Liebe DIGGA-Leser,

ich bin Carlotta, 18 Jahre alt und mache einen Freiwilligendienst in La Paz, Bolivien. Seit drei Wochen bin ich nun hier, habe aber bisher noch nicht gearbeitet, sondern einen Spanischkurs besucht. Meine eigentliche Blogadresse ist: ckbolivia15.blogspot.com Ich werfe euch jetzt einfach mal in meinen aktuelle Blogeintrag dazu. Fotos gibt’s leider noch keine, weil ich mein SD-Kartenlesegerät zu Hause vergessen habe, mein Laptop die Sony-Karte dummerweise nicht annimmt und ich noch kein neues gekauft habe. Stellt es auch vor. 🙂

“Mein Projekt fängt leider doch nicht, wie gedacht, morgen an. Stattdessen dürfen wir um 7:30 Uhr im Stadtteil Miraflores sein und uns einem Gesundheitstest unterziehen mit Blutabnahme etc. Letzte Woche waren wir auch schon bei Interpol und haben Fingerabdrücke abgegeben. Das alles ist notwendig, um das Visum zu bekommen, derzeit haben wir nämlich nur eins für 30 Tage. Das heißt in einer Woche bin ich illegal im Land. Bin mal gespannt, ob es die bolivianischen Behörden bis zu diesem Zeitpunkt hinbekommen. Bürokratischer Aufwand wird eher ungern betrieben.

Aber kommen wir nun zum wirklich Wichtigen; dem Essen.
Mein Frühstück besteht aus folgendem: frisch gepresster Orangensaft (unglaublich gut), dazu aufgeschnittenes Obst wie Papaya, Honigmelone, Banane oder Apfel. Eventuell eine Nutellastulle, aber nur wenn Zeit ist und eine Tasse Tee aus Mamas Cup.
Mittags essen wir immer so um 1 Uhr, meistens auch alle zusammen. Meine Gastschwester Caju kommt dazu immer aus der Uni und mein Gastbruder Sebastian lässt es sich in die Schule bringen, wenn er länger Unterricht hat. Zur Vorspeise gibt es so gut wie immer eine Suppe, ich passe morgen mal ganz genau auf, aus was die besteht. Als Hauptspeise gibt es in meiner Familie immer Fleisch und einmal die Woche Fisch dazu oft Reis und Salat. Zum Beispiel gab es letztens falso conejo bedeutet ‘Falsches Kaninchen’, was statt Kaninchen- Rindfleisch ist. Sehr viel wird hier auch Hühnchen Pollo gegessen. Ein typisches Gericht aus Santa Cruz ist Majadito, Reis mit feingehacktem Hühnchen, dazu ein Spiegelei und einer Kochbanane. Die Forelle aus dem Titicacasee genannt Trucha mit Kräutersoße ist auch sehr empfehlenswert! Kochen tut bei uns übrigens die Hausangestellte Ana, die unter der Woche auch hier wohnt. Sonntags ist sie bei sich zu Hause und wir gehen meist Essen. Zum Abschied von Kevin, dem Austauschbruder von Sebastian sind wir zum Jardin de Asia gegangen. Wir saßen nicht an einem normalen Tisch, sonder alle in einem Bogen in der Reihe und vor uns eine große Herdplatte. Wir hatten unseren eigenen Koch, der zu Beginn eine kleine Show mit seinen Gerätschaften aufgeführt hat. Caju und ich aßen Lachs, der Rest Fleisch. Zum Braten wurde einfach der Herd mit einem Feuerzeug angezündet, sodass eine (wirklich) riesige  Flamme entstand – schon fertig. Als Beilage Reis mit unter anderem Ei, welches auf ziemlich gekonnte Art und Weise hinzugefügt wurde. Desweiteren sind viele amerikanisch-mexikanische Restaurantes vertreten, allergings kein McDonalds – sehr sympathisch! Eines schönen Sonntages waren wir im Highlanders, wo es wirklich super gute Burger gibt! Was man auch probieren sollte, ist Cerviche – roher Fisch in Essig eingelegt, serviert in einer Muschel. Was ich selbst noch nicht gekostet habe, ist Anticucho – Hühnerherz. Dazu lasse ich mir auch wohl noch ein bisschen Zeit. Wie auch für Chicharon, was auf der Straße am Besten sein soll. Mein Magen hat sich mittlerweile an die anderen Bedinungen gewöhnt, ich will ihn jedoch nicht überstrapazieren. Letztens habe ich einen Salat bestellt, beim Essen ist mir eingefallen, dass der ja mit Leitungswasser gewaschen wird (hier nicht genießbar), bin aber ganz zu meinem Erstaunen nicht krank geworden. Was mich auch wunderte, ist, dass Sushi hier auch mit Fleisch oder Mango serviert wird. Ganz zu meiner Freude gab es letztens Brezel (!) vom deutschen Bäcker mit Salchicha de Bock (Bockwurst) und Kartoffelsalat nach dem Rezept von meiner Oma. Die Anleitung dazu hat mir meine Tante per WhatsApp Sprachnachricht zu kommen lassen. Obwohl ich das natürlich eigentlich wissen müsste, so oft wie ich schon in den Genuss gekommen bin..
Zu Abend wird so um 21 Uhr gegessen. Entweder das vom Mittag, Ana kocht etwas Neues oder ein Sandwich. Demnächst bin ich mal dran. Kevin hat mal eine russische Suppe gekocht und ich werde Kaiserschmarrn als typisch bayrisch deklarieren – gut, dass ichs in den Ferien mit Oma zusammen gekocht habe. Ich bin nicht so der Pro.

Euch einen guten Hunger!
Carlotta”

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Written by Carlotta