Digga auf der TINCON

Spacefrogs, Sick und Sonneborn

Mit Grumpy Cat und Unicorn

Digga ist auf der TINCON, der Teenage Internetwork Convention. Allerdings nicht allein.

Denn neben unserer Redaktion sind auch diverse Youtuber und andere Öffentlichkeits- und Medienmenschen anwesend, die auf den zwei Bühnen ihre Ansichten kundtun – vor allem bezüglich Themen wie Politik, Bildung, Games und Medien.

Wo kurz zuvor noch Tim Edler über das Flussbad in Berlin informiert hat, steht nun Martin Sonneborn von der Partei die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative und proklamiert stolz seine Meinung zu Böhmermann, der FDP und Helmut Kohl. Währenddessen erklären Alessandro Schuster und Jonas Klocke auf der U21 Bühne, wie man Filme schneidet.

Bei so vielen spannenden Vorträgen weiß die Digga-Redaktion gar nicht, wo sie anfangen soll mit den Interviews.

Schließlich hat sie sich aber doch entschieden. Wofür, seht ihr in den Videos, die Stück für Stück in der virtuellen Welt auftauchen werden.

Ralph Caspers  kennt man aus Wissen macht Ah! Er ist Moderator, Autor und Schauspieler und hat sich dieses Jahr auf der TINCON zu Tinder geäußert, einer der populärsten Partnersuchbörsen im Internet.

Mit uns hat er allerdings primär über Kekse und Schokolade geredet.

Im Gespräch mit Martin Sonneborn standen wieder ganz andere Themen oben auf der Liste. Nicht nur um die Grünen ging es, sondern auch um Männer BHs, Anglizismen und Wattestäbchen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle für die bereichernde Auskunft!



Die Geschichte der Studentenverbindungen in Deutschland

Studentenverbindungen gibt es in vielen Farben und Formen. Als „schlagende“ und „nicht schlagende“, nur für Männer oder nur für Frauen, mit eigenen Farben und Symbolen oder ohne, unter dem Namen „Burschenschaft“, „Landsmannschaft“, „Corp“ oder „Verbindung“ und so weiter.
Ihnen allen gemeinsam ist ihre Entstehungsgeschichte.

Studenten, die sich in Gruppen organisieren und ihren Alltag gemeinsam verbringen, das gibt es schon so lange wie die Universitäten selbst. Im 13. und 14. Jahrhundert mussten alle Mitglieder einer universitären Fakultät in einem gemeinsamen Gebäude wohnen und bekamen farblich einheitliche Kleidung vorgeschrieben. Diese, als „Nationen“ oder „Bursen“ titulierten, Wohngemeinschaften können als Urform einer studentischen Verbindung betrachtet werden. Die Kleiderordnung stellte die erste Form einer „Couleur“ da. Aber erst im 15. Jahrhundert gründeten Studenten Gruppen, die nicht unter dem Einfluss der Universitäten standen. Diese neue Form übernahm den Namen „Nation“ oder bezeichnete sich als „Landsmannschaft“. Hier entstand im 17. Jahrhundert der Brauch, dass Erstsemester, „Füchse“ genannt, ältere Studenten bedienen und aushalten müssen. In der Trennung von „Füchsen“ und „Burschen“ wird bereits die erste strukturelle Organisation der Verbindungen sichtbar, die sich im 18. Jahrhundert weiter manifestierte. Die Gemeinschaften schafften Ämter, Privilegien und Pflichten, eine Ordnung die man noch heute in vielen Verbindungen findet.

Ende des 18. Jahrhunderts kamen neben den „Landsmannschaften“ „Orden“ auf. Nach dem Vorbild der Freimaurerloge waren diese geheim, nahmen nur sorgfältig ausgewählte Mitglieder auf, betrieben ein kompliziertes Zeremoniell und verpflichteten ihre Mitglieder im Lebensbundprinzip bis zum eigenen Tod füreinander zu sorgen. Aufgrund der Sprengkraft, die ein Zusammenschluss junger Intellektueller barg, wurden „Orden“ und „Landsmannschaften“ im Absolutismus verfolgt und mussten sich auflösen. An ihre Stelle traten um 1800 „Kränzchen“, „Landsmannschaften“, „Gesellschaften“ und „Clubs“, die einen Großteil der Bräuche, Formen und Strukturen von „Landsmannschaften“ und „Orden“ übernahmen. Allerdings waren sie vollkommen unpolitisch und wollten vor allem der Charakterbildung junger Studenten dienen, weshalb sie geduldet wurden. Die ältesten noch heute existierenden Studentenverbindungen stammen aus dieser Zeit.

Das 19. Jahrhundert wurde eine überaus wichtige und aktive Zeit für alle Angehörigen einer Verbindung. Reformen an den Universitäten führten zu einer neuen Selbstwahrnehmung der Studenten: Man war nicht länger der Schüler, der belehrt wurde, sondern sah sich selbst als eigenständig Denkenden, aktiv Beteiligten. Aus diesem Verständnis heraus beteiligten sich viele Studenten an den Befreiungskriegen (1813-1814) gegen die napoleonische Fremdherrschaft und entwickelten, ganz im Geist ihrer Zeit, den Wunsch nach nationaler Einheit. Durch die reaktionären Beschlüsse des Wiener Kongresses (1815) sahen sich viele freiwillige Kriegsteilnehmer um ihre Ziele betrogen. Als Reaktion darauf gründete das Jenaer Corps die erste „Burschenschaft“ Deutschlands. Zur 300-Jahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig (1817) versammelten sich ca. 400 Burschenschafter verschiedener Universitäten, um gegen die beginnende Reformation zu demonstrieren. Aufgrund der zunehmenden Politisierung der „Landsmannschaften“ und „Burschenschaften“ wurden 1819 die Karlsbader Beschlüsse erlassen, die die Meinungsfreiheit der Bürger beschnitten. Zudem wurden staatliche Überwachungsorgane an den Universitäten eingerichtet und die Jenaer Urburschenschaft zur Auflösung gezwungen. Ende der 1820er Jahre ließ die Überwachung nach, sodass sich erste Burschenschaften im Geheimen neu gründeten.

