beitrag „Berufsorientierung in der Elektroindustrie“. Wir und unsere Kameramänner gingen zum Stand vom ZVEI und haben uns erst mal erkundigt, mit wem wir Interviews führen könnten. Nachdem wir zwei potentielle Kandidaten erblickt haben, haben wir sie um ein Statement gebeten. Unsere Anfragen wurden zu 99% positiv entgegengenommen. Die Moderation wurde von uns geplant, gelegentlich mit der Hilfe unserer Coaches mitgestaltet. Erst als wir mit dem Konzept vollkommen zufrieden waren legten wir los. Die Interviewpartner wurden von uns gejagt und haben mit Freude unsere Fragen beantwortet. Anschließend haben wir die An- und Abmoderation anhand der Antworten ausformuliert. Das fertige Material haben wir unserem Cutter gegeben, der daraus den tollen Film gemacht hat, den ihr in dem Link (http://musicmediapark.de/youngifa15/berufsorientierung-in-der-elektroindustrie/) anschauen könnt.

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Ein anderer Höhepunkt der Woche war unsere IFA „Live“ Reportage, welche die Highlights der IFA 2015 präsentiert (http://musicmediapark.de/youngifa15/highlights-der-young-ifa-tv-reporter-2015/). Zunächst haben zwei unserer Kollegen die IFA erkundet und nach geeigneten Drehorten und Highlights gesucht, welche dann auf die Mitglieder verteilt wurden. Anschließend machten wir eine Reihenfolge fest, damit der Dreh organisiert ablaufen konnte. Und schon ging es los! Mit Mühe und Not fanden wir für jeden Stand einen Ansprechpartner und ergatterten sogar in der Sony Halle die Gelegenheit, Projekt Morpheus mit in unsere Reportage einzubeziehen, sogar VIP Plätze im Telekom Außenbereich blieben uns nicht verwehrt. Nachdem wir alle Stationen abgearbeitet haben, sind wir erschöpft – aber glücklich – zurück in unserer Halle angekommen.

Wohooooaaa

Nach sechs lustigen Tagen ging das Young-IFA Projekt leider zu Ende. Dabei hatten wir viel Spaß, haben nette Leute kennengelernt und viel Erfahrung mitgenommen.

Unsere volle Halle

Falls wir euer Interesse geweckt haben, könnt ihr euch für das Young IFA TV-Reporter Team 2016 eintragen, vielleicht sehen wir uns dann ja 🙂

Eure TV-Reporter Patricia & Lukas

Galerie:

DOMO   IMG-20150904-WA0009   Spaß bei der Arbeit ^^   Halle - leer :(   N24 und so   IMAG1486   Telekom   I'm so fame   Das nennt sich Arbeit *-*



Wenn selbst die Zielgruppe nicht lacht

Filmkritik zu Kartoffelsalat – Nicht fragen!

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Der YouTuber FreshTorge (Torge Oelrich) ist der Schöpfer des ersten YouTuber-Films und spielt u.a. den Hauptcharakter Leo Weiss. Foto: ©kartoffelsalat-film.com

Ein Kinofilm? Bei dem Film Kartoffelsalt – Nicht fragen! handelt es sich um den ersten Kinofilm aus der Hand von YouTubern. Zum Thema YouTuber haben wir euch in diesem Jahr bereits eine ausführliche Webreportage zusammengestellt (Klickt hier!). Dass YouTube sich immer mehr mit den Mainstream-Medien vermischt, ist bekannt und an sich auch gar nicht schlimm. Das Problem ist nur, dass erfolgreiche YouTuber keine guten Autoren, Musiker oder Produzenten sind. Womit wir nun also bei Kartoffelsalat sind. Mit prominenter Unterstützung durch Comedy-Legende Otto Waalkes entstand ein Streifen, der von der jungen Produktionsfirma hoch angepriesen wird, von Fans auf Twitter zwiespältig und von Kritikern größtenteils negativ gesehen wird. Aber das ist ja nicht schlimm, bei Kartoffelsalat handelt es sich um einen Zielgruppen-Film. Nun ja, ich persönlich sehe mich als Zielgruppe, darum möchte ich nun meine Meinung zu diesem Film sagen.

