Streitthema Kreuzfahrt- Ist der Spaß das Risiko wert?

Dieser Beitrag befasst sich mit den Vor- und Nachteilen des Kreuzfahrens. Als Autorin habe ich auch meine eigenen Überzeugungen einfließen lassen.

Hurricane Matthew wütet auf Haiti, alles liegt wieder in Schutt und Asche, noch dazu kommt die mögliche Gefahr durch eine Cholera Epidemie. Kein schöner Anblick als Tourist. Doch ist das wirklich der einzige Grund, eine solche Reise nicht anzutreten?

   Geschichte und Arten der modernen Kreuzfahrt

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Strand einer Insel in der Karibik

Die ersten Kreuzfahrten begannen im Jahr 1844. Das Unternehmen Peninsula and Oriental Steam Navigation Company bot Luxuskreuzfahrten zwischen England, Gibraltar, Malta und Athen an. In Deutschland startete der Boom mit der Serie “Das Traumschiff” vom ZDF, die seit 1981 ausgestrahlt wird. 2011 fuhren bereits 1,81 Millionen Deutsche pro Jahr auf Kreuzfahrt.

Es gibt mittlerweile sechs verschieden Unterarten der Hochseekreuzfahrt.  Die beliebtesten sind das sogenannte “Fun- Cruising”  auf Megaschiffen. Solche Kreuzfahrten sollen vor allem Unterhaltung und Spaß für die gesamte Familie bieten, deswegen gibt es an Bord auch Theater, Pools und Betreuungseinrichtungen für Kinder. In Deutschland ist die bekannteste solcher Cruise Lines die  AIDA.

Dann gibt es noch das “klassische” Kreuzfahren, bei dem das Ziel ist, sich mit Hilfe von Yoga vollkommen zu entspannen. Um das Nachtleben eines Landes kennen zulernen bucht man eine sogenannte “Billigkreuzfahrt”, die nahezu von jeder Reederei angeboten wird. Mit einer “Themenkreuzfahrt” wird eine Reise gebucht, die ganz nach einem bestimmten Motto gerichtet ist, beispielsweise Elvis Presley oder Thailand. Um keine kulturellen, historischen und geographischen Sehenswürdigkeiten zu verpassen, sollte sich einer “Studien- oder Expeditionskreuzfahrt” angeschlossen werden. Diese verkehren mit besonders ausgestatteten Schiffen sogar im Polarmeer.

Positive und negative Aspekte der modernen Kreuzfahrt

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Frachtschiff im Hafen von Belém, Brasilien

Soll man sich jetzt über die Flexibilität einer solchen Reise freuen oder besorgt den Kopf schütteln? Ist es in Ordnung, sich über die Aussicht vom Schiffsbalkon zu freuen? Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung lässt sich bei gutem Essen und dem Blick auf das schier endlose Meer vieles ausblenden. Selbst wenn an Land gegangen wird, gibt es keinen Scham oder Entsetzen über das Auftreten gegenüber der Bevölkerung. Auch über Ausbeutung wird nicht nachgedacht. Dafür ist die Neugier zu groß. Auch der hohe Schadstoffaustoß wird erst wieder bewusst, wenn an dem gigantischen Schornstein vorbeigegangen wird. Eine Studie des Deutschen Naturschutzbundes (Nabu) besagt, dass deutsche Schiffe weitaus umweltschonender als ihre Schwestern aus den USA sind, dennoch sind Umweltschützer unzufrieden. Viele der riesigen Schiffe fahren noch mit dem billigen Schweröl, statt mit dem weitaus umweltfreundlicherem Marine Diesel. Im Falle eines Ölverlustes sind uns die Folgen für Flora und Fauna durch diverse Schiffsunglücke von zum Beispiel Frachtschiffen gut in Erinnerung. Für die Umweltschutzmaßnahmen in der Schifffahrt  und die Regelung der Gesetze in internationalen Gewässern ist die Internationale Marine Organisation (IMO) zuständig. Sie ist die maritime Abteilung der Vereinten Nationen.

Viele Reisende möchten auf einer Kreuzfahrt mehr über die Kultur und die Menschen eines Landes erfahren, das fördert die Völkerverständigung und den Frieden. Das ist der Plan, doch häufig ist das genaue Gegenteil von Völkerverständigung und Frieden das Fazit einer solchen Erfahrung. Auf beiden Seiten werden die Vorurteile größer, die Traditionen werden abgeschafft und die Ursprungskultur durch unsere Westliche ersetzt. Natürlich werden auch Freundschaften geschlossen und Kulturen unterstützt, aber das ist leider eher selten der Fall.

