Kiffen

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Cannabisblätter auf Socken, Hosen, Pullis oder Kappen mit der Aufschrift Weed sind mittlerweile normal und äußerst beliebt bei Jugendlichen. Sie tragen es, weil Kiffen zum Symbol der Coolheit geworden ist. Aber was ist eigentlich Cannabis und wieso ist es so beliebt? Um das und noch mehr über das Thema herauszufinden habe ich zwei ehemalige Kiffer und eine Schülerin, die zwar selber keine Erfahrung mit Drogen hat, aber in ihrer Klasse Mitschüler hat, die kiffen, zu dem Thema befragt.

Cannabis ist der wissenschaftliche Name der Hanfpflanze, die den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (kurz THC) enthält. Dieser Wirkstoff bewirkt den Rausch und ist in den Blüten der weiblichen Pflanze am konzentriertesten vorhanden. Getrocknete Blüten und manchmal auch Teile der Blätter der Pflanze werden als Marihuana beziehungsweise Gras bezeichnet. Das wird meistens mit Tabak vermischt und als Joint geraucht. Haschisch wird in Platten oder Blöcke gepresst und besteht aus dem Harz der Pflanze. Es enthält deutlich mehr THC als Gras und hat daher auch eine stärkere Wirkung.

Auf die Frage, wieso Cannabis denn so beliebt ist, antwortete mir einer der ehemaligen Kiffer, dass es vielleicht am „geilen Geschmack“ und der Tatsache, dass die Droge „gut zum Chillen“ ist, liegen könnte.

Vielleicht liegt es auch daran, dass Cannabis oft verharmlost und zudem im Vergleich zu Tabak und Alkohol als ungefährlicher eingestuft wird. Fakt ist, dass man an einer Überdosis Alkohol sterben kann, einer Überdosis Cannabis aber nicht. Tatsächlich ist Cannabis in manchen Gesichtspunkten „harmloser“ als Alkohol, trotzdem sollte man das Suchtpotenzial auf keinen Fall unterschätzten. Es handelt sich immer noch um eine illegale Droge!

Denn ab einem bestimmten Zeitpunkt kann man seinen eigenen Konsum selbst nicht mehr einschätzen und braucht immer mehr Gras, um überhaupt eine Wirkung zu spüren und high zu werden. Wer täglich oder sogar mehrmals täglich kifft und sich ein Alltag ohne Cannabis nicht mehr vorstellen kann, ist abhängig. In solchen Fällen sollte man sich am Besten professionelle Hilfe suchen, obwohl das nicht immer einfach ist, wie der 15-jährigen Drogenabhängige in seinem Interview in der Radiosendung Hörsturz zum Thema Drogen (https://soundcloud.com/alexradio/interview-mit-einem-jugendlichen-drogenabhangigen) erklärt. Er ist ganz einfach in diese Drogenszene reingekommen und jetzt fehlt ihm aber schlichtweg die Motivation, wieder aus ihr herauszukommen, auch wenn er weiß, dass er ein Problem hat. Er traut sich auch nicht mit seinen Eltern darüber zu reden, was das ganze ja eigentlich nur noch schlimmer macht, weil er niemanden hat, dem er sein Problem anvertrauen kann. Ein solches Verhaltensmuster ist bei Jugendlichen leider nicht selten.

Nun zu einer anderen Frage: Wie ist es eigentlich bekifft zu sein? Die Wirkung von Cannabis ist bei jedem anders. Es kommt auch auf die Menge an und ob man einen Joint raucht oder das Gras in Kekse einbäckt und diese dann isst. Meine Interviewpartnerin beschreibte die Bekifften für Sie als Außenstehende, als „locker, entspannt und lustig drauf“. Für die beiden ehemalige Kiffer ist das Gefühl schwer zu beschreiben, für sie war dann einfach alles viel entspannter und gechillter als sonst. Außerdem wird der Geschmack von Essen viel intensiver erlebt und es kommt manchmal auch zu Fressattacken.

Generell kann man festhalten, dass es beim kiffen zu einer stärkeren Gefühlswahrnehmung meist auch zu einem Hochgefühl kommt, dass heißt wenn man im normalen Zustand etwas nur bedingt witzig findet, lacht man sich im bekifften Zustand drüber schlapp. Zudem stört Cannabis das Kurzzeitgedächtnis, was dazu führt, dass man einerseits nicht mehr weiß, was man vor 5 Minuten getan hat, andererseits aber auch ein verlangsamtes Zeitgefühl bekommt.

Doch die Droge hat auch durchaus Nebenwirkungen. Besonders bei übermäßigem Konsum oder beim ersten Konsum kann es dazu kommen, dass man sich nicht mehr konzentrieren und keine klaren Gedanken mehr fassen kann. Manchmal kommt es auch zu Panikattacken, Schweißausbrüchen, Überempfindlichkeit und manche fühlen sich manchmal sogar beobachtet.

Meine beiden befragten ehemaligen Kiffer hatten noch keine schlechten Erfahrungen mit dem Kiffen. Es kommt also ganz darauf an, ob der Körper die Drogen gut verträgt, oder eben nicht.

Jugendliche fangen aus ganz verschiedenen Gründen an zu kiffen. Sei es aus Langeweile, Depressionen oder Problemverdrängung. Bei meinen beiden Befragten, war es am Anfang die Neugier etwas Neues auszuprobieren und dann später nur so zum „just for fun“ ab und zu mit seinen Freunden zu kiffen. Meist ist es derselbe Freundeskreis mit dem man zusammensitzt und sich ein Joint dreht. (Mitläuferrsyndrom)

Solange das ab und zu nicht zu mehrmals in der Woche ausartet, ist kein sehr hohes Suchtpotenzial vorhanden. Dennoch sollte man vor allem als Jugendlicher auf keinen Fall zu Cannabis greifen, da es bewiesen ist dass bei sich bei Teenagern durch den Konsum von Cannabis das Gehirn langfristig verändern kann.