Die Revolution in Frankreich (1830) belebte die demokratische und nationale Einigungsbewegung erneut. Höhepunkt dieser neuen Entwicklungen war das „Hambacher Fest“ 1832, von Heidelberger Studentenschaften maßgeblich mitgestaltet. Durch einen missglückten Putschversuch von Teilen der „Allgemeinen Deutschen Burschenschaft“ nahm die Überwachung ein neues Ausmaß an, eine Vielzahl an Revolutionären und Burschenschaftern wurden ins Gefängnis gesperrt oder hingerichtet. In der folgenden Zeit entstanden konfessionelle Verbindungen mit betont apolitischem Kurs und einer Ablehnung der Tradition des Fechtens (z.B. die Uttenruthia in Erlangen). In der Revolution von 1848 entlud sich die seit Jahrzehnten angestaute Unzufriedenheit der gesamten Bevölkerung aller deutschen Staaten auf die herrschenden Zuständen. Studenten und ihre Verbindungen nahmen bei vielen Protesten und Kämpfen eine wichtige Rolle ein. Ein Erfolg der Revolution war die Einführung der Frankfurter Nationalversammlung, welche die Karlsbader Beschlüsse aufhob. Somit kam es zu einer Legalisierung der Studentenverbindungen und einer neuen Blütezeit. Da der preußische König die ihm von der Nationalversammlung angebotene Kaiserwürde jedoch ablehnte, scheiterte die Revolution und die studentischen Verbindungen entwickelten sich in der folgenden Reaktionszeit zu rein akademischen, staatstreuen Lebensgemeinschaften.

Aus der nationalen Bewegung der Verbindungen wurde eine nationalistische, die ihre Ziele von 1848 erreicht sah. Man tauschte seine liberalen Werte gegen eine konservative Grundüberzeugung und leitete die Wende zum Illiberalismus ein. Dieser neue Stil bestimmte das Leben der Akademiker bis zum Ersten Weltkrieg und spiegelt sich auch heute noch den Grundsätzen einiger studentischer Verbindungen wieder.

In der Weimarer Republik spielten Studentenverbindungen vor allem durch die soziale Versorgungsfunktion, die ihren Mitgliedern zuteil wurde, eine wichtige Rolle. Durch den ersten Weltkrieg herrschten finanzielle Nöte, knapper Wohnungsmarkt und ein immenser Andrang an neuen Studenten in den Universitäten, daher wurde diese Unterstützung unentbehrlich.

Im Dritten Reich wurde in den Verbindungen das „Führerprinzip“ eingeführt. Die Dachverbände der Korporationen wurden „arisiert“, alle jüdischen Verbindungen und Verbindungen die sich weigerten „nicht-arische“ Mitglieder auszuschließen wurden 1933 aufgelöst. Als sich während des Sommersemesters 1935 Mitglieder des Heidelberger Corps „Saxo-Borussia“ mehrmals in der Öffentlichkeit despektierlich über Adolf Hitler äußerten, kam es zum Verbot aller verbliebenen Studentenverbindungen, außer dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB). Einige Verbindungen wurden Kameradschaften des NSDStB, einige Altherren-Gruppen konnten im Stillen bis Kriegsende bestehen bleiben. Verdeckt hielten sich die Korporationstraditionen bis 1945, als die Kameradschaften von den Alliierten verboten wurden.

In der Nachkriegszeit waren Korporationen zunächst verboten, allerdings konnten sich durch den Einfluss der Alten Herren schon 1950 die ersten Verbindungen erneut gründen und im „Convent Deutscher Korporationsverbände“ (CDK) zusammenschließen. Die Studentenzahlen der Nachkriegszeit lagen noch weit über denen der Weimarer Republik, die Zahl der Mitglieder der Korporationen blieb aber gering, da sie für ihre Haltung im Dritten Reich kritisiert wurden.

Bis heute werden Studentenverbindungen in weiten Teilen der Gesellschaft als Relikte vergangener Zeiten angesehen, für ihre konservative, nationalistische Gesinnung kritisiert und deshalb gemieden.



Studentenverbindung – mal anders

Gehört hat wohl jeder schon davon.

Junge Menschen, die aus freien Stücken bunte Schärpen und Mützen tragen, Trinkgelage mit komplizierten Regeln abhalten, ihre „Ehre“ in Degenduellen verteidigen und eine äußerst rechts-nationale Gesinnung vertreten. Burschenschaften, Landsmannschaften, Corps, Turnerschaften und wie diese Verbindungen noch alle heißen mögen, haben ein äußerst unvorteilhaftes Image für unsere modernen Zeiten. Sind all das nur Vorurteile und Klischees oder ist da etwas Wahres dran?

Fakt ist, dass es in Deutschland ca. 1000 Studentenverbindungen gibt, die wohl kaum alle gleich seien können. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Merkmalen, die die Gruppen voneinander abgrenzen. Der erste Unterschied entsteht durch die Entscheidung, welchen Geschlechts die Mitglieder sein dürfen. So gibt es rein männliche, rein weibliche und gemischt-geschlechtliche Verbindungen. Durch das Prädikat „schlagend“, „fakultativ-schlagend“ und „nicht schlagend“ wird signalisiert, ob  es in der Verbindung Pflicht ist, das Fechten zu lernen und sich zu duellieren. Als „farbentragend“, „farbenführend“ und „nicht farbentragend“ wird die Pflicht beschrieben, die verbindungseigenen Farben als Band oder Mütze zu tragen. Und so lässt sich die Liste der unterschiedlichen Ausrichtungen und Spezialisierungen noch eine Weile fortführen. Wie das mit Vorurteilen so ist, wurden mal wieder alle über einen Kamm geschoren, obwohl auf diese Weise die Wahrheit verfälscht wird.

Es ist nicht zu leugnen, dass es Verbindungen gibt, die den schlimmsten Befürchtungen entsprechen: Frauen werden ausgeschlossen, weil sie als nicht ebenbürtig betrachtet werden. Beim „Mensur-Fechten“ wird Gewalt verherrlicht und ein „Ehrbegriff“ geprägt, der es zur Selbstbestätigung nötig macht, andere zu demütigen. Mitglieder der eigenen Burschenschaft werden zum Komasaufen angestiftet, Erstsemester „Füchse“ als kostenlose Arbeitskräfte missbraucht und zu allem Überfluss wird in diesem Umfeld aus Tradition und Bezug zur deutschen Geschichte ein völlig verdrehter Nationalstolz.