Auch das Geld der Passagiere ist für die Einwohner des Landes Gift. Wird in dem Land eingekauft, erhöht sich der Wert der Dinge die gekauft werden, denn der Verkäufer möchte von dem Kaufandrang profitieren. Das tut er indem er für das Gekaufte den Preis erhöht und das wiederum schadet den Anwohnern, die sich das dann nicht mehr leisten können.

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Sonnenuntergang in Norwegen

Kreuzfahrten haben selbstverständlich auch Gutes, aber die Umwelt-, die Ökonomischen- und die Soziokulturellen-Auswirkungen dürfen nicht vergessen werden. Persönlich habe ich schon mehrere Kreuzfahrten unternommen und dabei fast immer nur positive Erfahrungen gemacht, ich hege und hegte auch vor den Reisen keinerlei Vorurteile gegenüber den Menschen, die in den Ländern leben, die wir anliefen. Auch sie waren immer freundlich und ehrlich.  Die Schiffe, die eine Kreuzfahrt veranstalten, sind oftmals mittelschwere Umweltkatastrophen, aber das macht deren Passagiere nicht pauschal zu Umweltgegnern und schlechten Menschen.

Mein Fazit ist, dass die Choleragefahr und der Hurricane nicht die einzigen Gründe sind, auf eine Reise zu verzichten, aber Haiti aufgrund der Wirtschaftslage sowieso kein optimales Ziel ist. Der Spaß und das Risiko hängen auch immer vom Ziel der Reise ab.



Journalistenpech

Es gibt Tage, da läuft auch bei Journalisten alles schief: Interviews platzen, der Beitrag wird nicht fertig, die Deadline naht. Da hilft nur noch, das Beste aus dem “Jounalistenpech” zu machen.

Recherchieren und kontaktieren:

Die Aufgabe bestand darin, ein kleines Video über Wahlwerbung zu produzieren. Wir hatten nicht viel Zeit. In drei Tagen sollten wir den Beitrag komplett fertig haben: Video und Artikel. Zu Beginn haben wir einige Informationen gesucht. Wir haben viele Parteien und Betriebe kontaktiert, die sich mit Wahlwerbung auskennen könnten. Doch nur Absagen. Leider hatte keine Partei oder Betrieb Interesse gezeigt.

Wenn doch mal eine Partei oder ein Betrieb Interesse an einem Interview zeigte, sollten wir eine E-Mail schreiben, doch die Betriebe schrieben nie zurück.

Fehlgeschlagenes Interview:

Da wir nun kein Interview organisieren konnten, haben wir uns entschlossen, nur ein paar Interviews mit Passanten und der BSR zu führen. Wir begannen bei der Berliner Stadtreinigung. Wir fragten einen Mitarbeiter, ob wir ihn interviewen könnten, nach langem Hin und Her durften wir letztendlich niemanden interviewen und das Gebäude  nur von draußen filmen. Doch dies reichte uns nicht.

Passanten-Interview:

Danach gingen wir auf die Straße, um Leute zu interviewen, was sich allerdings leichter anhört, als es ist. Die Passanten sahen uns schon von weitem und bevor wir sie fragen konnten, schüttelten sie den Kopf oder suchten sich verkrampft eine Ausrede. In diesem Moment gaben wir langsam die Hoffnung auf. Zum Glück opferten ein paar Passanten ihre Zeit für ein kleines Interview, doch leider hatten wir bei den ersten Passanten etwas Lampenfieber und wussten nicht, was wir fragen sollten. Wir fühlten uns so wie die Zeugen Jehovas, wenn man sie doch mal reinlässt. Bei so einem Interview musste man auf vieles achten, egal, ob als Kameramann oder Reporter. Als Kameramann musst du beispielsweise auf die Schärfe und das Licht achten, als Reporter hingegen zu jeder Zeit die passenden Fragen parat haben und dein Lampenfieber überwinden. Trotz der vielen Absagen verloren wir nie den Spaß und die Freude an dem Projekt.

Video schneiden und Ton regulieren:

Nach den Interviews kam das Schneiden des Videos. Am Anfang fiel es uns noch schwer, die einzelnen Video-Clips zu einem Video zu schneiden, doch mit  der Zeit bekamen wir das richtige Gefühl dafür.

