Bent-Erik

Bent-Erik



Was ist was? – auf der re:publica (Teil 1 – Hate Speech)

Heute und morgen sind wir auf der Media Convention 2016 unterwegs – eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen zur digitalen Welt, auf der unter anderem auch Edward Snowden zugeschaltet wird. Dazu gehört aber auch, dass mit fachlichen Begriffen regelrecht um sich geworfen wird – zum Beispiel Hate Speech, Big Data oder Geoblocking. Doch wissen die Besucher der Media Convention eigentlich, was alle diese Begriffe bedeuten? Wir haben sie gefragt und geben euch zusätzlich Definitionen zu den einzelnen Begriffen.

Was ist eine HATE SPEECH?

Hate Speech Bild

Ja, scheiß die Wand an! Eine Hate Speech ist zu Deutsch eine Volksverhetzung

Stell dir vor, du siehst auf Facebook einen Beitrag von einem Freund von dir. Dieser Beitrag ist prall gefüllt mit Hetze und Beleidigungen gegenüber zum Beispiel Asylbewerbern oder Homosexuellen.

Das bezeichnet man als Hate Speech (dt.: Hassrede). In den Vereinigten Staaten ist dies ein anerkannter, juristischer und politischer Begriff. In Deutschland fällt die Hate Speech juristisch unter Volksverhetzung und wird mit deren Strafmaß bestraft. (§130 StGB, Volksverhetzung)

 



Ein Jahr DIGGA!

WIR FEIERN GEBURTSTAG! Seit mittlerweile einem ganzen Jahr ist unsere Plattform DIGGA bereits online – und was wir in diesem Jahr nicht alles gemacht haben! Wir haben unsere eleganten Körper in Rollstühle gepresst und uns tatsächlich sportlich betätigt, wir haben mit Bestsellerautoren über Klassenfahrten gesprochen, wir haben YouTuber im Kino belästigt. Jetzt wird gefeiert!

Zum Geburtstag viel Glück –
Wir sind alle verrückt!

Ihr wollt den offiziellen DIGGA-Geburtstagskuchen? Könnt ihr haben, geht so:

Wie schnell so ein Jahr doch vergeht! Und wo wir in der Zeit nicht alles waren. Ich erinnere mich an die Max-Schmeling-Halle, ans Abgeordnetenhaus, ans Theater Strahl oder die BerlinaleFür euch sind wir quer durch Berlin gefahren, waren bei Sebastian Fitzek und auf roten Teppichen. Und wir werden es weiter tun! 😉

Meine persönlichen Highlights waren vor allem der Crashkurs im Rollstuhlbasketball und auch unser Fitzek-Interview. Besonders viel Spaß gemacht hat uns auch unsere Webreportage rund ums Thema YouTube, für die wir übrigens auch einen Preis gewonnen haben. Vielen Dank dafür, dass wir im letzten Jahr bei so vielen Projekten sein konnten!

2015 war ein Riesen-Jahr für uns – und 2016 geht’s erst richtig los! 🙂

Auf das nächste DIGGA-Jahr!

Liebe Grüße aus der Redaktion.



“Abenteuer Ehe” – Skurriles aus dem Ehe-Alltag

Das gemeinsame Zusammenleben in einer geschlossenen Partnerschaft ist tatsächlich in einigen Situationen ein wahrliches Abenteuer. Mit genau diesem Abenteuer beschäftigen Milena und ich uns in unserer Hörspielreihe Abenteuer Ehe.

Die erste Episode der Reihe – Die haarige Angelegenheit – zeigt eine mehr oder weniger alltägliche Situation, das Schneiden der männlichen Nasenhaare durch die Frau, und artet schließlich in einen Ehestreit aus. Das klingt verrückt. Ist es auch.

Wir wollen es euch dementsprechend nicht vorenthalten, hier ist es:

 

Für mehr aus der Hörspielreihe Abenteuer Ehe – folgt uns auf SoundCloud!

