Meggie

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Gesunde Ernährung- Was ist das denn ?

Du bist Vegetarierin, oder Frutarier? Du isst lieber abends eine Tiefkühlpizza als eine langweilige Scheibe Brot? Tja, all das ist möglich, doch was ist jetzt (un-)gesund für uns, oder was ist die beste Ernährung?

Das Internet ist voll mit Tipps und Tricks, wie man sich am besten ernährt, aber was ist denn jetzt die Top-Variante um gesund und glücklich zu bleiben und für immer und ewig zu leben? Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Es weiß niemand. Also wirklich niemand, nicht mal das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder andere hohe Wissenschaftler.

Jeder Mensch is(s)t anders. Natürlich kann man sich nach Ernährungsempfehlungen richten oder verzweifelt im Internet surfen, um eine Tabelle zu finden, auf der steht, wie viele Kalorien man mit 15 Jahren oder mit 42 Jahren zu sich nehmen sollte. Ich betone mal das sollte, da eigentlich auch diese Tabellen oder Empfehlungen nicht richtig sind, denn der individuelle Bedarf kann nicht nach groben Richtlinien festgelegt werden. Was dem einen vielleicht hilft, gesünder zu leben und abzunehmen, kann den anderen wiederum krank machen oder ihn/sie sich schlapp fühlen lassen.

Auf leckere Plätzchen verzichten? – Unvorstellbar!

Was ist denn jetzt gesund und was nicht ? Es gibt so viele verschiedene Diäten und Ernährungsweisen (z.B.: Veganer, Frutarier, Puddingvegetarier etc.), um vermeintlich gesund zu leben und trotzdem lebt man nicht länger, wenn man auf Fleisch verzichtet oder auf Süßigkeiten (was ziemlich idiotisch ist!).

Wer hat eigentlich entschieden, dass dünn und schlank sein schön ist? Früher waren doch die reichen Leute stabiler gebaut und repräsentierten damit ihren Wohlstand. Für die meisten Leute wird der Begriff “gesunde Ernährung”, mit Abnehmen, Sport, dünnen und gut trainierten Körper in Verbindung gebracht. Kann gesunde Ernährung nicht auch einfach dann entstehen, wenn wir uns wohlfühlen und uns das Essen schmeckt? Warum sollen wir denn trockene Salatblätter in uns rein stopfen und auf die schönen, leckeren Schmakazien verzichten? Nur weil uns das irgendwelche Sport-Gurus gesagt haben?

Meiner Meinung nach, sollten wir das Leben genießen, und zwar in allen möglichen Facetten!

Zugegeben, ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mehr Sport zumachen. Das heißt aber ganz sicherlich nicht, dass ich meinen Nutella-Freitag aufgeben werde! Denn ich finde, jeder sollte für sich entscheiden, wie er/sie gesunde Ernährung definiert. Außerdem gehört Sport nicht zu einer gesunden Ernährung, denn als ich so durch das Netz surfte und nach der angeblich richtigen Definition von gesunder Ernährung suchte, fand ich auf vielen Seiten auch gleich Fatburn-Tipps oder Workouts und andere Sport-Ideen um abzunehmen. Auf keinen Fall möchte ich erreichen, dass alle Leute jetzt nur noch Essen in sich reinstopfen, zu Hause herumsitzen und sich nicht mehr bewegen. Obwohl eigentlich jeder es so machen kann, wie er/sie will. Für mich ist Sport nur ein Weg, mich mehr auszupowern und etwas fitter zu werden.

Lieber Obst und Gemüse oder Gummibärchen? Auch das Elternhaus prägt einen hier sehr.

Eine Studie hat bekannt gegeben, dass Jugendliche und junge Erwachsene immer mehr zu Tiefkühl-Fertigmenüs greifen und nicht mehr wirklich selbst kochen. Das hängt meist mit ihren Vorbildern (oft die Eltern) zusammen. Denn wenn man in einer Familie aufwächst, die immer frisch kocht, lernt man schon von klein an viele verschiedene Rezepte und genauso ist es bei den Familien, die nicht oder wenig kochen. Denn: “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!”. Also: wenn man mit Tiefkühlkost groß wird, kann es sein, dass man das übernimmt und dann wiederum an seine Kinder weitergibt. Gesund sind Fertigprodukte nicht wirklich, denn zum Beispiel sind in Tiefkühl-Pizza oft viel zu viel Salz, Kalorien, Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe drin, sagt Öko-Test.