Und tatsächlich haben wir es geschafft: Trotz aller Schwierigkeiten haben wir ein Video produziert, diesen Text geschrieben und veröffentlicht.



Jugend in der Politik: Jugendparteien am Wahltag

Bei den Wahlen am 18. September 2016 berichtete die Jugendredaktion Volltreffer live aus dem Berliner Abgeordnetenhaus. Zu Gast waren die Landesvorsitzenden der Jugendparteien. 

Ein Text von Juri

Die Wahl zum Abgeordnetenhaus, das Großereignis der Berliner Politik, wird immer besonders aufmerksam beobachtet. Diesmal, wie schon 2011, auch von “Volltreffer – Jugendliche fragen nach.”

Unsere einstündige Live-Sendung war in fünf Segmente aufgeteilt. Zu Gast waren Vertreter der Jugendorganisationen der Parteien: Jusos (SPD),  Junge Union (CDU), Grüne Jugend (Bündnis 90, die Grünen) und Linksjugend solid (die Linke). Zunächst führten wir Einzelinterviews, anschließend ein Gruppengespräch mit allen.

Diese Auswahl der Gäste stellte sich als besonders heraus, denn die Jugendorganisationen kommen sonst nicht oft zu Wort. Schade eigentlich. Da engagieren sich Menschen, die ruhig mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen könnten und eigentlich auch mehr Aufmerksamkeit in ihren eigenen Parteien. Auch deswegen haben wir ihnen viele Fragen gestellt, die dieses Thema behandeln. Fragen über ihr Verhältnis zu den Mutterparteien, was sie von denen unterscheidet und über das besondere Verhältnis der Jugendorganisationen untereinander. Wir haben mit ihnen über den Umgang mit der AfD diskutiert, über den Umgang miteinander, über ihre politischen Ziele und über ihre persönlichen Werdegänge.

Das Live-Senden mit knapper Vorbereitungszeit hat so seine Tücken, es ist aber eine runde und wirklich interessante Sendung geworden. Anschauen lohnt sich!



Wir raffen das! Politik für dich und mich.

Um Politik selbst besser zu verstehen und auch andere daran teilhaben zu lassen, startet Laura mit Unterstützung von Kameramann Linus ein neues YouTube-Format. Starttermin ist der 28.Oktober. 

Politik. Bei den einen löst dieses Wort Begeisterung, bei den anderen ein genervtes Stöhnen aus. Letzterem lassen sich, aus meiner Sicht, die meisten Jugendlichen zuordnen. Viel zu verstört wurden wir durch den viel zu langweiligen Politikunterricht, oder das ständige Gerede von Mindestlohn, Mietpreisen oder Flüchtlingen. Natürlich interessieren wir uns in unserem Alter häufig für andere Dinge – Musik, Freunde, Schule – und trotzdem sollten wir versuchen, das Thema nicht komplett aus dem Kopf zu verbannen.

Mir selbst ist aufgefallen, dass ich mich zwar grundsätzlich für Politik interessiere, aber kein nennenswertes Grundwissen besitze. Zwar weiß ich, dass ich bereits irgendwas wählen kann, aber was genau, das wusste ich bis vor kurzem nicht. Auch habe ich mal was von verschieden Parteien gehört und wofür sie ansatzweise stehen, aber Parteiprogramme sind zu lang und schwer zu lesen. Wer soll das bitte verstehen? Anderen in meinem Alter scheint es genauso so zu gehen.

Daher hab ich nun beschlossen ein neues Format über politische Themen zu starten. „Wir raffen das- Politik für dich und mich“ heißt es und jeden Monat werden ein neue Videos auf dem DIGGA-YouTube-Channel erscheinen. Damit es auch nicht langweilig wird, gestalte ich die Videos natürlich auf unterschiedliche Arten. Vlogs, Erklärvideos oder Interviews mit Politikern und anderen Leuten – alles wird dabei sein.

Ich werde mich mit den verschiedensten Themen, wie Rechts- und Linksextremismus, oder den verschiedenen Parteien auseinandersetzten und die wichtigsten Dinge erklären.  Bei der Themenauswahl könnt ihr, die Zuschauer, logischer Weise auch mitbestimmen und allgemein Vorschläge und Kritik äußern. Schreibt mir einfach Kommentare und erzählt mir, was euch interessiert, oder was ich anders machen soll. Natürlich werde ich auch aktuelle Events berücksichtigen, damit ihr bestens darüber Bescheid wisst.

