Inklusion ist leider immer noch ein Thema, welches häufig viel zu abstrakt und formal behandelt wird – wieder einmal zeigt das GRIPS Theater, dass es auch anders geht!

Im neuen Stück “Cheer out loud” vereint sich alles, wofür ich persönlich  Theater liebe:

ein unglaublich gut geschriebenes Stück, eine kreative und moderne Inszenierung gepaart mit einem mitreißenden Ensemble.

Regisseur Robert Neumann und Autorin Susanne Lipp haben es geschafft, eine Geschichte zu entwickeln und zu inszenieren, die beinahe wie im Vorübergehen alle vermeintlichen Fragen und Herausforderung der Inklusion beantwortet.  

Setting und Plot sind so einfach wie genial – dem fiktiven Kleinstadt-Basketballverein SV Grünow geht der Hauptsponsor verloren. Dies führt dazu, dass  das Cheerleading Team kurz vor der Auflösung steht. Mit der Aufnahme von Leonie (gespielt von Carina Kühne, bekannt aus “Be my Baby”), einem Mädchen mit Down-Syndrom, sind dem Verein Fördermittel sicher und das finanzielle Aus ist abgewendet.  

Carina Kühne als Leonie
© David Baltzer/bildbuehne.de 

Damit ist auch schon der perfekte Nährboden für eine grandiose Charakterstudie geschaffen.

Szenarien und Charaktere, die man vermeintlich so schon oft gesehen hat, schaffen es immer wieder, der Gesellschaft und einem selbst den Spiegel vorzuhalten. Beispielsweise, wenn wunderbar überspitzt  dargestellt wird, wie der junge, profitgeile Manager des Vereins Menschen benutzt und manipuliert, für seine persönlichen und viel mehr wirtschaftlichen Interessen.

Die gesamte Inszenierung schafft eine unglaublich angeregte und frische Atmosphäre – dabei hat jedes Gewerk des Theaters seinen Anteil.

Zentraler Bestandteil des Bühnenbilds ist ein Quader, der sowohl als Projektionsfläche, als auch als Handlungsort fungiert. Darauf wurden live aufgenommene Bilder oder passend eingebaute Einspieler projeziert. In Kombination mit Livemusik, grandiosen Tanzperformances und unglaublich liebevollen Kostümen, kann man gar nicht anders als sich vollends in das Stück fallen zu lassen.

Live-Aufnahme während des Stückes, Lisa Klabunde als Jana
© David Baltzer/bildbuehne.de 

Mit einem mix-abled Ensemble, in dem auch Menschen mit Behinderung Figuren ohne Behinderung verkörpern wird gleichzeitig noch beispiellos gezeigt, wie die Integration aller Menschen zu einem Ganzen funktionieren kann.

Einfach und  direkt auf die Fresse ganz unter dem Motto  “bist du behindert oder was” – “ja na und du doch auch”.

Ich kann jedem Menschen nur empfehlen sich dieses Stück anzuschauen! Auf der Seite des GRIPS Theaters sind alle weiteren Vorstellungen einzusehen und Karten vorbestellbar.

http://www.grips-theater.de/programm/spielplan/produktion/218
FacebookTwitterPinterestGoogle +Stumbleupon
Written by Sonja