Ein weiteres Hörspiel aus der Reihe wurde ebenfalls live im Radio vorgetragen. [Link folgt]



Mein Buch “Nach getaner Arbeit – 36 Gedichte”

Ab dem 1. Januar auf Lulu.com erhältlich.

nga Cover

Das Cover von “Nach getaner Arbeit – 36 Gedichte”


 

Motive

Ein Motor, der sich dreht.
Ein Zahnrad, das nie steht.
Ölgetränkter Stahl,
Turbinen aus Metall.

Ein Fließband ohne Rast,
Ein Kran trägt große Last.
Ein Zahnrad, das sich dreht,
Die Zeit, die schnell vergeht.

Der Tag, der still erwacht,
Ein kleines Kind, das lacht.
Ein kleines Kind, das weint,
Zwei Freunde neu vereint.

Es schaut ein junger Mann
‘Nen andren Jungen an.
Vor Liebe blind wie nie –
Daraus wird Poesie.


 

Mein neues Buch Nach getaner Arbeit – 36 Gedichte ist ab dem 1. Januar 2016 auf der Plattform Lulu.com erhältlich. Später wird es auch auf Plattformen wie Amazon zur Verfügung stehen. Es enthält sechsunddreißig Gedichte, die teils humoristisch, teils nachdenklich sind. Bei Nach getaner Arbeit handelt es sich nunmehr um meine fünfte Veröffentlichung und meinen vierten Gedichtband.

Support independent publishing: Buy this book on Lulu.



“Wie ist das als Autor von Psychothrillern?” – Über das Sebastian Fitzek-Interview

IMG_2715

Sebastian Fitzek und ich – über einen Monat nach dem Interview spricht er, Gott sei Dank, noch mit mir.

Kapitel 1 – 31. August 2015

Nach der Interviewanfrage, die wir im März gestellt haben und die erst einmal auf Eis gelegt wurde, da Sebastian noch nicht mit der Arbeit des Buchs abgeschlossen hatte, meldete ich mich Ende August wieder bei seiner persönlichen PR-Managerin. Im Frühjahr kam es schon einmal zu einem Telefonat, meine Mutter war ganz perplex, als auf einmal die Managerin von Sebastian Fitzek am Telefon war.

Als Antwort auf meine erneute Nachfrage kam eine recht kurze E-Mail: “Hallo, es ginge am 8.9. um die Mittagszeit am Kudamm?”

Kapitel 2 – 7. September 2015

Geplant war das Interview mit Sebastian Fitzek im Restaurant Wohlfahrts Dressler. Mit einem Mitarbeiter von diesem hatte ich jedoch einen Tag zuvor ein Telefonat, man kreidete mir an, ich hätte ja ruhig einmal vorbeikommen können, um mir die Interviewsituation anzuschauen, man hätte ja bedenken können, dass es entsprechend voll ist im Restaurant, und sie als Restaurant stellen sich natürlich auch die Frage einer geringen Aufwandsentschädigung. Ich hätte den Mann am anderen Ende der Leitung liebend gerne etwas zurechtgewiesen, dass er diese Informationen erst einen Tag vor dem Interview an mich gibt und sich dann noch beschwert, das alles sei sehr kurzfristig.

Was folgte, waren mehrere Telefongespräche zwischen der Managerin Fitzeks und dem Restaurant. Wir alle waren ja bereits von der Schule für diese Zeit entschuldigt, wir haben keinen geringen Aufwand für die Planung betrieben, und vor allem wollten wir dieses Interview drehen. Doch – Gott sei Dank – ließ sich ein Ausweg finden. Die Managerin teilte mir mit, sie hätte da eine Idee. Als sie kurz danach noch einmal anrief, bekam ich die Nachricht, wir dürften zu Fitzek ins Büro.

Mit dieser Ausweichmöglichkeit war ich übrigens noch viel zufriedener als mit dem eigentlichen Plan.

 

Kapitel 3 – 8. September 2015

Es war der Tag des Interviews. Nachdem wir uns zuerst bei Digga trafen, fuhren wir dann los. Mit U-Bahn und Bus über den Zoo ab zu dem Haus, dass das Büro des Fitzek-Managements ist – und der Ort, an dem er schreibt.