Ein anderes Thema ist auch das Schulessen, welches ziemlich zu wünschen übrig lässt. Es heißt, dass gutes Schulessen den Staat für alle Kinder und Jugendlichen ca. 500 Millionen Euro jährlich kosten würde. Man denkt sich jetzt vielleicht, dass das eine Menge an Geld ist, doch vergleicht man es mit dem, was der Staat jährlich fürs Militär ausgibt, ist das nur ein Bruchteil davon. Deshalb ist auch die Qualität des Essens echt nicht gut. Im Schnitt soll Schulessen nur 2,50 Euro kosten, doch ein richtig gutes mit top Qualität gibt es erst für 4,00 Euro. Diesen Preis können sich wiederum nicht alle Eltern pro Tag leisten. Und so entsteht ein Teufelskreis! Der Staat gibt die Verantwortung an die Kommunen weiter und die geben es wiederum an die Schule, welche die Verantwortung schlussendlich weiter an den Caterer geben und der soll billig liefern. Der nächste Teufelskreis! So kommt es, dass wir Schülerinnen und Schüler nicht gerne in der Schule essen gehen und uns lieber etwas beim Kiosk oder im Supermarkt holen.

Apropos Supermarkt: ein anderes Problem ist die Marktmacht von einigen Konzernen. In Deutschland haben wir vier große Einzelhändler, die unseren Markt bestimmen, was heißt, sie entscheiden, welche Lebensmittel produziert werden und welche in die Regale kommen. Mit den meisten Anteilen haben wir EDEKA (25,3%), dann kommt REWE (15,0%), Schwarz, bzw. LIDL und Kaufland (14,7%) und dann kommt ALDI (11,9%). Die restlichen 33,1 Prozent sind kleinere Einzelhändler, die immer weniger Mitspracherecht bekommen. Im Tagesspiegel steht, dass die Lieferanten darunter leiden, denn die Supermärkte diktieren ihnen die Preise und Konditionen und die Lieferanten müssen sich beugen… Deshalb sind die Bäuerinnen und Bauern das schwächsten Glied in der Lieferkette, denn das, was sie verdienen, ist nicht viel und das hat mit der Präsenz der Großkonzerne zu tun, denn die sind sozusagen die Chefs und all das führt zu einer Ungerechtigkeit und Ungleichheit in der Industrie.

Käse, Milch und Schokolade – Darauf verzichten Veganer.

Ich habe das Internet auch mal nach Ernährungsweisen gefragt. Ich habe natürlich Vegetarier, Veganer und Frutarier gefunden, welche ich schon mal in meinem Leben gehört habe, doch dann bin ich auf Worte bzw. Namen gestoßen, die ich noch nie gehört hatte wie zum Beispiel: Pescetarier, Puddingvegetarier, Flexitarier und Freeganer. Ich dachte mir nur, wer denn bitte die Idee für solche Namen hatte. Ich habe nichts gegen Leute, die auf verschiedene Dinge verzichten, einige meiner Freundinnen sind auch Vegetarierinnen und ich bewundere sie dafür, dass sie nie, also wirklich nie, Fleisch essen. Es gibt die, die kein Fleisch essen, aber Fisch, manche essen kein Fleisch, weil die Tiere nicht zu Schaden kommen sollen oder andere essen zwar Fleisch und Fisch, aber es darf nicht bei über 40 Grad zubereitet sein. Als ich mir diese ganzen verschiedenen Varianten durchgelesen habe, habe ich festgestellt, dass ich wahrscheinlich eine Flexitarierin bin, da ich manchmal auf Fleisch verzichte, einfach nur, weil ich so viel Fleisch nicht mag und Fisch mir nicht schmeckt.

Durch Fleischkonsum sterben nicht nur Tiere, es ist außerdem eine große Belastung für die Umwelt.

Was auch erschreckend ist, ist wie viele Liter Wasser man für 1 kg Rindfleisch braucht. Ein drei Jahre altes Rind verbraucht 15.500 Liter Wasser. Jetzt denkt nicht, dass die Tiere so viel Wasser trinken. Nein, die Zahlen entstehen schon bei der Herstellung der Nahrung für die Tiere, denn sie werden mit Mais, Soja und Weizen gefüttert, welches ziemlich viel Wasser bei der Herstellung braucht, nämlich 15.300 Liter. Dann kommt natürlich das Wasser, welches sie direkt trinken, dazu, was ca. 24 Kubikmeter Wasser sind, und dann noch 7 Kubikmeter Wasser für die Reinigung der Ställe. Am Ende haben wir ein Kilo Rindfleisch, was so viel Liter Wasser verbraucht, wie wenn ein Mensch ein Jahr lang täglich duschen würde. Noch ein kleiner Vergleich… Für ein Steak braucht man ungefähr 4.000 Liter Wasser. Also wenn man auf Fleisch verzichtet, ist das nicht nur gut, weil man aktiv etwas gegen Massentierhaltung tut, sondern man mindert auch den Wasserverbrauch. Wenn jetzt nur eine/r auf Fleisch verzichtet, verändert das nicht gleich die Welt, aber da die Vegetarier Community immer mehr wächst, kann das dann etwas ausmachen.