Diese Gruselgestalten, bei denen es einem kalt den Rücken herunter läuft, sind das eine Extrem. Doch zur gleichen Zeit und in der gleichen Stadt gibt es Verbindungen, die außer dem Namen „Verbindung“ und einem geschichtlichen Ursprung nichts damit gemein haben. Ich hatte die große Freude, den Vorsitzenden der Akademisch Musischen Verbindung in Berlin (AMV), Justus Kamp, zu treffen und mit ihm über das Leben in einer Berliner Studentenverbindung zu sprechen:

Ich für meinen Teil habe bei der Arbeit an diesem Artikel wieder einmal fest gestellt, dass Vorurteile genau das sind, was ihr Name bereits sagt: Urteile, die wir fassen, bevor wir überhaupt genau hingesehen haben. Sie bieten uns Schutz vor Dingen, Menschen und Situationen, die uns nicht vertraut sind und gefährlich seien könnten. Doch sorgen sie auch dafür, dass uns so viel entgeht, was unser Leben bereichern könnte.



Cosplay – Was steckt hinter der Verkleidung?

Wer schon mal auf einer Veranstaltung wie der Gamescom oder der Leipziger Buchmesse war, dem sind sie bestimmt längst aufgefallen: Cosplayer. Meist junge Menschen, die sich als Figuren aus Mangas, Animes oder Computerspielen verkleiden. Aber warum tun sie das überhaupt? Diese Frage habe ich mir gestellt, und mich deshalb entschlossen, ein wenig nachzuforschen.


Klar ist, dass man das nicht verallgemeinert beantworten kann, denn jeder hat seine eigenen Gründe und Interessen. Allerdings gibt es einige Dinge, die viele Cosplayer*innen gemeinsam haben. Generell haben die meisten ein ausgebreitetes Interessengebiet und legen sich nicht nur auf einen Bereich fest. Sie entwerfen und nähen Kostüme, basteln Accessoires und Requisiten, schauspielern und posieren für Fotos. Dabei steht immer der Spaß im Mittelpunkt.
In einem Interview erzählt mir Saskia, seit mehr als zehn Jahren Cosplayerin, was für sie am wichtigsten ist, wenn sie sich in einen Manga- oder Gaming-Charakter verwandelt.

 

Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, welchem Hobby die 27-jährige in ihrer Freizeit nachgeht. Ist ja auch klar, schließlich sind die aufwendigen Kostüme auch nur für Fotos und für Wettbewerbe.
Leidenschaftliche Cosplayer*innen sitzen oft monatelang an ihren Kostümen, bis diese perfekt sind. Oft kommen sie dann aber trotz des Aufwandes nur 1-2mal zum Einsatz.

Auf Leute, die keinen direkten Umgang mit der Szene haben, kann das schon mal seltsam wirken. Obwohl die Verkleidungen von den meisten als etwas Positives und Abwechslungsreiches angesehen werden, kommen auch schnell Vorurteile auf. Das typische Klischee: Cosplay ist etwas für Außenseiter, die das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit haben oder sich in eine Fantasiewelt flüchten wollen. Aber oft haben Leute, die diese Meinungen vertreten, selbst kaum oder gar keinen Bezug dazu und hören derlei Gerüchte nur aus den Medien.
Das Wort Cosplay setzt sich zusammen aus Costume und Play, es handelt sich also um nichts anderes als Rollenspiele mit Verkleidung.
Cosplayer*innen beschreiben ihr Hobby als interessant und entspannend, man kann seine Kreativität frei ausleben und nicht zuletzt auf Gleichgesinnte treffen. Die Szene eröffnet die Möglichkeit, das Leben bunter und abwechslungsreicher zu gestalten.
Auch in anderen Subkulturen kommen Varianten des Cosplays vor, beispielsweise in der Furry-Szene und der Steampunk-Bewegung, in denen sich die Mitglieder ebenfalls oft kostümieren.
Der Unterschied besteht darin, dass es bei diesen mehr darum geht, einen Lifestyle zu repräsentieren als ein Hobby auszuleben, aber die Szenen können auch miteinander verschmelzen.

Auch in psychologischer Hinsicht wird Cosplay häufig als positiv aufgefasst, zum Beispiel hilft es introvertierten Personen sich zu öffnen und selbstbewusster zu werden, da sie gemeinsam mit Freunden auftreten und sich in schrillen Kostümen präsentieren.
Im Internet gibt es mittlerweile ganze Foren wie z. B. Animexx, in denen Cosplayer*innen sich miteinander austauschen, Tipps geben oder einfach in Kontakt bleiben. Denn letzten Endes geht es auch darum, gemeinsam Fortschritte zu machen und sich zu unterstützen.
Dass Cosplayer*innen also Außenseiter sind ist nur ein Vorurteil.
Im Endeffekt ist Cosplay eine kreative Beschäftigung, bei der es darum geht, Freunde zu treffen, Spaß zu haben und sich künstlerisch weiter zu entwickeln



Von Panamá nach Deutschland – ein Erfahrungsbericht

Carolina kommt aus Panamá und war für zehn Monate in Deutschland. Ihre Erfahrungen hat sie für DIGGA aufgeschrieben. Den spanischen Originaltext gibt es hier nachzulesen: 

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Ich erinnere mich gut an den Moment, als ich erfuhr, dass ich nach Deutschland gehen würde. Das war eine große Überraschung. Ich kam gerade abends von  der Schule nach Hause, meine Eltern und meine Oma erwarteten mich vor dem Haus, mit Feuerwerk und Süßigkeiten in der Hand, die meine Mutter gekauft hatte, auf denen “Herzlichen Glückwunsch” stand. Ich glaube, ich habe nie solche Freude verspürt, wie an diesem Tag.

Von diesem Moment an, drehten sich alle meine Gedanken nur um Deutschland. Ich hatte hohe Erwartungen an mein Leben dort und was mir alles tolles dort passieren würde. Ich glaube, ich habe nie die Tatsache realisiert, dass ich zehn Monate ohne meine Familie und Freunde unterwegs sein würde, eine andere Sprache lernen müsste, die ich überhaupt nicht konnte, dass ich bei unbekannten Personen leben würde und so tun würde, als wären sie “meine Familie”. In diesem Moment war nichts davon für mich wichtig. Das einzige, das ich wollte war, nach Deutschland zu gehen. Und ich wollte es jetzt!

