Warum nicht einfach Teller nehmen? – ein französisches Frühstück

Zum Frühstück gibt es Baguette, das Klischee stimmt. Was stellen wir in Deutschland uns unter einem guten Baguette vor, was lieben wir am französischen Brot?

Es ist weich, es ist leckeres, weiches, weißes Brot, zuweilen gar warm – und auf jeden Fall manchmal ein schöner Ausgleich zum harten, deutschen, körnigen Schwarzbrot.

Die Franzosen hier allerdings malträtieren ihr Baguette dermaßen, dass es nichts mehr mit der obigen Beschreibung gemeinsam hat.

Die Franzosen mögen ihr Baguette hart. Frisch gekauftes Baguette wird also erst einmal mindestens einen Tag lang zum Härten auf den Tisch gelegt. Wenn es am Morgen immer noch nicht hart genug ist, wird es getoastet, wahlweise ein, zwei oder drei Mal, damit man es auch ja nicht ohne  sehr viel Mühe essen kann und es laut genug beim Kauen knirscht, dass man sich auch bloß nicht unterhalten kann.

So ein hartes Brot krümelt natürlich auch enorm, doch das stört die Franzosen nicht. Sie benutzen noch nicht mal Teller. Das wäre jedoch nicht nur wegen der Krümel mehr als angebracht.

Die Marmelade, die man in Deutschland ja als dickflüssige Masse kennt und schätzt, besteht hier aus mehr oder weniger eingekochten Früchten in Zuckerwasser. Da das steinharte Brot – „Tartine“ genannt – zur Hälfte aus großen Löchern besteht, damit man auch bloß nicht satt wird, rinnt die „Marmelade“ stets hindurch und tropft auf die Tischdecke.

Warum nicht einfach Teller nehmen?

 

Das war jetzt ein kleiner Einblick in das französische Frühstück. Es schmeckt allerdings trotzdem ganz lecker, mit der Weile gewöhnt man sich an die ungewöhnlichen Essgewohnheiten. Und immer wieder bestätigt sich somit der Spruch: Andere Länder, andere Sitten.

 

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