Dadurch wären wir auch schon direkt beim Thema – „Was wählen wir?“ lautet der Titel des ersten Videos, in welchem ich euch kurz und knackig, alles rund um die Wahlen erkläre. Online ab dem 28.10. 2016, 18.30 Uhr

Wesentliches zum Wahlrecht

Wesentliches zum Wahlrecht

Ich selbst war vor meiner ersten Wahl tatsächlich ziemlich unsicher und habe mich gefragt, wie das ganze nun eigentlich funktioniert und abläuft. Damit ihr euch nicht auch diese Frage stellen müsst, habe ich euch einfach mal mitgenommen!

VLOG zum ersten Wahlgang

VLOG zum ersten Wahlgang – online ab dem 04.11.2016, 18.30 Uhr

Mit diesem Format versuche ich letztendlich einfach zu erreichen, Leuten wie dir und mir Politik auf eine spannende Art ein bisschen näher zu bringen, zu erklären und zum Nachdenken anzuregen. Fakt ist nämlich: Jeder sollte Politik verstehen können, es geht schließlich auch jeden etwas an.



Gedanken auf der Lesebühne

Gestern stand ich zusammen mit Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning, Thilo Bock und Manfred Maurenbrecher auf der Bühne.

Nun hat man mich gebeten, die Gedanken, die ich währenddessen mal hatte, niederzuschreiben. Bitte sehr:

So. Jetzt steh ich hier. Das ist jetzt also der Moment, vor dem ich mich die letzten Wochen gefürchtet habe. So schlimm ist es gar nicht. Oh, jetzt lese ich ja schon. So schnell kann’s gehen. Jetzt muss ich mich aber wirklich darauf konzentrieren, was ich da gerade lese und darf nicht die ganze Zeit über andere Dinge nachdenken, sonst verlese ich mich noch. Oh Gott, hat da gerade jemand gelacht? Soll ich einen Blick ins Publikum riskieren? Aber sonst komm ich nicht mehr in den Text rein. Egal, nicht daran denken, einfach weiterlesen. Oh, ich lese ja schon weiter. Ich lese die ganze Zeit und kann trotzdem dabei an andere Dinge denken. Verrückt, das ist jetzt der Moment. Der Moment, an dem ich hier auf der Bühne stehe. Jetzt! Diesen Moment muss ich im Gehirn einspeichern, das ist einer der Momente, an die ich mich später unbedingt erinnern muss, die ich meinen Enkelkindern so wahrheitsgetreu wie möglich erzählen möchte. Jetzt! Scheiße, verhaspelt. Egal, einfach nochmal lesen. Oh, jetzt gleich kommt die Stelle, die ich selbst so lustig finde, da muss ich langsamer lesen. Oh ja, das hab ich schön betont. Komisch, haben erstaunlich wenige Leute gelacht. Oder? Vielleicht hab ich es auch nicht gehört. Jetzt ist mir das Mikrophon im Weg, das ist irgendwie so in mein Blickfeld gerückt, dass ich den Text nicht mehr gut erkennen kann. Oh, jetzt kann ich es gar nicht mehr sehen, aber offenbar kenne ich den Text auswendig. Unangenehm, ich habe den Eindruck, dass ich schiele. Tut weh in den Augen. Aber wenn ich den Text höher nehme, ist das Mikrophon ganz davor. Ich muss aufs Klo. Noch ein Satz. Wen muss ich danach nochmal anmoderieren? Heiko Werning oder Manfred Maurenbrecher?

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Hui, Applaus.

„Dankeschön, und jetzt kommt Manfred Maurenbrecher!“ Meine Stimme.

So schwer ist es eigentlich nicht.



Achtung, Kultur! Die Berliner Lesebühnenszene

Heute, am 13. 10., ist es endlich soweit: Meine zweite Lesung als Gast bei der Lesebühne Brauseboys!

Was genau ist eigentlich eine Lesebühne?

Schon das Wort “Lesebühne” klingt irgendwie mehr nach verlassenem Kulturkreis als nach einer spaßigen Veranstaltung. Man stellt sich dabei irgendeinen komischen Kauz vor, der vor einer tristen Ansammlung verblühter “Kulturinteressierten” aus seinen pseudo-intellektuellen Werken liest.