In der Flachwitz-Hölle. “Jetzt mal doch nicht den Teufel an die Wand!”, hören wir in einer Szene des Films. In der nächsten Szene sehen wir Phil Laude von YTITTY, der eine Karikatur des Teufels an die Wand schmiert. Kartoffelsalat ist voll von diesen Gags. Und bei jedem einzelnen hat man das Gefühl, ihn schon einmal gehört zu haben. Kein Wunder, die Witze stammen teils aus der Hochzeit von Otto vor etwa dreißig Jahren. Innovativ ist es nicht, was wir hier zu sehen bekommen. Von allen Seiten wird man zugebombt mit Witzen in dieser Richtung. Nach dem Satz “Ich habe ein Auge auf sie geworfen” sehen wir tatsächlich, dass der gemeinten Figur nun ein Auge im Haar hängt. Anspruchsvoll ist er nicht, der Humor, aber auch nicht lustig.

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Der renommierte Schauspieler Norbert Heisterkamp (r.) und der millionenschwere YouTuber iBlali (Viktor Roth, l.) Foto: ©filmstarts.de

YouTuber und “richtige” Schauspieler. In Kartoffelsalat sehen wir neben berühmten YouTubern wie zum Beispiel Roman und Heiko Lochmann, Dagi Bee, Bibi, YTITTY, ApeCrime,Simon Desue etc. auch “richtige” Schauspieler mit Filmerfahrung. Dabei sind natürlich Norbert Heisterkamp, Martin Schneider und Otto Waalkes, die wir noch aus den 7 Zwergen kennen, zu erwähnen. Außerdem jedoch sehen wir auch Jenny Elvers-Elbertzhagen, die in diesem Film nur als Objekt für Witze über Alkoholismus zu fungieren scheint. Alle diese (teils ehemals) erfolgreichen Schauspieler wurden in diesem Film nur als Nebenrollen eingesetzt. Mehr Platz also für die YouTuber. Aber YouTuber sind keine guten Schauspieler. Aber darauf kommt es nicht an. Kartoffelsalat ist ein YouTuber-Zirkus, bei dem es nicht um den Film oder die Qualität geht, sondern um die Menschen, die auf der Leinwand zu sehen sind. Eine Szene, die mich besonders aufgeregt hat, findet sich relativ zum Anfang: Dort werden Unterlagen durchblättert, bis eine Darstellerin eine Scheibe Butterkäse aus einem Ordner holt. Natürlich fällt der Satz “Das ist doch Käse!” – Das ist nicht nur einer dieser berühmten Flachwitze, er wird auch ohne jegliches schauspielerisches Feingefühl vorgetragen.

Amateure am Werk. Auch technisch lässt dieser Film sehr zu wünschen übrig. Wenn Assistenten munter durchs Bild hüpfen oder es dem Kameramann nicht gelingt, das Bild scharfzustellen, erkennt man eindeutig, dass hier keine Profis am Werk sind. Aber warum produziert man dann einen Kinofilm? Verwackelte Handycams, kaum schauspielerische Lichtblicke, eine Story zwischen Fack Ju GöhteHarry Potter und einem Uwe-Boll-Streifen verschmelzen mit den Witzen, für die selbst die Zielgruppe zu erwachsen ist, zu diesem halbgaren Murks, der sich einen Kinofilm schimpft.

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Mit demselben Blick verließ ich nach dem Film den Kinosaal. Foto: ©Bild.de

 

Der RTL-Film. Dieser Begriff mag zwar provokant wirken, aber ich merkte wirklich, wie ich im Laufe des Films abstumpfte. Wie die hinten zu sehenden Zombies verließen die Zuschauer den Kinosaal. Nach einer ausführlichen Reproduktion meiner Gehirnzellen sah ich mich also bereit, das, was ich mir da gerade nicht einmal eineinhalb Stunden ansehen musste, aufzuschreiben.