Als wir da waren, wurden wir vom Meister persönlich begrüßt. Wir bauten unsere Technik auf, ich lief etwas aufgeregt durchs Büro, freute mich unfassbar und bereitete mich vor. Hierbei möchte ich übrigens ganz herzlich meinen KollegInnen für ihre Arbeit danken. 😉 Dann begann das Interview.

Man merkt mir vielleicht an, dass ich sehr aufgeregt war. Trotzdem – das Interview war für mich unfassbar informativ, interessant und inspirierend. Danke an Sebastian für dieses tolle Gespräch! 😀

Mehr über unser Interview seht ihr hier im Making Of des Interviews:

11988537_848292438589178_8740922395896438553_n

Hier unser Gruppenbild am Tag des Interviews.

 



Auf dem Tag der offenen Tür im Abgeordnetenhaus

Gestern waren wir für euch im Abgeordnetenhaus beim Tag der offenen Tür.

Die Jugendredakteure von Volltreffer haben mit ihren Gästen (u. a. Raed Saleh, Clara Herrmann, Evrim Sommer, Fabio Reinhardt, Ralf Wieland und Oliver Friederici) in einer Livesendung aus dem mobilen TV-Studio von ALEX von 15:00 bis 16:00 Uhr über die Arbeit der Abgeordneten, jugendliches Engagement in der Demokratie, Parlamentarismus und politische Projekte gesprochen.

Außerdem haben unsere DIGGA-Redakteure vor Ort eine multimediale Reportage zum Thema „Was passiert eigentlich am Tag der offenen Tür im Abgeordnetenhaus?“ gestaltet, die am 8. September im ALEX TV und im ALEX-Livestream zu sehen ist.

Wir zeigen euch ein paar Bilder von dem Tag in unserer Galerie.



“Coca-Cola, Wonderbra” – Rammstein in Amerika

f45dbf8d0ad281caf896a9f60c6ad4912511c0d4

Rammstein- die Band. Quelle: play.spotify.com

 

Wer wartet mit Besonnenheit,
der wird belohnt zur rechten Zeit.
Nun das warten hat ein Ende:
leiht euer Ohr einer Legende!

Rammstein. Ein Name, der bei jedem ein etwas anderes Gefühl auslöst. Wir alle wissen aber, was es mit der NDH-Band rund um Frontmann Till Lindemann auf sich hat. Nach längerer Bühnenabstinenz (Das letzte Album Liebe ist für alle da erschien 2009, das letzte Konzert fand 2013 statt) meldet sich die Band aber auf ihrem YouTube-Kanal in Form eines Trailers zurück.

In Amerika. Nach langer Zeit gibt es also endlich Neues von Rammstein. In der Zwischenzeit erschienen zwar Bücher und Alben von Nebenprojekten wie Lindemann (Skills in Pills) und Emigrate (Silent So Long), doch um die 1995 gegründete Band blieb es still.

Das Warten hat ein Ende! Mit den oben zitierten Zeilen wird nicht nur der Song Rammlied und das Album Liebe ist für alle da eröffnet, sondern auch die DVD/BluRay In Amerika, die am 25. September erscheint, angekündigt. In einem YouTube-Video wird die Performance zu dem Song gezeigt, wir sehen Rammstein wie gewohnt in einer Kombination aus Musik, ausgefallener Kleidung und einem Effekt-Feuerwerk. Ja, Feuerwerk, denn damit spielen die sechs Ostberliner schon seit über zehn Jahren gern.

Rammstein sind zurück. Auch wenn sie Amerika nicht unkritisch gegenüberstehen, wie sie im 2004 auf dem Album Reise Reise vertretenden Song Amerika ironisch-skurril betonen, live sind sie dort gern gesehen. Das Konzert im Madison Square Garden zeigt ihre Rückkehr auf die amerikanischen Bühnen, ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Amerika-Konzert.