So ist es allerdings tatsächlich nicht, denn die Texte, die auf den Berliner Lesebühnen vorgetragen werden, sind a) lustig (oder tun zumindest so) und werden b) nicht in staubigen Bibliotheken verlesen, sondern in gemütlichen Cafés oder Kneipen. Die Texte sind selbstverfasst und oftmals satirisch. Aber zugegeben, die Autoren sind  tatsächlich ab und an mal etwas kauzig.

Wer geht denn eigentlich zu den Lesebühnen und hört zu? Wie stehen Jugendliche zu dem Thema und was macht die Szene in Berlin aus? In unserer Radio Hörsturz-Sendung haben Bent und ich uns zu dem Thema geäußert.

Lust bekommen, sich mal in die Szene zu begeben?

Die Lesebühne der Brauseboys findet jeden Donnerstag um 20:30 Uhr im La Luz statt. Immer mit dabei sind Thilo Bock, Heiko Werning, Frank Sorge, Volker Surmann und Robert Rescue – und diesmal auch ich! Natürlich sind die Brauseboys nicht die einzige Lesebühne Berlins. In der alten Kantine der Kulturbrauerei ist jeden Samstag das sogenannte “Gipfeltreffen der Berliner Lesebühnen” mit immer neuen Gästen.

Und wie ergeht es den Lesenden auf der Bühne? Meine Erfahrungen dazu könnt ihr am Freitag hier nachlesen.

 

 

 

 



INSIDE IS- das Theaterstück zum Buch

Basierend auf dem Reisebericht von Jürgen Todenhöfer, führt das Kinder- und Jugendtheater Grips ab dem 12.10.2016 das Stück INSIDE IS auf.

 

Jeder von uns hat schon mal über den Islamischen Staat nachgedacht, jeder fragt sich, warum man nach Syrien reist, warum man dort tötet, vielleicht sogar stirbt. Alle diese Fragen beschäftigen auch Yüksel Yolcu. Nach einer einjährigen Recherche hat der Grips– Regisseur hat seine Fragen und Gedanken nun in sein neustes Werk einfließen lassen. Jürgen Todenhöfer, ein ehemaliger CDU/CSU- Bundestagsabgeordneter, legt mit seinem umstrittenen Buch “INSIDE IS” den Grundstein für das Theaterstück. In seinem Roman dokumentiert der Journalist seine Interviews mit deutschen Islamisten, die er zum Teil via Skype, aber auch während seines zehntägigem Aufenthalts in Mossul, der Hauptstadt des sogenannten Kalifats, persönlich führte. Die dadurch erhalten Eindrücke und Ideologien werden auch im Theaterstück widergespiegelt. Wir haben uns INSIDE IS angesehen und  ein Interview mit der Theaterpädagogin Ellen Uhrhan geführt.

Das Werk beginnt mit einem salafistischen Aufruf dreier Hassprediger, die sich mit anderen Vertretern des Islam eine verbale Auseinandersetzung über die Bedeutung des Dschihad liefern. Dann wechselt das Bild und wir sehen einen Imam, der im Gefängnis mit einem der Protagonisten spricht. Zwei weitere Hauptfiguren treffen wir in der nächsten Szene: Es sind Frederic und Jürgen Todenhöfer, gespielt von Patrik Cieslik und Christian Giese. Frederic stellt uns seinen Vater vor und wir erfahren, wie schlecht es mit der Recherche zum Buch vorangeht. Dann hat Frederic eine Idee und bringt das gesamte Stück in Fahrt. Fabian, eine weitere Hauptfigur, ist in Syrien als Märtyrer gestorben. Während des Theaterstücks werden seine Eltern vom Imam interviewt. Sie können sich nicht erklären, wann und warum sich Fabian radikalisiert hat und treffen damit genau auf die wichtigste Frage hinter dem gesamten Stück. Frederic und Jürgen Todenhöfer machen sich währenddessen an die Umsetzung von Frederics Plan und stoßen auf die anderen Protagonisten: Fabian, den Zurückgekehrten und ein deutsches, zum Islam konvertiertes Mädchen. Die fünf teilen sich ein Taxi. Es ist der erste und letzte Auftritt des Mädchens, ihr Ende bleibt offen.