Als endlich der ersehnte Tag 0 kam, fühlte es sich sehr komisch an, denn es war ein Tag wie jeder andere. Die Aufregung war verflogen, der Traum wurde Realität.

An meinen ersten Tagen in Deutschland fühlte ich mich mehr wie eine Touristin. Alles war neu, fantastisch, unglaublich. Meine Familie sprach mit mir auf englisch, sie erklärten mir alles mit sehr viel Geduld. Vor der Schule hatte ich ein bisschen Angst, denn ich verstand nicht, was vor sich ging. Ich verlief mich und fand nicht das richtige Klassenzimmer, ich wusste nicht, wo die Toiletten waren und ich hatte Angst davor, mir etwas in der Cafeteria zu kaufen. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich ziemlich Schiss vor Bussen oder Bahnen hatte, ich befürchtete, mich zu verirren.

Ich fühlte den Frust in mir aufsteigen, denn ich wollte die anderen verstehen. Die unterschiedlichen Uhrzeiten in der Schule und nur deutsch zu hören, verschafften mir Kopfschmerzen. Ich fühlte mich ausgeschlossen, weil ich nicht über die Witze meiner Klassenkameraden lachen konnte.

Doch nach und nach entwickelte ich meinen eigenen Alltag. Ich lernte immer mehr über die Kulturen und die Dinge, die mir anfangs noch merkwürdig erschienen, übernahm ich irgendwann selbst. Ich gewöhnte mich an die Menschen, die ich morgens im Bus sah, an die Nachbarn, meine Familie, meine Freunde und jetzt endlich fühle ich mich als ein Teil von Deutschland.

Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich Heimweh bekam. Es waren schon eineinhalb Monate seit meiner Ankunft vergangen. Das merkwürdigste war, dass ich nur eine Umarmung meiner Mutter wollte. Ich wollte, dass meine Mutter vorbeikommen, mich für eine Minute in den Armen halten und dann wieder gehen würde. Das hört sich ziemlich egoistisch von mir an, aber ein Austauschstudent sein zu wollen, ist eine egoistische Sache, denn du denkst an niemand anderen, nur an dich und was dir passieren wird. Du denkst nicht daran, dass du jemanden fehlen würdest oder sich mehr als eine Person um dich sorgen würde.

Meine Tage hier waren eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Während die Tage vergehen, erlebst du alles aufmerksamer und intensiver. Ich schätze die Dinge, die ich zu Hause habe genauso, wie die Dinge, die ich hier habe. Ich habe schon meine hohen Erwartungen vor meiner Reise erwähnt und obwohl manche Dinge anders verliefen oder verlaufen, als ich sie vor einigen Monaten in meinem Kopf geplant hatte, bin ich nicht enttäuscht. Ich habe viele neue Sachen kennengelernt, um mich zu amüsieren, andere Dinge, die ich machen kann und andere Lebensformen. Mit diesen Erfahrungen fühlst du dich wichtig und besonder, sie geben dir die Lust am Leben. Du fühlst, dass alles möglich ist.

Doch zur gleichen Zeit kämpfst du mit den Vorurteilen derjenigen, die denken, ein Auslandssemester bedeute, jeden Tag feiern zu gehen, ohne Verantwortung tragen zu müssen.

Noch dauert es ein paar Monate, bis ich zurück gehe. Ich weiß nicht, wie ich mich fühle, ich würde es in etwa so beschreiben: 15% Freude, 15% Nervosität, 20% Angst und 50% Trauer. Ich habe große Angst, das Leben hier, das ich mir die letzten Monate aufgebaut habe, hinter mir zu lassen und in meine “Realität” zurückzukehren.

In diesen nun fast acht Monaten seit meiner Ankunft in Deutschland habe ich begonnen, mich an die Menschen hier zu gewöhnen, ihre Kultur, ihre Gesellschaft. Ich habe meine eigenen Ideologien umgeworfen, ich wurde zu einer Person, die nun viel offener ist, das “andere” zu akzeptieren. Genauso habe ich von den anderen Austauschschüler gelernt, dass, auch wenn wir aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, uns dieses eine gemeinsame Gefühl vereint.



TRASH – Kunst oder doch ein Haufen Abfall?

Das Wort Trash wirkt im Allgemeinen ziemlich abfällig, ganz einfach weil es auf Deutsch soviel bedeutet wie Müll oder Abfall. Doch was ist, wenn ich sage, dass Trash eine Bezeichnung für verschiedene Kunstformen ist? 

In der Kunst finden sich verschiedene Stile, die als “Trash” betitelt werden. In einigen geht es darum, eine absurde Darstellung zu schaffen und in anderen entsteht dieses Phänomen durch immer mehr Qualitätsverlust im Inhaltlichen.

Beabsichtigte Verschlechterung von Filmen? B-Movies!

Trashfilme, sogenannte “B-Movies”, sind Filmproduktionen, die durch geringes Filmbudget und kurze Drehzeit entstehen. Durch die wenigen Ressourcen, die den Produzenten zur Verfügung stehen, werden die Filmproduktionen oftmals sehr absurd und experimentell. Diese Art von Filmen entstand in den 1930er Jahren durch die Weltwirtschaftskrise. Damals ließen Kinos “Double Bill” – Vorstellungen laufen:  Erst lief ein aufwendig produzierter A-Film, danach ein, mit geringem Budget produzierter, B-Film. Doch selbst nach dem Ende der Wirtschaftskrise, blieben die B-Filme weiterhin sehr beliebt beim Publikum. Heute gibt es mehrere Produzenten und Regisseure, die sich darauf spezialisiert haben, mit geringem Budget Filme zu produzieren. So kann man auch noch heutzutage weitere Trashfilme wie Zombiber oder Sharknado genießen.