Wir bilden einen lieben Reigen,
ich werde euch die Richtung zeigen,
nach Afrika kommt Santa Claus,
und vor Paris steht Micky Maus.

Aus dem Rammstein-Song Amerika.

Cover_Rammstein_Amerika

Das Cover der Live-DVD/BluRay. Quelle: negatief.de

Neben dem etwa einhundert Minuten umfangreichen Konzertfilm enthält In Amerika die zweistündige Dokumentation Rammstein in Amerika und ein Making Of des letzten Albums Liebe ist für alle da. Vorbestellen kann man das legendäre Konzert für’s Heimkino auf Amazon, bevor es dann am 25. September erscheint.

Wenn die Freude traurig macht,
keine Sterne in der Nacht.
Bist du einsam und allein:
Wir sind hier – schalte ein!

Aus dem Song Rammlied.



Wenn selbst die Zielgruppe nicht lacht

Filmkritik zu Kartoffelsalat – Nicht fragen!

torge-m7lz2oucbvwag75znlzryttt5c0rox77wt0zc1u428

Der YouTuber FreshTorge (Torge Oelrich) ist der Schöpfer des ersten YouTuber-Films und spielt u.a. den Hauptcharakter Leo Weiss. Foto: ©kartoffelsalat-film.com

Ein Kinofilm? Bei dem Film Kartoffelsalt – Nicht fragen! handelt es sich um den ersten Kinofilm aus der Hand von YouTubern. Zum Thema YouTuber haben wir euch in diesem Jahr bereits eine ausführliche Webreportage zusammengestellt (Klickt hier!). Dass YouTube sich immer mehr mit den Mainstream-Medien vermischt, ist bekannt und an sich auch gar nicht schlimm. Das Problem ist nur, dass erfolgreiche YouTuber keine guten Autoren, Musiker oder Produzenten sind. Womit wir nun also bei Kartoffelsalat sind. Mit prominenter Unterstützung durch Comedy-Legende Otto Waalkes entstand ein Streifen, der von der jungen Produktionsfirma hoch angepriesen wird, von Fans auf Twitter zwiespältig und von Kritikern größtenteils negativ gesehen wird. Aber das ist ja nicht schlimm, bei Kartoffelsalat handelt es sich um einen Zielgruppen-Film. Nun ja, ich persönlich sehe mich als Zielgruppe, darum möchte ich nun meine Meinung zu diesem Film sagen.

In der Flachwitz-Hölle. “Jetzt mal doch nicht den Teufel an die Wand!”, hören wir in einer Szene des Films. In der nächsten Szene sehen wir Phil Laude von YTITTY, der eine Karikatur des Teufels an die Wand schmiert. Kartoffelsalat ist voll von diesen Gags. Und bei jedem einzelnen hat man das Gefühl, ihn schon einmal gehört zu haben. Kein Wunder, die Witze stammen teils aus der Hochzeit von Otto vor etwa dreißig Jahren. Innovativ ist es nicht, was wir hier zu sehen bekommen. Von allen Seiten wird man zugebombt mit Witzen in dieser Richtung. Nach dem Satz “Ich habe ein Auge auf sie geworfen” sehen wir tatsächlich, dass der gemeinten Figur nun ein Auge im Haar hängt. Anspruchsvoll ist er nicht, der Humor, aber auch nicht lustig.

239143

Der renommierte Schauspieler Norbert Heisterkamp (r.) und der millionenschwere YouTuber iBlali (Viktor Roth, l.) Foto: ©filmstarts.de