Meiner Meinung nach ist Yüksel Yolcus neustes Theaterstück mehr als nur gelungen. Es spiegelt die meisten Fragen wieder, die ich mir in Bezug auf den sogenannten Islamischen Staat stelle und ist brillant umgesetzt. Ich kann INSIDE IS nur empfehlen.



Money, Money Money – Werbung auf YouTube

Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit der Videoplattform YouTube: Mit YouTubern und ihren Fans, mit Events rund um die Plattform und der  Macht der Community. Diesmal beleuchten wir die kommerziellen Seite des Themas. 

Natürlich ist es seit Ewigkeiten Brauch, Werbung vor Videos zu schalten um dadurch Geld zu erhalten. Das ist aber schon lange nicht mehr die einzige Einnahmequelle:  Product Placements, Merchandise und die Vermarktung eigener Produkte sorgen dafür, dass viele YouTuber von ihrem eigentlichen Hobby tatsächlich leben können.

Vielleicht erst einmal zu Beginn: Wie kommen Produktplatzierungen überhaupt zustande? Der Eventmanager Karl Carstens erklärt uns bei einem Interview auf den Video Days 2016, wie er zwischen Firmen und YouTubern vermittelt. Beispielsweise war er dieses Jahr mit einigen YouTubern auf der Young IFA in Berlin und suchte mit ihnen nach Produkten, die zu ihnen passen.

Verständlicher Weise haben viele Zuschauer etwas gegen Werbung: Sie kann unpassend und nervig sein. Allerdings schaffen es viele YouTuber, die Produktplatzierungen sinnvoll in ihren Videos unterzubringen. Melissa Lee, die den Kanal breedingunicorns betreibt, erzählt uns, dass sie selbst Product Placements in ihren Videos mache. Dabei sei ihr wichtig, dass das Produkt gut zu ihr und ihren Inhalten passe und deshalb lehne sie auch durchaus einige Angebote ab. Grundsätzlich sei es eine gute Möglichkeit, um mit dem Geld aufwendigere Videos finanzieren zu können. Von dieser Möglichkeit machen, ihrer Meinung nach, fast alle YouTuber ab einer bestimmten Reichweite Gebrauch.

Um an dieser Stelle mal ein Beispiel mit einzubringen: Ich starte demnächst eine Videoreihe über das Thema Politik. Wenn mir nun die Bundeszentrale für politische Bildung eine Kooperation anbieten und mich unterstützen würde, dann würde ich das Angebot nicht ablehnen, weil das zu meinem Konzept passen würde. Es ist also immer die Frage, was beworben oder vorgestellt wird.

Die meisten Zuschauer stellen allerdings das “wer” in den Vordergrund. Es werden häufig die selben Leute immer und immer wieder kritisiert. Teilweise kommt es vor, dass zwei YouTuber das selbe Produkt bewerben, der eine zieht einen riesigen Shitstorm auf sich, der andere nicht. Der YouTuber Mii Mii hat dafür eine sehr interessante Erklärung: „Gute“ und „böse“ YouTuber. Dabei entscheide jeder für sich selbst, wer auf der guten und wer auf der schlechten Seite stehe. Viele Zuschauer gestehen sich dabei nicht ein, dass auch ihre Lieblinge Fehler machen können und so entsteht die Doppelmoral.

Wir sollten auf alles ein gleich kritisches Auge haben. YouTube wird inzwischen ernst genommen, sowohl von den Medien, als auch von der Werbebranche. Das bietet die Möglichkeit von der Videoproduktion leben zu können, indem die eigene Reichweite ausgenutzt wird. So kann hochqualitativer Content, aber auch billige Werbung entstehen. Es hat nun mal alles eine gute und eine schlechte Seite – auch das Thema Werbung.

 

Unsere Erlebnisse auf den VideoDays 2016 in Berlin gibt’s übrigens in unserem neuen DIGGA-Magazin zusammengefasst zum nachkucken:



Björns Eindrücke vom CommunityDay – VideoDays 2016

Was tut man nicht alles um einen Beitrag zu produzieren. Ich zum Beispiel bin um sechs Uhr aufgestanden, um von einem Ende Brandenburgs ans andere zu fahren. Und manch andere stehen noch früher auf, nur um YouTuber zu treffen. Für alle, denen das Ticket zu teuer war, oder die es nicht geschafft haben hinzukommen, ist DIGGA vor Ort und berichtet. Heute ist der zweite und letzte Tag der VideoDays. Welche Eindrücke boten sich uns also an diesem sogenannten CommunityDay? Laura, Soso, Linus und ich haben uns mal ein wenig umgeschaut.