Doch ist Trash nur eine Form, Leute mit Humor zu unterhalten? Nein! Auch in der bildenden Kunst finden wir etwas, das sich “Trash-Art” nennt. In dieser Richtung bewegen sich Künstler, die aus Materialresten, also Müll, ihre Werke herstellen. Doch diese Menschen dachten sich nicht nur, dass sie einfach mal Müll für ihre Kunst benutzen wollen, sondern versuchten mit ihrer Kunst ein Zeichen setzen. Ein Zeichen gegen den vorherrschenden Kapitalismus auf dem Kunstmarkt. So sind Trash-Art Künstler meist Konsumkritiker und Kunstmarkt – Gegner. Die Anfänge für diese Kunstrichtung legten Künstler wie Pablo Picasso.

Trash im Film, Trash in der Kunst. Dann fehlt noch Trash in der Musik.

Einerseits wird Trash als Stilmittel bezeichnet, also als eine gewisse Technik. Und andererseits gilt es schon als eigenes Musik-Genre. Durch die Existenz dieser Musik existieren auch Trashbands. Diese Bands zeichnen sich durch ihren sehr rauen Sound aus. Die Musiker nehmen meist all ihre Instrumente direkt per Mikrofon ab, wodurch der Sound gleich rauer und näher klingt. Dieser Stil spiegelt sich außerdem in vielen anderen Musikgenres wieder, wie z.B. im Pop.

Die wohl bekannteste Form bleibt aber das Trash TV.

Viele kennen es wahrscheinlich, wenn in der Woche am Nachmittag nichts zutun ist und der Gedanke kommt, doch einmal wieder den Fernseher anzuschalten. Und was läuft zu dieser Zeit? Sendungen wie Verdachtsfälle, Blaulicht Report oder Familien im Brennpunkt. Sogenanntes “Scripted Reality”, in denen meist Amateurschauspieler in einer ”alltäglichen Situation” zu sehen sind. Diese Formate werden im Dokumentations-Stil gedreht. Durch den Einsatz von Off – Kommentaren der Darsteller, soll alles noch authentischer wirken. Allgemein versuchen Scripted Reality – Formate alles sehr authentisch und nah wirken zu lassen. In der Sendung “Blaulicht Report”, welche echte Polizei Einsätze nachstellt, werden, sagt RTL, anstatt professioneller Schauspieler, echte Polizisten angeworben, um mitzuwirken. Auch in anderen Formaten, sucht sich der Sender lieber Personen aus, die die Situationen, die sie nachspielen, erlebt haben könnten. Aber warum zählt Scripted Reality nun als Trash TV? Ganz einfach, weil durch den Einsatz von Amateurschauspielern ein zunehmender Qualitätsverlust stattfindet. Seit Beginn dieser Scripted Reality – Shows gibt es Diskussionen, ob die Sendungen ein falsches Bild vermitteln. Da diese Formate möglichst authentisch wirken sollen, fällt dem einen oder anderen vielleicht trotz der Hinweise am Ende der Sendung nicht auf, dass es sich um gespielte Szenen handelt. Doch wo es Kritiker gibt, gibt es auch Liebhaber dieser Formate. Viele sehen diese Art von Fernsehen als Unterhaltung an, gerade wegen dieser künstlichen Authentizität.

Wir bei DIGGA haben uns mit diesem Thema bereits befasst und eine eigene Folge “DIGGA Tag ohne Nacht” produziert.

Nun die Frage zum Ende: Ist Trash nun Kunst oder wirklich nur Müll? Da es in vielen Formen vorhanden ist, kann das nicht so genau gesagt werden, doch es soll eindeutig zur Unterhaltung dienen. Entweder, um durch billige Produktion absurde Inhalte dazustellen, oder als Gegner des Kunstmarkts aktiv zu werden. Trash ist vielseitig. Es sollte nicht jedes Wort zu wörtlich genommen werden.

 

 



Streitthema Kreuzfahrt- Ist der Spaß das Risiko wert?

Dieser Beitrag befasst sich mit den Vor- und Nachteilen des Kreuzfahrens. Als Autorin habe ich auch meine eigenen Überzeugungen einfließen lassen.

Hurricane Matthew wütet auf Haiti, alles liegt wieder in Schutt und Asche, noch dazu kommt die mögliche Gefahr durch eine Cholera Epidemie. Kein schöner Anblick als Tourist. Doch ist das wirklich der einzige Grund, eine solche Reise nicht anzutreten?

   Geschichte und Arten der modernen Kreuzfahrt

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Strand einer Insel in der Karibik

Die ersten Kreuzfahrten begannen im Jahr 1844. Das Unternehmen Peninsula and Oriental Steam Navigation Company bot Luxuskreuzfahrten zwischen England, Gibraltar, Malta und Athen an. In Deutschland startete der Boom mit der Serie “Das Traumschiff” vom ZDF, die seit 1981 ausgestrahlt wird. 2011 fuhren bereits 1,81 Millionen Deutsche pro Jahr auf Kreuzfahrt.

Es gibt mittlerweile sechs verschieden Unterarten der Hochseekreuzfahrt.  Die beliebtesten sind das sogenannte “Fun- Cruising”  auf Megaschiffen. Solche Kreuzfahrten sollen vor allem Unterhaltung und Spaß für die gesamte Familie bieten, deswegen gibt es an Bord auch Theater, Pools und Betreuungseinrichtungen für Kinder. In Deutschland ist die bekannteste solcher Cruise Lines die  AIDA.

Dann gibt es noch das “klassische” Kreuzfahren, bei dem das Ziel ist, sich mit Hilfe von Yoga vollkommen zu entspannen. Um das Nachtleben eines Landes kennen zulernen bucht man eine sogenannte “Billigkreuzfahrt”, die nahezu von jeder Reederei angeboten wird. Mit einer “Themenkreuzfahrt” wird eine Reise gebucht, die ganz nach einem bestimmten Motto gerichtet ist, beispielsweise Elvis Presley oder Thailand. Um keine kulturellen, historischen und geographischen Sehenswürdigkeiten zu verpassen, sollte sich einer “Studien- oder Expeditionskreuzfahrt” angeschlossen werden. Diese verkehren mit besonders ausgestatteten Schiffen sogar im Polarmeer.