YouTuber und “richtige” Schauspieler. In Kartoffelsalat sehen wir neben berühmten YouTubern wie zum Beispiel Roman und Heiko Lochmann, Dagi Bee, Bibi, YTITTY, ApeCrime,Simon Desue etc. auch “richtige” Schauspieler mit Filmerfahrung. Dabei sind natürlich Norbert Heisterkamp, Martin Schneider und Otto Waalkes, die wir noch aus den 7 Zwergen kennen, zu erwähnen. Außerdem jedoch sehen wir auch Jenny Elvers-Elbertzhagen, die in diesem Film nur als Objekt für Witze über Alkoholismus zu fungieren scheint. Alle diese (teils ehemals) erfolgreichen Schauspieler wurden in diesem Film nur als Nebenrollen eingesetzt. Mehr Platz also für die YouTuber. Aber YouTuber sind keine guten Schauspieler. Aber darauf kommt es nicht an. Kartoffelsalat ist ein YouTuber-Zirkus, bei dem es nicht um den Film oder die Qualität geht, sondern um die Menschen, die auf der Leinwand zu sehen sind. Eine Szene, die mich besonders aufgeregt hat, findet sich relativ zum Anfang: Dort werden Unterlagen durchblättert, bis eine Darstellerin eine Scheibe Butterkäse aus einem Ordner holt. Natürlich fällt der Satz “Das ist doch Käse!” – Das ist nicht nur einer dieser berühmten Flachwitze, er wird auch ohne jegliches schauspielerisches Feingefühl vorgetragen.

Amateure am Werk. Auch technisch lässt dieser Film sehr zu wünschen übrig. Wenn Assistenten munter durchs Bild hüpfen oder es dem Kameramann nicht gelingt, das Bild scharfzustellen, erkennt man eindeutig, dass hier keine Profis am Werk sind. Aber warum produziert man dann einen Kinofilm? Verwackelte Handycams, kaum schauspielerische Lichtblicke, eine Story zwischen Fack Ju GöhteHarry Potter und einem Uwe-Boll-Streifen verschmelzen mit den Witzen, für die selbst die Zielgruppe zu erwachsen ist, zu diesem halbgaren Murks, der sich einen Kinofilm schimpft.

Kartoffelsalat

Mit demselben Blick verließ ich nach dem Film den Kinosaal. Foto: ©Bild.de

 

Der RTL-Film. Dieser Begriff mag zwar provokant wirken, aber ich merkte wirklich, wie ich im Laufe des Films abstumpfte. Wie die hinten zu sehenden Zombies verließen die Zuschauer den Kinosaal. Nach einer ausführlichen Reproduktion meiner Gehirnzellen sah ich mich also bereit, das, was ich mir da gerade nicht einmal eineinhalb Stunden ansehen musste, aufzuschreiben.

Fazit. Was soll man sagen? Kartoffelsalat – Nicht fragen! ist ein technisches Massaker an kleinen Ungereimtheiten, die Witze sind zwischen alten Kalauern und Penissen anzusiedeln. Die Schauspieler, die wir hier primär zu sehen bekommen, sind keine guten Schauspieler: es sind YouTuber. Der ganze Streifen eignet sich in keinster Weise für das Medium Kinofilm. Es ist bestenfalls ein YouTube-Video mit ziemlicher Überlänge. Wenn selbst die eigene Zielgruppe nicht lacht, dann kann der Film kein Erfolg gewesen sein. Es ist Trash der untersten Schublade. Schon nach der anfänglichen Texttafel “Dieser Film basiert auf einem wahren Salat” weiß man, dass man jetzt sehr leiden muss.

Gesamtwertung: 2,5/10

Was macht man also aus einer durchaus interessanten Idee? Einen Film, der mit allen Mitteln versucht, Mainstream zu sein, und es trotzdem nicht schafft. Die Story, die Witze, alles hat man schon einmal gesehen oder gehört, mit dem einzigen Unterschied, dass einen jetzt irgendwelche Menschen, die im Internet ihre Videos machen, anglotzen. Das klingt vielleicht böse, aber sie sind halt nicht mehr: Sie sind keine Schauspieler, komplett ungeeignet für einen Kinofilm. Es sind nur YouTuber. Trotzdem gebe ich 2,5 Punkte für den Mettigel – die einzige Stelle, an der auch ich nachgeben musste und mich der Kalauer-Flut für einen kurzen Schmunzler ergeben habe.

Hier seht ihr eine sehr gute Review auf dem YouTube-Kanal FilmLounge.