Soso und Laura vor der Metropolis Halle in Babelsberg.

Soso und Laura vor der Metropolis Halle in Babelsberg.

Auch heute warteten laut Veranstalter rund 3.000 Fans darauf, ihre YouTube Stars zu treffen, Fotos mit ihnen zu machen und Autogramme zu bekommen. Bei dem CommunityDay steht weniger die Show, als vielmehr der Kontakt zwischen Fan und YouTuber im Vordergrund. Die meisten rannten sofort nach dem Einlass zu den Autogrammständen, und ignorierten dabei die Werbestände der Sponsoren. Erst nachdem man lange angestanden und seine Stars dann endlich getroffen hatte, bot sich die Gelegenheit einen Blick in die Eingangshalle zu werfen.

Verglichen zum gestrigen ShowDay war es heute fast ruhig. Das liegt aber nur daran, dass man mit seinem Ticket nur vormittags ODER nachmittags in die Metropolis Halle in Babelsberg kommt. Heißt: Gegen 14 Uhr werden alle rausgeworfen, um für die nächste wartende Meute Platz zu schaffen. Dadurch dass es nun heute so klein und familiär war, haben sich die YouTuber auch seelenruhig in den Fanbereich begeben, ohne dabei überrannt zu werden.

Auch der  Durchschnittsbesucher hat sich im Vergleich zum gestrigen Tag nicht verändert: Hipster Look und zerissene Hosen. Mit dabei wie immer die Cap und das Smartphone griffbereit im ausgestreckten Selfie-Arm. Ein sich innerhalb der Masse sehr ähnelndes Publikum, stellten wir auch heute wieder fest. Des Weiteren ist ein interessantes Phänomen, dass nicht nur die Fans, sondern auch die YouTuber immer jünger werden. So ist Ossi.Glossy erst zwölf und macht mit seiner ausgefallenen Art einfach nur sein eigenes Ding. Ob nun aus Aufmerksamkeit oder eigenem Intresse, darüber lässt sich streiten. Ich für mein Teil respektiere ihn voll und ganz.

 

Die vor einigen Jahren verhassten Product-Placements werden nun weitestgehend von YouTubern und Fans akzeptiert. YouTuberin Melissa äußerte sich durchaus positiv dem Gegenüber. Auch meint sie, dass sie nicht alle Angebote annimmt, und auch kein anderer YouTuber so handele. Die Einnahmen allein reichten ja nicht einmal um die Miete zu begleichen, wie Melissa Lee selber sagt.

Laura interviewt die polarisierende YouTuberin Katja.

Laura interviewt die polarisierende YouTuberin Katja.

Nicht nur Melissa oder Katja, auch Christoph Krachten haben wir vor unsere Kamera bekommen. Laut Krachten seien die Veränderungen an den VideoDays nur positiv. Generell hat er seine Veranstaltung sehr gelobt und negative Argumente abgewiesen. Zu der Frage, warum die Preise immer teurer würden, meinte er, dass er so die Miesen vom letzten Jahr vermeiden wollte. Trotz des hohen Preises sei die Veranstaltung jedoch ohne die Werbetreibenden nicht möglich.

 

Christoph Krachten äußert sich aus der Sicht des Veranstalters über die VideoDays.

Christoph Krachten äußert sich aus der Sicht des Veranstalters zu den VideoDays.

 

Die VideoDays haben natürlich schon immer von der Werbung gelebt. Für mich persönlich ist der Ticketpreis aber nicht gerechtfertigt, wenn der kommerzielle Aspekt eines solchen Events so schwerwiegend ist.

 

 

 

Für mich persönlich hat sich der Reiz der VideoDays verloren. Der Veranstaltungsort ist weniger in Berlin, als viel mehr in Potsdam, viele YouTuber haben einfach abgesagt und die Fans keinen Kommentar dazu bekommen. Trotz der Mängel war es für mich auch ein cooles und bereicherndes Erlebnis.



VideoDays 2016 – zwischen Hype und Kommerz

Heute erwartet die YouTuber-Welt ein ereignisreicher Tag: Der Auftakt der Berliner VideoDays. In Köln waren dieses Jahr rund 15.000 Besucher.