Fazit. Was soll man sagen? Kartoffelsalat – Nicht fragen! ist ein technisches Massaker an kleinen Ungereimtheiten, die Witze sind zwischen alten Kalauern und Penissen anzusiedeln. Die Schauspieler, die wir hier primär zu sehen bekommen, sind keine guten Schauspieler: es sind YouTuber. Der ganze Streifen eignet sich in keinster Weise für das Medium Kinofilm. Es ist bestenfalls ein YouTube-Video mit ziemlicher Überlänge. Wenn selbst die eigene Zielgruppe nicht lacht, dann kann der Film kein Erfolg gewesen sein. Es ist Trash der untersten Schublade. Schon nach der anfänglichen Texttafel “Dieser Film basiert auf einem wahren Salat” weiß man, dass man jetzt sehr leiden muss.

Gesamtwertung: 2,5/10

Was macht man also aus einer durchaus interessanten Idee? Einen Film, der mit allen Mitteln versucht, Mainstream zu sein, und es trotzdem nicht schafft. Die Story, die Witze, alles hat man schon einmal gesehen oder gehört, mit dem einzigen Unterschied, dass einen jetzt irgendwelche Menschen, die im Internet ihre Videos machen, anglotzen. Das klingt vielleicht böse, aber sie sind halt nicht mehr: Sie sind keine Schauspieler, komplett ungeeignet für einen Kinofilm. Es sind nur YouTuber. Trotzdem gebe ich 2,5 Punkte für den Mettigel – die einzige Stelle, an der auch ich nachgeben musste und mich der Kalauer-Flut für einen kurzen Schmunzler ergeben habe.

Hier seht ihr eine sehr gute Review auf dem YouTube-Kanal FilmLounge.

 

 

 



Media Lectures mit Stefan Niggemeier

Am 8. Juli wurde wieder einmal eine Folge MEDIA LECTURES produziert. Diesmal war Stefan Niggemeier zu Gast, ein in Deutschland bekannter Medienjournalist, -redakteur und –kritiker. Außerdem ist er Gründer und Herausgeber des BILDBLOGS, einem Blog, der jeden Tag die Fehler der BILD und seit 2009 auch die Fehler anderer Medien berichtigt.

In der Sendung wurde unter anderem darüber geredet, dass Zeitungen heutzutage meist  nur darauf achten würden, ihre Artikel möglichst schnell online zu stellen, ohne jedoch zu kontrollieren, ob diese überhaupt der Wahrheit entsprächen. Deshalb sei es notwendig, dass viele weitere Menschen als Medienkritiker arbeiteten und diese Tätigkeit auch als richtiger Job anerkannt werden solle. Zeitungen, die seiner Meinung nach vertraulich seien, wären z.B. ZEIT ONLINE und SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. Zudem erklärte Niggemeier, warum er bei den Krautreportern ausgestiegen sei.

Seiner Meinung nach wäre die Idee gut gewesen, aber die Umsetzung eher mangelhaft. Er sagte trotzdem ausdrücklich, dass er nicht bereue, dabeigewesen zu sein. Über Werbung sagte er, dass man diese auch immer erkennen solle, da sie „versteckt“ die Unabhängigkeit der Medien zerstöre. Als Niggemeier gefragt wurde, wie der Gebrauch von gedruckten Zeitungen in 20 Jahren aussähe, so antwortete er, dass dann gedruckte Zeitungen nur noch Ausnahmen sein würden. Gegen Ende erläuterte er außerdem, dass die Journalistenschule eine große Hilfe sei, obwohl sich jeder Mensch Journalist nennen kann. Sie helfe viel, falls man sich in diese berufliche Richtung professionalisieren wolle.

Insgesamt war es alle Beteiligten ein interessanter und aufschlussreicher Abend, da uns ein, für uns noch nicht bekannter, kritischer Blick auf den Journalismus gezeigt wurde.



“Ahawah” – Kinder der Auguststraße | Dokumentarfilm über ein jüdisches Kinderheim und eine jüdische Mädchenschule

Ich war ja eigentlich etwas skeptisch, als es am Anfang, vor der Vorstellung hieß, wir würden es nicht bereuen, hier gewesen zu sein, denn ich war ja neulich schon enttäuscht worden. Aber es stimmte. Ich habe es ganz und gar nicht bereut, dieses Mal hat es mir außerordentlich gut gefallen.