Positive und negative Aspekte der modernen Kreuzfahrt

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Frachtschiff im Hafen von Belém, Brasilien

Soll man sich jetzt über die Flexibilität einer solchen Reise freuen oder besorgt den Kopf schütteln? Ist es in Ordnung, sich über die Aussicht vom Schiffsbalkon zu freuen? Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung lässt sich bei gutem Essen und dem Blick auf das schier endlose Meer vieles ausblenden. Selbst wenn an Land gegangen wird, gibt es keinen Scham oder Entsetzen über das Auftreten gegenüber der Bevölkerung. Auch über Ausbeutung wird nicht nachgedacht. Dafür ist die Neugier zu groß. Auch der hohe Schadstoffaustoß wird erst wieder bewusst, wenn an dem gigantischen Schornstein vorbeigegangen wird. Eine Studie des Deutschen Naturschutzbundes (Nabu) besagt, dass deutsche Schiffe weitaus umweltschonender als ihre Schwestern aus den USA sind, dennoch sind Umweltschützer unzufrieden. Viele der riesigen Schiffe fahren noch mit dem billigen Schweröl, statt mit dem weitaus umweltfreundlicherem Marine Diesel. Im Falle eines Ölverlustes sind uns die Folgen für Flora und Fauna durch diverse Schiffsunglücke von zum Beispiel Frachtschiffen gut in Erinnerung. Für die Umweltschutzmaßnahmen in der Schifffahrt  und die Regelung der Gesetze in internationalen Gewässern ist die Internationale Marine Organisation (IMO) zuständig. Sie ist die maritime Abteilung der Vereinten Nationen.

Viele Reisende möchten auf einer Kreuzfahrt mehr über die Kultur und die Menschen eines Landes erfahren, das fördert die Völkerverständigung und den Frieden. Das ist der Plan, doch häufig ist das genaue Gegenteil von Völkerverständigung und Frieden das Fazit einer solchen Erfahrung. Auf beiden Seiten werden die Vorurteile größer, die Traditionen werden abgeschafft und die Ursprungskultur durch unsere Westliche ersetzt. Natürlich werden auch Freundschaften geschlossen und Kulturen unterstützt, aber das ist leider eher selten der Fall.

Auch das Geld der Passagiere ist für die Einwohner des Landes Gift. Wird in dem Land eingekauft, erhöht sich der Wert der Dinge die gekauft werden, denn der Verkäufer möchte von dem Kaufandrang profitieren. Das tut er indem er für das Gekaufte den Preis erhöht und das wiederum schadet den Anwohnern, die sich das dann nicht mehr leisten können.

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Sonnenuntergang in Norwegen

Kreuzfahrten haben selbstverständlich auch Gutes, aber die Umwelt-, die Ökonomischen- und die Soziokulturellen-Auswirkungen dürfen nicht vergessen werden. Persönlich habe ich schon mehrere Kreuzfahrten unternommen und dabei fast immer nur positive Erfahrungen gemacht, ich hege und hegte auch vor den Reisen keinerlei Vorurteile gegenüber den Menschen, die in den Ländern leben, die wir anliefen. Auch sie waren immer freundlich und ehrlich.  Die Schiffe, die eine Kreuzfahrt veranstalten, sind oftmals mittelschwere Umweltkatastrophen, aber das macht deren Passagiere nicht pauschal zu Umweltgegnern und schlechten Menschen.

Mein Fazit ist, dass die Choleragefahr und der Hurricane nicht die einzigen Gründe sind, auf eine Reise zu verzichten, aber Haiti aufgrund der Wirtschaftslage sowieso kein optimales Ziel ist. Der Spaß und das Risiko hängen auch immer vom Ziel der Reise ab.



Berlin ist Berlin

Carolina kommt aus Panamá und verbrachte ein paar Wochen in Berlin. Die Eindrücke ihres ersten Tages hat sie hier festgehalten. Den spanischen Originaltext könnt ihr hier nachlesen. 

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Wenn wir in Lateinamerika an Berlin denken, kommt uns als erstes die  Geschichte in den Sinn, aber wir haben keine Ahnung von den Menschen und deren Alltag dort. Als ich meine Reise nach Berlin vorbereitete, hatte ich also keine Vorstellung davon, wie es hier sein könnte. Ich vermutete, dass Berlin ähnlich wie Hamburg sei, schließlich sind beide die größten Städte Deutschlands. Aber ich irrte mich.

Ich begann meinen Stadtrundgang um 11.30 Uhr mit einer Stadtkarte und meinem Handy in der Hand. Mein erster Halt war natürlich der “Alexanderplatz”. Als ich aus der U-Bahn stieg, fühlte ich, dass die Stimmung anders war – ich sah sehr beschäftigte Leute, die von einem Ort zum anderen eilten.

Brunnen am Alexanderplatz

Brunnen am Alexanderplatz

Ich verließ den Bahnhof und befand mich auf einmal unter vielen Verkäufern, die Essen oder Souveniers auf der Straße verkauften. Es war ein sonniger Tag, ich lief ein bisschen weiter, bis zu einem großen Brunnen. Um ihn herum saßen viele Menschen: Ein paar von ihnen ruhten sich mit ihren großen Tüten vom Einkauf aus, andere aßen mit ihren Freunden zusammen und lachten.

Weltzeituhr

Die Weltzeituhr zeigt auch die Uhrzeit in Panamá an

 

Ich überquerte die Straßenbahnschienen und stand vor der großen Weltzeituhr. Ich freute mich sehr, als ich Panamá dort entdeckte und im Hintergrund erhob sich der beeindruckende Fernsehturm.

 

Später fuhr ich mit der Sbahn zum Brandenburger Tor, wo ich mich wieder zwischen vielen Touristen mit ihren Kameras befand, die ein Foto nach dem anderen knipsten.

Brandenbruger Tor

Die Spitze des Brandenburger Tors

Ich fühlte mich sehr sicher. Es war ein beeindruckendes Bauwerk, jedes Mal, wenn ich mich näherte, konnte ich mehr Details erkennnen.

Der Platz war voller Menschen, die Stadtrundgänge zu Fuß, mit dem Bus, dem Fahrrad und sogar Pferdekutschen anboten.

pferdekutsche

Pferdekutschen für Berlin – Touristen

 

 

Ich beschloss weiter zu gehen und zu sehen, was es hinter diesem großen Tor gab. Also folgte ich anderen Touristen und sah nur eine große Straße, die von vielen Bäumen umgeben war.

ich bemerkte die vielen Menschen, die zu einem kleinen Park strömten. Neugierig folgte ich ihnen und Überraschung: Ohne es geplant zu haben, befand ich mich vor dem deutschen Parlament (Reichstag), mit der gigantischen Deutschlandfahne, daneben die der Europäischen Union. Die Touristenströme nahmen nicht ab, sie hörten nicht auf, Fotos zu machen.