 

 

 



Spaziergang an der Müritz oder Welche skurrilen Richtungen ein Text annehmen kann

Der folgende Text ist nach einer wahren Begebenheit verfasst und sollte eigentlich in eine völlig andere Richtung gehen.

11824168_715816775197325_375242087_n

Sonnenuntergang in Rechlin an der Müritz.

 

In den letzten Atemzügen hängt die Sonne noch knapp über dem Horizont und lässt den nun matt dunkelblauen Himmel in einem leicht rosaroten Schimmer scheinen. Der immer anhaltende, leichte Wind über dem Wasser hält an und lässt kleine, friedliche Wellen entstehen, die nach Leben aussehen. Man hört die Grillen laut zirpen, ein ganzes Orchester aus Tiergeräuschen entsteht, und trotzdem bleibt Stille.

Nichts als friedvolle Stille und dem leichten Wellengang der Müritz, der das Wasser im Ohr ganz leise rauschen lässt, wie ein leises Lied, gesungen mit hoher und klarer Stimme. Schläfrig fliegen kleine Insekten über dem Wasser, die die anbrechende Nacht nutzen, um ihre Flüge über dem Wasser zu genießen. Gleich zarter Watte hängen am Himmel kleine, blaugraue Wolken, dünn, träge, matt. Ein Bild der werdenden Nacht.

Junge Männer sitzen mit alten Shirts, einer Flasche Wasser und einer Angel am Steg und angeln. Und in einiger Entfernung sieht man hier und da einen Fisch aus dem Wasser springen, als wolle er die Angler necken. Und immer noch pfeift ein leichter Wind, der das Laub in den nun im Schatten liegenden Bäumen leise, gemütlich und entspannt zittern lässt.

11793154_715816598530676_911293204_n

Der poetisch Verführte fühlt sich wohl im Hafendorf Müritz.

 

Ein junges Pärchen steht am Geländer, hält sich in den Armen und haucht sich leise Liebkosungen zu. Spontan bekommt man Lust, Rosamunde Pilcher zu gucken. Zuhause im Ferienhaus jedoch sitzen – nicht ganz so poetisch verführt wie ich – meine Eltern und regen sich darüber auf, dass das W-Lan für ihr Internet-Radio nicht funktioniert. Meine lilahaarige Bekannte sitzt auf der Wiese und telefoniert wiederrum mit einem Jungen, der mittlerweile ebenfalls lilafarbene Haare hat. (Zitat: „Meins ist ja eher so beere!“) Wenn man bei solchen Telefonaten zuhört, bekommt der poetisch Verführte schon wieder Lust, Rosamunde Pilcher zu gucken.

Warum gucken eigentlich so viele Leute gerne Rosamunde Pilcher? Und warum bitte höre ich mich an wie Rosamunde Pilcher, wenn ich einen Text über einen Verdauungsspaziergang im Müritzpark schreibe? Und warum finde ich das Gespräch zwischen den beiden Lilahaarigen so romantisch, wobei es doch nur um Ohrlöcher und Desinfektionsmittel ging? Schuld daran ist wahrscheinlich das Buch Das Lilienhaus, das ich mir aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen in der Buchhandlung meines Vertrauens gekauft habe.

Ich habe die etwa 400 Seiten tatsächlich auch alle gelesen. Und anscheinend war das ein großer Fehler. Jetzt träume ich jede Nacht davon, die Frau fürs Leben zu finden, total happy mit ihr zusammenzuleben, sie zu heiraten und dann zusammen mit ihr Rosamunde Pilcher zu gucken.

Im Radio läuft Freelove von Depeche Mode, was ich auf skurrile Weise unfassbar ironisch finde. Mein Vater ruft mir aus dem Hintergrund zu, als ich ihm diesen Satz vorlese, dass Radio doch total altmodisch ist, dass das ein Pohtkast (Podcast, for my dear English friends!) sei und was man sich denn von mir denke, wenn ich Radio schreibe.