Die VideoDays wurden 2010 auf der Gamescom in Köln gegründet und sind mittlerweile das größte YouTuber Treffen Europas. Hier in Berlin finden diese bereits zum zweiten Mal statt. Ursprünglich waren auch in Hamburg und München VideoDays geplant. Momentan ist es noch unklar, ob diese stattfindet, was heißt, dass es hier in Berlin wahrscheinlich die einzige Veranstaltung bleibt. Und wir von DIGGA mittendrin.

wenn Fanträume in Erfüllung gehen

VideoDays – wenn Fanträume in Erfüllung gehen

Bei so einem großen Event fragen wir uns natürlich, welche Rolle die Kommerzialisierung bei YouTubern spielt und ob diese überhaupt berechtigt ist?

Wer kennt das nicht: Du möchtest ein Video schauen, aber zwischen dir und dem Video stehen mindestens eine Minute Werbung. Dich hält das natürlich nicht davon ab, deinem Youtuber zuzuschauen. Ihr erfahrt neben bei auch noch, dass dieser auf den VideoDays ist. Nachdem ihr euch dieses Ticket organisiert habt, fragt Ihr euch vielleicht: Warum so viel Geld?

Die VideoDays gehören, laut Veranstalter, zu den etabliertesten und bekanntesten Veranstaltungen in Deutschland. Schlägt sich das auch im Preis nieder? Für 33 bis zu 35,90 Euro kann man eine Karte bekommen. Viele Fans finden das fair.

Bevor um 10 Uhr Einlass war, haben wir mit einem Muser (Nutzer von mysical.ly) gesprochen. Musical.ly ist eine Plattform, die es jedem ermöglicht, selbst Musikvideos von maximal 15 Sekunden Länge zu erstellen und zu teilen. Die Frage stand im Raum, ob diese denn genauso auf Werbung bauen, wie YouTube bzw. die YouTuber. Unser Muser Falco Punch meinte, dass er persönlich nicht mit Product Placement arbeite und das ihm bei Musical.ly das weniger auffalle, er wies aber auf Lisa und Lena hin, die bekanntesten Muser Deutschlands, die in allen ihren Videos Markenklamotten tragen und auch Werbeverträge mit zum Beispiel Adidas haben.

11:30 Uhr Gekreische am Magentateppich: Mike Singer (15) ein Musiker, der auf Youtube über 300.000 Abonnenten hat, wird feierlich durch seine weiblichen Fans empfangen. Aber er ist nur einer von vielen Musikern/Youtubern, die sich heute am Magentateppich feiern lassen haben.

YouTuber OssiGlossi

YouTuber OssiGlossi

 

Viele der jungen Fans sind zum ersten Mal bei den VideoDays und freuen sich ihre Vorbilder und Lieblingsyoutuber zu sehen, die meist im selben Alter wie sie sind. Es floss auch die oder andere Träne. Auch für die Musiker/Youtuber ist das Treffen ihrer Fans etwas ganz „intimes“ und gehört „zu den schönsten Momenten“. Was auffällt, sind die vielen auch sehr jungen Stars wie zum Beispiel Ossi.Glossy(12, Schminkvideos) oder Sapphire (13,Coverartist).

 

 

Selfietime mit Mike Singer

Selfietime mit Mike Leon

 

Bei den VideoDays geht gar nichts ohne Social Media! Niemand ist hier ohne Smartphone. Das Wichtigste ist natürlich das Selfie mit seinem Internetstar, dass man hier auch sofort auf einen Beutel drucken kann.

 

 

Fazit des ersten Tages

Wir haben nach dem ersten Tag noch keine Antwort auf unsere Einstiegsfrage.

Wenn ich mich hier aber umsehe fallen mir dennoch Dinge auf, die Auswirkungen der Kommerzialisierung von YouTube sein könnten.

Gefühlt alle Jugendlichen tragen nämlich die selben Klamotten: ein „Artsy- Hipster- zerissene- Hose-Look“ und natürlich mit Cap. Daraus schließe ich, dass die Nachahmung der Stars sehr wohl eine große Rolle spielt und YouTuber daher als ideale Werbeträger dienen können.

Aber auch wenn das alles hier für meinen Geschmack zu oberflächlich wirkt, habe ich doch eine Sache gelernt, wenn man erfolgreich YouTube machen will, sind Natürlichkeit und Kreativität das Wichtigste.