Haus der Kulturen der Welt

Das Haus der Kulturen der Welt

Das Haus der Kulturen der Welt war nicht weit und so beschloss ich, es auch zu besichtigen. Die Statue in dem See vor dem Gebäude war wundervoll.

 

 

 

 

Ich wollte den Tag nicht beenden, ohne ein Stück der Berliner Mauer gesehen zu haben, also suchte ich auf meinem Handy die nächste S-Bahn oder U-Bahnstation, um mein Stück Mauer zu finden. Die Suchmaschine schlug mir die Station “Nordbahnhof” vor, wo ich nach einer kurzen Weile die Berliner Mauer Gedenkstätte fand. Dort fanden gerade einige Exkursionen für Studenten statt.

Holocaustdenkmal

Holocaustdenkmal

Nach sechs Stunden laufen beschloss ich, meinen ersten Tag in Berlin mit der Holocaust Gedenkstätte zu beenden. Ich verlief mich ein paar Mal und fand es schließlich in der Nähe des Brandenburger Tores. Viele Menschen, vor allem Jugendliche, saßen auf den Steinen verteilt und Touristen schossen Fotos, während sie um die Steine liefen.

 

Latinos in Berlin.

Ein spannender Tag geht zu Ende, Berlin hat viel zu bieten: Bauwerke, Menschen, vor allem Touristen. Auf meinem Rundgang traf ich auch ein paar andere Menschen aus Lateinamerika und Spanien, die mir von der Stadt vorschwärmten.

Yolanda, Katya und Daniela aus Peru

Yolanda, Katya und Daniela aus Peru

Yolanda, Katya und Daniela.

Perú

Yolanda kommt aus Perú und lebt seit vielen Jahren mit ihrem Mann in Berlin. Für sie ist Berlin eine multikulturelle und historische Stadt und hat viele Dinge zu bieten. Gerade hat sie zwei Freundinnen aus Perú zu Besuch. Ihre Freundinnen sind von der schönen Stadt begeistert, ihnen gefallen besonders die spannenden Museen.

Bella und Beatriz, Architekturstudentinnen aus Spanien

Bella und Beatriz, Architekturstudentinnen aus Spanien.

Bella und Beatriz

Spanien

Die beiden sind für zwei Tage iin der Stadt. Sie studieren Architektur in Spanien und wollen die Berliner Architektur kennenlernen. Ihnen gefallen besonders die Museumsinsel und die goldene Statue.

 

Fauren aus Kuba  wohnt nun seit 34 Jahren in Berlin und ihm gefällt die Stadt sehr. Für ihn ist Berlin eine sehr touristische Stadt, die Sprache sehr schwierig aber das hindere ihn nicht daran, hier zu arbeiten.

Jerry aus Costa Rica

Jerry, Berlin-Stadtführer aus Costa Rica

Jerry

Costa Rica

Jerry lebt seit 15 Jahren in Berlin. Seine Frau ist Deutsche und er mag die Stadt. Er arbeitet als Stadtführer. Jerry hat den Eindruck, dass die Geschichte der Mauer für die Touristen am spannendsten sei und seit der Fußball-Weltmeisterschaft noch mehr Touristen in de Stadt kämen.. Allerdings findet er, dass die Menschen hier manchmal ein wenig hart seien und auch die Pünktlichkeit kann für Ausländer schwierig sein.

Alan aus Mexiko wohnt seit drei Jahren in Deutschland. Hier könne er bequem leben. “Berlin ist eine multikulturelle Stadt”, sagt er, aber “Berlin ist nicht Deutschland, Berlin ist Berlin.”

 



Meine Entscheidungen

Ich treffe oft Entscheidungen, aber immer unterschiedlich. Entweder spontan, wenn mich etwas ziemlich reizt, oder aber im Kopf, wenn ich länger darüber nachdenke. Das heißt, wenn es schnell gehen muss, treffe ich Bauchentscheidungen.

Mein Name ist Janusch, ich bin 15 Jahre alt. Ich gehe in die 9. Klasse der Rudolf-Steiner Schule in Berlin-Zehlendorf.

Ich möchte gerne Jura studieren und/oder eine Ausbildung zum Fotografen machen. Jura interessiert mich sehr, da ich eventuell Anwalt werden möchte. Mich interessieren die Hintergrundgeschichten der Mandanten. Fotografie ist ein Hobby von mir ist und macht sehr viel Spaß, weil man besondere Momente gut festhalten kann.

Außerdem denke ich, dass ich in 15 Jahren eines dieser beiden Sachen zu meinem Job gemacht haben werde. Ich werde mir außerdem mit meinem Kumpel eine Wohnung teilen. Ich würde auch gerne eine Familie haben, aber noch nicht in diesem Zeitraum.

Eine lebensverändernde Entscheidung und – meiner Meinung nach – eine meiner besten Entscheidungen habe ich getroffen, als ich entschied, ein halbes Jahr nach Russland zu gehen. Dieses Halbjahr hat mich erwachsener, nachdenklicher und selbstständiger gemacht, als es hier in Deutschland geht, da ich hier meine Familie habe und dort alles selbst organisieren musste.

Außerdem war eine meiner besten Entscheidungen mir von meinem Geld ein Longboard zu kaufen, denn seitdem bewege ich mich eigentlich nur noch mit meinen Boards und so mache ich gleichzeitig noch viel mehr Sport.

Ich werde noch viele verschiedene Entscheidungen treffen wie z.B. ob ich studieren werde oder eine Ausbildung mache, ob ich weiter Fußball spiele, weiter Cello spiele oder sonst etwas.

Bei euren Entscheidungen solltet ihr in euch gehen und gucken, was ihr wirklich wollt. Denn auch wenn eure Freunde euch etwas anderes sagen, ist das wichtigste, dass die Entscheidung euch gefällt. Und wenn es das nicht tut, war es keine gute Entscheidung. Also ist mein Tipp: Hört noch einmal in euch rein und nehmt euch Zeit zum Nachdenken. Wenn die Entscheidung von Herzen kommt, ist sie auch gut.