Ahawah – Kinder der Auguststraße TRAILER from Sally M. Jaber on Vimeo.

„Ahawah“ ist Hebräisch und bedeutet „Liebe“. Gleichzeitig ist es der Name eines jüdischen Kinderheimes und einer jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße in Berlin-Mitte, die ein ganz besonderes Konzept haben und über die jetzt ein sehr spannender Dokumentarfilm gedreht wurde.

Der Film war sehr abwechslungsreich. Da das Kinderheim jetzt, nach dem zweiten Weltkrieg, in Israel wieder eröffnet hat, konnte man immer die Fotos von damals sehen und dann im Vergleich, wie es heute aussieht. Es hat sich ziemlich viel verändert.

Die Kinder, die jetzt im Kinderheim wohnen, machten einen sehr zufriedenen Eindruck, erzählten über ihr Leben da und wie ein normaler Tag abläuft.

Andere Kinder aus einer evangelischen Schule in Berlin befragten auch ehemalige Bewohner des Kinderheimes, die den zweiten Weltkrieg überlebt haben über das Leben dort während der Zeit des Nationalsozialismus. Was die alten Menschen erzählten, war sehr interessant. Jeder hatte seine eigenen kleinen Geschichten und Anekdoten, zum Beispiel ein älterer Mann, der sich noch erinnern konnte, wie er damals immer heimlich Bonbons geklaut hat. Herrlich waren auch die zwei Zwillingsschwestern, die noch viel aus ihrer Zeit in der Mädchenschule zu erzählen wussten und fast immer gleichzeitig geredet haben. Man konnte sie sich ganz genau als Kinder vorstellen, und als sie dann auch noch zusammen voller Inbrunst „die Gedanken sind frei“ gesungen haben, hat das ganze Kino gelacht. Es war wirklich sehr schön anzusehen – und anzuhören.

Das Konzept des Kinderheimes und der Mädchenschule ist ein vor allem für die damalige Zeit ungewöhnliches. Die Kinder sollen zu eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeiten erzogen werden. Man lässt ihnen viele Freiheiten und sie dürfen in vielen Dingen schon früh mitbestimmen.

Auch hatte man den Eindruck, dass sich wirklich jedes Kind wohlfühlt und seinen Platz in der Gruppe hat. Es wirkte alles wie eine große Familie.

Natürlich war vor allem damals, im zweiten Weltkrieg, nicht alles schön, im Gegenteil. Die meisten, die damals im Kinderheim wohnten oder die Mädchenschule besuchten, haben den Krieg nicht überlebt. Wenige konnten nach Palästina fliehen, die meisten wurden in Deutschland ermordet. Umso wichtiger ist es, den Überlebenden beim Erzählen zuzuhören, solange sie noch können. Deshalb war auch eine Zeitzeugin eingeladen, Ruth Winkelmann, eine ehemalige Schülerin der Mädchenschule, die aus ihrem Leben erzählt hat und wie sie überlebt hat.

Sie hat auch ein Buch geschrieben. Es heißt „Plötzlich hieß ich Sara“.

Es war ein sehr schöner Abend. Der Film war wirklich gut und vor allem sehr authentisch gemacht, mit tollen Bildern und schöner Musik. Man hat einen Eindruck davon bekommen, wie das Leben damals war und wie es heute ist und es hat mir sehr gefallen.

Den Trailer zum Film kann man sich unter http://www.jffb.de/filme/ahawah-kinder-der-auguststrasse/ ansehen. 



Nazis, Kondome und Bonbons – mehr braucht ein Film wohl nicht

Hier eine Filmkritik zum Film “Sweets”.

Vorgestern war ich wieder auf dem jüdischen Filmfestival. Eigentlich gefällt mir das jüdische Filmfestival sonst sehr gut, doch dieses Mal war ich ein bisschen erstaunt.