Es ist unser jährlicher Sommerurlaub in einem der vielen kleinen Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern, Rechlin, welches einen großen Ferienpark als Teil der Stadt ansehen darf. Da haken die Rechliner unter. Und Rechlin steht auch ein bedeutender Moment bevor: Am Freitag beginnt das Müritzfest, und da tritt dann Achim Mentzel auf. Ein absolutes Highlight für eine Stadt, in der ein Restaurant mit Holzwänden und Pflanzen auf dem Klo schon als Erlebnisgastronomie betitelt wird. (Auf dieses Restaurant ist man übrigens so stolz, dass man es gleich auf das Ortsschild geschrieben hat.)

Rechlin ist eine kulturelle Metropole: Hier gastiert sogar der Circus Huberti! Eine absolute Nummer hier im hohen Norden, im Kaffkreis um die Müritz. Ein Beispiel für ein solches Örtchen der ganz schlimmen Sorte wäre Serrahn. Und ausgerechnet in diesem Örtchen  haben wir im Jahre 2012 unseren Sommerurlaub verbracht. In einem Ferienhaus, das direkt vor dem Markenzeichen von Serrahn angelegt ist: der Wiese. Denn daraus besteht Serrahn zum größten Teil.

Aber ich weiche ab. Seltsam auf den Laptop vor mir blickend, um zu lesen, was ich gerade geschrieben habe, sitze ich nun in einem beigen Sessel im Wohnzimmer. Hier in der Wohnung gibt es sogar einen DVD-Player und einen Band von Heinz Erhardt. Mittlerweile läuft Everything Counts von Depeche Mode im Radio/Pohtkast (The grabbing hands grab all they can; all for themselves, after all.) – Man sieht, in welche Richtung der Musikgeschmack unserer Familie geht. Ungläubig schaue ich auf die Zeilen, die ich spontan geschrieben habe, und frage mich, wie ein Text über einen Abendspaziergang, bei dem mich die Mücken übrigens fast aufgefressen haben, in diese Richtung gehen konnte.

Meine Mutter sitzt auf einem anderen, weitaus gemütlicheren Sessel im Wohnzimmer, schaut ein Facebook-Video und lacht leise in sich hinein. Während ich ihr die Zeilen, die ich gerade geschrieben habe, vorlese, starrt sie weiter fasziniert auf das iPad, eher indirekt meiner Stimme lauschend. Ich finde mich damit ab, den Text später in einer WhatsApp-Sprachnachricht/Sprachmemo/Voicemail/Klangpostkartre/Ton an meine geschätzte Kollegin Milena vorzulesen.

Im nächsten Augenblick beschließe ich zudem, jetzt, da ich mit meinem Text in der Gegenwart angekommen bin, mit einem unüblichen Satz abzuschließen, während im Radio Shake The Disease von Depeche Mode läuft und meine lilahaarige Bekannte mir ihre Vorliebe für Blasenpflaster als Thema vorschlägt. So ist der unübliche Satz, mit dem ich an dieser Stelle abschließen will, ein Zitat von Loriot: Genügt es, wenn ich mich irgendwie auflöse?

Die Fotos sind private Aufnahmen meiner Familie und mir.



Seemann (Gedicht)

Der Berg hebt sich, ein Meer wie Flammen,
Wellen schlagen, Ruhe erstarrt.
Reise, reise! Schön beisammen
Für die große Überfahrt.

Das Meer schlägt auf im Wasserflug
Und der Seemann steht am Bug.

Wildes Wasser, starke Böe –
Hinter ihm das Land verblasst.
Getragen durch der Wellen Höhe
Trägt das Meer des Schiffes Last.

Das Wasser trägt das Schiff im Flug
Und der Seemann steht am Bug.

Langsam wiegt die Wucht die Welle;
Ein Wasserross, recht stark bemannt.
Sobald der Himmel sich erhelle,
Ist’s in Sicht – das neue Land.

Das Meer wiegt hart im Wellenflug
Und der Seemann steht am Bug.

 

Mein Buch “Kurze Gedichte”

Zu finden auf Amazon.de und Lulu.com