Entscheidungen des Lebens – Schwierigkeiten im Leben eines Jugendlichen

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Jeder Mensch  ist anders.

Die Berufswahl, die Studienwahl. Was esse ich zum Mittag oder zu welcher Party gehe ich. All das sind Entscheidungen und vor solchen stehen wir alltäglich. Ob auf der Arbeit, in der Schule oder zu Hause, Situationen bei welchen wir uns zwischen verschiedenen Dingen entscheiden müssen gibt es unendlich viele.

In verschiedensten Medien, wie z.B. Filmen, wird diese Thematik präsentiert.

Eines meiner Lieblings-Beispiele ist der Film „Matrix“  bei welchem die Menschheit in einer Computersimulation lebt. Die erste Matrix war ein Utopia, doch die Menschen bemerkte die irreale Umgebung. Warum? Weil die Menschen keine Entscheidungen treffen durften. Deswegen ist die Matrix in der der Film spielt auch der realen Welt nachempfunden bei der wir es ja gewohnt, dass uns eine Wahl gestellt wird.

Wie geht es uns Jugendlichen dabei? Wie entscheiden wir uns? Warum so?

Das möchte ich herausfinden.

Was weiß ich über mich?

Ich bin 15 Jahre alt und gehe in Berlin zur Schule. Um genau zu sein auf ein Gymnasium.

Mein Interessenfeld ist vielfältig: Zeichnen, Filme, Fotografie, die Psyche des Menschen, Geschichte, Naturwissenschaften, Artikel wie diesen schreiben.

Doch was ich später für einen Beruf ausüben möchte? Keine Ahnung.

Das gleiche Phänomen beobachte ich bei meinem Bruder. Abitur mit 1,4 bestanden, Interessenfeld Naturwissenschaften, doch was er studieren will, weiß er auch nicht.

Ist es denn wirklich so schwer nach 12 Jahren Schule und 18 Jahren Lebenserfahrung einfach zu sagen: „Das studiere ich und den Beruf möchte ich ausüben!“ ?

Anscheinend schon.

Auch mein Kollege Janusch hat große Schwierigkeiten, sich zu entscheiden. In seinem Artikel “Meine Entscheidungen” erinnert er sich an die besten Entscheidungen, die er zuletzt getroffen hat – die hatten zwar nicht wirklich was mit seiner Karriere zu tun, haben ihn aber in seinem persönlichen Leben weiter gebracht.

Aber wie kommt es zu einer “lebensverändernden” Entscheidung?

Entscheiden wir nur rational oder nur nach Gefühl?[1]

Weder noch. Wir denken natürlich schon über verschiedene Möglichkeiten nach, vor allem wenn es um teure Anschaffungen geht, aber häufig entscheidet dann doch das Gefühl.
Bei einem neuen Auto entscheiden sich viele für die Marke welche Verwandte haben. Warum sollte ich eine andere Marke nutzen wenn mein Vater seit vielen Jahren ohne Probleme mit dieser Marke fährt?!

Sind unsere Entscheidungen beeinflussbar?[2][3]

Natürlich. Habt ihr euch schon einmal gefragt warum ein Supermarkt genau so eingerichtet ist wie er es ist? Auf Augenhöhe ist der teuerste Preis, dieser fällt uns sofort ins Auge und wir greifen zu.
Auch bei der Berufswahl kann das passieren. Elterliche Betriebe bzw. der Beruf eines Elternteils können übernommen werden.

Auswirkungen von Entscheidungen

Im Buch „Die 6 wichtigsten Entscheidungen für Jugendliche“ (von Sean Covey) sind eben diese sechs Entscheidungen: Schule, Freunde, Eltern, Liebe, Süchte und Selbstachtung. Verglichen werden diese mit Weichen, eine Entscheidung welche an sich nichts Großes ist, kann dennoch viel bewirken und dich auf verschiedene Wege lenken. Ich stimme dieser Aussage im Buch voll und ganz zu. Jede Entscheidung ist wichtig im Leben, wenn auch manche mehr und manche weniger.

Was sollte ich bedenken?

Im Buch „Entscheidungstheoretische Aspekte der Ausbildung- und Berufswahl von Jugendlichen“ von Marc Schreiber, werden verschiedene Punkte beschrieben welche Komponenten von Entscheidungsproblemen sind.

 

  1. Möglichkeiten/Optionen/Alternativen.
    Das sind die Dinge zwischen denen man sich entscheiden kann. Bei Berufen wäre das die Wahl zwischen Lehrstelle und Studium oder einem sozialem Jahr.
  2. Ereignisse
    Das sind Vorkommisse die die Wahl zwischen den Möglichkeiten beeinflussen, ist eine Lehrstelle vorhanden? Reicht meine Note für das Studium meiner Wahl aus? Etc.
  3. Konsequenzen
    Das sind die Folgen welche man zu bedenken hat wenn man sich für eine Sache entscheidet. Z.B. dass ich für ein Studium keinen Lohn bekomme..
  4. Ziele
    Das ist der wichtigste Punkt. Was möchte ich selbst durch meine Wahl erreichen. Durch abstrakte (Erfolg) und konkrete (hohes Einkommen) Ziele wird die Wahl eingeschränkt.

 

Dieses Schema kann man auch auf z.B. Kaufentscheidungen übertragen. Ich selbst finde es jedoch nur sinnvoll sich über Produkte welche man sich kaufen möchte Gedanken zu machen, wenn es hierbei um hohe Summen geht. Bei mir wäre das eine Spiegelreflexkamera.

Vermutlich ist auch deswegen die Zeit der Pubertät schwierig. Für Jugendliche und für die Eltern, weil die Jugendlichen einfach merken, sie müssen sich entscheiden. Entscheiden für einen Beruf, was sie machen wollen, wie sie sein werden. Und das sind Entscheidungen für das ganze Leben.
Ivo Opitz

[1] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen (besucht am 14.07.2016, 14:19 Uhr)

[2] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen/seite-4 (besucht am 14.07.2016, 14:20 Uhr)

[3] Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungen/seite-5 (besucht am 14.07.2016, 14:22 Uhr)