So, eine Menge Infos, ein bisschen von meiner Meinung und ziemlich viel Essen. Das war’s von mir und ich hoffe, dass ich vielleicht ein bisschen zum Denken angeregt habe und dass ihr für euch definieren könnt, was denn jetzt gesunde Ernährung ist.



Denk mal nach… Jugendforum denk!mal 2017

Maggie und Sina vor einem Kunstprojekt.

Meggie und Sina vor einem Kunstprojekt.

Auch dieses Jahr fand das Jugendforum denk!mal zum 14. Mal im Abgeordnetenhaus Berlin statt und lud alle, egal ob groß oder klein, alt oder jung, in seine Räumlichkeiten ein. Jeder der sein Projekt bis zum 16. Dezember eingereicht hatte, konnte etwas präsentieren.

Das Jugendforum denk!mal findet zum Anlass des Befreiungstages von Auschwitz statt, an dem an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden soll.

Unter dem Motto: “Darüber spricht man nicht?”, sollten Kinder und Jugendliche angefeuert werden, genau darüber zu sprechen, zu malen, zu spielen oder zu singen und ihrer Kreativität zu diesem Thema freien Laufen lassen. Dieses Jahr ging es ganz besonders um die verfolgten Homosexuellen zur NS-Zeit. Natürlich konnte man das Projekt auch über die anderen Opfergruppen der Nationalsozialisten machen. Das war allen freigestellt.

Sina interviewt Ralf Wieland bei der Ausstellung.

Die Ausstellung fand im Casino des Abgeordnetenhauses statt, das mit vielen Plakaten beschmückt war. Zu bestaunen gab es sowohl plastische Kunstwerke als auch Dokumentationen, die auf Fernsehern liefen. Um 18 Uhr fand die Abendveranstaltung im Plenarsaal statt. Nach der Begrüßung von Ralf Wieland, dem Präsident des Abgeordnetenhauses, ging das Programm auch schon los. Sechs Gruppen traten auf. Darunter zwei Theaterstücke, eine Tanzperformance, eine Videodokumentation und eine Zirkusdarbietung. Zwischendurch gab es auch ein Gespräch auf der Bühne über drei weitere Projekte, die in der Ausstellung zu finden waren. Während der Vorstellung war der ganze Saal still und aufmerksam. Mich hat es selber sehr berührt, da ich durch die vorgeführten Stücke trotzdem nur erahnen konnte, wie furchtbar es damals war.

 

Nach der Abendveranstaltung wurde die Ausstellung von den Besuchern und Besucherinnen angeschaut. Fragen zu den Projekten konnten nochmal persönlich gestellt und beantwortet werden. Wir haben die Chance genutzt, um ein paar Interviews zu führen und hatten Politiker, Besucher, Mitwirkende, die Moderatorin der Abendveranstaltung Teresa Sickert und Ralf Wieland vor der Kamera. So konnten wir ihnen einige Fragen zu den Kunstwerken stellen und ihre Ansicht zum richtigen Gedenken erfahren.

Mein persönliches Highlight war das Interview mit dem Ehepaar Michalski. Sie gehören zu den wenigen letzten Zeitzeugen, die wir noch haben. Heute sind wir an dem Punkt angelangt, an dem wir nur noch wenige Überlebende haben, die uns von den Gräueltaten des Naziregimes erzählen können. Petra und Franz Michalski sind zwei sehr sympathische und zuvorkommende Menschen, die offen und gerne mit uns über ihre Vergangenheit gesprochen haben. Im Interview haben sie von der Verarbeitung ihrer eigenen Geschichte und der Verfolgung Homosexueller im dritten Reich erzählt. Sehr lobenswerte Worte hatten sie für die Arbeit der Jugendlichen übrig. Eine Feststellung, die die beiden hatten, war die Tatsache, dass sich denk!mal verändert hat – und zwar ins Positive. Sie fanden, dass es mit jedem Jahr professioneller wird.

Das Ehepaar Michalski im Interview.

Verschiedener hätten die Projekte nicht sein können. Angefangen bei fantastischen Zeichnungen, hin zu einem eigenen Buch von Schülerinnen und Schülern, zu kunstvoll gebastelten Werken und schließlich zu Stücken, die an Anne Frank erinnern sollen. Alles in allem war dieser Abend sehr informativ und interessant. Ich bin der Meinung, dass solche Abende sehr wichtig sind und man dieses Thema immer wieder aufgreifen sollte. Es darf nicht vergessen werden, damit auch die nächsten Generationen aus der deutschen Geschichte lernen und so etwas nie wieder passiert.

Die Jugendlichen vom Projekt Meinungsmacher.in haben einen Podcast zum Jugendforum denk!mal gemacht und unsere Kollegen von Radio Hörsturz im Hörfunkstudio besucht. Hört doch mal rein!

Die Doku vom Abend gibt es hier bald zu sehen.