Geniale und rabenschwarze Parabel auf den israelisch-palästinensischen Konflikt, so lautet die Beschreibung. 132 Minuten tödliche Langeweile, das Ganze angeblich in deutscher, französischer und hebräischer Sprache mit englischen Untertiteln.

In Wirklichkeit finden die meisten Konversationen auf Hebräisch mit englischen Untertiteln statt oder auf teilweise sogar falschem Englisch.

Im ganzen Film kommen eine deutsche Person (ein alter Nazi) und eine französische Person (eine Schlampe namens Claudia) vor, die einzigen deutschen und französischen Sätze sind, wenn oben genannte Personen sich in ihrer Muttersprache monologartig an ihre Kindheit erinnern. Doch auch das kommt nicht oft vor, vielleicht zwei Mal für einige Sekunden.

Dass man die Geschichte des Films nicht versteht, liegt allerdings, wie man es nun vielleicht vermuten könnte, nicht an der Sprache.

Die alle fast gleich aussehenden alten Männer, von denen ich auch jetzt nicht weiß, wer von ihnen Palästinenser, wer Jude und wer Nazi war – das ging aus ihrem Handeln nicht hervor – die verwirrende Kameraführung – offenbar wurde beim gesamten Filmdreh konsequent nie ein Stativ verwendet – und die vielen nichts sagenden Dialoge sowie in diesem Kontext völlig sinnfreien Szenen wie vielen nackten Menschen in Schwimmreifen in einem Whirlpool irritieren. Nicht nur beim Inhalt wurde gespart, sondern an eigentlich allem, außer an der Zeit. Die Filmmusik ist auch eher spärlich, an ein paar Stellen im Film singt ein älterer Herr (vermutlich ein Israeli) mehrere Minuten lang ein langes, russisches Lied auf Hebräisch.

Wie schon erwähnt ist die Geschichte des Filmes für den Zuschauer eigentlich unklar, man weiß nicht, ob das die Absicht des Regisseurs war, klar ist nur, dass es um verschiedene Personen geht, die in Israel einen Bonbonladen eröffnen wollen und dass dies äußerst problematisch ist. Die doch komplizierte und gefährliche Situation dort wird schon klar, denn am Ende überleben von den insgesamt vielleicht zwölf Personen nur zwei.

Der finale Kampf, bei dem dann ja die meisten Personen ums Leben kommen, ist sehr grausam dargestellt. Mehrere Minuten lang wird ein Mann gezeigt, der mit einem blauen Klebeband an einem Stuhl festgeklebt ist, überall mit Sahne beschmiert ist und in seinen beiden Händen eine Pistolenkugel stecken hat. Irgendwann wird auch eine sehr barbarische, spanische Foltermethode aus dem Mittelalter, bei der man eine Ziege verdursten lässt, sehr präzise und anschaulich beschrieben, was aber auch glücklicherweise ohnehin nicht wirklich in den Kontext passt. Der finale Kampf findet übrigens im Dunkeln statt, man hört nur die Schüsse, was natürlich zeigt, dass es eigentlich ziemlich egal ist, wer stirbt.

Zudem läuft den ganzen Film über ein verrückter Nazi-Kondom-Fabrikant in Nazi-Uniform durch die Straßen Israels, was aber auch keinen zu stören scheint, und erschießt am Ende seinen Poker-Gegner, den Polizisten. Das Blut leckt er auf. Deutschland kommt also mal wieder optimal weg. Claudia, die französische Schlampe – Frankreich kommt auch optimal weg – schläft im Laufe des Filmes ziemlich wahllos mit jedem männlichen  Wesen. Das Ganze scheint sie aber auch eher zu langweilen, in einer der vielen Sexszenen liest sie ein Buch.

Die Sexszenen sind auch sehr anschaulich gemacht, mit lauten Geräuschen. Das lenkt auch vom eigentlichen Inhalt – wenn es denn einen geben sollte – ab.

Immer wieder werden Männer gezeigt, wie sie genüsslich Dauerlutscher und verschiedenste Bonbons verzehren – in allen oben genannten Situationen übrigens, darum heißt der Film wohl auch „Sweets“.

Was an dem ganzen Film genial sein soll, weiß ich auch nicht, vielleicht ist das ironisch gemeint, vielleicht ist das der versprochene rabenschwarze Humor. Muss man aber auch erst mal drauf kommen.

 



Der Ablauf unserer chaotischen Sendung

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Bärenstark auf Facebook.

Hi, ich bin Jenny von Bärenstark. Ich will euch mal zeigen, was für chaotische Dinge bei uns im Studio passieren…

Wenn alle da sind, besprechen wir kurz was heute zu tun ist: Wer in die Technik geht und Kamera, Ton, Regie oder Aufnahmeleitung macht. Die, die in die Redaktion gehen, haben die meiste Arbeit, denn sie müssen sich über das Thema, in dem Fall die Berlinale, und über die Gäste, die in unsere Sendung kommen, informieren. Unsere zwei heutigen Gäste sind Jakob M. Erwa und Odine Johne. Jakob M. Erwa ist ein österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Er lebt in Berlin. Mit 19 Jahren schrieb er sein erstes Drehbuch “One by One” – eine Teenagertragödie. 2003 gründete er mit Rachel Honegger, die inzwischen nicht mehr dabei ist, die Filmproduktionsfirma mojo:pictures. Wenn er nicht in der Firma ist, wirkt er bei Filmworkshops für Kinder und Jugendliche, ähnlich wie Bärenstark, mit. Sein letzter Film war “Homesick”, der auch auf der Berlinale gezeigt wurde. In dem Film geht es im Großen und Ganzen darum, dass sich eine Frau von ihren Nachbarn gestalkt fühlt. Doch stalken die Nachbarn sie wirklich oder ist sie verrückt? In dem Film spielt Jakob den Mann der “gestalkten” Frau und ist gleichzeitig Regisseur.

Odine Johne ist Deutsche und lebt, wie Jakob, auch in Berlin. Sie hat schon als Kind Dreherfahrungen gesammelt, sowohl vor, als auch hinter der Kamera bei Kurzfilmen. Heute spielt sie in Film- und Fernsehsendungen mit. Unter anderem hat sie 2008 in “Brüderchen und Schwesterchen” das Schwesterchen gespielt oder auch 2009 in der Serie “Polizeiruf 110”.

Wenn wir mit der Recherche fertig sind überlegen wir uns Fragen zu den gesammelten Informationen. Währenddessen baut das Technik- Team den Hintergrund auf und stellt das Licht ein. Die Gästebetreuung baut in dem Aufenthaltsraum die Stühle auf und stellt etwas zu Trinken bereit. Wenn die Gäste dann da sind, muss es schnell gehen. Die Mikrofone müssen an den Gästen befestigt werden 😉 und die Redaktion muss die Fragen fertig haben, außerdem zeigen wir den Gästen das Studio. Wenn es so weit ist, wird es ernst. Die Aufnahmeleitung fragt, ob alle bereit sind. Jetzt wird es Zeit für unsere Spezial- Fragen ;). Wenn unsere Sendung sich dem Ende neigt, hält die Aufnahmeleitung ein Schild hoch, auf dem die noch zur Verfügung stehende Zeit steht. Dann fangen die Moderatoren mit der 1-2 minütigen Abmoderation an.

Wenn alles vorbei ist, bauen wir gemeinsam ab und verabschieden die Gäste. Als Letztes bespricht das Team noch was gut war, was nicht so gut gelaufen ist oder was man besser machen kann. Na ja, es passieren schon ein paar Fehler, das kann man nicht vermeiden.

Heute haben wir zwei Sendungen gedreht, doch die erste ist total schief gegangen. Nicht mal der Schnitt hätte das noch korrigieren können. Aber dafür war die Live- Sendung umso besser. Unsere Interviewpartner Jakob und Odine waren sehr nett und es war lustig mit ihnen zu arbeiten.

Vielleicht habt ihr einen kleinen Einblick bekommen, wie es bei uns so abläuft. Ich kann nur sagen, dass es sehr viel Spaß macht und ich immer gerne herkomme.